3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 1. Juli 2011

Sei kein Rumpelstilzchen!


Ein Mann rudert im Dunklen über einen See rudert und bemerkt plötzlich,
dass ihm ein anderes Boot entgegenkommt.

Er regt sich fürchterlich über den anderen Steuermann auf, ruft ihm entgegen, dass er gefälligst aufpassen und ihm aus dem Weg steuern solle.
Doch so sehr er auch ruft und sich immer mehr ärgert, das andere Boot bewegt unverändert immer weiter in seine Richtung.

Also bleibt unserem guten Mann nichts anderes übrig, als selbst den Kurs zu ändern, um den Zusammenstoß zu vermeiden.

Und wie er das fremde Boot so vorüberziehen sieht, bemerkt er, dass gar niemand drin sitzt. Und so schnell, wie seine Wut gekommen war, so schnell ist sie auch wieder verraucht - als er nämlich feststellt, dass da gar niemand ist, den er beschuldigen und über den er sich aufregen konnte.
Was hält Dich eigentlich davon ab, alle Situationen in Deinem Leben wie ein leeres Boot zu betrachten?

Es gibt wirklich nichts, worüber es sich aufzuregen lohnt.

Es sei denn, Du nimmst die Dinge sehr persönlich oder suchst nach Schuldigen.
Doch wenn Dir nur noch leere Boote begegnen, gibt es keine Schuldigen.
Also bist da nur noch Du - und wenn Du die Dinge nicht mehr so persönlich nimmst...

Unbekannter Autor

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt



Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt


Da war einmal ein guter Mensch.

Er hatte Mitleid mit dem hässlichen Gewürm der Raupen, wie sie sich Stunde für Stunde vorwärts plagten, um mühselig den Stängel zu erklettern und ihr Fressen zu suchen - keine Ahnung von der Sonne, dem Regenbogen in den Wolken, den Liedern der Nachtigall!

Und der Mensch dachte:
Wenn diese Raupen wüssten, was da einmal sein wird!
Wenn diese Raupen ahnten, was ihnen als Schmetterling blühen wird:
Sie würden ganz anders leben, froher, zuversichtlicher, mit mehr Hoffnung.
Sie würden erkennen:
Das Leben besteht nicht nur aus Fressen, und der Tod ist nicht das Letzte.


So dachte der gute Mensch, und er wollte ihnen sagen:
Ihr werdet frei sein! Ihr werdet eure Schwerfälligkeit verlieren! Ihr werdet mühelos fliegen und Blüten finden! Und ihr werdet schön sein!


Aber die Raupen hörten nicht. Das Zukünftige, das Schmetterlingshafte ließ sich in der Raupensprache einfach nicht ausdrücken. Er versuchte, Vergleiche zu finden: Es wird sein wie auf einem Feld voller Möhrenkraut ... Und sie nickten, und mit ihrem Raupenhorizont dachten sie nur ans endlose Fressen.

Nein, so ging es nicht. Und als der gute Mensch neu anfing:
Ihr Puppensarg sei nicht das letzte, sie würden sich verwandeln, über Nacht würden ihnen Flügel wachsen, sie würden leuchten wie Gold - da sagten sie:
Hau ab! Du spinnst! Du hältst uns nur vom Fressen ab! - Und sie rotteten sich zusammen, um ihn lächerlich zu machen.

Unbekannter Autor



Das Bild wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt



Jeder Mensch ist ein Diamant


„Jeder Mensch wird als Prinz oder Prinzessin geboren,

bis er oder sie in einen Frosch verwandelt werden.“
Eric Berne

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute eine Geschichte von Brandon Bays erzählen:

„Jeder Mensch ist ein Diamant“

„Einmal hörte ich eine Geschichte, dass jeder Mensch als purer, makelloser, lupenreiner Diamant in dieses Leben kommt. Doch durch die Prüfungen des Heranwachsens und die unvermeidlichen Schmerzen, die das Leben für uns bereithält, wird unser inneres Leuchten als Diamant von einer Menge Müll überdeckt.

Wenn wir dann erwachsen sind, bedecken wir den ganzen Schlamassel mit einer Schicht aus glänzendem Lack. Wir präsentieren der Welt diesen künstlichen Schein und wundern uns, warum ihn niemand für so außerordentlich hält.


Im Laufe der Zeit gelangen wir dann unter Umständen zu der Überzeugung, dass diese schützende Hülle das darstellt, was wir wirklich sind und formen unsere ganze Identität nach diesem Bild.

Doch wenn wir besonderes Glück haben, macht das Leben uns ein Geschenk.

Etwas passiert, was dazu führt, dass wir einen Moment lang durch die verhärtete Oberfläche brechen, unter die Schichten von Ballast und Abfall schauen können und einen Blick auf den leuchtenden Diamant in uns erhaschen, die aus unserem tiefsten Inneren hervor strahlt.


Und dann, wenn das Schicksal uns ganz besonders hold ist, verbringen wir den Rest unseres Lebens damit, heimzureisen zu dieser exquisiten Schönheit und Freiheit.


Wir entdecken, dass wir seit jeher dieser reine, makellose Diamant waren und immer sein werden.

Dies ist eine Geschichte von der Reise nach Hause und von dem unaufhörlichen Aufruf der Seele, die Größe in unserem Inneren zu erkennen. Dies ist ein Aufruf, eine Einladung an Sie, endlich heimzukommen zu dem, der Sie in Wahrheit sind.
Sie sind das, was Sie suchen.“


Ihr Lieben,
es gibt das schöne Sprichwort:
„Warum in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah.“


Die Menschen der Generation meiner Großeltern bezogen dieses Sprichwort oft auf das Reisen in die weite Welt und waren oft der Meinung, man müsse nicht in die weite Welt reisen, denn die eigene Heimat sei doch so nahe und so schön.
Um unser Glück zu finden, um zufrieden, dankbar und fröhlich zu werden, müssen wir uns auch auf eine Reise machen. Aber dazu müssen wir nicht zu einem fernen Guru nach Indien reisen. Die Reise, die uns das Glück finden lässt, ist die Reise in unser eigenes Inneres.

Denn das Glück, die Zufriedenheit, die Dankbarkeit, die Freude, die Liebe und all die anderen lebensverschönernden Eigenschaften sind nicht in der Ferne zu finden, sondern in uns selbst.
Von daher hat das Sprichwort recht:
Du selbst bist der wunderbar leuchtende Diamant, nach dem Du schon Dein ganzes Leben suchst.

Alles, wonach zu in Deinem Leben strebst, was das Glück, die Liebe, die Freude, die Zuversicht, die Hoffnung betrifft, ist schon in Dir angelegt.


Du musst Dich nur auf die Reise in Dein Inneres machen und bereit sein, die wundervollen Pflanzen Deiner inneren Eigenschaften zum Blühen und Deinen inneren Diamanten zum Leuchten zu bringen.



Ihr Lieben,

ich wünsche Euch heute einen fröhlichen Tag auch bei schlechtem Wetter und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

Glück ist wie ein Sonnenaufgang


www.photography-wallpaper.com

„Was soll ich Dir wünschen, das große Glück?
Ich wünsch Dir das kleine, das kostbar ist."
Ruth W. Lingenfelser


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute eine Geschichte von Andrea Heitz erzählen:

„Das Glück des Tüchtigen“

"Eines Tages empfand das Glück tiefes Unglück. Betrübt saß es auf einem Stein, sich die Frage stellend: „Warum darf ich nie lange bei jemandem bleiben? Kaum bin ich wo gelandet, muss ich schon wieder weg, oft noch bevor dieser jemand bemerkt hat, dass ich da war.“ Mit nach unten gezogenen Mundwinkeln saß es auf einem Stein und malte Fragezeichen in den Kies.
Da kam die Zufriedenheit vorbei, milde lächelnd wie immer. „Hallo Glück“, sagte sie sanft, „was ist denn mit dir los?“ Das Glück runzelte die Stirn, Widerwille verspürend, sich erklären zu müssen.

Aber dann brach es doch aus ihm heraus: „Immer muss ich gleich wieder verschwinden. Gestern zum Beispiel war ich bei einer jungen Frau, die seit Tagen um ihren Sohn gezittert hatte. Der kleine Junge war wegen eines Tumors am Kopf operiert worden und dann stand endlich fest, dass das Gewächs nicht bösartig war. Ihr Herz schlug Purzelbäume, sie konnte nicht mehr zwischen Lachen oder Weinen unterscheiden und sah schöner aus als alle Schönheitsköniginnen zusammen.

Heute Morgen erklärte ihr ihr Chef, er müsse ihr kündigen, er könne keine Teilzeitkraft gebrauchen, die sich ständig Pflegeurlaub nimmt. Also habe ich mich wieder abflugbereit gemacht. Und jetzt streike ich. Warum konnte ich nicht wenigstens drei Tage bei ihr bleiben?“
Die Zufriedenheit blickte in das unzufriedene Gesicht des Glücks. Sie verstand seinen Frust, erging es ihr doch genauso. Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Langsam ging die Sonne unter und verwischte mit ihrer rosigen Wärme die scharfen Konturen der Welt. Dann sagte die Zufriedenheit: „Weil du das Glück bist und keine Gewohnheit.“ Je dunkler es wurde, umso mehr leuchtete das dem Glück ein.


Ihr Lieben,

viele Menschen haben den Traum, das Glück zu finden und dann in der Zukunft immer glücklich und zufrieden zu leben. Das aber ist ein Trugschluss. Genauso, wie nicht immer die Sonne scheint und nicht immer Sommer ist, ebenso ist das Glück niemals ein Dauerzustand.

Wir sollten also nicht danach streben, permanent glücklich zu sein, 
sondern möglichst oft glücklich zu sein.
Als ich in meiner Zeit als Dozent in Göttingen in meiner Freizeit Handballjugendliche trainierte, gab es viele Jugendliche, die gerne mit mir befreundet sein wollten.
Ich erinnere mich noch an einen Jungen, der zuhause keinen Vater hatte und der sich von dieser Freundschaft mit mir erhoffte, nun täglich mit mir zusammen sein zu können.

Ich habe ihm dann klar gemacht, dass das nicht möglich ist und ihm erklärt, dass Freundschaft für mich etwas Besonderes ist, dass aber, wenn ich täglich mit ihm zusammen sein würde, dieses Freundschaft nichts Besonderes mehr sein würde, sondern etwas Alltägliches. Das überzeugte ihn und so wurden wir über viele Jahre gute Freunde.


So ist es auch mit dem Glück. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute Glück zu empfinden, würde uns bald nichts mehr bedeuten, weil das Glück zu etwas Alltäglichem würde und wir es nicht mehr genug zu schätzen wüssten.


Glück aber ist wie ein Sonnenaufgang. Es wirft wunderbare Strahlen in unser Leben und hilft uns, auch die weniger schönen Augenblicke unseres Lebens durchzustehen.


Ihr Lieben,

ich wünsche Euch heute einen Tag mit Glücksmomenten und viel Freude und grüße Euch herzlich vom Weserstrand

Euer fröhlicher Werner

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt