3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Samstag, 5. Februar 2011

Das Geschenk

"Glücklich wird man nicht, indem man das Glück für sich allein beansprucht, 
sondern indem man es mit anderen Menschen teilt."
Alexander Rykow 


Ihr Lieben, 

heute möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

"Das Geschenk"
 
"Ein alter Mann saß in einem Bus. In seinem Arm hielt er einen wundervollen Blumenstrauß.
Ein junges Mädchen konnte ihren Blick nicht von der Blumenpracht lassen. Immer wieder schaute sie zu den bunten Blüten und lächelte scheu.
Kurz vor der nächsten Haltestelle stand der Mann auf und ging zu dem Mädchen. Er reichte ihr den Strauß und sagte: "Ich habe gesehen, dass du diese Blumen liebst. Sie sind eigentlich für meine Frau. Aber ich denke, meine Frau würde gerne, dass du sie bekommst. Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr, dass ich dir die Blumen geschenkt habe."
Das Mädchen nahm den Strauß mit einem nun strahlenden Lächeln.
Als der alte Mann ausstieg, sah sie ihm noch nach. Und er verschwand durch ein Tor, welches zu einem kleinen Friedhof gehörte."


Ihr Lieben,

bereits im letzten Sommer habe ich Euch diese Geschichte erzählt. Ich möchte sie heute noch einmal wiederholen, weil diese Geschichte auf so feine Weise zeigt, wie wir andere Menschen glücklich machen können.
Es war an einem der schönen Spätsommertage des letzten Jahres und ich hatte zuhause bereits eine große Seitenzahl einer Diplomarbeit eines Studenten korrigiert in meiner Tätigkeit als Lektor.
Jedenfalls war ich schon ein wenig müde.

Am frühen Nachmittag radelte ich dann zu unserem Friedhof, um dort unser Familiengrab und die ehemalige Grabstelle meines Jugendfreundes wieder mit neuen, leuchtenden und schön blühenden Blumen zu bepflanzen.

Es war wohl meine Müdigkeit, die mir in der Friedhofsgärtnerei, in der ich immer einkaufe, einen großen Streich spielte. Denn irgendwie habe ich mich verrechnet und ich kaufte genau die doppelte Menge an Pflanzen ein, die ich tatsächlich benötigte.

Erst als ich bereits auf dem Weg zu den Gräbern war, wurde mir mein Irrtum klar und ich wollte gerade umkehren, um die Hälfte der Blumen zurückzugeben, als mir eine alte Dame auffiel, die an einem Grab stand und bitterlich weinte.
Ich fragte sie voll Mitgefühl, ob sie kürzlich einen Angehörigen verloren habe und sie verneinte.
Sie erzählte mir dann, dass sie zurzeit in einer geldlichen Notlage sei und sich daher nicht einmal die Bepflanzung für das Grab leisten könne.

"Das trifft sich gut", entgegnete ich ihr, "ich habe aus Versehen zu viele Blumen für unser Familiengrab gekauft und Sie würden mir eine ganz große Freude machen, wenn ich Ihnen die Hälfte meiner Blumen für Ihr Grab geben dürfte, denn sonst müsste ich sie ja nachher wegwerfen (das stimmte zwar nicht, aber diese kleine Notlüge, denke ich, war erlaubt, denn ich wollte der alten Dame ihre Würde lassen).

Es war, als wenn in dem Gesicht der alten Dame die Sonne wie an einem strahlenden Morgen aufging, sie strahlte über das ganze Gesicht, sie umarmte mich und wir beide verbrachten den Rest des Nachmittags damit, dass wir zunächst ihr Grab bepflanzten, dann "wanderten" wir weiter zu unserem Familiengrab und der ehemaligen Grabstelle meines Jugendfreundes und pflanzten auch dort die wunderschönen Blumen.

Wir verbrachten einen fröhlichen Nachmittag miteinander und als wir auseinandergingen, waren wir beide unendlich glücklich und das alles nur, weil ich einen Rechenfehler gemacht hatte!

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch auch solche Rechenfehler und dass Ihr alle das Geheimnis entdeckt, wie wundervoll es ist, das Glück zu teilen!!!
Ich wünsche Euch ein ganz fröhliches Wochenende und grüße Euch ganz herzlich aus Bremen,
Euer fröhlicher Werner

                                                                        

1 Kommentar:

  1. Mich wundert, dass hier so wenige Kommentare stehen...
    Diese Geschichte, vor allem, die persönliche finde ich super.
    Vielleicht erinnere ich mich in manchen Situationen, wo es nicht so läuft, wie ich möchte, an diese Geschichte und mir fällt irgend etwas oder irgendjemand auf, mit dem ich teilen kann oder so.

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Ich freue mich über jeden Kommentar zu meinen Geschichten auf diesem Blog, Euer Werner Forneberg