Montag, 3. Januar 2011

Verzeihen ist die größte Heilung

"Hat man ein Unrecht verziehen, muß man es auch aus dem Gedächtnis löschen.“
Christine von Schweden

 

Ihr Lieben,
ih möchte Euch heute Morgen eine Geschichte von Vera Birkenbihl erzählen:

"Verzeihen ist die größte Heilung"

"Wenn ein Stammesmitglied der Babemba aus Südafrika ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat, wird er in die Dorfmitte gebracht, aber nicht daran gehindert wegzulaufen.

Alle im Dorf hören auf zu arbeiten und versammeln sich um den "Angeklagten".
Dann erinnert jedes Stammesmitglied, ganz gleich welchen Alters, die Person in der Mitte daran, was sie in ihrem Leben Gutes getan hat.

Alles, an das man sich in Bezug auf diesen Menschen erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt.
Alle seine positiven Eigenschaften, seine guten Taten, seine Stärken und seine Güte werden dem "Angeklagten" in Erinnerung gerufen.

Alle, die den Kreis um ihn herum bilden, schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über diese Person werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt.

Es ist niemandem erlaubt, das Geschehene zu übertreiben, und alle wissen, dass sie nichts erfinden dürfen. Niemand ist bei dem, was er sagt, unehrlich und sarkastisch.
Die Zeremonie wird so lange fortgeführt, bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diese Person als Mitglied der Gemeinde schätzt und respektiert.
Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern.
Am Ende wird der Kreis geöffnet, und nachdem der Betreffende wieder in den Stamm aufgenommen worden ist, findet eine fröhliche Feier statt.

Wenn wir durch die Augen der Liebe sehen, wie es in der Zeremonie so schön sichtbar wird, entdecken wir nur Vergebung und den Wunsch nach Integration.
Alle Mitglieder des Kreises und die Person, die in der Mitte steht, werden daran erinnert, dass durch Verzeihen die Möglichkeit gegeben wird, die Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft loszulassen.
Der Mensch in der Mitte wird nicht länger als schlecht bewertet oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Stattdessen wird er daran erinnert, wie viel Liebe in ihm steckt und dann wieder in die Gemeinschaft integriert!"


Ihr Lieben,
mich hat dieser Text sehr berührt. Wir Menschen glauben ja immer, dass wir, wenn andere Menschen falsch handeln, diese kritisieren und zurechtweisen müssten.
Ein sehr guter Professor, den ich während meines Studiums in einem Auslandssemester in den USA hören durfte, Prof. Tobias Brocher, sagte einmal zu uns Studenten:
"DURCH KRITIK IST NOCH NIE EIN MENSCH WIRKLICH GEÄNDERT WORDEN."

Was wir aufgrund einer Kritik als Änderung wahrnehmen würden, wäre in Wahrheit nichts anderes, als dass der jeweilige Mensch aus Angst vor Kosequenzen sich anpasst, eine Veränderung im Herzen fände aber nicht statt. Die sei nur dann möglich, wenn wir demjenigen Menschen mit Liebe, Vertrauen und Verzeihen begegnen würden.

Ich habe bei meinen Kindern und vielen Menschen immer wieder entdecken dürfen, dass ich viel mehr erreicht habe, wenn ich diesen Menschen mit Liebe begegnet bin, wenn ich das Positive in ihnen angesprochen habe, wenn ich das gelobt habe, was sie bisher Gutes geleistet haben. Dann waren sie viel eher bereit, sich zu verändern.
Lasst uns in diesem Neuen Jahr der Liebe und der Vergebung mehr zutrauen als den Vorwürfen und der Kritik.
Ich wünsche Euch nun einen guten Start in die neue Woche und ich grüße Euch ganz herzlich mit einem fröhlichen Lachen,

Euer Werner vom Weserstrand


                                                                            

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