3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Sonntag, 28. Juni 2026

Geschichte: Die Quelle und der Brunnen

 

Der Boden, auf dem Zufriedenheit wächst!



Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,


heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Prof. Mohammed Kassas erzählen:


„Die Quelle und der Brunnen“


„Die einzige Wasserquelle lag weit außerhalb des kleinen ägyptischen Dorfes.
Die Frauen mussten täglich etliche Stunden damit verbringen, das benötigte Wasser auf staubigen Wegen in Wegen in großer Hitze von der Quelle nach Hause zu schleppen. Unterwegs unterhielten sie sich über ihre Nöte und Sorgen und gaben einander Ratschläge.

Eines Tages stand Geld der Entwicklungshilfe für das Dorf zur Verfügung.
Da beschlossen die Männer, ihren Frauen das Leben leichter zu machen:
Es wurde ein Brunnen im Dorf gebohrt.


Die Frauen hatten nun viel Zeit. Sie fingen an, sich zu streiten, und zwar erst untereinander und dann in ihren Familien. Das ärgerte die Männer. Sie gingen hin und schütteten den Brunnen im Dorf wieder zu.“
Quelle: Karin Heringshausen


Ihr Lieben,


Diese kleine Geschichte lehrt uns, dass unser Glück nicht dadurch vollkommen wird, dass uns das Erreichen des Ziels und die Verwirklichung unseres Traums quasi in den Schoß fallen.


Der Preis für die Zufriedenheit und die Dankbarkeit ist die Anstrengung.
Wir können uns über das Erreichen eines Ziels, über die Verwirklichung eines Traumes viel mehr freuen, wenn wir uns dafür anstrengen müssen, wenn wir tätig sein dürfen, wenn wir merken, dass wir gebraucht werden.


Wenn wir uns selbst anstrengen, um unsere Ziele und Träume zu verwirklichen, dann können wir uns auch viel mehr mit denen freuen, die sich ebenfalls große Mühe geben, ihre Ziele zu erreichen, ihre Träume zu verwirklichen.


Wenn wir dagegen unsere Träume aufgeben und unsere Ziele nicht weiter verfolgen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn sich in uns Zufriedenheit ausbreitet.  
 
Und wer in seinem Herzen unzufrieden ist, der gönnt auch seinen Mitmenschen nicht, dass sie zufrieden sind.
 

www.frankschlitt-fotografie.de

 

Im Fernsehen werden regelmäßig Filme über Nachbarschaftsstreitigkeiten gezeigt, die oft ganz unterschiedliche Gründe, ganz unterschiedliche Auslöser haben, aber eines ist bei alle diesen Nachbarschaftsstreitigkeiten immer gleich:

Die Menschen, die in solche Nachbarschaftsstreitigkeiten verwickelt sind, sind in der Regel Menschen, die innerlich unzufrieden sind, die unausgefüllt sind, die kein Ziel und keinen Traum in ihrem Leben haben, denn wenn sie ein Ziel und einen Traum in ihrem Leben hätten, hätten sie gar nicht die Zeit, sich Nachbarschaftsstreitigkeiten hinzugeben.
 
Quelle: Karin Heringshausen


Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein erfülltes und zufriedenstellendes Leben und dass Ihr Euch jeden Abend auf den kommenden Tag freuen könnt. 
 
Ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Helmut Mühlbacher

Dienstag, 23. Juni 2026

Geschichte: Sein Herz verschenken!

 

Du möchtest etwas verschenken?
Dann verschenke doch Dein Herz!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine alte Geschichte aus Russland erzählen:

„Sein Herz verschenken“

„Ein behinderter, heruntergekommener Mann sitzt still am Straßenrand und hält den Vorbeikommenden bettelnd seine offene Hand hin. Die meisten Menschen nehmen von dem Bettler keine Notiz und eilen vorüber.

Ein Einziger bleibt stehen und spricht zu ihm:
„Ich würde Dir jetzt gerne etwas geben, aber eben habe ich bemerkt, dass ich nicht eine einzige Kopeke in meiner Tasche habe.“

Darauf gab der am Straßenrand Sitzende ihm eine erstaunliche Antwort:
„Du hast mir viel mehr als eine Kopeke gegeben.
Du hast mir ein Stück Deines Herzens gegeben.“
Quelle: Anke Stapelfeldt
Ihr Lieben,

die Antwort, die der am Straßenrand Sitzende gibt, hätte ich vor vielen Jahren auch noch ganz erstaunlich gefunden.
Vor vielen Jahren bin ich häufig an den Bettlern, die auf unseren Innenstadtstraßen und auf unserem Bahnhofsvorplatz anzutreffen sind, ebenfalls vorbeigeeilt, und habe ich mich innerlich selbst belogen, indem ich mir vormachte, es sehr eilig zu haben.
Auch gebe ich zu, dass ich immer ein Problem hatte, diese Menschen zu berühren. 
Ich hatte Angst, mich mit einer Krankheit zu infizieren. 

Doch dann habe ich angefangen, mich auf diese Menschen einzulassen. Ich habe denjenigen Bettlern, die ich antraf, regelmäßig ein wenig Geld gegeben und dabei die Gelegenheit genutzt, mich mit ihnen zu unterhalten.

Ich habe in diesen Gesprächen erfahren, dass diese Menschen häufig Schicksale erlitten hatten, die mich vielleicht auch aus der Bahn geworfen hätten. 

Ich entdeckte, dass hinter diesen armen, manchmal behinderten und oft heruntergekommenen Menschen sehr liebenswerte Menschen steckten und mit dem einen oder anderen habe ich mich in der Folge angefreundet.

Quelle: Raymonde Graber
Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht etwas Menschlichkeit.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, sich neben ihn zu setzen
und ihm einfach zuzuhören.


Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir einem solchen
Menschen etwas zu essen bringen.


Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir einem solchen
Menschen ein Lächeln schenken.


Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir für einen solchen
Menschen etwas Verständnis aufbringen.


Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es aus, ihn in ein nahegelegenes Restaurant oder an eine Wurstbude zum Essen einzuladen.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir darüber nachdenken,
dass derjenige, der am Straßenrand sitzt, unserer eigener Bruder / unsere eigene Schwester
 sein könnte.
Quelle: Werner Forneberg

Ihr Lieben,

sein Herz zu verschenken, ist ganz einfach, das beweist unsere heutige kleine Geschichte aus Russland. 
Ich wünsche Euch recht viel Verständnis für Eure Mitmenschen und ich grüße Euch herzlich aus dem sonnendurchfluteten Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 19. Juni 2026

Geschichte: Das blinde Kind, das sehen konn

 

Mach aus Deiner Schwäche eine Stärke!

www.planet-wissen.de

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Christoph Georges erzählen:

„Das blinde Kind, das sehen konnte“

„Der Mann, der fremd in dieser Gegend war, blickte suchend um sich. Er lief schon seit einiger Zeit hilflos umher.
Nach längeren erfolglosen Suchen entdeckte er einen Wagen, in dem auf dem Rücksitz ein kleiner Junge saß.

Er ging zu ihm und fragte: „Hallo Kleiner, kannst Du mir vielleicht sagen, wo die nächste Bäckerei in dieser Gegend ist. Mir wurde gesagt, dass sie hier in der Nähe gleich neben dem Park sein soll."

Der Junge kurbelte seine Fensterscheibe noch etwas weiter herunter und sagte: "Ich bin auch fremd hier, genauso wie Sie. Aber ich glaube, Sie müssen von hier nach rechts gehen." 
"Wie kommst Du denn darauf?", fragte ihn der Mann.

"Können Sie nicht die Lindenblüten riechen? Die Vögel hört man auch aus dieser Richtung zwitschern", entgegnete ihm der Junge. 
Der Mann fragte verwundert: "Wieso bist Du Dir denn so sicher, dass dieser Vogelgezwitscher vom Park kommt, es könnte auch von einem einzigen Baum sein."

"Ein einziger Baum duftet nicht so intensiv. Außerdem mischt sich auch der Duft von Magnolien dazu. Wenn Sie einmal tief einatmen, können Sie auch die frisch gebackenen Brote riechen."

Der Mann kniff die Augen leicht zu und machte das, was ihm der Junge sagte. Er atmete tief ein. Erst als er ihm einen kleinen Geldschein zur Belohnung reichte, fiel ihm auf, dass der Kleine blind war.

Seine nach dem Tageslicht sehnsüchtigen Augen versuchte er, nun vor dem Mann zu verstecken, und sagte: "Es ist vor drei Jahren passiert. Nach einem Unfall bin ich jetzt in der Dunkelheit gefangen. Wenn Sie wüssten, wie sehr ich das Sehen vermisse. Sie können also sehen?"

Der Mann drehte sich in die Richtung, die ihm der Kleine beschrieben hatte, und meinte nur: "Ich bin mir dessen nicht mehr sicher, ich weiß nur eins, dass Du besser siehst als ich.“


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

wenn ich eine solche Geschichte lese, dann habe ich immer Hochachtung vor Menschen wie dem kleinen Jungen, die sich nicht in ihr Schicksal ergeben und sich bejammern, sondern die sich trotzdem nicht aufgeben und die Schwäche, die Behinderung, unter der sie oft schwer leiden, dadurch ausgleichen, dass sie die ihnen verbliebenen Möglichkeiten zu ganz besonderen Fähigkeiten ausbauen.

Jeder von uns, der ernst über sich selbst nachdenkt und ehrlich zu sich selbst ist, wird erkennen, dass jeder von uns Schwächen hat.

Das, was wir aus dieser kleinen Geschichte lernen können, ist, nicht über unsere Schwäche zu jammern, sondern diese Schwäche in eine Stärke zu verwandeln, indem wir die anderen Talente in uns zu besonderen Fähigkeiten ausbauen.

Aber etwas Zweites ist mir auch wichtig:
Wir sind oft blind für die Not unserer Mitmenschen.
Wir sind oft blind dafür, dass unsere Partnerin/unser 
Partner mehr Zeit von uns braucht.
Wir sind oft blind dafür, dass unsere Kinder und 
Enkelkinder mehr Zuwendung von uns ersehnen.
Wir sind oft blind, dass die Menschen in unserer 
Umgebung dankbar wären für ein gutes Wort, 
eine Ermutigung, ein aufmunterndes Lächeln.
An dieser Blindheit können wir arbeiten, 
diese Art der Blindheit müssen wir nicht hinnehmen.

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein gutes, gesegnetes und geruhsames Wochenende, an dem Ihr offene Augen, offene Herzen und offene Ohren für Eure Lieben habt.

Seid herzlich aus dem hochsommerlichen Bremen gegrüßt

PS. Denkt daran, jetzt im Sommer genug zu trinken!!!

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Sonntag, 14. Juni 2026

Nichts ist vergänglich, auch wenn es manchmal so aussieht!

 


Quelle: Werner Forneberg

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine kleine Begebenheit erzählen, die der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry erlebte:

Auf seinen Reisen zu den kleinen Planeten seiner Galaxie traf er einen Geographen, der in einem großen Buch die Berge, Ströme und Sterne festhielt.

Der kleine Prinz wollte gerne auch seine Blume registrieren lassen (die Blume, die er auf seinem Planeten zurückgelassen hatte), aber der Geograph sagte:
„Wir schreiben die Blumen nicht auf, weil Blumen vergänglich sind.“

Und der Geograph erklärte dem kleinen Prinzen, dass Vergänglichkeit bedeute, dass etwas von baldigem Verschwinden bedroht zu sein.

Als der kleine Prinz dies hörte, wurde er sehr traurig.
Denn er verstand, dass seine Rose vergänglich war…“
ww.br.de
Ihr Lieben,

in jedem Jahr erlebe ich im Frühjahr dieses Wunder von Neuem:

In meinem kleinen wunderbaren Garten wachsen viele Rosen und zu gerne trete ich dann an den jeweiligen Rosenstock heran, um an der einen oder anderen Rose den köstlichen Duft zu schnuppern, wenn die Rose gerade aufgeblüht ist.

Es liegt leider im Wesen der Rose, dass sie in dem Augenblick, in dem sie voll erblüht, aber auch schon wieder ihrer Vergänglichkeit entgegengeht.
So könnte ich traurig sein wie der kleine Prinz, wenn eine Rose verblüht, aber das bin ich nicht, denn wenn eine Rosenknospe verblüht ist, treten andere Rosenknospen an ihre Stelle.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Und wenn der Sommer endet und die Zeit der Rosenblüte ihrem Ende entgegengeht, dann bleiben mir bis zum nächsten Sommer, bis zur nächsten Rosenblüte drei Dinge:

Die Erinnerung an das wunderbare Blühen meiner Rosen, die ich durch Fotos, die ich gemacht habe, immer wieder auffrischen kann.

Die Gewissheit, dass die nächste Rosenblüte kommen wird, die sich auch darin zeigt, dass ich mir die kommende Rosenblüte vor meinem inneren Auge vorstelle.

Die Vorfreude auf die  nächste Rosenblüte, die gerade deshalb so stark ist, weil es rund ein halbes Jahr keine Rosenblüte gibt.
Und diese Vorfreude verstärke ich noch dadurch, dass ich neue, mir bisher unbekannte Rosenstöcke in meinen Garten pflanze.

Auf unser Leben übertragen, bedeutet das:
Auch in unserem Leben gibt es nicht ständig Freude, da wird nicht ununterbrochen gelacht, niemand ist ständig glücklich, niemand schreitet stets auf einer „Freudenbahn“, sondern unser Leben ist, ähnlich wie dies in der Natur der Fall ist, ein Auf und Ab, eine Wellenbewegung auf Höhen und Tiefen.

Mal fühlen wir uns stark und glauben, Bäume ausreißen zu können, dann wieder drückt uns Traurigkeit nieder und wir glauben, selbst kleine Alltäglichkeiten nicht bewältigen zu können.

Wichtig ist es, zu erkennen, dass diese Wellenbewegungen zu unserem Leben dazugehören, wie der Tag und die Nacht (die auch eine solche Wellenbewegung darstellen)
Quelle: Jürgen Tesch
Wichtig ist, dass wir uns nicht grämen und nicht fürchten, wenn wir uns in einem Wellental befinden.

Wichtig ist, dass wir uns die Zuversicht und die Hoffnung bewahren, denn wir dürfen gewiss sein, dass die nächste Höhe folgen wird:

Die Tränen werden von unseren Augen abgewischt werden 
und wir werden wieder fröhlich sein.
Die Lasten werden von unseren Schultern fallen und wir werden 
uns wieder leicht fühlen und tatendurstig.
Die Liebe, die Freude und das Glück werden zurückkehren wie die Rosen, sie sind nur manchmal zeitweilig abwesend, damit wir sie hinterher umso mehr schätzen können.
Quelle: Werner Forneberg

Ihr Lieben,

Ich wünsche Euch einen fröhlichen und vergnüglichen Tag und grüße Euch herzlich aus dem sonnigen Bremen

Euer heiterer Werner 
Quelle: Karin Heringshausen

Donnerstag, 11. Juni 2026

Werners heimliche Liebe

 

Werners heimliche Liebe - die Stadt Bremen

Bremens wundervoller Werdersee
Ihr Lieben,

auf vielfachen Wunsch wiederhole ich nach langer Zeut heute für alle, die Bremen noch nicht kennen, meinen kleinen Rundgang durch Bremen . 

Mein Stiefvater sagte immer: "Bremen ist ein Dorf mit einer Straßenbahn" und daran ist etwas Wahres. Bremen ist zwar von seiner Länge her (Bremen-Osterholz bis Bremen-Schönebeck) eine sehr große Stadt (52 Kilometer(!), aber an manchen Stellen ist Bremen eben auch nur wenige hundert Meter breit. 

Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass ich mit meinem Fahrrad, nachdem ich in wenigen Minuten die Weser überquert habe, mitten im Grünen bin und gar nicht mehr das Gefühl habe, in der Nähe einer Großstadt zu sein.

Mein Rundgang durch Bremen ist natürlich ein sehr persönlicher und soll Euch ein wenig die Besonderheiten von Bremen zeigen. Viel Spaß!


Neben den üblichen Supermärkten gibt es bei uns in Bremen z.B. noch solche Geschäfte wie diese, in denen ich sehr gerne einkaufe, weil man dort noch persönlich bedient wird und auch einen, wie man hier sagt, Schnack (Gespräch) halten kann.   
                                                                             


Bei dieser kleinen Gasse handelt es sich um das berühmte Schnoorviertel in Bremen und man sieht noch genau, wie eng im Mittelalter die kleinen Gassen in Bremen waren, Heute gibt es hier viele Andenkenländen und vor allem wunderbare Restaurants und Cafés.


Als ich diese alte Inschrift in einer kleinen Seitengasse, in die selten Touristen kommen, entdeckte, überkam mich ein Gefühl der Erleichterung, weil ich doch froh bin, dass wir heute in so hygienischen Verhältnissen leben. 

In der Zeit des Mittelalters hat man das Weserwasser zum Brauen des Bieres verwendet und um möglichst sauberes Wasser zu haben, wurde eben einen Tag früher bekannt gemacht, dass niemand seine Notdurft in die Weser verrichtet. 

O glückliche Neuzeit!!!



Dies ist der Eingang zu der Böttcherstraße, die direkt vom Bremer Marktplatz abzweigt. Hier sind viel Restaurants, aber auch eine Goldschmiedewerkstatt, handwerkliche Läden und ein wunderbares Glockenspiel zu finden.


Als ich vor längerer Zeit einmal auf dem Bremer Marktplatz stand, fragte mich ein schwäbischer Tourist: "Was ist das denn für ein Haus?" 
Was dieser Tourist als "Haus" bezeichnete, darauf sind wir Bremer ganz besonders stolz, denn es handelt sich um das Bremer Rathaus, das gleichzeitig Weltkulturerbe ist.



Der Markplatz von Bremen wird umschlossen von schönen alten Häusern, die auch sehr gepflegt werden. Im Sommer stehen vor diesen Häsern ganz viele Tische und Stühle und die Bremer und die Touristen sitzen dann draußen, genießen die Sonne und lassen es sich bei leckeren Speisen oder Kaffee und Kuchen gutgehen.


Das einzige Gebäude am Marktplatz, das mir nicht gefällt, ist das Gebäude der Bremer Bürgerschaft, das ist der Landtag des Bundeslandes Bremen.


Neben dem Rathaus ist der Bremer Roland eines der Wahrzeichen der Stadt Bremen. Er ist das Sinnbild für die Freiheitsliebe und Unabhängigkeit der Bremer. 
Unten neben dem Rathaus seht Ihr mich übrigens stehen. Ich habe einen Touristen gebeten, das Foto zu machen, damit Ihr an dem Größenvergleich (ich bin 1,79 m) sehen könnt, wie groß der Roland ist!



Nur wenige Schritte weiter steht das berühmteste Bremer Wahrzeichen, die Bremer Stadtmusikanten, die in aller Welt bekannnt sind.
Und das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten kennt Ihr ja sicher alle!


Im Sommer, wenn die Sonne am Vormittag und Mittag warm auf das Bremer Rathaus scheint, setze ich mich gerne unter die Rathausarkaden und schaue dem Treiben auf dem Bremer Marktplatz zu.
Da kann ich so richtig die Seele baumeln lassen und alle Unruhe und aller Stress fallen von mir ab.


Gegenüber dem Rathaus steht der Bremer Schütting.
Das ist das Haus der Bremer Kaufleute. Hier werden bis zum heutigen Tage viele Geschäfte unter Bremer Kaufleuten per Handschlag vereinbart. Das ist eine alte Tradition in Bremen.



Den Abschluss des Bremer Marktplatzes bildet der Bremer Dom, der zum Glück im letzten Krieg nicht beschädigt wurde, obwohl über 50% von Bremen in Schutt und Asche lagen.


Mitten zwischen den Füßen des Rolands (siehe weiter oben) ist die hier abgebildete Steinfigur zu sehen. Kaum ein Tourist beachtet diese Figur, jeder achtet nur auf den starken Roland.


Dabei hat der Roland eigentlich gar nichts für Bremen getan, er ist lediglich ein Sinnbild für den Freiheitswillen Bremen.  Die Figur zwischen seinen Füßen stellt dagegen einen Krüppel dar, der sehr viel für Bremen getan hat.

Bremen besaß früher kaum Weideland und Wald. Da hat die Gräfin Emma, der das umliegende Land gehörte, beschlossen, den Bremern so viel Land zu schenken, wie ein Mann an einem Tag zu Fuß umrunden kann. Ihr Mann, der sehr geizig war, bat darum, den Mann aussuchen zu dürfen und wählte einen Krüppel aus. 

Dieser arme Mann strengte sich vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang an und umkroch ein sehr großes Gebiet, sodass die Bremer nun eine Bürgerweide und einen großen Bürgerpark ihr Eigen nennen konnten. 

Während der Krüppel das Gebiet umkroch, wurde er von den Bremern den ganzen Tag mit Essen und Trinken versorgt. Als er mit untergehender Sonne wieder am Ausgangspunkt eintraf und nachdem er damit so viel für Bremen getan hatte, brach er tot zusammen. Und deshalb hat man ihm zwischen den Füßen des Rolands ein Denkmal gesetzt.

Manchmal denke ich, dass es besser in dieser Welt aussehen würde, wenn man den Menschen ein großes Denkmal setzen würde, die etwas Positives und Gutes für die Gemeinschaft getan haben, und wenn man den Menschen, die Kriege geführt haben, keine Denkmäler mehr setzen würde.

Und damit komme ich zum Abschluss meines kleinen Rundganges, einem großen schwarzen Stein, auf den zahlreiche Bremer in der Nähe des Marktplatzes, des Domes und des Rathauses auch heute noch aus Tradition spucken. 

Ich selbst pflege diese Tradition nicht, aber dieser schwarze Stein erinnert mich jedes Mal, wenn ich an ihm vorbeikomme, daran, wie wichtig es ist, gegen das Böse und Schlechte in dieser Welt zu kämpfen. 
An der Stelle, wo dieser Stein liegt, wurde 1831 Gesche Gottfried hingerichtet, die einzige Serienmöderin, die es je in Bremen gegeben hat. Sie brachte über einen Zeitraum von 20 Jahren 15 Menschen durch das Gift Arsen um

Man verdächtigte sie in all den Jahren nicht, weil sie auch ihre eigenen kleinen Kinder, ihre eigenen Ehemänner, ihre eigenen Eltern und ihren eigenen Zwillingsbruder nicht verschonte. 

Allen mischte sie Arsen ins Essen und man vermutete, dass es sich um eine noch unbekannte Seuche handele und bedauerte diese Frau von Herzen. Erst nach den letzten Morden kam man ihr auf die Schliche und sie wurde an der Stelle des schwarzen Steins mit einem Schwert hingerichtet.

Um meinen Rundgang fröhlich abzuschließen, beende ich ihn mit einem Foto aus dem Sommer.
Wenn es im Sommer schön warm ist, dann erhole ich mich gerne am Weserstrand oder ich sitze im Café Sand und esse ein schönes Stück Apfelkuchen und trinke eine heiße Schokolade dazu.


Ihr Lieben,

ich hoffe, mein kleiner Stadtrundgang hat Euch einen kleinen Eindruck verschafft, was Bremen betrifft.
Es ist mir jeden Tag eine ganz große Freude, Eure Kommentare zu lesen und mich mit Euch auszutauschen. Ich bin froh, dass es Euch gibt und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner vom Weserstrand