Es geht in diesen schweren Zeiten darum, Menschen dazu zu ermutigen, anderen Menschen offen und frei ins Gesicht zu blicken und offen und frei die eigene Meinung zu äußern, und es geht darum, Menschen Hoffnung zu vermitteln, damit sie in ihrem Leben glücklich werden.
3326 Geschichten
Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.
Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran: Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen
heute
möchte ich Euch ein afrikanisches Märchen erzählen:
„Deine Aufgabe!“
Eine große langandauernde Trockenheit
hatte das Land überfallen. Zuerst war das Gras braun und grau geworden. Dann
starben zahlreiche Büsche und viele kleine Bäume. Kein Regen fiel auf das Land
und der Morgen erwachte ohne die Erfrischung des kühlenden Taus.
Etliche Tiere
waren bereits verdurstet und nur wenige hatten noch die Kraft gefunden, aus
dieser Wüste zu fliehen. Die Trockenheit dauerte an. Selbst die stärkten,
ältesten Bäume, deren Wurzeln tief in die Erde hineinreichten, verloren ihre
Blätter.
Alle Brunnen und Flüsse, die Quellen und Bäche waren vertrocknet. Eine
einzige Blume war am Leben geblieben, denn eine ganz kleine Quelle spendete ihr
täglich noch ein paar Tropfen Wasser.
Doch die Quelle verzweifelte: „Alles vertrocknet, verdurstet und stirbt, und
ich kann nichts daran ändern. Wozu sollte es noch sinnvoll sein, dass ich ein
paar Tropfen aus der Erde hole und auf den Boden fallen lasse?“
Quelle. Werner Forneberg
Ein alter kräftiger Baum hörte ihre Klage und sagte, bevor erstarb, zur Quelle:
„Niemand erwartet von Dir, dass Du die ganze Wüste zum Grünen und Blühen
bringst. Deine Aufgabe ist es, einer einzigen Blume Leben zu schenken, mehr
nicht!“
Wenn ich diese Geschichte lese, dann
kann ich die Verzweiflung der Quelle gut verstehen. Die immer wieder neuen Hitzewellen,
die das Leben vieler Menschen auf dieser Welt erschweren, die schrecklichen Kriege in dieser
Welt, die vor allem das Leben der Menschen bedrohen, die eigentlich nur
friedlich ihr Leben leben wollen, die Hungersnöte in der Welt, unter denen vor
allem viele Kinder leiden -
Wenn wir uns diese Hitzewellen, diese Kriege und diese Hungersnöte vor Augen
führen, dann können wir tatsächlich verzweifeln.
Das liegt vor allem daran,
dass wir angesichts dieses weltweiten Leides zu der Überzeugung gelangen, wir
könnten ohnehin gegen diese Leid nichts ausrichten, wir seien angesichts dieses
Leid völlig machtlos. Aber wir sollten niemals aufgeben!
Quelle: Alexander Rykow
Unsere Aufgabe ist es
nicht, die ganze Welt zu heilen, unsere Aufgabe ist es, uns auf einen Menschen
zu konzentrieren und ihm zur Seite zu stehen.
Die Welt zu retten – diese Aufgabe
ist für jeden von uns zu groß. Unsere Aufgabe ist es, einem einzelnen Menschen
zur Seite zu stehen.
Diese Aufgabe zu erfüllen, das kann in vielen Formen
geschehen. Wir können die Patenschaft für ein Kind in der Dritten Welt übernehmen, wir können eine alte Nachbarin regelmäßig mal zu Kaffee und Kuchen einladen und
auf diese Weise ihre Einsamkeit durchbrechen und Sonne in ihren Alltag bringen.
Wir können auf unseren täglichen Wegen Menschen ein Lächeln schenken. Die
Möglichkeiten, einem einzelnen Menschen glücklich zu machen, sind so zahlreich
wie die Sandkörner am Strand des Meeres.
Quelle: www.gesund-netzwerk.de
Ihr Lieben,
Ich bitte euch herzlich, denkt
einmal darüber nach, welchem Menschen Ihr zur Seite stehen, welchen Menschen
Ihr glücklich machen könnt.
„Wer nur einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt.“ (aus dem Talmud)
„Jeder Mensch sollte mit seinem Leben die Welt ein ganz kleine wenig besser
machen!“ (aus dem Film „der kleine Lord“)
ich möchte Euch heute eine Geschichte von Heinz Körner erzählen:
Es
war einmal ein Gärtner. Eines Tages nahm er seine Frau bei der Hand und sagte:
"Komm, Frau, wir wollen einen Baum pflanzen." Die Frau antwortete:
"Wenn Du meinst, mein lieber Mann, dann wollen wir einen Baum pflanzen.“
Sie gingen in den Garten und pflanzten einen Baum.
Es
dauerte nicht lange, da konnte man das erste Grün zart aus der Erde sprießen
sehen. Der Baum, der eigentlich noch kein richtiger Baum war, erblickte zum
ersten Mal die Sonne. Er fühlte die Wärme ihrer Strahlen auf seinen Blättchen
und streckte sich ihnen hoch entgegen.
Er begrüßte sie auf seine Weise, ließ
sich glücklich bescheinen und fand es wunderschön, auf der Welt zu sein und zu
wachsen. "Schau", sagte der Gärtner zu seiner Frau, "ist er
nicht niedlich, unser Baum?" Und seine Frau antwortete: "Ja, lieber
Mann, wie du schon sagtest: Ein schöner Baum!"
Quelle: Karin Heringshausen
Der Baum begann größer und
höher zu wachsen und reckte sich immer weiter der Sonne entgegen. Er fühlte den
Wind und spürte den Regen, genoss die warme und feste Erde um seine Wurzeln und
war glücklich. Und jedes Mal, wenn der Gärtner und seine Frau nach ihm sahen,
ihn mit Wasser tränkten und ihn einen schönen Baum nannten, fühlte er sich
wohl. Denn da war jemand, der ihn mochte, ihn hegte, pflegte und beschützte. Er
wurde liebgehabt und war nicht allein auf der Welt.
So
wuchs er zufrieden vor sich hin und wollte nichts weiter als leben und wachsen,
Wind und Regen spüren, Erde und Sonne fühlen, liebgehabt werden und andere
liebhaben.
Eines
Tages merkte der Baum, dass es besonders schön war, ein wenig mehr nach links
zu wachsen, denn von dort schien die Sonne mehr auf seine Blätter. Also wuchs
er jetzt ein wenig nach links. "Schau", sagte der Gärtner zu seiner
Frau, "unser Baum wächst schief. Seit wann dürfen Bäume denn schief
wachsen, und dazu noch in unserem Garten? Ausgerechnet unser Baum. Gott hat die
Bäume nicht geschaffen, damit sie schief wachsen, nicht wahr Frau?" Seine
Frau gab ihm natürlich Recht. "Du bist eine kluge und gottesfürchtige
Frau", meinte daraufhin der Gärtner. "Hol also unsere Schere, denn
wir wollen den Baum gerade schneiden."
Quelle: Helmut Mühlbacher
Der
Baum weinte. Die Menschen, die ihn bisher so lieb gepflegt hatten, denen er
vertraute, schnitten ihm die Äste ab, die der Sonne am nächsten waren. Er
konnte nicht sprechen und deshalb nicht fragen. Er konnte nicht begreifen. Aber
sie sagten ja, dass sie ihn liebhätten und es gut mit ihm meinten. Und sie
sagten, dass ein richtiger Baum gerade wachsen müsse. Und Gott es nicht gern
sähe, wenn er schief wachse. Also musste es wohl stimmen. Er wuchs nicht mehr
der Sonne entgegen.
"Ist
er nicht brav, unser Baum?" fragte der Gärtner seine Frau. "Sicher,
lieber Mann!", antwortete sie, "du hast wie immer recht. Unser Baum
ist ein braver Baum." Der Baum begann zu verstehen. Wenn er machte, was
ihm Spaß und Freude bereitete, dann war er anscheinend ein böser Baum. Er war
nur lieb und brav, wenn er tat, was der Gärtner und seine Frau von ihm
erwarteten. Also wuchs er jetzt strebsam in die Höhe und gab darauf Acht, nicht
mehr schief zu wachsen.
"Sie
dir das an", sagte der Gärtner eines Tages zu seiner Frau, "unser
Baum wächst unverschämt schnell in die Höhe. Gehört sich das für einen rechten
Baum?" Seine Frau antwortete: "Aber nein, lieber Mann, das gehört
sich natürlich nicht. Gott will, dass Bäume langsam und in Ruhe wachsen. Und
auch unser Nachbar meint, dass Bäume bescheiden sein müssten, ihrer wächst auch
schön langsam." Der Gärtner lobte seine Frau und sagte, dass sie etwas von
Bäumen verstehe. Und dann schickte er sie die Schere holen, um dem Baum die
Äste zu stutzen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Sehr
lange weinte der Baum in dieser Nacht. Warum schnitt man ihm einfach die Äste
ab, die dem Gärtner und seiner Frau nicht gefielen? Und wer war dieser Gott,
der angeblich gegen alles war, was Spaß machte? "Schau her, Frau",
sagte der Gärtner, "wir können stolz sein auf unseren Baum." Und
seine Frau gab ihm wie immer Recht. Der Baum wurde trotzig. Nun gut, wenn nicht
in die Höhe, dann eben in die Breite. Sie würden ja schon sehen, wohin sie
damit kommen. Schließlich wollte er nur wachsen, Sonne, Wind und Erde fühlen,
Freude haben und Freude bereiten. In seinem Innern spürte er ganz genau, dass
es richtig war, zu wachsen. Also wuchs er jetzt in die Breite.
"Das
ist doch nicht zu fassen." Der Gärtner holte empört die Schere und sagte
zu seiner Frau: "Stell dir vor, unser Baum wächst einfach in die Breite.
Das könnte ihm so passen. Das scheint ihm ja geradezu Spaß zu machen. So etwas
können wir auf keinen Fall dulden!" Und seine Frau pflichtete ihm bei:
"Das können wir nicht zulassen. Dann müssen wir ihn eben wieder zu Recht
stutzen."
Der
Baum konnte nicht mehr weinen, er hatte keine Tränen mehr. Er hörte auf zu
wachsen. Ihm machte das Leben keine rechte Freude mehr. Immerhin, er schien nun
dem Gärtner und seiner Frau zu gefallen. Wenn auch alles keine rechte Freude
mehr bereitete, so wurde er nun wenigstens liebgehabt. So dachte der Baum.
Viele Jahre später kam ein kleines Mädchen mit seinem Vater an dem Baum vorbei.
Er war inzwischen erwachsen geworden, der Gärtner und seine Frau waren stolz
auf ihn. Er war ein rechter und anständiger Baum geworden.
Quelle: Werner Forneberg
Das
kleine Mädchen blieb vor ihm stehen. "Papa, findest du nicht auch, dass
der Baum hier ein bisschen traurig aussieht?" fragte es. "Ich weiß
nicht", sagte der Vater. "Als ich so klein war wie du, konnte ich
auch sehen, ob ein Baum fröhlich oder traurig ist. Aber heute sehe ich das
nicht mehr."
"Der Baum sieht wirklich ganz traurig aus." Das
kleine Mädchen sah den Baum mitfühlend an. "Den hat bestimmt niemand
richtig lieb. Schau mal, wie ordentlich der gewachsen ist. Ich glaube, der
wollte mal ganz anders wachsen, durfte aber nicht. Und deshalb ist er jetzt
traurig."
"Vielleicht", antwortete der Vater versonnen.
"Aber wer kann schon wachsen, wie er will?" "Warum denn
nicht?" fragte das kleine Mädchen. "Wenn jemand den Baum wirklich
liebhat, kann er ihn auch wachsen lassen, wie er selber will. Oder nicht? Er
tut doch niemandem etwas zuleide."
Erstaunt
und schließlich erschrocken blickte der Vater sein Kind an. Dann sagte er:
"Weißt du, keiner darf so wachsen, wie er will, weil sonst die anderen
merken würden, dass auch sie nicht so gewachsen sind, wie sie eigentlich mal
wollten." "Das verstehe ich nicht, Papa!"
Quelle: Alexander Rykow
"Sicher, Kind,
das kannst du noch nicht verstehen. Auch du bist vielleicht nicht immer so
gewachsen, wie du gerne wolltest. Auch du durftest nicht." "Aber
warum denn nicht, Papa? Du hast mich doch lieb und Mama hat mich auch lieb,
nicht wahr?" Der Vater sah sie eine Weile nachdenklich an. "Ja",
sagte er dann, "sicher haben wir dich lieb."
Sie
gingen langsam weiter und das kleine Mädchen dachte noch lange über dieses
Gespräch und den traurigen Baum nach. Der Baum hatte den beiden aufmerksam
zugehört, und auch er dachte lange nach. Er blickte ihnen noch hinterher, als
er sie eigentlich schon lange nicht mehr sehen konnte. Dann begriff der Baum.
Und er begann hemmungslos zu weinen.
In dieser Nacht war das kleine Mädchen
sehr unruhig. Immer wieder dachte es an den traurigen Baum und schlief
schließlich erst ein, als der Morgen zu dämmern begann. Natürlich verschleif
das Mädchen an diesem Morgen. Als es endlich aufgestanden war, wirkte sein
Gesicht blass und stumpf. "Hast du etwas Schlimmes geträumt?" fragte
der Vater. Das Mädchen schwieg, schüttelte dann den Kopf. Auch die Mutter war besorgt:
"was ist mit dir?"
Und da brach doch schließlich all der Kummer aus
dem Mädchen. Von Tränen überströmt stammelte es: "Der Baum! Er ist so
schrecklich traurig! Darüber bin ich so traurig. Ich kann das alles einfach
nicht verstehen." Der Vater nahm die Kleine behutsam in seine Arme, ließ
sie in Ruhe ausweinen und streichelte sie nur liebevoll. Dabei wurde ihr
Schluchzen nach und nach leiser und die Traurigkeit verlor sich allmählich.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Plötzlich
leuchteten die Augen des Mädchens auf, und ohne dass die Eltern etwas
begriffen, war es aus dem Haus gerannt. Wenn ich traurig bin und es vergeht,
sobald mich jemand streichelt und in die Arme nimmt, geht es dem Baum
vielleicht ähnlich - so dachte das Mädchen. Und als es ein wenig atemlos vor
dem Baum stand, wusste es auf einmal, was zu tun war.
Scheu blickte die Kleine
um sich. Als sie niemanden in der Nähe entdeckte, strich sie zärtlich mit den
Händen über die Rinde des Baumes. Leise flüsterte sie dabei: "Ich mag
dich, Baum. Ich halte zu dir. Gib nicht auf, mein Baum!" Nach einer Weile
rannte sie wieder los, weil sie ja zur Schule musste. Es machte ihr nichts aus,
dass sie zu spät kam, denn sie hatte ein Geheimnis und eine Hoffnung.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Der
Baum hatte zuerst gar nicht bemerkt, dass ihn jemand berührte. Er konnte nicht
glauben, dass das Streicheln und die Worte ihm galten - und auf einmal war er
ganz verblüfft, und es wurde sehr still in ihm. Als das Mädchen wieder fort
war, wusste er zuerst nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Dann schüttelte
er seine Krone leicht im Wind, vielleicht ein bisschen zu heftig, und er sagte
zu sich, dass er wohl geträumt haben müsse. Oder vielleicht doch nicht? In
einem kleinen Winkel seines Baumherzens hoffte er, dass es kein Traum gewesen
war.
Auf
dem Heimweg von der Schule war das Mädchen nicht allein. Trotzdem ging es dicht
an dem Baum vorbei, streichelte ihn im Vorbeigehen und sagte leis: "Ich
mag dich und ich komme bald wieder." Da begann der Baum zu glauben, dass
er nicht träumte, und ein ganz neues, etwas seltsames Gefühl regte sich in
einem kleinen Ast. Die Mutter wunderte sich, dass ihre Tochter auf einmal so
gerne einkaufen ging. Auf alle Fragen der Eltern lächelte die Kleine nur und
behielt ihr Geheimnis für sich.
Immer wieder sprach das Mädchen nun mit dem
Baum, umarmte ihn manchmal, streichelte ihn oft. Er verhielt sich still, rührte
sich nicht. Aber in seinem Inneren begann sich etwas stärker zu regen. Wer ihn
genauer betrachtete, konnte sehen, dass seine Rinde ganz langsam eine freundlichere
Farbe bekam. Das Mädchen jedenfalls bemerkte es und freute sich sehr.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Der
Gärtner und seine Frau, die den Baum ja vor vielen Jahren gepflanzt hatten,
lebten regelmäßig und ordentlich, aber auch freudlos und stumpf vor sich hin.
Sie wurden älter, zogen sich zurück und waren oft einsam. Den Baum hatten sie
so nach und nach vergessen, ebenso wie sie vergessen hatten, was Lachen und
Freude ist - und Leben.
Eines Tages bemerkten sie, dass manchmal ein kleines
Mädchen mit dem Baum zu reden schien. Zuerst hielten sie es einfach für eine
Kinderei, aber mit der Zeit wurden sie doch etwas neugierig. Schließlich nahmen
sie sich vor, bei Gelegenheit einfach zu fragen, was das denn soll. Und so
geschah es dann auch.
Das
Mädchen erschrak, wusste auch nicht so recht, wie es sich verhalten sollte.
Einfach so davonlaufen wollte es nicht, aber erzählen, was wirklich war - das
traute es sich nicht. Endlich gab sich die Kleine einen Ruck, dachte:
"Warum eigentlich nicht?" und erzählte die Wahrheit.
Der Gärtner und
seine Frau mussten ein wenig lachen, waren aber auf eine seltsame Weise
unsicher, ohne zu wissen, warum. Ganz schnell gingen sie wieder ins Haus und
versicherten sich gegenseitig, dass das kleine Mädchen wohl ein wenig verrückt
sein müsse. Aber die Geschichte ließ sie nicht mehr los.
Ein
paar Tage später waren sie zufällig in der Nähe des Baumes, als das Mädchen
wiederkam. Dieses Mal fragte es die Gärtnersleute, warum sie denn den Baum so
zurechtgestutzt haben. Zuerst waren sie empört, konnten aber nicht leugnen,
dass der Baum in den letzten Wochen ein freundlicheres Aussehen bekommen hatte.
Sie wurden sehr nachdenklich.
Quelle: leben-lernen-lieben.de
Die Frau des Gärtners fragte schließlich:
"Meinst du, dass es falsch war, was wir getan haben?" "Ich weiß
nur", antwortete das Mädchen, "dass der Baum traurig ist. Und ich
finde, dass das nicht sein muss. Oder wollt ihr einen traurigen Baum?"
"Nein!" rief der Gärtner "Natürlich nicht. Doch was bisher gut
und recht war, ist ja auch heute noch richtig, auch für diesen Baum." Und
die Gärtnerin fügte hinzu: "Wir haben es doch nur gut gemeint."
"Ja, das glaube ich", sagte das Mädchen, "ihr habt es sicher gut
gemeint und dabei den Baum sehr traurig gemacht. Schaut ihn doch einmal genau
an!" Und dann ließ sie die beiden alten Leute allein und ging ruhig davon
mit dem sicheren Gefühl, dass nicht nur der Baum Liebe brauchen würde.
Der
Gärtner und seine Frau dachten noch sehr lange über dieses seltsame Mädchen und
das Gespräch nach. Immer wieder blickten sie verstohlen zu dem Baum, standen
oft vor ihm, um ihn genau zu betrachten. Und eines Tages sahen sie auch, dass
der Baum zu oft beschnitten worden war. Sie hatten zwar nicht den Mut, ihn auch
zu streicheln und mit ihm zu reden. Aber sie beschlossen, ihn wachsen zu
lassen, wie er wollte.
Das
Mädchen und die beiden alten Leute sprachen oft miteinander - über dies oder
das und manchmal über den Baum. Gemeinsam erlebten sie, wie er ganz behutsam,
zuerst ängstlich und zaghaft, dann ein wenig übermütig und schließlich
kraftvoll zu wachsen begann. Voller Lebensfreude wuchs er schief nach unten,
als wolle er zuerst einmal seine Glieder räkeln und strecken. Dann wuchs er in
die Breite, als wolle er die ganze Welt in seine Arme schließen, und in die
Höhe, um allen zu zeigen, wie glücklich er sich fühlt.
Auch wenn der Gärtner
und seine Frau es sich selbst nicht trauten, so sahen sie doch mit stiller
Freude, dass das Mädchen den Baum für alles lobte, was sich an ihm entfalten
und wachsen wollte. Voll Freude beobachtete das Mädchen, dass es dem Gärtner
und seiner Frau beinahe so ähnlich erging wie dem Baum. Sie wirkten lebendiger
und jünger, fanden das Lachen und die Freude wieder und stellten eines Tages
fest, dass sie wohl manches im Leben falsch gemacht hatten.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Auch wenn das jetzt
nicht mehr zu ändern wäre, so wollten sie wenigstens den Rest ihres Lebens
anders gestalten. Sie sagten auch, dass sie Gott wohl ein wenig falsch
verstanden hätten, denn Gott sei schließlich Leben, Liebe und Freude und kein
Gefängnis.
So
blühten gemeinsam mit dem Baum zwei alte Menschen zu neuem Leben auf. Es gab
keinen Garten weit und breit, in welchem ein solch schief und fröhlich
gewachsener Baum stand. Oft wurde er jetzt von Vorübergehenden bewundert, was
der Gärtner, seine Frau und das Mädchen mit stillem, vergnügtem Lächeln
beobachteten.
Am meisten freute sie, dass der Baum all denen Mut zum Leben
machte, die ihn wahrnahmen und bewunderten. Diesen Menschen blickte der Baum
noch lange nach - oft bis er sie gar nicht mehr sehen konnte. Und manchmal
begann er dann, sodass es sogar einige Menschen spüren konnten, tief in seinem
Herzen glücklich zu lachen.
Quelle: Werner Forneberg
Ihr Lieben,
dies ist eine sehr feine Geschichte. Und wenn wir tiefer darüber nachdenken, dann merken wir, dass diese Geschichte auch uns Menschen betrifft.
Statt Menschen wegen dieser oder jener Eigenschaften und Angewohnheiten zu kritisieren, sollten wir das Positive an Ihnen loben und ihnen die Freiheit schenken, die sie zu ihrer Entwicklung benötigen.
Wenden Euch den Menschen in Eurer Umgebung mit Liebe und Freude, mit Lob und Hilfsbereitschaft zu und Ihr werdet erleben, wie sie aufblühen, wie sie fröhlich werden, wie sie lernen, ihren eigenen Weg zu gehen, wie sie Mut schöpfen und Zuversicht gewinnen und selbstbewusst durchs Leben gehen können.
Quelle: Werner Forneberg
Dagegen wird immer eingewandt: Aber ich muss doch den Menschen in meiner Umgebung sagen, wenn bei ihnen etwas schief läuft, wenn sie sich falsch benehmen, wenn sie die falschen Wege beschreiten.
Keine Sorge: Ihr seid nicht allein!! Es gibt neben Euch genug Menschen, die diese Aufgabe des Kritisierens übernehmen.
Ihr aber tut etwas Besonderes, wenn Ihr den Menschen in Eurer Umgebung mit Liebe, Verständnis und Zuwendung begegnet. Außer auch tut das keiner! Und dann werdet Ihr Wunder erleben: Wie Kinder aufblühen, wie traurige Menschen wieder fröhlich werden, Wie alte Menschen wieder Mut fassen, wie Erwachsene das Leben neu in Angriffe nehmen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich grüße Euch heute ganz herzlich, denkt an das Trinken bei dem heißen Wetter und seid herzlich gegrüßt aus Bremen
Dein Wunsch ist mir Befehl - eine Redensart, die aus dem Märchen "Aladin und die Wunderlampe" stammt!
Quelle. Helmut Mühlbacher
Ich möchte Euch heute eine
Geschichte von Gisela Rieger erzählen:
Des Wunsch des Ehemanns
„Ein älteres Ehepaar hatte sich
im Fernsehen einen sehr informativen Bericht über lebensverlängernde Maßnahmen
angesehen.
Der Bericht mit seinen
eindrücklichen Bildern beeindruckte der Mann sehr und er sagte deshalb zu
seiner Frau: »Ich möchte niemals, um überleben zu können, einer Maschine
ausgeliefert sein!«
»Sollte ich tatsächlich eines Tages von betäubenden Flüssigkeiten abhängig sein
und mit Unterstützung von Technik und Maschinen nur noch halbwegs dahinvegetieren
– dann mein Liebling, zieh bitte den Stecker aus der Steckdose! Versprichst du mir
das?«
»Das verspreche ich Dir
gerne, mein Schatz«, antwortete die Frau erfreut.
»Du weißt doch, wie sehr ich dich liebe und dass ich dir stets deine Wünsche
erfülle.«
Daraufhin stand sie auf,
goss seinen Wein in den Ausguss, warf sein Smartphone in den Mülleimer und zog
den Stecker des Computers aus der Steckdose.
Eine Quelle der Ruhe von Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
diese Frau in der Geschichte
liebt ihren Mann sehr. Sie begreift eine ganz große Wahrheit. Sie erkennt, dass unser Leben nicht erst
dann fremdbestimmt wird, wenn wir in einem Krankenhaus oder Pflegeheim liegen
und von betäubenden Medikamenten oder lebenserhaltenden Maschinen abhängig
sind, sondern dass diese Fremdbestimmung schon im normalen Leben unser Leben
massiv einschränken kann.
Gegen Wein ist grundsätzlich
nichts einzuwenden, aber viele Menschen können ohne Alkohol gar nicht leben.
Um
diesem Alkoholkonsum zu bezahlen, müssen sie erhebliche Geldmengen aufbringen.
Daher leidet die betroffene Familie oft nicht nur unter dem Alkoholgenuss des Vaters
oder der Mutter und seinen Auswirkungen, sondern die Familie muss sich auch geldlich
einschränken und kann sich vieles nicht leisten. Darunter leiden vor allem die Kinder.
Gegen ein Smartphone oder
eine Computer ist im Grunde nicht einzuwenden, aber viele Menschen
vernachlässigen ihre Familie, weil sie glauben, ständig im Internet sein zu
müssen, weil sie der Überzeugung sind, ständig online sein zu müssen, um an sie
geschickte Nachrichten empfangen, lesen und beantworten zu können.
Ich möchte nochmals betonen,
dass gegen den normalen Konsum von Wein und den normalen Gebrauch von Smartphone
und Computer nichts einzuwenden ist, aber jede und jeder von uns sollte sich in
einer stillen Stunde ernsthaft fragen, ob er um eines lieben Menschen willen
oder um der Familie willen oder um des Zusammenseins mit lieben
Freundinnen/Freunden bereit ist, auf den Konsum von Alkohol und die Benutzung
von Smartphone und Computer verzichten kann.
Wenn Ihr dazu in der Lage
sein, für andere Menschen und auch um Eurer selbst willen auf Alkohol, Smartphone
und Computer zu verzichten, dann seid Ihr als glückliche Menschen zu bezeichnen!!
Wenn Ihr aber dazu nicht in
der Lage seid, dann solltet Ihr ernsthaft darüber nachdenken und Euch fachkundige
Hilfe suchen.
Quelle: Werner Forneberg
Ihr Lieben,
Ich grüße Euch ganz herzlich
und wünsche Euch einen fröhlichen und geruhsamen Abend und denkt dran, in den
nächsten heißen Tagen genug zu trinken.