3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 10. April 2026

Geschichte: Stück für Stück

 

Auch Du kannst einen Weltrekord schaffen!
- Es ist ganz einfach!



„In unserer kalten Welt ist die Versöhnung wie ein wärmender Pullover, ist die Liebe wie eine bergende Daunendecke und ist die Freude wie ein wärmender Ofen.“
Alexander Rykow
Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Hans-Christoph Kalberlah nach einer mittelalterlichen Legende erzählen:

„Stück für Stück“

„Ein junger Mann verliebte sich in ein wunderschönes Mädchen und beide wollten heiraten. Zu der Hochzeit bekam der junge Mann von seinem Opa einen großen fruchtbaren Acker geschenkt.
www.photos.andreas-waechter.de 
Aber da der Opa in den letzten Jahren sehr kränklich gewesen war, war der Acker über und über mit Disteln und Dornen bedeckt. Da wurde der junge Mann mutlos und sprach:

„Das schaffe ich niemals, die Arbeit ist zu viel für mich. Wie soll ich diese riesige Menge an Unkraut ausrotten und fortschaffen können?“

Die Größe der Aufgabe drückte ihn nieder und machte ihn mutlos und so legte er sich auf die Erde und schlief ein.
 
Als nun sein Vater vorbeikam, um zu sehen, wie weit er mit der Arbeit bereits gekommen sei, fand er ihn schlafend vor und weckte ihn, dann fragte er ihn: „Warum hast Du bis jetzt nichts getan?

Der Sohn antwortete und sprach:
Als ich kam, um den Acker zu bearbeiten, da sah ich die Unmengen an Disteln und Dornen, da wusste ich nicht, wo ich anfangen sollte und ich wurde so mutlos, dass ich mich auf die Erde legte und einschlief.
Quelle: Raymonde Graber
Der Vater entgegnete ihm: 
„Mein Rat lautet: Arbeite täglich nur so lange auf dem Acker, bis Du eine Fläche von 5 x 5 Metern urbar gemacht hast. Dann schreitet Deine Arbeit allmählich voran, Du überanstrengst Dich nicht und Du wirst nicht verzagen!“

Der junge Mann befolgte den Rat seines Vaters und nach etwas mehr als einem Vierteljahr war der große Acker komplett gereinigt und urbar gemacht.“
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

diese Geschichte ist ganz wichtig für uns.
Sie kann uns helfen, unsere Kräfte richtig einzuteilen.

Oft haben wir große Aufgaben vor uns oder wissen, dass eine große Anstrengung auf uns zukommt und dann sind wir schon vorher entmutigt, weil wir glauben:

„Das schaffe ich nie!“ Dazu reichen meine Kräfte nicht aus!“ Und dann fühlen wir uns schlecht und als Versager.

Dabei zeigt uns die heutige Geschichte meines Jugendfreundes, wie einfach es gehen kann.
Hans-Christoph Kalberlah
Wir dürfen nicht die ganze Aufgabe im Blick haben, sondern wir sollten mit innerlicher Ruhe und Gelassenheit an die vor uns liegenden Aufgaben herangehen und dann diese Aufgaben Schritt für Schritt erledigen. Der Zauber dabei ist, dass die Aufgabe dann gar nicht mehr so schwer ist.

Auch wenn einige von Euch das Beispiel schon kennen, so möchte ich Euch gerne noch einmal das Beispiel erzählen, das mir mein Jugendfreund Hans-Christoph Kalberlah beigebracht hat:

An einem schönen Sommertag nahm er im Garten seines Elternhauses einen Zollstock und maß eine Strecke von genau 10 Metern ab. 
Dann bat er mich, 10 Meter weit zu springen, was mir natürlich nicht gelang, denn das wäre ja Weltrekord gewesen.
www.augsburger-allgemeine.de
Anschließend bat er mich, die 10 Meter zu gehen, was natürlich eine ganz leichte Übung war.

Dann sagte er:
„Werner, die meisten Menschen schaffen ihre Aufgaben nicht, weil sie immer gleich alles auf einmal schaffen wollen, weil sie unbedingt 10 Meter weit springen wollen.

Würden die Menschen die 10 Meter gehen, also ihre Aufgaben Schritt für Schritt erledigen, dann wären die allermeisten Aufgaben ganz einfach.“
Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Ihr Lieben,

Ich wünsche Euch ein erholsames Wochenende, viel Freude im Kreis Eurer Familien und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen, wo die Sonne scheint und einen Hauch von Frühling verbreitet.

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Mittwoch, 8. April 2026

Geschichte: Herzenswärme

 

Herzenswärme – die beste Medizin!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Gabriele Ramos erzählen, die mir dankenswerterweise Simone Trautwein zur Verfügung gestellt hat:
„Herzenswärme“

„Es war an einem eisig kalten Morgen in Denver. Das Wetter war die ganze Zeit über launenhaft gewesen. Erst hatte ein vorzeitiger Wärmeeinbruch den Schnee zum Schmelzen gebracht und durch die Entwässerungsrohre davonrauschen oder lautlos über Rinnsteine, Plätze, Gehsteige und unter Zäunen hindurch in niedrig gelegenes Gelände abfließen lassen, wo auch noch die letzte Spur davon versickerte.

Dann kehrte die Kälte wie in einem Rachefeldzug zurück und bedeckte alles unter einer neuen weißen Pulverdecke, unter der das bisschen Schnee, das noch vom Winter übrig geblieben war, gefror und sich in eine eisglatte Falle für die Fußgänger verwandelte.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Es war genau der richtige Tag, um sich mit einer Erkältung ins Bett zu legen und darauf zu warten, dass einem die Mutter einen Teller Suppe bringt. Der richtige Tag, um die Meldungen des Nachrichtensenders zu verfolgen und sich vorzustellen, wie es wäre, eingeschneit zu sein, ohne dass einem das allzu große Unannehmlichkeiten bereiten würde. Und genau so hätte dieser Tag eigentlich ablaufen sollen.

Ich hatte den Auftrag, im Kongresszentrum von Denver als Redner vor ein paar Hundert Leuten aufzutreten, die es sich ebenso wenig wie ich leisten konnten, einen Schnupfen zu bekommen, zu Hause zu bleiben und sich von ihrer Mutter eine warme Suppe ans Bett bringen zu lassen. Stattdessen saßen wir in der Kongresshalle und konnten gegen das Wetter nichts weiter ausrichten, als darüber zu reden.

Ich brauchte eine Batterie für mein schnurloses Mikrofon. Ich hatte vergessen, eine zweite einzupacken. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für solche Nachlässigkeiten. Ich hatte keine andere Wahl, ich brauchte eine Batterie. Und so machte ich mich auf den Weg hinaus in den Wind, den Kopf eingezogen, mit hochgeschlagenem Mantelkragen und viel zu dünnen eleganten Schuhen.
 
Bei jedem Schritt legte sich mir meine dünne Anzugshose hinten an den Beinen an. Der Stoff war winddurchlässig und erinnerte mich daran, dass meine Mutter mich in so unzweckmäßiger Kleidung nie aus dem Haus gelassen hätte. 
Quelle: Werner Forneberg
 
Als ich um die Ecke bog, entdeckte ich in einiger Entfernung das kleine Schild eines Tante-Emma-Ladens. Wenn ich mich beeilen und einen Schritt zulegen würde, könnte ich es schaffen, den Eingang zu erreichen und mich in die Wärme zu retten, ohne noch einmal die schneidend kalte Luft einatmen zu müssen, die in der Lunge brannte. 

Die Einheimischen nehmen Fremde gerne auf die Schippe und sagen ihnen, dass man im Winter in Denver jene angenehme Art von Kälte genießen könnte. „Es ist eine ganz trockene Kälte“, sagen die Leute, wenn sie von ihren auswärtigen Verwandten gefragt werden, wie es sich in der sechzehnhundert Meter hoch gelegenen Stadt so lebt. Von wegen trocken! Die Feuchtigkeit peitscht mir mit arktischen Sturmböen bei fünfundsechzig Stundenkilometern gegen den Rücken.

In den kleinen Laden hatten sich noch zwei weitere Seelen verirrt. Eine stand hinter der Kasse und trug ein Namensschild, das sie als Roberta auswies. Sie sah so aus, als wäre auch sie viel lieber zu Hause, um ihren Nachwuchs mit heißer Suppe und tröstenden Worten zu versorgen.
 
Stattdessen musste sie den Tag damit zubringen, den kommerziellen Außenposten in einer so gut wie völlig verlassenen Gegend von Denver zu bemannen. Sie war wie ein Leuchtturm, eine Zuflucht für die versprengten Irren, die dumm genug waren, an einem so eiskalten Tag wie diesem auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen.
 
Der andere Kälteflüchtling war ein hoch gewachsener älterer Herr, der sich in dieser Umgebung offenbar wohl zu fühlen schien. Er hatte es anscheinend überhaupt nicht eilig, den Laden zu verlassen und sein Schicksal wieder dem Wind und den vereisten Bürgersteigen zu überlassen. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass der Mann entweder den Verstand verloren oder sich verlaufen hatte. Wer sich an einem solchen Tag auf den Weg machte, um im Warenangebot eines Tante-Emma-Ladens zu stöbern, konnte nicht ganz bei Trost sein.

Doch ich hatte keine Zeit, mich näher mit einem alten Mann zu befassen, der seine Sinne nicht mehr beisammen hatte. Ich brauchte eine Batterie, und ein paar Hundert Leute, die noch das eine oder andere im Leben vorhatten, warteten im Kongresszentrum auf mich. Wir hatten ein Ziel vor Augen.

Irgendwie gelang es dem alten Mann, vor mir an die Kasse zu kommen. Roberta lächelte. Er sagte kein Wort. Roberta nahm seine mageren Einkäufe einzeln in die Hand und tippte den Betrag in die Kasse ein. Der alte Mann hatte sich in die Morgenkälte von Denver hinausgewagt, nur um einen läppischen Muffin und eine Banane zu kaufen.
Was für ein Irrwitz! Um einen Muffin und eine Banane zu bekommen, würde ein normaler Mensch bis zum Frühling warten, und sich dann vielleicht sogar über die Gelegenheit freuen, durch die bis dahin wieder annehmbaren Straßen zu schlendern. Aber nicht dieser Kerl hier. Er hatte seinen alten Knochen ins Freie geschleppt, als wäre dies der letzte Tag seines Lebens.
Quelle: Werner Forneberg

Vielleicht war es ja auch der letzte Tag seines Lebens.
Immerhin war er schon ziemlich alt.


Als Roberta alles eingetippt hatte, griff eine müde, alte Hand tief in die Manteltasche und fischte darin herum. „Mach schon“, dachte ich. „Du hast vielleicht den ganzen Tag Zeit, aber ich habe noch was anderes vor!“

 
Die Hand brachte schließlich ein Portemonnaie hervor, das so alt zu sein schien wie der Mann selbst. Ein paar Münzen und eine zerknitterte Dollarnote fielen auf die Theke. Roberta nahm sie entgegen, als seien sie der größte Schatz. Nachdem die bescheidenen Einkäufe in einer Plastiktüte verstaut waren, geschah etwas Bemerkenswertes.

Ohne ein einziges Wort zu sprechen, streckte dem Mann seine alte, müde Hand langsam über die Theke. Sie zitterte erst, wurde dann aber ruhig.
Roberta weitete die Griffe der Einkaufstüte und streifte sie dem Mann sanft über das Handgelenk. Die Finger, die in den Raum hineinragten, waren knotig und mit Altersflecken übersät.

Robertas Lächeln wurde noch breiter.
In einer raschen Geste griff sie nach der anderen, müden, alten Hand und hielt nun beide vor ihrem braunen Gesicht. Sie wärmte sie. Erst oben und unten, dann an den Seiten. Dann machte sie sich an dem Schal zu schaffen, der ihm fast von den breiten, aber gebeugten Schultern gerutscht wäre. Sie zog ihn fest um seinen Hals. Er sagte immer noch kein einziges Wort. Er stand da, als wolle er den Augenblick in seinem Gedächtnis zementieren. Er musste wohl mindestens bis zum nächsten Morgen vorhalten, bis er sich wieder auf den Weg durch die Kälte machte.
Quelle: Werner Forneberg
 
Roberta knöpfte einen Knopf zu, der den alten Händen entgangen war.
Sie sah ihm in die Augen und hob mit gespielter Strenge den Zeigefinger.
„Dass sie mir auch ja gut auf sich aufpassen, Mr. Johnson!“ Wie um ihre Worte zu unterstreichen, hielt sie kurz inne, bevor sie dann mit ehrlicher Besorgnis hinzufügte: „Ich will sie doch morgen wieder hier sehen!“

Mit diesen letzten Worten hatte der alte Mann wohl seinen Tagesbefehl bekommen. Er zögerte noch einen Moment, wandte sich dann um und schlurfte mühsam hinaus in den bitterkalten Denver-Morgen.

Ich wusste jetzt, dass er nicht wegen einer Banane und eines Muffins gekommen war. Er kam, um ein bisschen Wärme zu bekommen. Herzenswärme.

Ich sagte: „Wahnsinn, Roberta! Das nennt man Dienst am Kunden. War das Ihr Onkel oder ein Nachbar oder sonst jemand Besonderes?“
Sie reagierte fast ein wenig beleidigt. Wie konnte ich nur denken, dass sie diesen außergewöhnlichen Service nur bestimmten Menschen vorbehalten würde? Für Roberta war wohl jeder etwas Besonderes.“
Quelle: Raymonde Graber

Ihr Lieben,

ich wohne in Bremen in einer dieser typischen Bremer Straßen mit kleinen Mehrfamilienhäusern und Reihenhäusern. Schräg gegenüber dem Haus, in dem ich wohne, wohnte eine alte einsame Dame, die inzwischen verstorben ist.
www.bbsr.bund.de
Jedes Mal, wenn es in diesem Winter geschneit hat, habe ich nicht nur vor dem Haus, in dem ich wohne, den Schnee geräumt, sondern auch vor ihrem Haus.
Im Sommer, wenn sie alte Pflanzen ausgraben und neue Pflanzen eingraben wollte, half ich ihr.

Dabei ging es mir weniger um die Hilfe, die ich der alten Dame leistete, vielleicht hätte sie das Schneeräumen und das Ein- und Ausgraben der Pflanzen auch noch selbst schaffen können. Nein, es ging mir darum, dass die alte Dame spürte, da ist jemand, der sich für mich interessiert, ich bin nicht allein.

Diese alte Dame war so einsam, dass sie manchmal weinte, wenn ich ihr Zeit widmete, weil sie sich darüber so sehr freute.

Ich erzähle das hier , um Euch zu zeigen, wie wenig nötig ist, um im Alltag ein wenig Liebe, ein wenig Licht, ein wenig Freude zu verbreiten.

Als früher die Pfadfinder in meiner Kindheit und Jugend erzählten, dass sie die Verpflichtung hätten, jeden Tag eine gute Tag zu tun, da wurden sie oft belächelt.

Aber ich glaube, es würde in unserer Welt etwas heller sein und es wäre menschlich wärmer, wenn wir uns vornehmen würden, jeden Tag einem Menschen Liebe zu erweisen.

Liebe schenken, kostet so wenig, schon ein Lächeln kann ein Herz trösten.

Liebe schenken, kostet so wenig, schon ein Telefonanruf kann jemanden aus seiner Einsamkeit befreien.

Liebe schenken, kostet so wenig, schon eine Einladung zu einer Tasse Kaffee kann jemandem zeigen: „Ich bin noch nicht vergessen, es gibt jemandem, dem ich etwas wert bin!“

Liebe schenken, kostet so wenig, schon ein Brief oder eine E-Mail können einem Menschen zeigen: „Ich denke an Dich!“

Liebe schenken, kostet so wenig, eine Ermutigung kann dazu führen, dass ein Kind lernt, mutiger seinen Weg zu gehen.

Liebe schenken, kostet so wenig, 
ein „Ich liebe Dich!“, ein „Ich habe Dich lieb!“,
ein „Ich bin froh, dass es Dich gibt“ kostet nur wenige Worte, bedeutet dem, an den diese Worte gerichtet werden, aber sehr viel.
www.wikipedia.org

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch eine überaus fröhliche zweite Wochenhälfte.

Ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 3. April 2026

Geschichte: Um Hilfe bitten, ist keine Schwäche, sondern eine Stärke!

 

Um Hilfe bitten, ist keine Schwäche,
sondern eine Stärke!


Quelle: Helmut Mühlbacher

„Wenn Du willst, dass Dich das Glück besucht, dann mach ihm doch endlich die Türe Deines Herzens auf!
Alexander Rykow

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute eine Geschichte von Alexander Rykow erzählen:

„Um Hilfe bitten, ist keine Schwäche, 
sondern eine Stärke!“

Der kleine Junge hatte in der Nähe des Hauses seiner Familie den ganzen Vormittag allein am Strand der Ostsee gespielt. Seine Freunde waren alle mit ihren Familien in den Urlaub gefahren. Aber das machte dem kleinen Jungen nichts aus, er konnte sich wunderbar alleine beschäftigen.

Ein großer gelber Eimer, ein handlicher Plastikspaten und ein Plastik-Lkw mit großer Ladefläche waren die Werkzeuge, die ihm zur Verfügung standen, um sein schönstes Sandschloss zu bauen.
www.elvira-von-seydlitz.de

Nachdem er lange und voller Hingabe daran gearbeitet hatte, staunte er, wie groß und schön das Schloss geworden war! Nun wurde es Zeit, auch noch den Burggraben, die Wege und Tunnel anzulegen.

Der kleine Junge grub und grub mit seinem Spielzeugspaten, bis er plötzlich auf einen großen Stein stieß. Und das Ärgerliche war: Der Stein lag genau dort, wo der große Wallgraben rund um das Schloss angelegt werden sollte, der das Schloss schützend umgeben sollte.

Der kleine Junge gab sich sehr viel Mühe, er strengte sich sehr an und versuchte, den Stein auszugraben und ihn wegzuschaffen. Aber so sehr er sich auch anstrengte, gelang es ihm doch nicht, den Stein auch nur einen einzigen Zentimeter zur Seite zu bewegen. Der Stein blieb einfach dort liegen, wo er lag.
www.wikipedia.org

Schließlich, müde und abgekämpft von der Anstrengung, setzte sich der kleine Junge hin und weinte vor Müdigkeit und Zorn über die eigene Schwäche. Was sollte er nun machen?
 
Das ganze Sandschloss schien plötzlich nichts mehr wert zu sein. In dem Augenblick legte sich eine Hand auf seine Schulter und die warme dunkle Stimme seines Großvaters, den er sehr liebte, sprach zu ihm: „Ich möchte Dich nicht weinen sehen. Was ist passiert?“

„Ich kann diesen großen Stein nicht wegnehmen“, schluchzte der kleine Junge, „er liegt genau dort, wo ich den Wallgraben um das Schloss bauen will.“

Der Großvater nahm den kleinen Jungen in den Arm und sprach: „Aber weshalb hast Du nicht Deine ganze Stärke angewandt?“, fragte er mit freundlicher Stimme.
 
„Aber das habe ich doch gemacht“, erwiderte der kleine Junge. „Nein, mein Junge, das hast Du nicht“, antwortete der Großvater mit milder Stimme, 
„Du hast mich nicht darum gebeten,
Dir zu helfen.“

Mit diesen Worten räumte er den Stein beiseite, sodass der kleine Junge das Schloss und die Anlagen drum herum ohne Probleme zu Ende bauen konnte.“
Quelle: Alexander Rykow

Ihr Lieben,

in meinem Alltag erlebe ich immer wieder, wie schwer es Menschen fällt, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Auch mir geht das oft so, dass ich alle Anstrengungen unternehme, bevor ich jemanden um Hilfe bitte.

Ich habe mich schon oft gefragt, warum das eigentlich so ist, dass wir so ungerne andere Menschen um Hilfe bitten.

Ich glaube, das hat damit zu tun, dass wir Menschen uns so sehr nach Liebe und Zuwendung sehnen, dass wir instinktiv alle Situationen in unserem Leben vermeiden wollen, in denen wir Ablehnung erfahren könnten.

Wenn wir jemanden um Hilfe bitten, dann besteht natürlich die Möglichkeit, dass uns die Hilfe verwehrt wird. Aber, wenn wir uns trauen, andere Menschen um Hilfe zu bitten, werden wir erfahren, dass wir in 9 von 10 Fällen auf unsere Bitte um Hilfe ein JA hören werden.
 
Der Preis, den wir für die 9 JAs zahlen, ist das eine Nein auf unsere 10 Bitten.

Aber nicht nur bei Schwierigkeiten und Problemen ist es gut, andere Menschen um Hilfe zu bitten, sondern auch dann, wenn wir unsere Träume und Ziele verwirklichen wollen.
 
Viele Menschen meinen, das Erreichen eines Zieles oder die Verwirklichung eines Traumes seien nur dann wirklich etwas wert, wenn sie es ganz allein schaffen, das ersehnte Ziel zu erreichen, den wunderbaren Traum zu verwirklichen.

Als der Österreicher Felix Baumgartner vor längerer Zeit aus 39 Kilometern Höhe im freien Fall auf die Erde heruntersprang, da berichteten viele Fernsehsender über ihn und vor Kurzem bekam er für seine Tat, die nichts anderes war als die Verwirklichung eines Traums von ihm, den Goldenen Bambi verlieben. Er habe das Unmögliche möglich gemacht, hieß es in der Begründung der Jury.
www.merkur-online.de

Dass Felix Baumgartner Großartiges vollbracht hat, ist unbestritten, aber meiner Meinung nach ist die Begründung der Jury falsch. Er allein hätte diesen Sprung aus dem All niemals zustande bringen können. Er brauchte Sponsoren, er brauchte Techniker, er brauchte Ärzte und und und…

Als Felix Baumgartner anfing, seinen Traum zu verwirklichen, da hat er nicht nur Zustimmung geerntet, er wird sicher oft gehört haben: „Das schaffst Du niemals!“, „Lass die Finger davon!“, „Ich bin nicht bereit, Dir zu helfen!“ Und viele Menschen, die er um Hilfe gebeten hat, haben ihm einfach mit NEIN geantwortet.

Was wir aus der heutigen Geschichte lernen können, ist, dass wir dann, wenn wir etwas erreichen wollen, auch andere Menschen um Hilfe bitten und uns nicht durch das eine oder andere NEIN entmutigen lassen sollten.

Ich wünsche Euch ein fröhliches und gesegnetes Osterfest, hilfsbereite Mitmenschen und ein Herz voll Sonnenschein und ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Mittwoch, 1. April 2026

Geschichte: Arme Leute

 

Ich bin reich!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Philip E. Humbert erzählen:

„Arme Leute“

Eines Tages nahm ein reicher Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, was Armut sei. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf dem Bauernhof einer seiner armen Familie. Als sie wieder nach Hause zurückgekommen waren, fragte der Vater seinen Sohn:

Wie war dieser Ausflug für Dich?“ „Sehr interessant!“, antwortete der Sohn.

„Und hast Du gesehen, wie arm Menschen sein können?“
„Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“

„Was hast Du also gelernt?“, fragte der Vater.
Und der Sohn antwortete:
„Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Menschen auf dem Bauernhof haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen ganzen See. 
Quelle: Helmut Mühlbacher
Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne am Himmel.

Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont. Wir haben eine große Menge Bediensteter, die uns helfen, aber sie helfen anderen. Wir haben einen Zaum um unser ganzes Grundstück und eine Alarmanlage, aber sie haben Freunde, die sie beschützen.“

Der Vater schwieg betroffen und war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu:
„Danke, Vater, dass Du mir gezeigt hast, 
wie arm wir sind!“

Quelle: Werner Forneberg

Ihr Lieben,

Seit es die Menschen gibt, glauben viele Menschen, dass das Glück des Menschen darin besteht, reich zu sein, reich an Geld, reich an Gold, reich an Immobilien, reich an Aktien.

Dabei vergessen diese Menschen, dass man weder Geld, noch Gold, weder Immobilien, noch Aktien essen kann, wenn man hungrig ist.

Heute gibt es in unserer Welt sehr viel Hunger:
Hunger nach Nahrung
Hunger nach Wasser
Hunger nach Liebe und Zuwendung
Hunger nach Zuversicht und Hoffnung
Hunger nach Licht in der Dunkelheit
Hunger nach Freunden


Nicht der ist reich, der Geld anhäuft,
sondern der ist reich, der es ausgibt,
um sich und anderen Menschen Freude zu bereiten.


Nicht der ist reich, der wie Dagobert Duck Gold in einem Tresor anhäuft, 
www.sueddeutsche.com
sondern der ist reich, der einen Backofen voll Liebe besitzt und andere Menschen mit seiner Liebe wärmt.
 
Nicht der ist reich, der sagen kann: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“, 
sondern der sagen kann:
„Das ist meine Partnerin, mein Partner, die/den ich von Herzen liebe, das sind meine Kinder, die ich von Herzen lieb habe, das sind die Menschen, die ich meine Freunde nennen darf!“


Nicht der ist reich, der ein  großes Haus besitzt,
sondern der ist reich, der Licht und Sonne in die
Dunkelheit anderen Menschen hineinträgt.


Nicht der ist reich, der viele Aktien besitzt,
sondern der ist reich, der anderen Menschen
Zuversicht und Hoffnung schenkt und sie ermutigt,
damit sie erhobenen Hauptes getröstet und gestärkt
ihres Weges gehen können.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

ich grüße Euch herzlich aus dem wunderschönen Bremen.
www.bremen.de
Der Frühling ist im Anmarsch. Die Vögel lassen sich in ihrem Gesang nicht mehr aufhalten!
Ich wünsche Euch ganz viel Zuversicht und Hoffnung, ganz viel Mut und Selbstvertrauen

Euer fröhlicher Werner