3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Donnerstag, 11. Juni 2026

Werners heimliche Liebe

 

Werners heimliche Liebe - die Stadt Bremen

Bremens wundervoller Werdersee
Ihr Lieben,

auf vielfachen Wunsch wiederhole ich nach langer Zeut heute für alle, die Bremen noch nicht kennen, meinen kleinen Rundgang durch Bremen . 

Mein Stiefvater sagte immer: "Bremen ist ein Dorf mit einer Straßenbahn" und daran ist etwas Wahres. Bremen ist zwar von seiner Länge her (Bremen-Osterholz bis Bremen-Schönebeck) eine sehr große Stadt (52 Kilometer(!), aber an manchen Stellen ist Bremen eben auch nur wenige hundert Meter breit. 

Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass ich mit meinem Fahrrad, nachdem ich in wenigen Minuten die Weser überquert habe, mitten im Grünen bin und gar nicht mehr das Gefühl habe, in der Nähe einer Großstadt zu sein.

Mein Rundgang durch Bremen ist natürlich ein sehr persönlicher und soll Euch ein wenig die Besonderheiten von Bremen zeigen. Viel Spaß!


Neben den üblichen Supermärkten gibt es bei uns in Bremen z.B. noch solche Geschäfte wie diese, in denen ich sehr gerne einkaufe, weil man dort noch persönlich bedient wird und auch einen, wie man hier sagt, Schnack (Gespräch) halten kann.   
                                                                             


Bei dieser kleinen Gasse handelt es sich um das berühmte Schnoorviertel in Bremen und man sieht noch genau, wie eng im Mittelalter die kleinen Gassen in Bremen waren, Heute gibt es hier viele Andenkenländen und vor allem wunderbare Restaurants und Cafés.


Als ich diese alte Inschrift in einer kleinen Seitengasse, in die selten Touristen kommen, entdeckte, überkam mich ein Gefühl der Erleichterung, weil ich doch froh bin, dass wir heute in so hygienischen Verhältnissen leben. 

In der Zeit des Mittelalters hat man das Weserwasser zum Brauen des Bieres verwendet und um möglichst sauberes Wasser zu haben, wurde eben einen Tag früher bekannt gemacht, dass niemand seine Notdurft in die Weser verrichtet. 

O glückliche Neuzeit!!!



Dies ist der Eingang zu der Böttcherstraße, die direkt vom Bremer Marktplatz abzweigt. Hier sind viel Restaurants, aber auch eine Goldschmiedewerkstatt, handwerkliche Läden und ein wunderbares Glockenspiel zu finden.


Als ich vor längerer Zeit einmal auf dem Bremer Marktplatz stand, fragte mich ein schwäbischer Tourist: "Was ist das denn für ein Haus?" 
Was dieser Tourist als "Haus" bezeichnete, darauf sind wir Bremer ganz besonders stolz, denn es handelt sich um das Bremer Rathaus, das gleichzeitig Weltkulturerbe ist.



Der Markplatz von Bremen wird umschlossen von schönen alten Häusern, die auch sehr gepflegt werden. Im Sommer stehen vor diesen Häsern ganz viele Tische und Stühle und die Bremer und die Touristen sitzen dann draußen, genießen die Sonne und lassen es sich bei leckeren Speisen oder Kaffee und Kuchen gutgehen.


Das einzige Gebäude am Marktplatz, das mir nicht gefällt, ist das Gebäude der Bremer Bürgerschaft, das ist der Landtag des Bundeslandes Bremen.


Neben dem Rathaus ist der Bremer Roland eines der Wahrzeichen der Stadt Bremen. Er ist das Sinnbild für die Freiheitsliebe und Unabhängigkeit der Bremer. 
Unten neben dem Rathaus seht Ihr mich übrigens stehen. Ich habe einen Touristen gebeten, das Foto zu machen, damit Ihr an dem Größenvergleich (ich bin 1,79 m) sehen könnt, wie groß der Roland ist!



Nur wenige Schritte weiter steht das berühmteste Bremer Wahrzeichen, die Bremer Stadtmusikanten, die in aller Welt bekannnt sind.
Und das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten kennt Ihr ja sicher alle!


Im Sommer, wenn die Sonne am Vormittag und Mittag warm auf das Bremer Rathaus scheint, setze ich mich gerne unter die Rathausarkaden und schaue dem Treiben auf dem Bremer Marktplatz zu.
Da kann ich so richtig die Seele baumeln lassen und alle Unruhe und aller Stress fallen von mir ab.


Gegenüber dem Rathaus steht der Bremer Schütting.
Das ist das Haus der Bremer Kaufleute. Hier werden bis zum heutigen Tage viele Geschäfte unter Bremer Kaufleuten per Handschlag vereinbart. Das ist eine alte Tradition in Bremen.



Den Abschluss des Bremer Marktplatzes bildet der Bremer Dom, der zum Glück im letzten Krieg nicht beschädigt wurde, obwohl über 50% von Bremen in Schutt und Asche lagen.


Mitten zwischen den Füßen des Rolands (siehe weiter oben) ist die hier abgebildete Steinfigur zu sehen. Kaum ein Tourist beachtet diese Figur, jeder achtet nur auf den starken Roland.


Dabei hat der Roland eigentlich gar nichts für Bremen getan, er ist lediglich ein Sinnbild für den Freiheitswillen Bremen.  Die Figur zwischen seinen Füßen stellt dagegen einen Krüppel dar, der sehr viel für Bremen getan hat.

Bremen besaß früher kaum Weideland und Wald. Da hat die Gräfin Emma, der das umliegende Land gehörte, beschlossen, den Bremern so viel Land zu schenken, wie ein Mann an einem Tag zu Fuß umrunden kann. Ihr Mann, der sehr geizig war, bat darum, den Mann aussuchen zu dürfen und wählte einen Krüppel aus. 

Dieser arme Mann strengte sich vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang an und umkroch ein sehr großes Gebiet, sodass die Bremer nun eine Bürgerweide und einen großen Bürgerpark ihr Eigen nennen konnten. 

Während der Krüppel das Gebiet umkroch, wurde er von den Bremern den ganzen Tag mit Essen und Trinken versorgt. Als er mit untergehender Sonne wieder am Ausgangspunkt eintraf und nachdem er damit so viel für Bremen getan hatte, brach er tot zusammen. Und deshalb hat man ihm zwischen den Füßen des Rolands ein Denkmal gesetzt.

Manchmal denke ich, dass es besser in dieser Welt aussehen würde, wenn man den Menschen ein großes Denkmal setzen würde, die etwas Positives und Gutes für die Gemeinschaft getan haben, und wenn man den Menschen, die Kriege geführt haben, keine Denkmäler mehr setzen würde.

Und damit komme ich zum Abschluss meines kleinen Rundganges, einem großen schwarzen Stein, auf den zahlreiche Bremer in der Nähe des Marktplatzes, des Domes und des Rathauses auch heute noch aus Tradition spucken. 

Ich selbst pflege diese Tradition nicht, aber dieser schwarze Stein erinnert mich jedes Mal, wenn ich an ihm vorbeikomme, daran, wie wichtig es ist, gegen das Böse und Schlechte in dieser Welt zu kämpfen. 
An der Stelle, wo dieser Stein liegt, wurde 1831 Gesche Gottfried hingerichtet, die einzige Serienmöderin, die es je in Bremen gegeben hat. Sie brachte über einen Zeitraum von 20 Jahren 15 Menschen durch das Gift Arsen um

Man verdächtigte sie in all den Jahren nicht, weil sie auch ihre eigenen kleinen Kinder, ihre eigenen Ehemänner, ihre eigenen Eltern und ihren eigenen Zwillingsbruder nicht verschonte. 

Allen mischte sie Arsen ins Essen und man vermutete, dass es sich um eine noch unbekannte Seuche handele und bedauerte diese Frau von Herzen. Erst nach den letzten Morden kam man ihr auf die Schliche und sie wurde an der Stelle des schwarzen Steins mit einem Schwert hingerichtet.

Um meinen Rundgang fröhlich abzuschließen, beende ich ihn mit einem Foto aus dem Sommer.
Wenn es im Sommer schön warm ist, dann erhole ich mich gerne am Weserstrand oder ich sitze im Café Sand und esse ein schönes Stück Apfelkuchen und trinke eine heiße Schokolade dazu.


Ihr Lieben,

ich hoffe, mein kleiner Stadtrundgang hat Euch einen kleinen Eindruck verschafft, was Bremen betrifft.
Es ist mir jeden Tag eine ganz große Freude, Eure Kommentare zu lesen und mich mit Euch auszutauschen. Ich bin froh, dass es Euch gibt und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner vom Weserstrand


Donnerstag, 4. Juni 2026

Geschichte: Das Geheimnis der vergessenen Tür

 

Geh durch die Tür Deiner Angst hindurch!

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Paul Maar erzählen:

„Die vergessene Tür“

„Ich muss damals acht Jahre alt gewesen sein, als ich im Hause meiner Großeltern eine Tür entdeckte, die mir Angst machte. Sie befand sich oben auf dem Dachboden des alten Gebäudes. 

Es war eine ganz gewöhnliche, braune Tür aus unbearbeitetem Holz. Einige Male war ich schon mit Großvater oben auf dem Dachboden gewesen, aber die Tür war mir noch nie aufgefallen.

„Opa, woher kommt die Tür?“, fragte ich. „Woher soll sie kommen, sie ist schon immer da gewesen“, antwortete der Großvater gleichmütig. Er suchte unter alle dem Gerümpel nach alten Flaschen.

„Und wohin führt sie?“, fragte ich weiter. „Nirgendwohin“, sagte er, blies den Staub von einer Flasche und stellte sie zu den übrigen in einen Korb. „Nirgendwohin? Das gibt es doch gar nicht. Ich meine: Wenn man da durchgeht, wo kommt man da hin?“

„Man kann nicht durchgehen.“, antwortete der Großvater geduldig. „Habt ihr den Schlüssel verloren?“, bohrte ich weiter. „Nein, sie ist nicht abgeschlossen“, sagte er und lachte ein wenig. 

„Du kannst sie öffnen, wenn Du Dich traust, die Spinnweben zu entfernen.“
Ich trat auf die Tür zu, streckte den Zeigefinger aus und wischte die Spinnweben fort, die vom Türgriff herabhingen. Irgendetwas in meinem Inneren hinderte mich daran, den Griff anzufassen, herunterzudrücken und die Tür zu öffnen.
Quelle: Werner Forneberg

An diesem Abend konnte ich nicht einschlafen. Ich musste ständig an die Tür denken, die ich nicht geöffnet hatte und die ins Nirgendwo führte. Schließlich schlief ich doch ein und träumte von einer Tür, aus der eine große Hand nach mir griff und mich hindurchziehen wollte. Ich sträubte mich dagegen, ich schrie und schlug um mich, bis Großmutter kam und mich wachrüttelte.

Während des Tages vergaß ich die Tür. Aber am Abend im Bett kehrte die Angst zurück. Und wieder hatte ich einen Albtraum, in dem eine riesige Tür die Hauptrolle spielte.
„Heute Nacht hast Du wieder im Schlaf geschrien“, sagte der Großvater beim Frühstück zu mir.

„Sag schon, was ist da los?“ „Ich fürchte mich vor der Tür“, gestand ich. „Vor der Tür?“, fragte er verständnislos. „Vor der Tür auf dem Dachboden“, antwortete ich. Der Großvater schien zu begreifen. „Die Tür, die Du aufmachen wolltest und dann doch nicht geöffnet hast“, sagte er.

„Da gibt es nur ein Mittel gegen die Angst: Wir gehen zusammen nach oben und öffnen sie!“
Er nahm mich an die Hand und wir stiegen gemeinsam die Treppen hoch zum Dachboden. Vor der Tür blieb er stehen. „Mach sie auf!“, sagte er. „Kannst Du sie nicht aufmachen?“, fragte ich zaghaft.

„Nein“, sagte er. „Wenn man Angst vor etwas hat, gibt es nur ein Mittel dagegen: Man muss durch die Angst hindurchgehen. Wenn Du die Tür öffnest, wirst Du Dich niemals mehr vor ihr fürchten.

Ich stand vor der Tür und streckte die Hand nach dem Griff aus. Ich fand es lächerlich, aber ich schaffte es nicht, diese Tür aufzumachen.
Ich fühlte Schweißtropfen auf meiner Stirn. 

„Bitte, Opa, mach die Tür auf“, bat ich ihn inständig. Er schüttelte den Kopf. „Du muss es selbst tun“, sagte er.

Mit einem Ruck riss ich den Türgriff nach unten und zog die Tür auf. Dahinter war nichts als eine rote Bachsteinmauer. „Du hast es geschafft!“, sagte der Großvater erleichtert. „Siehst Du, es ist genauso, wie ich es Dir gesagt habe, die Tür führt nirgendwohin.“

„Aber warum ist da eine Mauer?“, fragte ich. „Früher haben dieses Haus und das Nachbarhaus zusammengehört, man konnte von einem Dachboden auf den anderen gehen“, erklärte er. „Als mein Vater das Haus gekauft hat, ließ er die Türöffnung zumauern. Darum ist da jetzt eine Mauer.“

Natürlich habe ich später noch oft Angst gehabt, auch als Erwachsener. Aber Großvaters Rezept, dass man „durch die Angst hindurchgehen müsse“, hat mir immer geholfen.“
Quelle: Raymonde Graber
Ihr Lieben,

bei unseren Ängsten, die manchmal unser Leben erschweren, die unser Leben manchmal verdunkeln, verhält es sich wie mit der Tür in unserer Geschichte. Die Tür ist nicht verschlossen, der Zugang zur Tür ist uns nicht verwehrt, aber wir trauen uns nicht, die Tür zu unserer Angst aufzumachen, uns unserer Angst zu stellen.

Wir vermuten hinter der Tür ganz schreckliche Dinge, unsere Fantasie spielt uns manch schrecklichen Streich in dem Zusammenhang und mit der Zeit entwickeln wir sogar Angst vor der Angst!

Das einzige Mittel, um die Angst zu besiegen, ist, sich ihr zu stellen, die Tür zu öffnen und der Angst ins Gesicht zu blicken. Wenn wir die Tür zur Angst nicht öffnen, dann wird unsere Angst immer größer, weil wir uns ihr nicht stellen, weil wir nicht wissen, was sich hinter der Tür genau verbirgt.

Eine solche Angst hat in unserer Straße sogar eine Bezeichnung: 
Es ist die namenlose Angst, die unsere Lebensfreude tötet. 
Erst dann, wenn wir uns der Angst stellen, wenn wir ihr ins Angesicht blicken, bekommt sie einen Namen und wir werden wie der kleine Junge in unserer Geschichte, in vielen Fällen feststellen, dass die Angst in Wirklichkeit nicht bedrohlicher ist als die Backsteinmauer in unserer Geschichte.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

Ich wünsche Euch einen heiteren angstfreien Tag und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 29. Mai 2026

Geschichte: Die beiden Portale

 

Du entscheidest selbst darüber, ob Du geliebt wirst!

Quelle: Karin Heringshausen

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Norbert Possmann erzählen:

„Die beiden Portale“

„Es waren einmal zwei Brüder, es könnten aber auch zwei Schwestern gewesen sein, die beide davon träumten, berühmt zu werden. Eines Nachts hatten beide den gleichen Traum:

Eine gütige Fee erschien ihnen und führte einen jeden von ihnen in eine hohe Halle, an deren Ende sich zwei Portale befanden.
Sie sprach zu jedem von ihnen:
„Schau Dir die beiden Portale genau an und dann entscheide Dich, durch welche Tür Du diese Halle verlassen willst!“

Das eine Portal hatte in der Mitte eine Tür, die war hoch und prächtig und mit goldenen Beschlägen verziert. Fürstlich fühlte sich jeder, wenn er durch die hindurchschritt. Auf der rechten und der linken Seite dieser Tür befanden sich zwei kleine Türen, durch die man nur gebückt hindurchgehen konnte.

Das andere Portal hatte in der Mitte eine kleine Tür und rechts und links neben der Tür waren zwei große, prächtige Türen zu sehen.

Die beiden Brüder waren sich in ihrem Traum unsicher und fragten daher die gütige Fee, was die beiden Portale zu bedeuten hätten.

„Ganz einfach“, antwortete sie jedem von ihnen,
„durch das eine Portal kannst nur DU aufrecht hndurch schreiten und alle anderen neben Dir müssen gebückt durch die beiden kleinen Türen gehen.
Durch das andere Portal kannst nur DU gebückt gehen, die anderen Menschen neben Dir können aber aufrecht hindurch
schreiten .“

Bis zu dieser Stelle hatten die beiden Brüder denselben Traum.

Doch der eine entschied sich dafür, aufrecht und prächtig schreitend durch das mittlere Portal zu gehen, denn er dachte bei sich selbst:
„Mögen doch die Anderen den Kopf einziehen und sich klein machen.“

Der andere entschied sich dagegen für die kleine Pforte, denn er sprach zu sich:

Das will ich keinem neben mir zumuten, dass er wegen mir den Kopf einziehen muss. Denn wer die anderen neben sich klein macht, ist niemals groß.“

Beide wurden berühmt in dieser Welt.

Als der eine zu Grabe getragen wurde, 
schüttelten die Menschen den Kopf und sagten:
„Gut, dass es ihn nicht mehr gibt!“

Als aber der andere zu Grabe getragen wurde, 
weinten die Menschen und sprachen:
„Schade um diesen guten aufrechten Menschen!“
Quelle: Werner Forneberg

Ihr Lieben,

Damit diese Geschichte nicht missverstanden wird, 
möchte ich darauf hinweisen, dass es hier nicht darum geht, dass es angeblich besser ist, gebeugt durch das Leben zu laufen, statt aufrecht durch das Leben zu schreiten.

Wir sollen nicht gebeugt durch das Leben schreiten, 
sondern hoch erhobenen Hauptes.

Denn nur der, der ausrecht durch das Leben schreitet, 
sieht die Sonne am Himmel leuchten.

Denn nur der, der ausrecht durch das Leben schreitet,
sieht die Schönheit des Lächelns im Gesicht anderer Menschen.


Denn nur der, der ausrecht durch das Leben schreitet, 
lernt, ohne Angst dem Leben ins Gesicht zu blicken.

In unserer heutigen Geschichte geht es aber um etwas Anderes, es geht um den Umgang mit anderen Menschen. Wer sich in den Beziehungen mit anderen Menschen, sei es in der Partnerschaft, sei es im Verhältnis zu den eigenen Kindern und Enkelkindern, sei es im Umgang mit Verwandten, Freunden und Bekannten stets in den Vordergrund stellt, stets auf seinen Vorteil bedacht ist, der darf sich nicht wundert, wenn er einsam und unglücklich ist.

Im Umgang mit anderen Menschen gibt es ein großes Geheimnis zu bedenken:
Wenn ich im Zusammensein mit einem Menschen gerne groß erscheinen möchte, sodass der andere umso geringer erscheint, dann werde ich niemals sein Herz gewinnen, erst recht dann nicht, wenn ich meiner Kritiksucht nachgebe und ihn, wann immer es mir möglich ist, kritisiere.

Wenn ich aber im Zusammensein mit einem Menschen vor allem Wert darauf lege, dem anderen Menschen zu verdeutlichen, dass er etwas Besonderes ist, dass er einzigartig ist, dass ich ihm gerne den Vortritt lasse, dann werde ich sein Herz und seine Zuneigung gewinnen, erst recht dann, wenn ich ihn ermutige und ihn unterstütze auf seinem Lebensweg.
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein rundum zufriedenes Wochenende, viel Mut zum Ermutigen, keinen Mut zum Kritisieren, ganz viel Mut zum Umarmen und ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Werner Forneberg

Mittwoch, 27. Mai 2026

Geschichte: Es geht um Dein Leben!

 

Nimm Dir das Leben!

Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

bevor Ihr Euch ereifert und sagt, wie kann der Werner heute nur eine solche Überschrift wählen, lest lieber zuerst die heutige Geschichte von James E. Corner und meine Gedanken dazu:

„Es geht um Dein Leben!“

Am 23. Mai 1983 wurde über die Nachrichtenagentur Associated Press folgende Geschichte verbreitet:

Es geschah in den 1960er/1970er Jahren in den USA.
Ein junges Mädchen namens Mary Groda lebte in den Weiten des US-amerikanischen Bundesstaates Texas in einem kleinen Dorf und wurde von ihrer Familie vernachlässigt und nicht gefördert.

Mary Groda lernte als Kind weder lesen noch schreiben.
Die Fachleute stuften sie als geistig zurückgeblieben ein.
Als Jugendliche bekam sie noch einen weiteren Stempel aufgedrückt.
Da wurde sie als schwer erziehbar für zwei Jahre in eine sogenannte Besserungsanstalt geschickt.

Ironischerweise machte sich Mary hier – hinter den hohen Mauern und den geschlossenen Türen – daran, sich der Herausforderung des Lernens zu stellen.
Um ihr Ziel zu erreichen, arbeitete sie bis zu sechzehn Stunden täglich.
Ihr Fleiß wurde belohnt: Sie schaffte den Highschool-Abschluss, einen Abschluss, der mit unserer Mittleren Reife vergleichbar ist.
Quelle: Werner Forneberg

Aber Mary blieb vom Pech nicht verschont.
Nach ihrer Entlassung aus dem Heim wurde sie schwanger.
Der Vater des Kindes machte sich aus dem Staub.


Zwei Jahre später erlitt sie während einer weiteren Schwangerschaft einen Schlaganfall, der sie ihrer so hart erarbeiteten Lese- und Schreibfähigkeiten beraubte.
Doch mithilfe liebevoller Menschen kämpfte Mary und sie gewann zurück, was sie verloren hatte. 
Sie nahm sieben Pflegekinder bei sich auf, um finanziell über die Runden zu kommen und um gleichzeitig anderen Kindern ein ähnliches Schicksal, wie sie es erlebt hatte, zu ersparen.

Gleichzeitig belegte sie Kurse in einem College. Nachdem sie den Collegeabschluss geschafft hatte, der unserem Abitur entspricht, bewarb sie sich mit Erfolg um einen Studienplatz für Medizin an der Albany Medical School.

Im Frühjahr 1984 nahm Mary Groda Lewis – sie war inzwischen verheiratet – im akademischen Ehrengewand ihre Doktorwürde entgegen. Wir können nur erahnen, was in ihr vorging, als sie dieses beredte Zeugnis ihres unerschütterlichen Glaubens an sich selbst in den Händen hielt – dieses Diplom, das aller Welt verkündete:

Hier auf diesem kleinen Fleckchen Erde steht ein Mensch, der das Unmögliche zu träumen wagte, ein Mensch, der der lebende Beweis für das Göttliche in uns ist. Hier steht Mary Groda Lewis, Doktor der Medizin.“
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

dies ist eine ganz wundervolle Geschichte. 
Aber wir begehen einen ganz großen Fehler, wenn wir glauben, dass die Lehre aus dieser Geschichte sei:
„Du musst nur ganz fest an den Erfolg glauben 
und dann wirst Du auch Dein Ziel erreichen!“

Ich habe viele Menschen kennengelernt, die haben ganz fest an den Erfolg dessen, was sie vorhatten, geglaubt und sind dennoch gescheitert. 

Wenn wir uns auf den Weg machen, Ziele zu erreichen, bekommen wir keine Garantie, dass wir es tatsächlich schaffen, entscheidend ist aber, dass wir es wenigstens versuchen!

Wenn wir begreifen, dass nicht das Erreichen des Zieles das Entscheidende ist, sondern der Mut, den wir aufbringen, wenn wir uns auf den Weg machen, dann werden wir nicht enttäuscht sein, wenn wir das Ziel nicht erreichen,
weil wir dann stolz zu uns selbst sagen können:  
„Ich habe es wenigstens versucht!“

Jetzt komme ich auf die heutige Überschrift zurück:
„Wenn jemand sagt: „
Ich nehme mir das Leben!“, dann glauben wir in 100% aller Fälle, dieser Mensch wolle sich umbringen, er wolle sterben.

Den Satz „Ich nehme mir das Leben“ können wir aber auch ganz anders verstehen.
Viele Menschen verspüren das Gefühl, dass das Leben an ihnen vorüberrauscht, dass sie vor lauter Arbeit und Stress gar nicht dazu kommen, wirklich zu leben.

Diesen Menschen, die vom Leben enttäuscht sind, die feststellen: „Das kann doch nicht alles sein oder gewesen sein!“, denen möchte ich zurufen
Nimm Dir das Leben!",
ergreife es, lass nicht zu, dass das Leben an Dir vorbeizieht, sondern mach aus Deinem Leben das, was Du daraus machen möchtest, denn das ist das, was wir aus unserer heutigen Geschichte lernen können.

Und wenn es Euch nicht gelingt, Euer ganzes Leben umzukrempeln, oder wenn es Euch nicht möglich ist, aus Eurem bisherigen Leben vollständig auszubrechen, weil Ihr verständliche und gute Verpflichtungen gegenüber uren Lieben habt, dann solltet Ihr Euch wenigstens die Freiheit nehmen, ab und zu einen Tag pro Monat oder Woche zu ergreifen, für Euch zu reservieren und an diesem einen Tag genau das zu machen, was Ihr schon immer machen wolltet.

Wenn Ihr das macht, wenigstens einen Tag pro Monat ganz nach Euren Wünschen gestaltet oder gemeinschaftlich mit Euren Lieben,
dann werdet Ihr ein kleines Wunder erleben, nämlich, wie Eurer Leben durch einen solchen Tag bereichert wird durch einen dreifache Freude:
Durch die Vorfreude auf diesen Tag, durch die Freude an diesem Tag und durch die Nachfreude über diesen Tag!


Das ist es, was ich meine, wenn ich sage:
„Nimm Dir das Leben, ergreife das Leben!“

Was wir daraus lernen können, ist dies:
Es ist wichtig, dass wir in uns hineinhorchen, 
um herauszufinden, was unsere tiefste Sehnsucht ist.
Und wenn wir das herausgefunden haben, dann sollten wir, 
wenn es möglich ist, uns auf den Weg machen, diese Sehnsucht zu erfüllen.

Diese tiefe innere Sehnsucht, das ist es, was Mary Groda Lewis in unserer Geschichte die Kraft verliehen hat, durchzuhalten, nicht aufzugeben, an sich selbst zu glauben.

Was ist Deine Sehnsucht?
Du wolltest schon immer ein Buch schreiben?
Schreibe es!
Du wolltest schon immer ein große Radtour durch ganz Deutschland machen?
Radele los!
Du wolltest schon immer eine Weltreise machen?
Fange an zu planen!
Du wolltest schon immer einen Malkurs mitmachen?
Melde Dich an! 
Du wolltest Dir schon immer mehr Zeit für Dich selbst nehmen? 
Wenn nicht jetzt, wann dann!!!
Du wolltest schon immer anderen Menschen mehr Liebe schenken? 
Fang an zu lächeln, nimm Deine Kinder in den Arm, 
lade die einsame Nachbarin zum Kaffee ein!
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

ich hoffe, dass tief in Euch die Sehnsucht brennt, die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben!
Ich hoffe, Ihr findet den Mut, Euch auf den Weg zu machen, Eure Sehnsucht zu befriedigen.
Ich wünsche Euch ein erfülltes Lebe
n und grüße Euch herzlich aus dem schönen Bremen

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Werner Forneberg