Dienstag, 31. März 2026

Geschichte: Ich wünsche Dir AUSREICHEND!



Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Gabriele Ramos erzählen:

„Ich wünsche Dir AUSREICHEND!“

„Ein Vater und seine Tochter umarmten sich innig und herzlich am Flughafen.
Beide wussten nicht, ob sie sich noch einmal wiedersehen würden und, wenn doch, wann das sein würde.

Er, der Vater, war schon sehr alt und eine schwere Krankheit plagte ihn.
Sie, die Tochter, war vor vielen Jahren mit ihrem Mann nach Australien ausgewandert, sie wohnte also weit, weit weg und konnte daher nicht so oft zu Besuch kommen.


Schließlich wurde es Zeit für die Tochter, in das Flugzeug einzusteigen.
„Ich liebe Dich, Ich wünsche Dir AUSREICHEND!“, sagte der Vater zu seiner Tochter.
„Ich liebe Dich auch, Papa. Ich wünsche Dir auch AUSREICHEND!“
Kein Scherz, diese Airline gibt es wirklich. Wikipedia.org
 Ein Passagier, der in der Nähe stand, konnte sich nicht zurückhalten, nach dem Abschied den Vater zu fragen, was das zu bedeuten hätte, wenn sie einander „AUSREICHEND“ wünschten.

„Das ist ein Wunsch, der in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde“, antwortete der Mann.
Quelle: Helmut Mühlbacher
„Es bedeutet:
Ich wünsche Dir AUSREICHEND Sonne,
damit Dein Leben hell sein möge.

Ich wünsche Dir AUSREICHEND Regen,
damit Du die Sonne schätzen kannst.

Ich wünsche Dir AUSREICHEND Glück,
damit Du Deine Liebe wahren mögest.

Ich wünsche Dir AUSREICHEND viel Sorge,
damit selbst kleine Freuden Dir groß vorkommen mögen.

Ich wünsche Dir AUSREICHEND viel Gewinn,
damit Du alles bekommen mögest, was Du brauchst.

Ich wünsche Dir AUSREICHEND viel Verlust,
damit Du alles, was Du hast, schätzen kannst.

Ich wünsche Dir, dass Du AUSREICHEND oft willkommen geheißen wirst, damit Du Dich geborgen und geliebt fühlst.“
Wichtig ist: Immer AUSREICHEND!
Quelle: Astrid Müller

Ihr Lieben,

Ich möchte Euch allen zum Osterwochenende auch ganz viel „AUSREICHEND“ schenken.
 
Dass sich jetzt so viele Menschen nach dem Frühling sehnen, hat damit zu tun, dass dieser Winter besonders trübe war, die Sonne hat sich besonders rar gemacht.  Deshalb sehnen wir jetzt die Sonne herbei, Wir wünschen Sonne AUSREICHEND.

Wir Menschen haben ein gutes Gespür dafür, was uns gut tut.
So sehr, wie wir jetzt die Sonne herbeisehnen, weil sie uns fehlt, so sehr „verwünschen“ wir sie in einem heißen Sommer, wenn sie Tag für Tag unbarmherzig auf uns hernieder brennt.
 
Unserer innerer Kompass weiß ziemlich gut,
was uns gut tut und was nicht, was AUSREICHEND ist.

Das Wort „AUSREICHEND“ kann uns ein guter Kompass für unser Leben sein.
 
Eine gute Ehe zeigt sich darin, dass man AUSREICHEND füreinander da ist.

Wer seinem Ehepartner/ seiner Ehepartnerin keinerlei Freiheit lässt, also zu viel will, wird seine Ehe zerstören.

Wer sich nicht um seinen Ehepartner/ seine Ehepartnerin kümmert, also zu wenig will, wird ebenfalls seine Ehe zerstören.

Der ganze Zauber liegt in dem Wort „AUSREICHEND“.
 
Dasselbe gilt für die Erziehung unserer Kinder und Enkelkinder.
Auch hier ist die goldene Mitte, das „AUSREICHEND“, zu finden zwischen „sich gar nicht drum kümmern“ und „dem sich an die Kinder klammern“.
Quelle: Astrid Müller

Das unscheinbare Wort „AUSREICHEND“ kann uns aber auch Kompass sein in allen anderen Dingen: Das gilt für den Sport, die Arbeit, das Essen, den Alkohol, das Fernsehen und und und…

Ich wünsche Euch zum Osterw
ochenende, dass Ihr den Weg hin zu einem befriedigenden „AUSREICHEND“ findet, dass Ihr zu ausreichend  AUSREICHEND Zufriedenheit und Dankbarkeit gelangt, dass Ihr AUSREICHEND Hoffnung und Zuversicht habt, dass Euch AUSREICHEND Liebe und Zuwendung zuteil wird, dass Ihr AUSREICHEND Zeit findet, Euch zu freuen, das Leben zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.

Ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer AUSREICHEND fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Sonntag, 29. März 2026

Geschichte. Der Schatten

 

Manchmal ist es Zeit, auszuruhen!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine kleine Geschichte von Peter Graf v. Eysselsberg erzählen:

„Der Schatten“

„Es lebte einmal ein Mann, der ärgerte sich sehr über seinen eigenen Schatten, weil der ihn auf Schritt und Tritt verfolgte. 
www.kunstnet.de
Eines Tages beschloss er, ihm einfach davonzulaufen.
Aber jedes Mal,  wenn sich der Mann umblickte und wohin er auch lief, der Schatten war ebenfalls da und folgte ihm mühelos.

Da begegnete ihm eine weise Frau, die rief ihm zu:
„Halt ein! Warum rennst Du denn so?“
 
„Keine Zeit, keine Zeit!“, entgegnete ihr der Mann.
„Siehst Du nicht den Schatten, der mich verfolgt?“,
keuchte der Mann und hastete weiter.
Er rannte immer schneller und schneller, ohne eine einzige Pause. Schließlich sank er tot zu Boden.

Die weise Frau, die ihm langsam gefolgt war, trat zu ihm und dachte bei sich:
„Hättest Du Dich nur einmal zur Rast in den Schatten eines Baumes gesetzt, so wärst Du Deinen Schatten losgeworden.“
Quelle: Werner Forneberg

Ihr Lieben,

Wir alle, ob jung, ob alt, kennen die wundervolle Geschichte von Momo.
Momo zeigt uns, wie wertvoll Zeit ist, wenn wir sie dazu nutzen, um sie zu genießen und anderen Menschen zuzuhören. Durch Momo können wir lernen, wir wertvoll es ist, auch einmal im Stress des Alltags innezuhalten und auszuruhen.
Momodenkmal in Hannover
www.wikipedia.org
 
Sich auszuruhen, zu sich zu finden, die Seele baumeln lassen, das ist keine verlorene Zeit, das ist wunderbar genossene Zeit, das ist Zeit, in der wir zu uns selbst finden, in der wir glücklich, zufrieden und dankbar sein können, in der wir neue Kräfte sammeln können.

Ich habe Euch ja schon viel aus meiner Kindheit und Jugend erzählt und wie sehr ich unser der einen Schulklasse und etlichen Lehrern leiden musste. Aber ich erinnere mich mit Freuden an eine Begebenheit auf einer kleineren zweitägigen Klassenfahrt, als unser Klassenlehrer, der gleichzeitig unser Sportlehrer war, unbedingt eine größere Strecke mit der Klasse erwandern wollte.

Da er mich für zu schwächlich hielt, wurde ich beauftragt, an einem kleinen Waldstückchen auf die Rucksäcke und die Verpflegung der Klasse aufzupassen, damit der Lehrer und die Klasse „unbelastet“ ihre Wanderung durchführen konnten.
Quelle: Astrid Müller

Was eigentlich als eine Bestrafung meiner Person gedacht war, erwies sich an dem Tag für mich als ein großer Glücksfall. Fast sechs Stunden konnte ich mich bei herrlichem Sommerwetter im Schatten eines Baumes ausruhen und alle, die Klasse und der Lehrer, waren nach ihrer Rückkehr höchst erstaunt, dass ich nicht traurig, sondern sehr vergnügt war.

Wir sollten nicht versuchen, im Stress des Alltags vor unserem eigenen Schatten davonzulaufen, sondern wir sollten uns im Arbeitsalltag und auch in unserer Freizeit im übertragenen Sinne immer wieder einmal einen Baum suchen, unter dem wir ausruhen können.

Unsere heutige kleine Geschichte verrät uns noch ein tiefes Geheimnis:
Bei Sonnenschein hat sicher jeder, jede von Euch schon als Kind festgestellt, dass man seinem Schatten nicht davonlaufen kann, dass man ihn nicht loswerden kann!
Aber das stimmt nicht!!!
 
Wenn wir uns in den Schatten eines Baumes oder eines Hauses setzen, dann verschwindet unser Schatten. Das ist die einzige Möglichkeit, dem eigenen Schatten zu entkommen.

Wenn wir also nicht nur neue Kraft tanken wollen, sondern auch einmal die Sorgen, die Nöte und Probleme des Alltags für eine gewisse Zeit vergessen wollen, dann müssen wir zur Ruhe kommen, denn nur dann verschwindet für eine Zeit der Schatten unserer Sorgen, Nöte und Probleme.

Ich wünsche Euch von Herzen ein schattiges Plätzchen im Schatten eines Baumes, damit Ihr Zeit für Euch selbst habt und durchatmen könnt, und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 27. März 2026

Geschichte: „Die Fußspuren in meinem Herzen“

 

Quelle: Helmut Mühlbacher


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Gabriele Ramos erzählen.

Nun aber zu unserer heutigen Geschichte:
„Die Fußspuren in meinem Herzen“

„An einem bitterkalten Januartag kam ein neuer Schüler in meine fünfte Klasse der Sonderschule, der Fußspuren in meinem Herzen hinterließ. Als ich Bobby zum ersten Mal sah, trug er ungeachtet der eisigen Witterung ein ärmelloses T-Shirt und abgewetzte Jeans, die ihm eine Nummer zu klein waren. An einem seiner Schuhe fehlte der Schnürsenkel, sodass er ihm bei jedem Schritt halb vom Fuß rutschte.

Doch selbst dann, wenn Bobby ordentliche Kleidung getragen hätte, hätte er nicht wie ein normales Kind ausgesehen. Er machte einen so gehetzten , vernachlässigten und verlorenen Eindruck, wie ich es noch nie erlebt hatte und hoffentlich auch nie wieder erleben werde.
Quelle: Helga und Gerd Steuer
Bobby sah nicht nur merkwürdig aus, sondern er verhielt sich auf eine derart seltsame Weise, dass er meines Erachtens eigentlich eher in eine Schule für verhaltensgestörte Schüler gehört hätte. Er hielt das runde Waschbecken auf dem Gang für ein Urinal, seine normale Tonlage war lautes Schreien, er war besessen von Donald Duck und er sah nie jemandem direkt in die Augen. Während des Unterrichts rief er ständig dazwischen.
 
Einmal verkündete er stolz, der Sportlehrer hätte ihm gesagt, dass er stinken würde, und hätte ihn dazu gebracht, ein Deodorant zu benutzen.

Nicht nur, dass sein Verhalten unerträglich war, auch seine schulischen Leistungen waren absolut gleich null. Bobby war elf Jahre alt, doch er konnte weder lesen noch schreiben. Er konnte noch nicht einmal die Buchstaben des Alphabetes zu Papier bringen. Zu sagen, dass er nicht in die Klasse passte, wäre eine völlige Untertreibung.
Quelle: Werner Forneberg

 
Ich war überzeugt, dass Bobby bei mir fehl am Platze war. Ich schaute mir seine Akte an und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass sein IQ normal war. Was konnte denn dann der Grund für sein auffälliges Verhalten sein? Ich unterhielt mich mit dem Schulpsychologen, und er berichtete mir, dass er ein Gespräch mit Bobbys Mutter geführt hätte. Er meinte: „Bobby ist wesentlich normaler als sie.“

Ich vertiefte mich noch einmal in die Akten und stellte fest, dass Bobby während seiner ersten drei Lebensjahre in einer Pflegefamilie untergebracht gewesen war. Anschließend war er zu seiner Mutter zurückgekehrt und sie waren mindestens einmal im Jahr in eine neue Stadt umgezogen. Eines wurde mir klar. Ich musste die bittere Pille schlucken. Bobby war geistig normal und damit würde er trotz seines auffälligen Verhaltens in meiner Klasse bleiben.

Auch wenn ich es nur ungern gestehe: Ich wäre ihn am liebsten losgeworden. Meine Klasse war voll genug, und ich hatte auch noch einige andere schwierige Schüler. Nie zuvor hatte ich versucht, jemanden zu unterrichten, bei dem die Ausgangsbasis derart schlecht war. 
Quelle: Werner Forneberg

 
Allein die passenden Übungen für ihn zu finden, war mühevolle Arbeit. Während der ersten Wochen, in denen er bei uns auf der Schule war, wachte ich nachts mit Magenschmerzen auf und es graute mir davor, in die Schule zu gehen.

Es gab Tage, an denen ich auf dem Schulweg hoffte, dass er nicht da sein würde. Ich hatte immer meinen ganzen Ehrgeiz darauf verwendet, meine Sache als Lehrerin gut zu machen, und ich nahm es mir mehr als übel, keine Sympathie für ihn aufbringen zu können und ihn nicht in meiner Klasse haben zu wollen.

Obwohl er mich fast in den Wahrsinn trieb, versuchte ich tapfer, ihn wie alle anderen Schüler zu behandeln. Ich ließ es nicht zu, dass die anderen ihn hänselten. Außerhalb des Klassenzimmers aber machten sich die Kinder einen Sport daraus, ihn zu ärgern. Sie erinnerten mich an wilde Tiere, die sich auf eines aus dem Rudel stürzen, das krank oder verletzt ist.

Etwa einen Monat nach seinem Schulantritt kam Bobby mit zerrissenem Hemd und blutiger Nase ins Klassenzimmer. Ein paar andere Schüler aus meiner Klasse hatten ihn verprügelt. Er setzte sich an seinen Tisch und tat so, als sei nichts geschehen. Er schlug sein Buch auf und versuchte zu lesen, während ein Gemisch von Blut und Tränen auf die Seiten tropfte. 
Quelle: Astrid Müller
Ich war außer mir! Nachdem ich Bobby zur Krankenstation geschickt hatte, hielt ich den Schülern, die ihn geschlagen hatten, eine Standpauke, in der sich mein geballter Zorn über sie ergoss. Sie sollten sich schämen, ihn abzulehnen, nur weil er anders war, so wetterte ich. Dass er sich so merkwürdig verhielt, sei ein Grund mehr, nett zu ihm zu sein. Irgendwann im Laufe meiner wortgewaltigen Tirade fing ich auf einmal an, mir selbst zuzuhören, und merkte, dass auch ich allen Anlass hatte, meine Einstellung zu ihm noch einmal zu überdenken.

Nach diesem Zwischenfall fing ich an, Bobby in einem anderen Licht zu betrachten. Endlich gelang es mir, über sein sonderbares Verhalten hinwegzusehen und dahinter den kleinen Jungen zu erkennen, der verzweifelt nach jemandem suchte, der sich seiner annahm. Ich erkannte, dass sich ein guter Lehrer nicht in erster Linie dadurch auszeichnet, den Stoff richtig zu vermitteln, sondern dass er den Bedürfnissen seiner Schüler gerecht wird. Bobby hatte extreme Defizite, und ich musste mein Bestes tun, sie zu füllen.

So machte ich mich daran, bei der Heilsarmee Kleidung für Bobby zu kaufen. Ich wusste, dass sich die anderen Schüler über ihn lustig machten, weil er nur drei Hemden besaß: Ich achtete sorgfältig darauf, dass die Kleidung in gutem Zustand und einigermaßen modisch war.

Er freute sich riesig über seine neue Ausstattung, und sie gab seinem Selbstbewusstsein einen richtigen Schub. Wenn Bobby Angst hatte, auf bestimmten Wegen im Schulgebäude von anderen attackiert zu werden, dann begleitete ich ihn. Vor Schulbeginn setzte ich mich mit ihm zusammen, um seine Hausaufgaben mit ihm durchzugehen.
Quelle: Werner Forneberg


Es war beeindruckend, welche Veränderungen die neue Kleidung und die zusätzliche Aufmerksamkeit bei Bobby bewirkten. Er kam aus seinem Schneckenhaus hervor, und auf einmal wurde deutlich, was für ein liebenswertes Kind er war. Sein Verhalten besserte sich, und ab und zu sah er mir sogar für einen kurzen Moment in die Augen. Er graute mir nicht mehr davor, zur Arbeit zu gehen.

Im Gegenteil: Ich freute mich regelrecht darauf, ihn zu sehen. Fehlte er einmal, machte ich mir Sorgen. Und in dem Maße, wie sich meine Einstellung ihm gegenüber wandelte, änderte sich auch das Verhalten seiner Klassenkameraden. Sie hörten auf, ihn zu quälen. Und nahmen ihn in ihre Gemeinschaft auf.

Eines Tages brachte Bobby einen Brief mit in die Schule, aus dem hervorging, dass er in zwei Tagen umziehen würde. Es brach mir fast das Herz. Ich hatte noch immer nicht alle Kleidungsstücke aufgetrieben, die ich für ihn hatte besorgen wollen. In der Pause ging ich in ein Geschäft und kaufte ihm ein komplettes Outfit. Als ich es ihm übergab, sagte ich ihm, es sei mein Abschiedsgeschenk. Als er die Etiketten sah, meinte er: „Ich glaub, ich habe noch nie ein nagelneues Kleidungsstück besessen.

Einige der Schüler hatten mitbekommen, dass Bobby umziehen würde, und sie fragten mich am Ende des Unterrichts, ob wir nicht am nächsten Tag eine Abschiedsparty für ihn feiern könnten. Ich sagte: „Na klar“, aber insgeheim dachte ich: „Wie sollen sie da noch ihre Hausaufgaben machen? Sie können doch unmöglich bis morgen früh eine Party organisieren?“

Aber zu meiner Überraschung gelang es ihnen. Am nächsten Tag brachten sie einen Kuchen, Girlanden, Luftballons und Geschenke für Bobby mit. Aus den einstigen Peinigern waren Freunde geworden.

An seinem letzten Schultag kam Bobby mit einem riesigen Rucksack in die Schule, in dem lauter Kinderbücher waren. Er freute sich über seine Party, und nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, fragte ich ihn, was er denn mit all den Büchern vorhabe:
„Die Bücher sind für Sie. Ich habe so viele davon, und da habe ich gedacht, dass ich Ihnen ruhig ein paar mitbringen könnte.“ Ich war sicher, dass Bobby zu Hause nichts Eigenes hatte, schon gar keine Bücher. Wie käme ein Kind, das nur drei Hemden gehabt hatte, an eine solche Menge Bücher?
Quelle: Raymonde Graber

Beim Durchblättern stellte ich fest, dass die meisten aus den Büchereien all der verschiedenen Städte stammten, in denen er gelebt hatte. In manchen Büchern stand auch „Lehrerexemplar“. Ich wusste, dass die Bücher Bobby nicht wirklich gehörten und dass er auf zweifelhaftem Wege in ihren Besitz gekommen war. 

Aber er hatte mir das Einzige mitgebracht, was er zu geben hatte. Noch nie zuvor bin ich so reich beschenkt worden. Einmal von den Kleidern abgesehen, die Bobby am Leibe trug und die ich ihm gegeben hatte, schenkte mir Bobby alles, was er besaß.

Als Bobby an jenem Tag die Klasse verließ, fragte er mich ob er mein Brieffreund werden könnte. Mit meiner Adresse in der Hand ging er hinaus. Was er zurückließ, waren die Bücher und Fußspuren in meinem Herzen.“
www.wikipedia.org
Ihr Lieben,

Fußspuren in den Herzen anderer Menschen“ hinterlassen, das sollte unser Lebensziel sein. Unsere heutige Geschichte zeigt, wie wenig nötig ist, wenn es darum geht, andere Menschen zu lieben.

Wir brauchen keine Menschen, die die Liebe wie ein Plakat vor sich hertragen, die einen Plan erstellen, wie die Liebe unter den Menschen verbreitet werden kann, was wir brauchen, sind Menschen, die sich in ihrem Alltag in Bewegung setzen und Fußspuren in den Herzen anderer Menschen hinterlassen.

Den Nächsten lieben, den anderen Menschen lieben, das bedeutet, ihn erst einmal so anzunehmen, wie er ist, mit all seinen Vorzügen und Stärken, aber auch all seinen Fehlern, Ecken und Kanten.

Seinen Nächsten liebenbedeutet auch, in ihm ein liebens-wertes Geschöpf sehen, nicht nur auf das zu schauen, was dieser Mensch gerade ist, sondern mehr zu schauen, was dieser Mensch werden kann.
Quelle: Werner Forneberg



Seinen Nächsten lieben, bedeutet, in die Natur zu schauen.
Ebenso wie die Pflanzen und Blumen Dünger, Wasser und Wärme benötigen, um gedeihen zu können, so benötigen die Menschen, die uns begegnen, Ermutigung, damit sie erhobenen Hauptes ihren Weg weitergehen können. Sie benötigen Zuversicht und Hoffnung, damit sie jeden Tag die Kraft aufbringen können, ihr Tagewerk zu vollbringen, und sie brauchen Zuwendung und die Gewissheit, dass jemand zu ihnen steht, damit sie sich anlehnen können, damit sie sich öffnen können, damit sie zu sich selbst finden können.
Quelle: Werner Forneberg

Die Lehrerin in unserer Geschichte liefert uns dafür ein feines Beispiel:
Indem sie den schwierigen Jungen annimmt, indem sie ihn respektiert, sich auf ihn einlässt, ihm Zuwendung schenkt, öffnet er sich ihr und zeigt ihr sein wahres, sein liebenswertes Wesen. Und indem die Lehrerin so handelt, erleichtert sie sich auch ihr eigenes Leben, gewinnt sie immer mehr Freude an ihrer Arbeit.
www.wikipedia.org
Ich wünsche Euch, meine lieben Leserinnen und Leser, ganz viel Liebe in Euer Herz, denn der Hunger nach Liebe in dieser Welt ist sehr groß, und ich wünsche Euch, dass auch Ihr viel Liebe geschenkt bekommt. Für die zweite Wochenhälfte wünsche ich Euch einen Backofen voll Liebe.
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Donnerstag, 26. März 2026

 

Quelle: Werner Forneberg


Ihr Lieben,

auf den verschiedensten Wegen erreichen mich regelmäßig
Briefe, Nachrichten, Kommentare, Mitteilungen und die herzliche Bitte, weiterhin froh- und mutmachende Geschichten auf dem Eselskind-Blog zu erzählen. 

Um den Weg zu meinem kleinen Arbeitsbüro, in dem ich die Geschichten für den Eselskind-Blog vorbereite, zu erleichtern, möchte ich herzlich darum bitten, alle Nachrichten an mich bzw. den Eselskind-Blog an die folgende E-Mail-Anschrift zu richten:

das-eselskind@email.de

Jede Nachricht, jeder Kommentar wird - auch wenn es mal etwas dauern kann – beantwortet – versprochen!

Euer fröhlicher Werner Forneberg


Mittwoch, 25. März 2026

Geschichte: Handele und frage Dich nicht, ob es sich lohnt!

 



Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von
Peter Graf v. Eysselsberg
 erzählen:

„Ein alter Mann ging bei Sonnenuntergang den Strand entlang und sah in einiger Entfernung einen armen kleinen Jungen, der streunende Hunde mit Brotresten fütterte.

www.oberharz.de

Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er die Hunde hier im Dorf versorge.

Die Antwort lautete: „Die armen Wesen haben niemanden, keine Bleibe, keine Familie und wenn ich Ihnen nichts zu Esse
n gebe, sterben sie“.

“Aber die umliegenden Dörfer und Städte sind voll mit streunenden Hunden”, erwiderte der Alte. “Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?”

Der kleine Junge blickte auf den Hund streichelte ihn, gab ihm ein Stück seines Brotes. Dann meinte er: “Für diesen, schauen Sie, für diesen hier macht es einen Unterschied.“

Quelle: Astrid Müller
 Ihr Lieben,

diese Geschichte gibt es in ganz verschiedenen Variationen.
Mal geht es um streunende Hunde, dann wieder um an den Strand geworfene Seesterne.

Aber das ist nicht entscheidend.
Entscheidend ist, was uns die Geschichte sagen möchte:

Auch wenn es manchmal so scheint, als sei all unser Handeln, unser Bemühen, unser Einsatz
für eine bessere, eine gerechtere Welt,
ohne Kindertränen,
ohne Hunger,
ohne Vergewaltigungen,
ohne Missbrauch
vergeblich, als seien sie so aussichtslos wie der vergebliche Kampf des berühmten Don Quichotte gegen die Windmühlenflügel, so dürfen wir dennoch Hoffnung schöpfen.
www.wikipedia.org

Die meisten von uns können sich nicht mit einer Mutter Theresa, einem Nelson Mendela oder einem Karlheinz Böhm vergleichen, die meisten von uns sind unbeachtete stille „Arbeiter im Weinberg des Lebens“. 
www.welt.de
  
Aber wir dürfen bei all unserer Mühe wissen, dass jeder Einzelne, dem wir helfen , dadurch Hoffnung schöpft und Zuversicht gewinnt. 

Die Liebe, die wir wie einen Staffelstab weitergeben, ist niemals umsonst. Unser Licht erleuchtet das Dunkel anderer Menschen und sie fühlen sich angenommen, geliebt und geborgen, weil sie merken, da ist ein Mensch, dem sie wichtig sind, dem sie etwas bedeuten.
www.wallpaperstock.net
Ich wünsche Euch, dass Ihr zu Euch selbst findet, dass Ihr Zeit für Eure Lieben findet und dass Ihr darüber nachdenkt, wem Ihr das Leben erleichtern könnt.

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen