3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 20. März 2015

Abraham Lincoln - ein Mann, der niemals aufgab!


"Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können."
Abraham Lincoln

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Christoph Georges erzählen:

"Abraham Lincoln - ein Mann, der niemals aufgab."

"Der größte amerikanische Politiker stand mit Misserfolgen sein Leben lang auf vertrautem Fuß. Er verlor acht Wahlen, ging zweimal als Geschäftsmann pleite und erlitt einen Nervenzusammenbruch. Sein Weg zum Erfolg sah folgendermaßen aus:

1831        - Geschäftlicher Misserfolg
1832        - Niederlage bei den Wahlen für die Legislative
1833        - zweiter misslungener Versuch als Geschäftsmann
1836        - Nervenzusammenbruch
1838        - Niederlage bei der Wahl zum Vorsitzenden des Repräsentantenhauses
1840        - Niederlage als Wahlmann
1843        - Niederlage bei den Wahlen zum Kongress
1848        - Niederlage bei den Wahlen zum Kongress
1855        - Niederlage bei den Wahlen zum Senat
1856        - Niederlage bei der Wahl zum Vizepräsidenten
1858        - Niederlage bei den Wahlen zum Senat
1860        - Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. 

Abraham Lincoln war ein Kämpfer, der nie zu kämpfen aufhörte, trotz häufig misslungener Versuche, die jeden anderen zerschmettert hätten.
Er kämpfte einfach weiter, bis er gewann!

Ihr Lieben,

Abraham Lincoln kann für uns ein großes Vorbild sein, was die Eigenschaft betrifft, niemals aufzugeben.

Die meisten Menschen erreichen in ihrem Leben ihre Ziele nicht und verwirklichen ihre Träume nicht, weil sie zu früh aufgeben, weil sie sagen:
"Das schaffe ich nicht, ich bin ein Versager,
ich habe Pech, die Umstände sind gegen mich."

Wir Menschen haben viele Gründe, wenn wir erklären wollen,
warum wir aufgegeben haben.
Ich vertrete auch nicht die Meinung, dass man immer Erfolg haben wird,
wenn man Ziele erreichen und Träume verwirklichen will.


Aber eines ist auch klar:
Wenn ich zuhause sitze, die Jalousien herunterlasse, das Telefon abstelle, die Wohnungstür abschließe und das Haus nicht mehr verlasse, ist nur eines sicher:

Ich werde meine Ziele nicht erreichen und meine Träume nicht verwirklichen!

Wenn ich mich aber voller Zuversicht und Mut auf den Weg mache, um meine Ziele zu erreichen und meine Träume zu verwirklichen, habe ich immer noch keine Gewähr, dass ich tatsächlich Erfolg haben werde, aber die Chance ist unendlich viel größer.

Ich werde aktiv, ich werde kreativ und ich gewinne Selbstbewusstsein, weil ich mich auf den Weg zu meinen Zielen und Träumen gemacht habe.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben, 
jedem Einzelnen von Euch wünsche ich von Herzen recht viel Erfolg, ich wünsche Euch, dass es Euch tatsächlich gelingt, Eure Träume zu verwirklichen und Eure Ziele zu erreichen. Wichtig ist aber vor allem: NIEMALS AUFGEBEN!

Ihr kennt mich heute als fröhlichen mutmachenden Menschen, aber in meiner Kindheit und Jugend war ich das nicht. Ich habe gute 25(!) Jahre warten müssen, bis ich ein fröhliches und unbeschwertes Leben leben konnte. Es lohnt sich also, nicht aufzugeben.

Auch möchte ich Euch herzlich bitten, Euch von niemandem entmutigen zu lassen, denn Lincoln hat sehr viel in seinen Schriften darüber berichtet, dass ihn andere Menschen entmutigen wollten, dass er aber niemals auf diese Menschen gehört habe!

Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch ein heiteres, ein zuversichtliches und ein kraftvolles Wochenende und ich grüße Euch ganz herzlich
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Mittwoch, 18. März 2015

Wie hoch ist Dein Einsatz?


„Wer glaubt, dass ihm das Leben auf halbem Wege entgegenkommt und ihm die Erfüllung seiner Wünsche, die Stillung seiner Bedürfnisse und die Verwirklichung seiner Wünsche und Träume auf einem Silbertablett serviert, der irrt. Das Leben hat es gar nicht nötig, uns entgegenzukommen.
Wenn wir etwas haben wollen im Leben, dann müssen wir aufstehen, dann müssen wir aktiv werden und dann müssen wir uns das nehmen, nach dem wir uns sehnen.“

Alexander Rykow

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine kleine Geschichte von Erwin Neu erzählen:

„Geben und Nehmen“

„Ein alte indische Legende berichtet und folgende Begebenheit:
Ein junger Bauer begegnete auf seinem Weg zur Mühle mit einem Sacke voll Weizen auf seinem Rücken dem lieben Gott.

Und Gott sprach zu ihm: „Schenke mir den Weizen!“
Da öffnete der junge Bauer seinen großen Sack mit dem Weizen, suchte das kleinste Weizenkorn heraus und reichte es dem lieben Gott.

Gott bedankte sich herzlich bei ihm, dann verwandelte er das ihm geschenkte Weizenkorn in pures Gold und gab es dem jungen Bauern zurück.
Da ärgerte sich der junge Bauer, dass er Gott nicht den ganzen Sack geschenkt hatte.“



Ihr Lieben,

mir begegnen in meinem Alltag immer wieder Menschen, die viel vom Leben erwarten. Und das ist auch gut so, denn wenn wir viel vom Leben erwarten, dann können wir auch viel erreichen, dann können wir unsere Wünsche erfüllen, unsere Bedürfnisse stillen und unsere Ziele und Träume verwirklichen.

Allerdings übersehen die meisten Menschen die entscheidende Erfolgsformel, die unverrückbar gilt, wenn wir unsere Wünsche erfüllen, unsere Bedürfnisse stillen und unsere Ziele und Träume verwirklichen wollen. 

Wer diese Erfolgsformel missachtet, der wird in seinem Leben immer wieder enttäuscht werden und wird traurig sein, weil er seine Ziele und Träume nicht verwirklichen und seine Wünsche nicht erfüllen und seine Bedürfnisse nicht stillen kann.


Diese Formel ist uralt. Schon im alten Indien kannten die klugen Frauen und Männer die Formel. Auch die alten Römer kannten sie und sie waren diejenigen, die diese Formel in drei kurzen knappen Worten zusammenfassten: 
„Do, ut des!“ = „ich gebe, damit Du gibst!“

Wenn wir Erfolg in unserem Leben haben wollen, egal in welchem Bereich unseres Lebens, wenn wir unsere Wünsche erfüllen, unsere Bedürfnisse stillen und unsere Ziele und Träume verwirklichen wollen, dann müssen wir bereit sein, dafür auch vollen Einsatz zu bringen.

Wer glaubt, dass ihm das Leben auf halbem Wege entgegenkommt und ihm die Erfüllung seiner Wünsche, die Stillung seiner Bedürfnisse und die Verwirklichung seiner Wünsche und Träume auf einem Silbertablett serviert, der irrt. Das Leben hat es gar nicht nötig, uns entgegenzukommen.

Wenn wir etwas haben wollen im Leben, dann müssen wir aufstehen, dann müssen wir aktiv werden und dann müssen wir uns das nehmen, nach dem wir uns sehnen.

Unsere heutige kleine Geschichte veranschaulicht und die Erfolgsformel des Lebens sehr eindrücklich:
Wer nur einen ganz geringen Einsatz zeigt,
wird wie der junge Bauer nur wenig ernten!

An die Stelle Gottes in unserer Geschichte können wir auch die Worte „Schicksal“ oder „Leben“ einsetzen, es kommt immer auf das Gleiche heraus:
Wir bekommen vom Leben nur so viel, wie wir bereit sind, einzusetzen!


Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch einen ruhigen entspannten Abend und morgen einen einsatzfreudigen Tag und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Montag, 16. März 2015

Dir stehen alle Wege offen!

Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine kleine Geschichte von Willi Hoffsümmer erzählen:

„Eingemauert“

„Ein ansonsten liebenswerter Mensch hatte aus Anlass seines 25-jährigen Dienstjubiläums in der Firma mit Freunden in seiner Stammkneipe ein wenig zu sehr dem Alkohol zugesprochen.

Da er sonst keinen Alkohol trank, wirkte dieser bei ihm in besonders starkem Maße.
So wankte er tief in der Nacht allein durch die Straßen nach Hause.

Schließlich stieß er auf eine Wand. „Fein“, dachte er, „sie wird mir ein Sicherheit geben und mich ein schönes Stück weiterbringen auf meinem Weg nach Hause. Ich darf nur den Kontakt zu ihr nicht verlieren.“

Und so tappte er, sich mit beiden Händen an der Wand orientierend, immer an der Wand entlang. Was er aber nicht wusste: Bei der vermeintlichen Wand handelte es sich um eine Litfaßsäule.
Der Mensch umwanderte sie zunächst vertrauensvoll. Aber je länger er weiterging, umso endloser erschien ihm der Weg. Schließlich durchzuckte ihn die schreckliche Erkenntnis, dass er beständig im Kreis ging. Da entrang sich seiner Brust ein tiefer Seufzer der Hoffnungslosigkeit: „O, Schreck, ich bin eingemauert!“

Ihr Lieben,

Wenn Menschen manchmal den Wunsch in sich verspüren, aus ihrem jetzigen Leben auszubrechen, dann hat dieser Wunsch etwas damit zu tun, dass sie sich eingesperrt wie in einem Gefängnis fühlen, dass sie wie der Mensch in unserer heutigen Geschichte glauben, eingemauert zu sein.

Das Gefühl, sich in einem Gefängnis zu befinden, dem man nicht entkommen kann, die Befürchtung, eingemauert zu sein und bis ans Lebensende immer das Gleiche tun zu müssen, ohne auch ein Zeit zu finden für die eigenen Bedürfnisse uns Wünsche, das kann uns die Luft zum Atmen nehmen, das kann tief in uns drin eine große Angst auslösen, dem Schicksal ausgeliefert zu sein, ohne etwas dagegen tun zu können.

Das Gefühl, in einem Gefängnis zu sitzen, und die Befürchtung, eingemauert zu sein, können uns das Glück unseres Lebens trüben und unsere Freude am Leben trüben.
Die Ursachen können wir nicht immer beseitigen, so wie der Mensch in unserer Geschichte die Litfaßsäule nicht beseitigen kann, sie ist da, sie ist standfest und weicht nicht.

Aber wir können uns von der Litfaßsäule in unserem Leben, die uns Angst einflößt, die uns die Luft zum Atmen nimmt und uns das Gefühl vermittelt, in einem Gefängnis zu sitzen, abwenden und erkennen, dass sich uns dann, wenn wir uns von der Litfaßsäule abwenden, sich uns alle vier Himmelsrichtungen öffnen.

Wir sollten uns also mit den Schwierigkeiten und Problemen in unserem Leben, mit dem Gefühl, eingemauert zu sein, und mit der Befürchtung, in einem Gefängnis zu sitzen, nicht allzu intensiv beschäftigen, sondern nur so weit, wie es unbedingt notwendig ist. 

Ansonsten sollten wir uns von ihnen abwenden und erkennen, dass auf allen vier Seiten der Litfaßsäule unseres Lebens ganz viel offenes, schönes Land liegt, das erobert werden möchte.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch viel Zuversicht, zu neuen Ufern aufzubrechen, viel Selbstvertrauen, Eure Chancen und Möglichkeiten zu nutzen und viel Mut, Eure eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.
Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Sonntag, 15. März 2015

Deine Vergangenheit ist wichtig für Deine Zukunft!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte des dänischen Dichters Jörgensen erzählen:

„Die Spinne“

„Eines Morgens glitt vom hohen Baum am festen Faden die Spinne herab.
Unten im Gebüsch baute sie ihr Netz, das sich im Laufe des Tages immer großartiger entwickelte und mit dem sie reiche Beute fing.

Als es Abend geworden war, lief sie ihr Netz noch einmal ab, um es hier und da auszubessern. Bei dieser Gelegenheit entdeckte sie auch wieder den Faden nach oben, an dem sie heruntergestiegen war und den sie über ihrer betriebsamen Geschäftigkeit ganz vergessen hatte.

Doch verstand sie nicht mehr, wozu er diente, hielt ihn für überflüssig und biss ihn kurzerhand ab. Sofort fiel das Netz über ihr zusammen, wickelte sich um sie wie ein nasser Lappen und erstickte sie!“

Ihr Lieben,

In den Zeiten der Kindheit, der Jugend und als junger Erwachsener war unser Leben häufig durch eine hektische Betriebsamkeit geprägt. Wir haben zu mancher Zeit unseres Lebens das Leben in vollen Zügen genossen. Zeit zum Nachdenken hatten wir in diesen Phasen nur selten.

Aber als wir dann etwas älter wurden, haben wir das eine oder andere Mal über unser Leben nachgedacht, und jetzt, wo wir noch älter geworden sind, wiederholt sich dieser Vorgang.

Wir haben uns wie die Spinne gut eingerichtet. Wir haben uns ein Nest gebaut.
Bei allem Leid, allen Schwierigkeiten, bei allen Krankheiten, die wir durchlitten und bewältigt haben, war es für uns wichtig, ein Heim zu haben, einen Ort, an den wir zurückkehren können, an dem wir geliebt, respektiert und geachtet werden.

Was hat nun die Vergangenheit in diesem 
Zusammenhang für uns für eine Bedeutung?

Die Vergangenheit zu verdrängen, praktisch wie die Spinne den Faden zur Vergangenheit einfach durchzuschneiden, ist die schlechteste Möglichkeit. 

Wenn wir das tun, dann stürzt zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt das Netz unseres Lebens über uns zusammen und erstickt uns, weil wir die Vergangenheit nicht verarbeitet, sondern nur verdrängt haben.

Es gibt einen guten Weg, mit der Vergangenheit umzugehen 
und so unsere Gegenwart mit Glück zu erfüllen:

Unsere Vergangenheit erhält viele Lasten und viel schweres Leid, die wir endlich bewusst hinter uns lassen sollten, damit wir befreit weitergehen können.

Dazu gehört z.B. dass wir anderen Menschen vergeben, die an uns schuldig geworden sind, und uns mit ihnen versöhnen. 

Dazu gehört auch, dass wir uns selbst vergeben, wenn wir in der Vergangenheit Fehler begangen haben.

Unsere Vergangenheit enthält aber auch viele wertvolle Dinge:
Da sind die Werte, die uns viel bedeuten.
Da ist der Schatz der Erinnerungen, von dem wir zehren dürfen.
Da ist der Glaube unserer Kindheit und Jugend, der uns auch durch das Alter tragen wird.
Da sind unsere Kinder und Enkelkinder, den wundervollen Produkten aus unserer Vergangenheit, an denen wir uns erfreuen dürfen.
www.dksb.de
Deshalb gilt:

Wenn Du die Vergangenheit nicht beachtest, Dich nicht von den Lasten Deiner Vergangenheit trennst und Dir und den Menschen, die an Dir schuldig geworden sind, vergibst, dann wirst Du schwer beladen in die Zukunft gehen und die Vergangenheit wird Deine Zukunft belasten.

Wenn Du Dich aber von den Lasten Deiner Vergangenheit trennst, Dich mit Dir selbst und denen, die Unrecht an Dir getan haben, versöhnst und den Schatz der guten Erinnerungen, der Werte und des Glaubens nutzt, dann wirst Du froh, unbeschwert und erleichtert in die Zukunft gehen!
Quelle: Raymonde Graber
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen nachdenklichen und behutsamen Umgang mit Eurer Vergangenheit und dass Ihr die Bedeutung Eurer Vergangenheit für Eure Zukunft erkennt. Ich schicke Euch liebe Grüße aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 13. März 2015

Lass Dir nicht alles gefallen!

Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Stephan Palos erzählen:

„Der hilflose Knabe“

„Die alte, erfahrene und weise Frau sprach über die Unart, erlittenes Unrecht stillschweigend in sich hineinzufressen, und erzählte dazu die folgende Geschichte:

Einen am Straßenrand sitzenden und vor sich hinweinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem Grund seines großen Kummers: „Ich hatte zwei Groschen für das Kino zusammen“, sagte der Knabe, „da kam ein Junge und riss mir einen aus der Hand“, und er zeigte auf einen Jungen, der in einiger Entfernung zu sehen war.

„Hast Du denn nicht um Hilfe geschrien?“, fragte der Mann.
„Doch“, sagte der Junge und schluchzte ein wenig stärker.
„Hat Dich denn niemand gehört?“, fragte ihn der Mann weiter, ihn liebevoll streichelnd.
„Nein“, schluchzte der Junge noch stärker.
„Kannst Du denn nicht lauter schreien?“, fragte der Mann.


„Nein“, sagte der Junge und blickte den Mann mit neuer Hoffnung an.
Denn der Mann lächelte. Dann gib auch den her, den Du noch hast“, sagte er, nahm ihm den letzten Groschen aus der Hand und ging unbekümmert weiter.“
Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

sehr häufig spreche ich mir Menschen, die unter anderen Menschen leiden, die, wie man das heute nennt, gemobbt werden. Das ist ein ganz schlimmer Zustand, der auf die Gesundheit der betroffenen Menschen negative Auswirkungen hat.

Aber müssen wir uns wirklich alles von anderen Menschen gefallen lassen? 
Ist nicht nicht geboten, eine Grenze zu ziehen und sich zu wehren, wenn diese Grenze überschritten wird?

Wenn Menschen uns beleidigen, uns verletzen und demütigen, dann sollten wir zunächst überlegen, ob wir dazu in der Lage sind, unsere Situation zu ändern.

Wenn zum Beispiel bei der Arbeit mein Chef unfreundlich zu mir ist, dann kann ich daran nicht unbedingt etwas ändern, außer dadurch, dass ich zu meinem Chef besonders freundlich bin.

Wenn aber bei der Arbeit ein Arbeitskollege ständig mein Werkzeug benutzt, sodass ich es hinterher suchen muss, dann kann ich dagegen etwas tun. Ich kann ihm z.B. sagen: „Du kannst gerne mein Werkzeug benutzen, aber bitte frage ich vorher!

Franz von Assisi hat dies wunderbar in einem Gebet formuliert:
„Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.“
Wenn uns jemand respektlos behandelt, wenn uns jemand beleidigt oder demütigt, wenn einer uns unberechtigte Vorwürfe mach, dann müssen wir uns das nicht gefallen lassen, dann ist die Grenze erreicht, dann sollten wir in ruhigen liebevollen Worten dazu Stellung nehmen und mitteilen, dass wir uns das nicht gefallen lassen.

Wann aber ist die Grenze erreicht, wann sollen wir das Stoppschild aufrichten?

Die Grenze ist dann erreicht, wenn durch Beleidigungen, Demütigungen, unberechtigte Vorwürfe unsere Würde, unsere Selbstachtung und unser Selbstbewusstsein beschädigt werden.

Wer sich dann nicht wehrt, erleidet einen ganz großen Verlust.
In der Bibel las ich als junger Mensch einmal folgenden Satz in Matthäus 13,12:
„Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nichts hat, von dem wird auch das genommen, was er hat.“

Den zweiten Teil des Satzes habe ich gar nicht verstanden.
Wie kann man einem Menschen, der nichts hat, auch noch das nehmen, was er hat?
Das war für mich ein Widerspruch in sich selbst.

Bezogen auf unser heutiges Thema und die heutige Geschichte sehe ich aber, wie wahr dieses Wort ist: Wenn wir respektlos behandelt werden, wenn wir beleidigt und gedemütigt werden, wenn uns unberechtigte Vorwürfe gemacht werden, müssen wir uns wehren, wenn wir das nicht tun, das verlieren wir auch das noch, was wir haben: Unsere Würde, unsere Selbstachtung und unser Selbstbewusstsein.

Andererseits stärken wir unsere Würde, unsere Selbstachtung und unser Selbstbewusstsein, wenn wir eine klare Grenze ziehen und allen Grenzübertretern entgegentreten und uns auf diese Weise schützen.

Wir dürfen uns nicht wie der Junge in unserer heutigen Geschichte immer auf die Hilfe anderer Menschen verlassen. „Sich auf andere Menschen zu verlassen“ – das beurteilt unsere Sprache ganz kritisch. 

Es ist sicher kein Zufall, dass das gleiche Wort „verlassen“ zwei ganz unterschiedliche Bedeutungen hat: 
Zum einen bedeutet es, dass ich jemandem vertrauen kann, dass ich mich also auf ihn „verlassen“ kann. Andererseits kann es auch sein, wenn wir , wenn wir zu sehr die Hilfe von anderen Menschen erwarten, dann einsam und „verlassen“ sind.

Wir sollten also nicht alle Hilfe von anderen Menschen erhoffen.
Der Mensch, von dem wir am meisten Hilfe erwarten dürfen, sind wir selbst.
Auf uns selbst können wir uns am meisten verlassen.
Quelle: Romana Huber
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen verlässlichen Start ins Wochenende und wünsche Euch recht viel innere Freude, manches Glückgefühl und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Auf der Bank möchte ich einmal sitzen!
Quelle: Helmut Mühlbacher

Donnerstag, 12. März 2015

Entscheide Dich - und dann mach, was DU willst uns für richtig hältst!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Ursula Wölfel erzählen:

„Die Geschichte vom grünen Fahrrad“

„Einmal wollte ein Mädchen sein Fahrrad neu anstreichen.
Es hatte grüne Farbe dazu genommen. Grün hat dem Mädchen gut gefallen.
Aber der große Bruder hat gesagt: „So ein grasgrünes Fahrrad habe ich noch nie gesehen. Du musst es rot anstreichen, dann wird es schön.“
Rot hat dem Mädchen auch gut gefallen.

Also hat es rote Farbe geholt und das Fahrrad rot gestrichen.
Aber ein anderes Mädchen hat gesagt: „Rote Fahrräder haben doch alle!
Warum streichst Du es nicht lila an?“

Das Mädchen hat sich das überlegt und dann hat es sein Fahrrad lila gestrichen.
Aber der Nachbarsjunge hat gesagt: „Lila? Das ist doch keine schöne Farbe.
Gelb ist viel lustiger!“

Und das Mädchen hat auch gleich gelb viel lustiger gefunden und gelbe Farbe geholt.
Aber eine Frau aus dem Haus hat gesagt: „Das ist ein scheußliches Gelb.“ Nimm hellblaue Farbe, das finde ich schön!“

Und das Mädchen hat sein Fahrrad hellblau gestrichen.
Aber da ist der große Bruder wieder gekommen.
Er hat gerufen: „Du wolltest es doch rot anstreichen! Hellblau ist eine blöde Farbe.
Rot musst Du nehmen, Rot!“

Da hat das Mädchen laut gelacht und wieder den grünen Farbtopf geholt und das Fahrrad grün gestrichen, grasgrün. Und es war ihm egal, was die Anderen gesagt haben.“
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

als ich in den 1970er Jahren Student und später Dozent an der Universität in Göttingen war, gab es damals ein Studentenheim in Göttingen, das völlig anders war als alle anderen Studentenheime in Göttingen.

Die Studenten, die dort wohnten, aßen alle nur vegetarische Kost, sie ernährten sich deshalb, wie sie das nannten, vor allem von „Grünzeug“, Salaten, Gemüse und Obst.
Aber sie aßen nicht nur „Grünzeug“, nein, die Bettwäsche in ihren Zimmern, die Tischdecken, die Handtücher, alles hatte die Farbe Grün, wenn auch in verschiedenen Tönungen.

Außerdem zogen sie nur grüne Hemden, grüne Hosen, grüne Mützen, grüne Socken, grüne Krawatten und grüne Schuhe an und sogar ihre Fahrräder strichen sie grün an.
 
Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, nannten sie sich „Die Grashüpfer“.
Ich hatte die Freude, einige dieser „Grashüpfer“ kennenzulernen.
Das waren keineswegs verrückte Studenten, sondern junge Menschen mit einer klaren Ausrichtung, die sich einen „Dreck“ darum scherten, dass halb Göttingen über sie lachte, dass viele Menschen sie für schrullig hielten, dass sie von vielen Menschen wegen ihrer Einstellung kritisiert wurden.

Diesen jungen Menschen war wichtig, ihren eigenen Weg zu finden, das zu tun, was die nach reiflicher Überlegung als richtig erkannt hatten, und dann tapfer Schritt für Schritt auf ihrem Weg voranzuschreiten.
Das möchte und heute auch unsere kleine Geschichte mitteilen:
Egal wie wir uns in dieser oder jener Angelegenheit entscheiden, es wird immer Menschen geben, die eine andere Meinung als wir haben, was unsere Entscheidung betrifft.
 
Man kann es im wahrsten Sinne des Wortes nicht allen Menschen recht machen!
Und weil das so ist, deshalb soll man es auch gar nicht erst versuchen!

Quelle: Jürgen Tesch
Ihr Lieben, 
Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr Euer stolzes Lebensschiff sicher und mit starker Hand lenkt. 

Ihr Lieben,
denkt immer daran, es ist Euer Leben, nicht das Leben der Anderen.
Deshalb solltet Ihr ganz allein das Ziel und die Fahrtrichtung Eures Lebensschiffes bestimmen. 
Ich wünsche Euch morgen einen richtungweisenden Freitag und grüße Euch alle herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 10. März 2015

Der Glaube des Maiglöckchens



"Nicht der ist ein großer Mann, der Kriege anzettelt, sondern derjenige, der seinen Kindern hilft, ihren eigenen Weg zu gehen und die eigenen Fähigkeiten und Talente zur Blüte zu bringen."
Alexander Rykow




Ihr Lieben,


heute möchte ich Euch eine Geschichte von A.W. von Czege erzählen:

"Maiglöckchens Traum"

"Das Maiglöckchen wohnte unter dem schönen Ahorn, der am Rande der Engelslichtung stand. Es war recht gut mit ihm befreundet. An heißen Sommertagen bedeckten die Äste des Ahorns es mit weichem Schatten und wenn der Winter tobte, lag seine schlafende Knolle warm und geschützt zwischen den mächtigen Wurzeln des Baumes. 

Aber im Mai, als der Frühling seine ganze Pracht über den Wald ergoss, entfaltete Maiglöckchen seine winzigen, weißen Schellen und jeden Morgen bei Sonnenaufgang und jeden Abend, wenn die langgezogenen Schatten auf der Engelslichtung sich entfärbten, läutete es mit leisem Seidenton und der Ahorn horchte auf und freute sich, dass er nicht allein stand. 

Doch eines Nachts kam über das kleine Maiglöckchen ein böser Traum. Es war eine schwüle, verzauberte Sommernacht. Gespenstisch öffneten die Sterne ihre Augen. Es war ganz windstill. Nicht einmal ein Lüftchen wehte, und doch zitterte das Laub, wie vom Fieber geschüttelt, kein Tropfen Tau fiel vom Himmel. Unter den durstigen, schwitzenden Bäumen huschten böse Schattenkobolde herum. Es war eine ganz schlimme Sommernacht. Geheimnisvolle Geräusche waren zu hören. Unverständliche Seufzer kamen aus dem Walde. Die Nacht hatte wirklich etwas Unheimliches. 

Das Maiglöckchen träumte vom Sturm. Ein entsetzliches Gewitter zog durch seinen Traum. Es krachte und donnerte überall, und Bäume fielen auf Bäume. Wütende Windgeister klammerten ihre riesigen Krallen um den Ahorn und warfen ihn zu Boden. Der Ahorn schrie, ein Schauder durchlief das Maiglöckchen bis zu den Wurzeln hinab und es erwachte. 
Stille herrschte ringsherum. Eine unheimliche, schwüle Stille. Gegen Osten dämmerte es schon gelblich. Es war kein Tropfen Tau an diesem Morgen gefallen. Die Luft war wie ausgetrocknet. Langsam hob die Sonne ihr rotes Gesicht. Der Wald atmete tief und verschlafen. Matt öffneten die Bäume ihre Augen.

"Was hast du denn?" Der Ahorn sah zum Maiglöckchen hinunter. "Du siehst heute so blass aus? Und läutest gar nicht, wenn die Sonne kommt?"  "Oh, verzeih", antwortete Maiglöckchen etwas verworren, "ich habe ziemlich schlecht geschlafen. Es war alles so trocken."

"Ja", sagte der Ahorn, "es war allerdings eine unangenehme Nacht. Es ist etwas in der Luft, was mir nicht gefällt. Es kommt was. Hast du nichts Böses geträumt? Ich habe so ein schlimmes Gefühl. Ich weiß nicht was es bedeutet, aber mir ist so seltsam zumute. Es kommt etwas Schlimmes..." 

Das Maiglöckchen schauderte wieder zusammen.
"Aber nein", sagte es gezwungen, doch die kleinen Schellen fröstelten fiebrig, "was sollte denn kommen? Es hat nicht getaut, das ist das ganze. Schön Guten Morgen!"
"Guten Morgen!" lachte der Ahorn erleichtert auf, "wahrhaftig, ich habe Dich noch nicht einmal begrüßt!" 

Der Vormittag ging vorüber wie immer. Der Brummer surrte vorbei, dann kamen die Waldbienen und holten ihren Honig ab. Der kleine, weißblaue Schmetterling, der oben auf dem Ahorn wohnte, kam herunter, tanzte ein wenig im Sonnenschein und flog dann auf die Wiese hinaus. 
Quelle: Romana Huber

Aber es lag doch etwas in der Luft. Etwas Düsteres. Etwas Unheimliches. Es war alles so trocken und heiß. Nicht einmal ein Lüftchen war zu spüren. Etwas lag doch in der Luft, aber niemand sprach davon.

Gegen Mittag kam plötzlich etwas von Westen her. Ein Geräusch. So leise, dass man es kaum wahrnehmen konnte. Und doch horchten alle Bäume auf. Ja, man konnte es nicht verwechseln: es war das Geräusch des Gewitters. Die Tannen oben sahen es schon und murmelten versöhnende Waldgebete, die vor Unheil schützen. Erblassend sahen sich die Bäume an und schwiegen. 

Bleischwarze Wolken drängten sich aus dem Westen vor. Es war nichts zu machen. Ein jeder wusste, was zu wissen war. Die Köpfe neigten sich. Der Wald wartete auf sein Schicksal.

Der erste Wind kam angepfiffen. Sausend jagten seine Brüder hinterher, mit knallenden Feuergeißeln trieben sie die donnernde Wolkenherde vor sich her. 
Die Bäume stöhnten auf. Stämme krachten, Wurzeln bebten, unsichtbare Gespenster durchfurchten den Wald mit eisernen Krallen. Äste brachen schreiend ab Wurzeln zerrissen. Es war die Stunde des Grauens, des Entsetzens, des Todes. 

Das Maiglöckchen lag blass an die Erde gedrückt. Es zitterte vor Angst und betete leise. Der Regen peitschte seine Blätter* aber es spürte nichts davon. Es betete für seinen Freund, den Ahorn.

Der Ahorn kämpfte mutig. Wieder und wieder richtete er sich auf, sein Stamm sträubte sich gegen den unsichtbaren Feind. Wie zerfetzte Fahnen brausten seine Blätter im Winde. Es war ein Wunder zu sehen, wie der Ahorn dort auf der Lichtung kämpfte. 

Doch neue und immer neue Windstöße kamen. Die Sehnen platzten unter den Rinden. ein fürchterlicher Krach durchbrach plötzlich das Heulen des Gewitters und der schöne Ahorn brach zusammen.

Das Maiglöckchen schrie vor Entsetzen auf: "Ich halte dich! Ich halte dich!" Aber er lag schon am Boden.
"Warum bin ich nicht stärker", weinte das kleine Maiglöckchen, "oh, warum bin ich nicht stärker, dass ich Dir helfen könnte!"
"Weine nicht", stöhnte der arme Ahorn und lächelte doch leise, "es ist alles nicht so schlimm, wie man denkt." 

Das Gewitter ging tobend vorüber. Der Wald sah aus wie ein Trümmerfeld. Und auf der Engelslichtung lag schweigend der Ahorn und erwartete den Tod.
Traurig stand das kleine Maiglöckchen neben ihm. Aus seinen Blüten tröpfelten silberne Tränen hervor. Und es wurde Abend. 
Als die Farben im Grau der Dämmerung verschwanden, klingelte es leise und fragte:
"Hörst du mich noch, lieber Ahorn? Hörst Du mich noch läuten?" 
"Ich höre Dich noch", flüsterte der Ahorn. "Gute Nacht, kleines Maiglöckchen, schlafe gut. Gott behüte Dich."
"Gute Nacht, lieber Ahorn. Schlafe gut. Schlafe gut."
"Weine nicht", bat der Ahorn, "weine nicht..." 

"Ich weine nicht", sagte das Maiglöckchen. Und dann schwiegen alle beide.
Langsam ging die Nacht vorüber. Langsam wanderte der Mond über den Himmel. Die kranken Bäume stöhnten. Das Maiglöckchen konnte nicht einschlafen. Es musste immer an den Ahorn denken und weinte die ganze Nacht durch. 

Als die Sonne über dem Berge aufstieg, läutete es. Schön und leise läuteten seine kleinen, weißen Blüten, so leise und so traurig, dass alle, die es hörten, zu weinen begannen. "Hörst du mich noch, lieber Ahorn, hörst du noch mein Läuten?"
Und der Ahorn wachte aus seiner Ohnmacht noch einmal auf und flüsterte ihm leise zu: "Ich höre Dich noch, kleines Maiglöckchen... Guten Morgen..., sei aber nicht so traurig...!" "Ich bin gar nicht traurig", und es schüttelte schnell seine Tränen ab, "ich habe so etwas Schönes geträumt!" 

"Erzähl es doch", flüsterte der Ahorn, "ich höre noch..."
"Ja, ich habe etwas Wunderbares geträumt", erwiderte das Maiglöckchen, "und was ich träume, das geschieht auch immer! Ich habe geträumt, dass Du wieder gewachsen bist!" 

"Wirklich?" wunderte sich der Ahorn.
"Ja, ja! Neu bist du gewachsen, und eben so hoch und schön, wie früher!
"
Glaube daran! Glaube fest daran!"

Der Ahorn flüsterte noch etwas, aber es war schon nicht mehr zu verstehen.
"Tot ist er", sagte der Brummer, der eben vorüberflog.
"Tot ist er", sagten die Waldbienen, die ihren Honig abholten. 
"Er wird wieder wachsen", sagte das Maiglöckchen entschlossen, "er muss wieder wachsen!"

Und es kümmerte sich nicht um den Brummer und nicht um die Bienen. Nicht um die Schmetterlinge und nicht um den Wald und nicht um die ganze Welt. Es dachte an nichts anderes, nur dass der Ahorn wieder wachsen würde. 

Jeden Abend und jeden Morgen läutete es und begrüßte leise seinen Freund. Der antwortete nicht mehr. Stumm lag er da, und seine Blätter verwelkten langsam.
"Er lebt nicht mehr", sägten auch die Bäume ringsherum. 

Aber das kleine Maiglöckchen hörte gar nicht zu. Es betete und läutete vor dem stummen Rumpf und flüsterte ihm Tag und Nacht das Gleiche zu: "Du musst wieder wachsen! Du musst wieder wachsen!"

Und eines Morgens geschah das Wunder. Aus dem kahlen Strunke hob sich ein kleiner Sprössling empor, sein grüner Kopf lächelte fröhlich in der Morgensonne und er sagte:

"Guten Morgen, Maiglöckchen! Dein Traum hat mich wirklich nicht verlassen!"' 
Das kleine Maiglöckchen sah lachend seinen auferstehenden Freund an und läutete, läutete feierlich."


Ihr Lieben,

Immer wenn ich Eltern mit ihren Kindern oder Großeltern mit ihren Eltern treffe, dann wünsche ich mir, dass diese auch so einen festen Glauben an die Fähigkeiten ihrer Kinder und Enkelkinder haben wie dieses Maiglöckchen.

Das eigene Kind zu ermutigen, seinen eigenen Weg zu gehen, zu ihm zu halten, auch wenn alle Anderen dem Kind nichts zutrauen, ihm zu vertrauen und ihm zu helfen, die eigenen Fähigkeiten und Talente zur vollen Blüte zu bringen, das ist das Beste, das wir neben tiefer Liebe unseren Kindern und Enkelkindern schenken können.

Und dann kann es geschehen wie bei mir, dass aus einem sterbenden Ahorn ("Forneberg, aus Dir wird nie etwas!") durch die Liebe anderer Menschen ein Sprössling der Freude, der Zuversicht und Hoffnung erwächst.
Mein Lieblingsfoto von Helmut Mühlbacher
Bitte auf den Regenbogen als Zeichen der Hoffnung im Hintergrund achten!
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch morgen einen Tag der Ermutigung und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner