3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 27. März 2026

Geschichte: „Die Fußspuren in meinem Herzen“

 

Quelle: Helmut Mühlbacher


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Gabriele Ramos erzählen.

Nun aber zu unserer heutigen Geschichte:
„Die Fußspuren in meinem Herzen“

„An einem bitterkalten Januartag kam ein neuer Schüler in meine fünfte Klasse der Sonderschule, der Fußspuren in meinem Herzen hinterließ. Als ich Bobby zum ersten Mal sah, trug er ungeachtet der eisigen Witterung ein ärmelloses T-Shirt und abgewetzte Jeans, die ihm eine Nummer zu klein waren. An einem seiner Schuhe fehlte der Schnürsenkel, sodass er ihm bei jedem Schritt halb vom Fuß rutschte.

Doch selbst dann, wenn Bobby ordentliche Kleidung getragen hätte, hätte er nicht wie ein normales Kind ausgesehen. Er machte einen so gehetzten , vernachlässigten und verlorenen Eindruck, wie ich es noch nie erlebt hatte und hoffentlich auch nie wieder erleben werde.
Quelle: Helga und Gerd Steuer
Bobby sah nicht nur merkwürdig aus, sondern er verhielt sich auf eine derart seltsame Weise, dass er meines Erachtens eigentlich eher in eine Schule für verhaltensgestörte Schüler gehört hätte. Er hielt das runde Waschbecken auf dem Gang für ein Urinal, seine normale Tonlage war lautes Schreien, er war besessen von Donald Duck und er sah nie jemandem direkt in die Augen. Während des Unterrichts rief er ständig dazwischen.
 
Einmal verkündete er stolz, der Sportlehrer hätte ihm gesagt, dass er stinken würde, und hätte ihn dazu gebracht, ein Deodorant zu benutzen.

Nicht nur, dass sein Verhalten unerträglich war, auch seine schulischen Leistungen waren absolut gleich null. Bobby war elf Jahre alt, doch er konnte weder lesen noch schreiben. Er konnte noch nicht einmal die Buchstaben des Alphabetes zu Papier bringen. Zu sagen, dass er nicht in die Klasse passte, wäre eine völlige Untertreibung.
Quelle: Werner Forneberg

 
Ich war überzeugt, dass Bobby bei mir fehl am Platze war. Ich schaute mir seine Akte an und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass sein IQ normal war. Was konnte denn dann der Grund für sein auffälliges Verhalten sein? Ich unterhielt mich mit dem Schulpsychologen, und er berichtete mir, dass er ein Gespräch mit Bobbys Mutter geführt hätte. Er meinte: „Bobby ist wesentlich normaler als sie.“

Ich vertiefte mich noch einmal in die Akten und stellte fest, dass Bobby während seiner ersten drei Lebensjahre in einer Pflegefamilie untergebracht gewesen war. Anschließend war er zu seiner Mutter zurückgekehrt und sie waren mindestens einmal im Jahr in eine neue Stadt umgezogen. Eines wurde mir klar. Ich musste die bittere Pille schlucken. Bobby war geistig normal und damit würde er trotz seines auffälligen Verhaltens in meiner Klasse bleiben.

Auch wenn ich es nur ungern gestehe: Ich wäre ihn am liebsten losgeworden. Meine Klasse war voll genug, und ich hatte auch noch einige andere schwierige Schüler. Nie zuvor hatte ich versucht, jemanden zu unterrichten, bei dem die Ausgangsbasis derart schlecht war. 
Quelle: Werner Forneberg

 
Allein die passenden Übungen für ihn zu finden, war mühevolle Arbeit. Während der ersten Wochen, in denen er bei uns auf der Schule war, wachte ich nachts mit Magenschmerzen auf und es graute mir davor, in die Schule zu gehen.

Es gab Tage, an denen ich auf dem Schulweg hoffte, dass er nicht da sein würde. Ich hatte immer meinen ganzen Ehrgeiz darauf verwendet, meine Sache als Lehrerin gut zu machen, und ich nahm es mir mehr als übel, keine Sympathie für ihn aufbringen zu können und ihn nicht in meiner Klasse haben zu wollen.

Obwohl er mich fast in den Wahrsinn trieb, versuchte ich tapfer, ihn wie alle anderen Schüler zu behandeln. Ich ließ es nicht zu, dass die anderen ihn hänselten. Außerhalb des Klassenzimmers aber machten sich die Kinder einen Sport daraus, ihn zu ärgern. Sie erinnerten mich an wilde Tiere, die sich auf eines aus dem Rudel stürzen, das krank oder verletzt ist.

Etwa einen Monat nach seinem Schulantritt kam Bobby mit zerrissenem Hemd und blutiger Nase ins Klassenzimmer. Ein paar andere Schüler aus meiner Klasse hatten ihn verprügelt. Er setzte sich an seinen Tisch und tat so, als sei nichts geschehen. Er schlug sein Buch auf und versuchte zu lesen, während ein Gemisch von Blut und Tränen auf die Seiten tropfte. 
Quelle: Astrid Müller
Ich war außer mir! Nachdem ich Bobby zur Krankenstation geschickt hatte, hielt ich den Schülern, die ihn geschlagen hatten, eine Standpauke, in der sich mein geballter Zorn über sie ergoss. Sie sollten sich schämen, ihn abzulehnen, nur weil er anders war, so wetterte ich. Dass er sich so merkwürdig verhielt, sei ein Grund mehr, nett zu ihm zu sein. Irgendwann im Laufe meiner wortgewaltigen Tirade fing ich auf einmal an, mir selbst zuzuhören, und merkte, dass auch ich allen Anlass hatte, meine Einstellung zu ihm noch einmal zu überdenken.

Nach diesem Zwischenfall fing ich an, Bobby in einem anderen Licht zu betrachten. Endlich gelang es mir, über sein sonderbares Verhalten hinwegzusehen und dahinter den kleinen Jungen zu erkennen, der verzweifelt nach jemandem suchte, der sich seiner annahm. Ich erkannte, dass sich ein guter Lehrer nicht in erster Linie dadurch auszeichnet, den Stoff richtig zu vermitteln, sondern dass er den Bedürfnissen seiner Schüler gerecht wird. Bobby hatte extreme Defizite, und ich musste mein Bestes tun, sie zu füllen.

So machte ich mich daran, bei der Heilsarmee Kleidung für Bobby zu kaufen. Ich wusste, dass sich die anderen Schüler über ihn lustig machten, weil er nur drei Hemden besaß: Ich achtete sorgfältig darauf, dass die Kleidung in gutem Zustand und einigermaßen modisch war.

Er freute sich riesig über seine neue Ausstattung, und sie gab seinem Selbstbewusstsein einen richtigen Schub. Wenn Bobby Angst hatte, auf bestimmten Wegen im Schulgebäude von anderen attackiert zu werden, dann begleitete ich ihn. Vor Schulbeginn setzte ich mich mit ihm zusammen, um seine Hausaufgaben mit ihm durchzugehen.
Quelle: Werner Forneberg


Es war beeindruckend, welche Veränderungen die neue Kleidung und die zusätzliche Aufmerksamkeit bei Bobby bewirkten. Er kam aus seinem Schneckenhaus hervor, und auf einmal wurde deutlich, was für ein liebenswertes Kind er war. Sein Verhalten besserte sich, und ab und zu sah er mir sogar für einen kurzen Moment in die Augen. Er graute mir nicht mehr davor, zur Arbeit zu gehen.

Im Gegenteil: Ich freute mich regelrecht darauf, ihn zu sehen. Fehlte er einmal, machte ich mir Sorgen. Und in dem Maße, wie sich meine Einstellung ihm gegenüber wandelte, änderte sich auch das Verhalten seiner Klassenkameraden. Sie hörten auf, ihn zu quälen. Und nahmen ihn in ihre Gemeinschaft auf.

Eines Tages brachte Bobby einen Brief mit in die Schule, aus dem hervorging, dass er in zwei Tagen umziehen würde. Es brach mir fast das Herz. Ich hatte noch immer nicht alle Kleidungsstücke aufgetrieben, die ich für ihn hatte besorgen wollen. In der Pause ging ich in ein Geschäft und kaufte ihm ein komplettes Outfit. Als ich es ihm übergab, sagte ich ihm, es sei mein Abschiedsgeschenk. Als er die Etiketten sah, meinte er: „Ich glaub, ich habe noch nie ein nagelneues Kleidungsstück besessen.

Einige der Schüler hatten mitbekommen, dass Bobby umziehen würde, und sie fragten mich am Ende des Unterrichts, ob wir nicht am nächsten Tag eine Abschiedsparty für ihn feiern könnten. Ich sagte: „Na klar“, aber insgeheim dachte ich: „Wie sollen sie da noch ihre Hausaufgaben machen? Sie können doch unmöglich bis morgen früh eine Party organisieren?“

Aber zu meiner Überraschung gelang es ihnen. Am nächsten Tag brachten sie einen Kuchen, Girlanden, Luftballons und Geschenke für Bobby mit. Aus den einstigen Peinigern waren Freunde geworden.

An seinem letzten Schultag kam Bobby mit einem riesigen Rucksack in die Schule, in dem lauter Kinderbücher waren. Er freute sich über seine Party, und nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, fragte ich ihn, was er denn mit all den Büchern vorhabe:
„Die Bücher sind für Sie. Ich habe so viele davon, und da habe ich gedacht, dass ich Ihnen ruhig ein paar mitbringen könnte.“ Ich war sicher, dass Bobby zu Hause nichts Eigenes hatte, schon gar keine Bücher. Wie käme ein Kind, das nur drei Hemden gehabt hatte, an eine solche Menge Bücher?
Quelle: Raymonde Graber

Beim Durchblättern stellte ich fest, dass die meisten aus den Büchereien all der verschiedenen Städte stammten, in denen er gelebt hatte. In manchen Büchern stand auch „Lehrerexemplar“. Ich wusste, dass die Bücher Bobby nicht wirklich gehörten und dass er auf zweifelhaftem Wege in ihren Besitz gekommen war. 

Aber er hatte mir das Einzige mitgebracht, was er zu geben hatte. Noch nie zuvor bin ich so reich beschenkt worden. Einmal von den Kleidern abgesehen, die Bobby am Leibe trug und die ich ihm gegeben hatte, schenkte mir Bobby alles, was er besaß.

Als Bobby an jenem Tag die Klasse verließ, fragte er mich ob er mein Brieffreund werden könnte. Mit meiner Adresse in der Hand ging er hinaus. Was er zurückließ, waren die Bücher und Fußspuren in meinem Herzen.“
www.wikipedia.org
Ihr Lieben,

Fußspuren in den Herzen anderer Menschen“ hinterlassen, das sollte unser Lebensziel sein. Unsere heutige Geschichte zeigt, wie wenig nötig ist, wenn es darum geht, andere Menschen zu lieben.

Wir brauchen keine Menschen, die die Liebe wie ein Plakat vor sich hertragen, die einen Plan erstellen, wie die Liebe unter den Menschen verbreitet werden kann, was wir brauchen, sind Menschen, die sich in ihrem Alltag in Bewegung setzen und Fußspuren in den Herzen anderer Menschen hinterlassen.

Den Nächsten lieben, den anderen Menschen lieben, das bedeutet, ihn erst einmal so anzunehmen, wie er ist, mit all seinen Vorzügen und Stärken, aber auch all seinen Fehlern, Ecken und Kanten.

Seinen Nächsten liebenbedeutet auch, in ihm ein liebens-wertes Geschöpf sehen, nicht nur auf das zu schauen, was dieser Mensch gerade ist, sondern mehr zu schauen, was dieser Mensch werden kann.
Quelle: Werner Forneberg



Seinen Nächsten lieben, bedeutet, in die Natur zu schauen.
Ebenso wie die Pflanzen und Blumen Dünger, Wasser und Wärme benötigen, um gedeihen zu können, so benötigen die Menschen, die uns begegnen, Ermutigung, damit sie erhobenen Hauptes ihren Weg weitergehen können. Sie benötigen Zuversicht und Hoffnung, damit sie jeden Tag die Kraft aufbringen können, ihr Tagewerk zu vollbringen, und sie brauchen Zuwendung und die Gewissheit, dass jemand zu ihnen steht, damit sie sich anlehnen können, damit sie sich öffnen können, damit sie zu sich selbst finden können.
Quelle: Werner Forneberg

Die Lehrerin in unserer Geschichte liefert uns dafür ein feines Beispiel:
Indem sie den schwierigen Jungen annimmt, indem sie ihn respektiert, sich auf ihn einlässt, ihm Zuwendung schenkt, öffnet er sich ihr und zeigt ihr sein wahres, sein liebenswertes Wesen. Und indem die Lehrerin so handelt, erleichtert sie sich auch ihr eigenes Leben, gewinnt sie immer mehr Freude an ihrer Arbeit.
www.wikipedia.org
Ich wünsche Euch, meine lieben Leserinnen und Leser, ganz viel Liebe in Euer Herz, denn der Hunger nach Liebe in dieser Welt ist sehr groß, und ich wünsche Euch, dass auch Ihr viel Liebe geschenkt bekommt. Für die zweite Wochenhälfte wünsche ich Euch einen Backofen voll Liebe.
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Donnerstag, 26. März 2026

 

Quelle: Werner Forneberg


Ihr Lieben,

auf den verschiedensten Wegen erreichen mich regelmäßig
Briefe, Nachrichten, Kommentare, Mitteilungen und die herzliche Bitte, weiterhin froh- und mutmachende Geschichten auf dem Eselskind-Blog zu erzählen. 

Um den Weg zu meinem kleinen Arbeitsbüro, in dem ich die Geschichten für den Eselskind-Blog vorbereite, zu erleichtern, möchte ich herzlich darum bitten, alle Nachrichten an mich bzw. den Eselskind-Blog an die folgende E-Mail-Anschrift zu richten:

das-eselskind@email.de

Jede Nachricht, jeder Kommentar wird - auch wenn es mal etwas dauern kann – beantwortet – versprochen!

Euer fröhlicher Werner Forneberg


Mittwoch, 25. März 2026

Geschichte: Handele und frage Dich nicht, ob es sich lohnt!

 



Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von
Peter Graf v. Eysselsberg
 erzählen:

„Ein alter Mann ging bei Sonnenuntergang den Strand entlang und sah in einiger Entfernung einen armen kleinen Jungen, der streunende Hunde mit Brotresten fütterte.

www.oberharz.de

Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er die Hunde hier im Dorf versorge.

Die Antwort lautete: „Die armen Wesen haben niemanden, keine Bleibe, keine Familie und wenn ich Ihnen nichts zu Esse
n gebe, sterben sie“.

“Aber die umliegenden Dörfer und Städte sind voll mit streunenden Hunden”, erwiderte der Alte. “Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?”

Der kleine Junge blickte auf den Hund streichelte ihn, gab ihm ein Stück seines Brotes. Dann meinte er: “Für diesen, schauen Sie, für diesen hier macht es einen Unterschied.“

Quelle: Astrid Müller
 Ihr Lieben,

diese Geschichte gibt es in ganz verschiedenen Variationen.
Mal geht es um streunende Hunde, dann wieder um an den Strand geworfene Seesterne.

Aber das ist nicht entscheidend.
Entscheidend ist, was uns die Geschichte sagen möchte:

Auch wenn es manchmal so scheint, als sei all unser Handeln, unser Bemühen, unser Einsatz
für eine bessere, eine gerechtere Welt,
ohne Kindertränen,
ohne Hunger,
ohne Vergewaltigungen,
ohne Missbrauch
vergeblich, als seien sie so aussichtslos wie der vergebliche Kampf des berühmten Don Quichotte gegen die Windmühlenflügel, so dürfen wir dennoch Hoffnung schöpfen.
www.wikipedia.org

Die meisten von uns können sich nicht mit einer Mutter Theresa, einem Nelson Mendela oder einem Karlheinz Böhm vergleichen, die meisten von uns sind unbeachtete stille „Arbeiter im Weinberg des Lebens“. 
www.welt.de
  
Aber wir dürfen bei all unserer Mühe wissen, dass jeder Einzelne, dem wir helfen , dadurch Hoffnung schöpft und Zuversicht gewinnt. 

Die Liebe, die wir wie einen Staffelstab weitergeben, ist niemals umsonst. Unser Licht erleuchtet das Dunkel anderer Menschen und sie fühlen sich angenommen, geliebt und geborgen, weil sie merken, da ist ein Mensch, dem sie wichtig sind, dem sie etwas bedeuten.
www.wallpaperstock.net
Ich wünsche Euch, dass Ihr zu Euch selbst findet, dass Ihr Zeit für Eure Lieben findet und dass Ihr darüber nachdenkt, wem Ihr das Leben erleichtern könnt.

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 24. März 2026

Geschichte: Achtung! Vorsicht! Die Traumdiebe sind unterwegs!

 




Quelle: Helmut Mühlbacher


„Alter macht Falten im Gesicht.
Aber Aufgaben macht Falten in der Seele.“
Douglas Mac Arthur


Ihr Lieben,


ich möchte Euch heute eine Geschichte erzählen von einem Mann, dessen Namen ich mit Absicht erst am Ende der Geschichte nennen möchte.

Dieser großartige Mann war vor einigen Jahren im Pferdesportzentrum in Verden bei Bremen in der dortigen Niedersachsenhalle zu Besuch.
www.kreiszeitung.de

Dieser Mann hielt einmal in den USA einen Vortrag vor einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern und erzählte ihnen folgende Geschichte:

"Es gab da einmal einen kleinen Jungen, dessen Vater ein unbedeutender umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste, um Pferde zu dressieren.
 
So wurde die Schulausbildung seines Sohnes immer wieder unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn von einem Lehrer gebeten, einen längeren Aufsatz darüber zu schreiben, was er einmal werden möchte und tun wolle, wenn er älter wäre.

So schrieb der Sohn einen langen interessanten Aufsatz, der sein ersehntes Ziel beschrieb, eines Tages eine Ranch mit vielen Pferden zu besitzen. 

Er schrieb sehr ausführlich über seinen wundervollen Traum und zeichnete sogar einen genauen Plan, der alle Gebäude und Ställe zeigte, ebenso fertigte er eine Zeichnung an, die das 400 qm große Haus, das auf seiner Traumranch einmal stehen sollte in allen Einzelheiten zeigte.
Quelle: Helmut Mühlbacher

Er hängte sein ganzes Herz an das Projekt, er opferte viel Zeit für den Aufsatz und die dazu gehörigen Pläne und Zeichnungen und übergab die Arbeit voller Stolz seinem Lehrer.

Zwei Tage später erhielt er sie bereits zurück mit der schlechtesten Note, die überhaupt möglich war, mit einer glatten 6, und mit dem Hinweis, sich nach der Stunde bei seinem Lehrer zu melden. Der Junge mit dem großen Traum ging nach der Stunde zu dem Lehrer und fragte:
"Warum habe ich eine 6 bekommen?“

Der Lehrer antwortete ihm: "Was Du zu Papier gebracht hast, das ist ein unrealistischer Traum für einen Jungen wie Dich. Du hast überhaupt kein Geld. Du stammst aus einer armen Wanderarbeiterfamilie. Der Besitz einer Ranch kostet sehr viel Geld. Du musst Land kaufen.

Es gibt für Dich keine Möglichkeit,
dass Du das jemals schaffen könntest.

 
Wenn Du diese Arbeit mit einem realistischen Ziel neu schreibst, werde ich die Note nochmals überdenken.“

Der Junge ging nach Hause und dachte lange darüber nach.
Am Abend vor dem Zubettgehen fragte er seinen Vater. was er tun sollte.
 
Sein Vater setzte sich auf seine Bettkante und schaute ihn ernst an. "Das ist Dein Traum", sagte er zu seinem Sohn,
"Du musst entscheiden, wie wichtig er für Dich ist.“


Schließlich, nachdem der Junge eine Woche damit zugebracht hatte, zu überlegen, reichte er dieselbe Arbeit noch einmal ein, ohne irgendetwas daran zu ändern.
Er sagte zu seinem Lehrer, als er ihm die Arbeit übergab: 

"Sie können die 6 stehen lassen
und ich kann meinen Traum behalten."


Monty Roberts, der inzwischen weltberühmte sogenannte Pferdeflüsterer, wandte sich an die versammelte Gruppe der Lehrer und fügte hinzu:
"Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Sie in meinem 400 qm-Haus mitten in meiner 200 Morgen-Ranch sitzen.

Ich habe diese Arbeit, die ich damals bei dem Lehrer abgegeben habe, immer noch gerahmt über meinem Kamin hängen.

Der beste Teil der Geschichte ist aber, dass mein Lehrer eines Tages mit einer Gruppe von 30 Kindern hier zum Zelten war. 

Als der Lehrer ging, sagte er zu mir:
"Schau Monty, ich sage dir jetzt etwas. Ich bin sehr traurig über mich selbst. Ich war so etwas wie ein Träumedieb.
 

Während all dieser vielen Jahre als Lehrer habe ich vielen Kindern ihre Träume gestohlen bzw. zerstört. Glücklicherweise hattest du genug Grips, Deinen nicht aufzugeben."
Monty Roberts
www.kreiszeitung.de

Ihr Lieben,

Ihr wisst, wie wichtig ich es finde, die eigenen Träume zu verwirklichen und niemals aufzugeben.
 
Dabei ist mir natürlich klar, dass nicht jeder Traum verwirklicht werden kann.

Manche Menschen sind traurig, wenn sie einen Traum haben und dieser Traum nicht in Erfüllung geht und wenn ihre Kinder oder ihre Enkelkinder einen Traum haben und der nicht in Erfüllung geht, dann entmutigen sie ihre eigenen Kinder und Enkelkinder, indem sie zu ihnen sagen:
„Sei lieber vorsichtig, wer weiß, ob Deine Träume Wirklichkeit werden können!"

Dabei wird etwas ganz Wichtiges,
ja das Entscheidende übersehen:

 
Auch wenn wir unsere Träume nicht verwirklichen können, so lernen wir dabei doch etwas, das uns für unser ganzes Leben helfen kann:

Wir lernen, nicht aufzugeben,
wir lernen, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen,
wir lernen, immer wieder aufzustehen,
wir lernen, hocherhobenen Hauptes durch das Leben zu gehen.

Quelle: Astrid Müller

Deshalb haben wir in diesem Bereich auch so einen große Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder. Ich möchte Euch das an einem Beispiel erläutern:

In den 1970er und 1980er Jahren trainierte ich in Göttingen neben meiner Arbeit als Mitarbeiter an der Universität Jugendmannschaften im Handballsport. Die Jungen, die ich trainierte, träumten davon, einmal Deutscher Meister zu werden. 

Wir wurden niemals Deutscher Meister, aber ich errang mit meinen Jugendmannschaften manch wunderschönen Sieg auf einem Turnier und in der Spielsaison.

Aber all diese Siege hatten einen großen Nachteil: Sie sind HEUTE nur noch Schnee von GESTERN.

Was die Jungen, die ich trainierte, nicht wussten, aber mit der Zeit spürten, war die Tatsache, dass ich mich über die Siege zwar herzlich mit den Jungen freute, dass mir aber etwas anderes viel wichtiger war. 

Die Jungen, die bei mir als Trainer Handball spielten, erfüllten sich manchen Handballtraum, indem sie schöne Siege errangen und in manche Auswahlmannschaft berufen wurden, aber etliche Träume erfüllten sich auch nicht. 

Dafür aber lernten die Jungen, indem sie sich bemühten, die Träume zu verwirklichen, etwas viel Wertvolleres:

Sie lernten, ihre Fähigkeiten und Talente zu entdecken.
Sie lernten, in einem Team zu arbeiten.
Sie lernten, ihre Meinung ohne Furcht zu vertreten.
Sie lernten, anderen Menschen gerade und ohne Angst ins Gesicht zu blicken.
Sie lernten, NEIN zu sagen, wenn jemand etwas mit ihnen tun wollte, dass sie nicht wollten.
Und sie gewannen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Ihr Lieben,

heutzutage sind so viele Traumdiebe unterwegs, so viele Entmutiger.
 
Hört bitte auf, Euch selbst Eurer Träume zu berauben und raubt sie auch Euren Kindern und Enkelkindern nicht.  

Denn wer versucht, Träume zu verwirklichen,
gewinnt Kraft, Ausdauer, Mut und Beharrlichkeit für sein ganzes Leben.


Ich wünsche Euch in dieser Woche weiter viel Kraft, Fröhlichkeit und Hoffnung.

Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
 
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 23. März 2026

Bericht: 15-Jähriger revolutioniert die Krebsforschung

Lass Dich nicht entmutigen,
versuche es immer wieder!


Quelle: Helmut Mühlbacher


Ihr Lieben,

vor längerer Zeit las ich einen Bericht von Carsten Drees, der uns sehr nachdenklich stimmen sollte:

„15-Jähriger revolutioniert die Krebsforschung“

„Gestern Abend las ich vom 15-jährigen Jack Andraka, der einen Krebserkennungstest entwickelte, der 168-mal schneller, 26.667-mal kostengünstiger und vor allem bis zu 400-mal treffsicherer ist als die uns bis dahin bekannten herkömmlichen Verfahren!
www.welt.de
 Es klingt wie die klassische Zeitungs-Ente, ist aber eine der ganz großen Geschichten aus der Medizin. Im Schulunterricht kam dem Teenager Andraka die zündende Idee, die die Krebsforschung schlicht auf den Kopf stellt. 

Er lernte in der Schule Einiges über Antikörper und in Kombination mit seinem Wissen, was er sich anhand eines Artikels über Kohlenstoffnanoröhren angeeignet hatte, war er dazu in der Lage, einen ziemlich simpel gestrickten Test zu entwickeln. 

Mit diesem Test kann Mesothelin im Blut bzw. Urin nachgewiesen werden und das geschieht anhand eines Teststreifens ähnlich wie bei Diabetikern.

Angetrieben hat ihn der Tod eines Freundes, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb und in Andraka den Impuls auslöste, dass die aktuelle Behandlung und Erkennung von Krebs nicht der Weisheit letzter Schluss sein könnten. 

Mit dem von ihm entwickelten Test, der 400 mal genauer ist als die bislang eingesetzten Tests und in einem Bruchteil der Zeit und zu einem Bruchteil der Kosten nahezu hundertprozentige Gewissheit verspricht, wandte sich der 15-Jährige an unzählige Professoren. 
Quelle: Werner Forneberg

Erst der 200. von ihm angemailte Mensch hielt es für nötig, sich mit dem Jungen zu unterhalten und seine Forschung zu überprüfen.

Das (bisherige) Ende vom Lied: Der Wissenschaftler der Johns Hopkins University ließ ihn in seinen Labors arbeiten und heraus kam besagter Test, der ganze 3 Cent kostet, 5 Minuten Zeit in Anspruch nimmt und mit mehr als 90%-iger Wahrscheinlichkeit Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Eierstockkrebs erkennen kann. Das brachte ihm den Preis beim größten Nachwuchs-Forschungswettbewerb der Welt ein, den Intel ISEF Award.

Ich hoffe, ihr seht mir nach, wenn ich hier auch mal eine solche Story bringe, die nicht einmal am Rand etwas mit mobilem Computing und unseren sonstigen Themenfeldern zu tun hat. 

Vermutlich wie die meisten von euch habe auch ich ganz liebe und wichtige Menschen durch den Krebs verloren und bin allein schon deswegen an dieser Thematik interessiert. 
Quelle: Werner Forneberg

Zudem stelle ich mir als Laie die Frage, wieso diese Sache einem Teenager in der Schule einfällt und nicht einem der unzähligen Professoren, die ihr Leben mit der Krebsforschung verbringen. Der Verschwörungs-Theoretiker in mir unterstellt der Pharma-Industrie, dass sie an einem so günstigen, einfachen Test genau so viel Interesse hat wie die Auto-Industrie an spritsparenden und ewig funktionierenden Autos: Nämlich keins! 

Aber der etwas naive und an das Gute glaubende Teil von mir hofft, dass jetzt ein paar clevere Wissenschaftler diesen Jungen weiter an die Hand nehmen und dank seiner Erkenntnisse und Ideen einer der größten Geißeln der Menschheit gehörig in den Allerwertesten treten können.

Neben der Frage, wieso erst dieser 15-Jährige kommen muss und der Frage, wieso er fast 200 mal bei den Experten abblitzt, bevor ihn jemand ernst nimmt, beschäftigt mich noch eine weitere Frage:

Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre – wie oft hätte ich es weiter versucht, wenn ich Absage nach Absage bekommen hätte? 5 mal? 20 oder 100 mal?

Quelle: Alexander Rykow

Ihr Lieben,

ich wünsche diesem jungen Menschen, dem Jack Andraka, von Herzen viele gute Gedanken, viele gute Ideen, denn dann kann durch ihn ein großes Stück weit das Krankheitsleid auf dieser Welt gelindert werden.

Aber – und deshalb habe ich diesen Bericht heute hier gepostet – was mich am meisten am diesem jungenMenschen fasziniert, ja begeistert, ist sein Durchhaltevermögen.
 
200 Mal ist er bei Experten abgeblitzt, bis er endlich einen Wissenschaftler gefunden hat, der ihn ernst genommen hat. Solch ein Durchhaltevermögen wünsche ich uns allen.

Dieser junge Mensch ist von dem, was er tut, begeistert.
Das Wort „begeistert“ hat in sich das Wort „Geist“. Nur wenn unser Geist von Hoffnung und Zuversicht erfüllt ist, wenn wir Quellen der Liebe und Freude in uns haben, können wir „be-geist-ert“ sein.

Ich muss immer wieder auf unsere Kindheit hinweisen.
Als wir Kleinkinder waren, lernten wir voller Mühe das Laufen.
Zuerst krochen wir auf allen Vieren, dann zogen wir uns an einem Stuhlbein oder einem Tischbein hoch und waren stolz, als wir das erste Mal alleine stehen konnten. 
www.dksb.de

Aber bis zum eigenständigen Laufen war es noch ein weiter Weg, auf dem wir uns manchmal wehtaten, stolperten, hinfielen und wieder aufstanden.

Eine kluge Wissenschaftlerin hat einmal ausgerechnet, dass ein Kleinkind von seinem ersten Versuch, zu laufen, bis zum völligen Beherrschen des Laufens ungefähr 5.000 (!) Versuche unternimmt, zu laufen.

Niemals käme einem Kleinkind in den Sinn, nach 500 (!) Versuchen zu sagen: Ich schaffe das nicht, ich lerne nicht laufen, ich gebe auf!
Das Kleinkind in uns sollte uns ein Beispiel sein.
 
Auch wir sollten bei allem, was wir tun, was wir erreichen möchten, niemals aufgeben.
Nicht immer wird unser Kampf erfolgreich sein, aber wenn wir kämpfen, wird unser Leben zumindest von Zuversicht und Hoffnung erfüllt und das sorgt für eine positive Lebensqualität!
Quelle: Karin Heringshausen

Ihr Lieben,
 
ich wünsche Euch einen niemals aufgebenden Geist, eine von Zuversicht und Hoffnung erfüllte und getragene Begeisterung und das Durchhalte-vermögen Eures inneren Kleinkindes
 
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Helmut Mühlbacher