3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Samstag, 16. Mai 2026

Geschichte: Till Eulenspiegel und die Berge

 

Steuere Deine Ziele auf die richtige Weise an!

Quelle: Raymonde Graber

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Till Eulenspiegel erzählen:

„Till Eulenspiegel und die Berge"

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Till Eulenspiegel erzählen:

„Till Eulenspiegel und die Berge“

"Alles geht besser, wenn man mehr geht", sagen die, die gern gehen, die zu Fuß große Reisen machen, über Berg und Tal und durch viele Länder.
Einmal war Till Eulenspiegel mit einer Gruppe von Pilgern unterwegs. Sie waren auf der Reise nach Rom, um dort den Papst zu sehen und die berühmte Peterskirche. 

Als sie nun über die Alpen wanderten, geschah etwas Sonderbares. Immer, wenn es steil bergauf ging und alle schnauften und stöhnten und sich Schritt für Schritt abmühten, sprang Till singend und lachend die Anhöhe hinauf, als könnte ihm gar nichts Besseres geschehen.

Wenn es aber bergab ging und alle leichten Schrittes abwärts liefen und sich vom Aufstieg erholten, schimpfte und stolperte Till missmutig hintendrein, und dabei machte er ein Gesicht, als wäre ihm das Hinuntergehen die größte Qual.

"Aber, Meister Till", sagte schließlich einer der Pilger, "ich verstehe Euch nicht. 
Bergauf, wo es am schwierigsten geht, seid Ihr vergnügt und gut gelaunt.
Bergab aber, wenn es uns allen leichter fällt, seid Ihr mürrisch und verärgert.
Wie kommt das?"

"Das ist ganz einfach," sagte Till.
Gehe ich bergauf, dann freue ich mich schon auf die wunderbare Aussicht von oben und auf die kurze Rast.
Außerdem sehe ich von oben, ob dies der letzte Berg auf unserem Weg ist oder ob noch ein anderer kommt.
Gehe ich aber den Berg hinunter, sehe ich nur das tiefe Tal, in das ich hinein muss und den nächsten Berg, der noch vor mir liegt.
Wie sollte ich mich da freuen?"

Sie wanderten noch viele Tage und Wochen. Unglücklich stapfte Till den einen Berg hinunter, und fröhlich lief er den anderen hinauf.
Erst als Till von der letzten Anhöhe aus die Stadt Rom vor sich liegen sah, lief er jubelnd auch den Berg hinunter.“

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

in dieser heutigen Geschichte von Till Eulenspiegel liegt eine tiefe Wahrheit verborgen.

Wenn wir Träume verwirklichen und Ziele erreichen wollen, 
dann ist das Allerwichtigste der Weg zum Ziel.

Dass so viele Menschen niemals ihre Träume verwirklichen und ihre Ziele erreichen, hat mit einer einfachen Tatsache zu tun, die durch wissenschaftliche Untersuchungen herausgefunden wurde.

Von einer Million Menschen, die Träume haben und Ziele erreichen wollen, machen sich nur 100.000 Menschen tatsächlich auf, ihre Träume zu verwirklichen und ihre Ziele zu erreichen. 

Die anderen 900.000 Menschen machen sich gar nicht erst auf den Weg zum ersehnten Ziel, weil sie sich selbst die Bewältigung der Strapazen auf dem Weg zum Ziel nicht zutrauen oder weil sie von anderen Menschen entmutigt werden, die ihnen dringend davon abraten, sich auf den Weg zum Ziel zu machen („Das schaffst Du nie!“, „Dafür bist Du nicht geeignet!“, „Mach Dich nicht lächerlich, Du bist doch der geborene Versager!“).

Von den 100.000 Menschen, die sich tatsächlich auf den Weg zum ersehnten Ziel machen, kommen leider nur 10.000 Menschen am Ziel an, weil sich 90.000 von ihnen durch die Hindernisse auf dem Weg zum Ziel entmutigen lassen.

Till Eulenspiegel weist uns auf ein wundervolles Rezept hin, wie man in geeigneter Weise mit den Hindernissen auf dem Weg umgehen kann.
Der Weg zum Ziel ist wie auf Till Eulenspiegels Reise kein gradliniger Weg, sondern auch ein Weg mit Höhen und Tiefen, mit Freude und Unlust, mit Mut und Verzagtheit, mit Hoffnung und Verzweiflung.

Wenn es auf dem Weg zum Ziel schwierig wird, wenn wir das Gefühl verspüren, dass sich Hindernisse vor uns auftürmen, dann sollten wir uns freuen, denn das ist der Beweis, dass wir unserem Ziel immer näher kommen.

Wenn wir uns, bevor wir uns auf den Weg zu unserem ersehnten Ziel machen, klarmachen, dass unser Weg  mit Höhen und Tiefen, mit Freude und Unlust, mit Mut und Verzagtheit, mit Hoffnung und Verzweiflung verbunden ist, dann werden wir ihn umso leichter bewältigen.

Wenn wir Zeiten der Freude erleben, dann müssen wir wissen, dass es auch Zeiten der Unlust geben wird.

Wenn wir Zeiten des Mutes erleben, dann müssen wir wissen, dass es auch Zeiten der Verzagtheit geben wird. 

Wenn wir Zeiten der Hoffnung erleben, dann müssen wir wissen, dass es auch Zeiten der Verzweiflung geben kann.

Wenn wir das wissen, können wir uns umso besser darauf vorbereiten.

Wenn wir in einem finsteren Tal sind, dürfen wir wissen, dass unser Weg uns bald wieder auf einen Berg mit einer wundervollen Aussicht führen wird, 
und wenn wir auf dem Berg stehen und die Aussicht genießen, dann können wir uns innerlich darauf vorbereiten, dass wir für eine kleine Weile auch wieder durch ein Tal hindurch wandern müssen.

Entscheidend aber, damit Ihr Euer Ziel auch tatsächlich erreicht, ist, dass Ihr wie Till Eulenspiegel niemals Euer Ziel aus den Augen verliert, denn dann wird Eure Freude riesig sein, wenn Ihr vom letzten Berg Eures Weges hinabblickt auf das vor Euch liegende Ziel!
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch eine wundervolle Reise zu Euren ersehnten Zielen und Kraft für die Reise über die Berge und durch die Täler und ich grüße Euch herzlich aus dem schönen Bremen

Euer fröhlicher Werner


Quelle: Helmut Mühlbacher

Mittwoch, 13. Mai 2026

Geschichte: Drei mögliche Antworten

 

Was begeistert Dich?

Werners Lebensmotto 
"Willst Du das Land in Ordnung bringen, 
so musst Du zuerst die Provinzen in Ordnung bringen.

Willst Du die Provinzen in Ordnung bringen,
so musst du zuerst die Städte in Ordnung bringen.

Willst Du die Städte in Ordnung bringen,
so musst Du zuerst die Familien in Ordnung bringen.

Willst Du die Familien in Ordnung bringen,
so musst Du zuerst Deine Familie in Ordnung bringen.

Willst Du Deine Familie in Ordnung bringen,
so musst Du zuerst Dich selber in Ordnung bringen."
Chinesische Weisheit

Quelle: Werner Forneberg


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine kleine Geschichte von Manfred Frigger erzählen:

"Drei mögliche Antworten"

"Drei Bauarbeiter waren dabei, Steine zu behauen,
als ein Fremder zu ihnen trat und den ersten Arbeiter fragte: 

"Was tun Sie da?"
"Sehen Sie das denn nicht?" meinte der und sah nicht einmal auf.
"Ich behaue Steine!"

"Und was tun Sie da?" fragte der Fremde den zweiten.
Seufzend antwortete der: "Ich muss Geld verdienen,
um meine Familie Brot zu beschaffen.
Meine Familie ist groß."

Der Fremde fragte auch den dritten: "Was tun Sie da?"
Dieser blickte hinauf in die Höhe und antwortete leise und stolz: 
"Ich baue einen Dom!" 

Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte trägt eine tiefe Wahrheit in sich und ist deshalb so geeignet, weil wir sie auf alle unsere Tätigkeiten übertragen können:

Wenn wir das, was wir tun, alleine deshalb tun, weil wir dazu gezwungen sind, weil wir es tun müssen, dann wird uns das, was wir tun, immer eine Last sein, dann werden wir bereits morgens, wenn wir aufstehen, die Last des Tages auf unseren Schultern spüren und ohne Fröhlichkeit in den Tag starten.

Wenn wir, wie der zweite Arbeiter, erkennen, dass wir unsere Arbeit, unsere Tätigkeiten deshalb vollbringen, weil wir Verantwortung für andere Menschen, für unsere Lieben, unsere Kinder tragen, wird uns die Pflichterfüllung schon leichter fallen.

Wenn wir aber alles, was wir im Leben tun, all unsere Tätigkeiten, all unser Handeln betrachten als den Teil einer Vision, eines Traumes, eines Wunsches, dann fallen uns unser Handeln, unsere Tätigkeiten, alles, was wir im Leben tun, auch nicht unbedingt leicht, aber wir werden getragen von dem Feuer der Begeisterung, von der Flamme der Liebe und Freude, der Glut der Hoffnung und Zuversicht.

Ohne meine Vision, anderen Menschen und mir täglich Freude zu bereiten und Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch und Gewalt zu bewahren, könnte ich mein Tagewerk als Lektor nicht mit der Freude erledigen, wie ich das tue.

Quelle: Karin Heringshausen

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch eine Begeisterung, die Euer Leben bereichert, und ich grüße Euch herzlich aus Bremen vom Weserstrand
Ich wünsche Euch ein geruhsames und gesegnetes langes Wochenende.

Euer fröhlicher Werner
Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

Sonntag, 10. Mai 2026

Geschichte: Das Rathaus von Schilda

 

Dunkelheit ist nichts anderes als das Fehlen von Licht!

Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die lustige und doch ernsthafte Geschichte von den Schildbürgern erzählen, die Erich Kästner aufgeschrieben hat:

"Das Rathaus von Schilda"

Die Bürger von Schilda hatten ein neues Rathaus gebaut.
Alle Bürger waren mächtig stolz auf das neue Gebäude.
Es sollte festlich eingeweiht werden.
Alle wichtigen Bürger und Bürgerinnen der Stadt versammelten sich vor dem prächtigen Tor.
Der Bürgermeister eröffnete offiziell das Rathaus und alle gingen gemeinsam hinein, um die Einweihung zu feiern.

Doch was war das? Innen war das Rathaus völlig dunkel!
Die Schildbürger erschraken heftig und wunderten sich.
„Wir haben vergessen, Fenster einzubauen!“, rief dann die Frau des Bürgermeisters.
„Richtig!“, rief einer der Ratsherren und schlug sich mit der Hand an die Stirn.

„Nun, so werden wir in unserer ersten Ratssitzung darüber beraten, wie wir Licht in unser neues Rathaus hineinbringen können“,meinte daraufhin der Bürgermeister von Schilda.

„Das ist doch kein gar Problem“, sprach da einer der wichtigen Bürger der Stadt, „ich bin sicher, das Licht wird sich auch ohne Fenster in das Rathaus hineinbringen lassen.“

Schnell schrieb er eine lange Liste:           

„Das sollten wir versuchen:
das Licht in einen Sack stecken
 …den Sonnenschein mit Eimern schöpfen
 …den Tag in Mausefallen fangen
 …das Licht mit der Heugabel aufspießen
 …die Sonne anzapfen
 …den Tag in Kisten einsperren
 …das Sonnenlicht in Flaschen abfüllen
 …das Licht in den Spiegeln ins Rathaus tragen
 …die Helligkeit ins Rathaus schaufeln
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

wenn wir diese Geschichte lesen, können wir nur schmunzeln, vor allem darüber, wie die Dunkelheit in dem Rathaus ohne Fenstern beseitigt werden sollte.

Unser Leben ähnelt manchmal auch so einem Rathaus ohne Fenster. Wir sehen in solchen Zeiten nur Dunkelheit in uns selbst.

Wir erleben in solchen Zeiten Schweres, wir erfahren tiefes Leid und spüren in uns tiefe Dunkelheit, große Mutlosigkeit und haben kein Vertrauen mehr in das Leben.

Wichtig ist es, dass andere Menschen in dieser Phase zu uns stehen, dass sie mit ihrem Licht den hellen Schein der Liebe, der Zuversicht und der Freude in unser Leben hineintragen.

So ist gewährleistet, dass zumindest zeitweilig Licht ins unsere Dunkelheit fällt und die Dunkelheit für einige Zeit weichen muss.

Nachteilig ist aber, dass, sobald diese lieben anderen Menschen uns wieder verlassen, die Dunkelheit mit aller Macht in unser Leben zurückkehrt.

Damit es dauerhaft hell wird in unserem Leben, damit dauerhaft Licht in unserem Leben scheint, müssen wir selbst tätig werden, das kann uns niemand abnehmen.

Wie wir oben an den Ratschlägen des Bürgermeisters von Schilda erkennen können, können wir die Helligkeit des Tages, den Schein der Sonne, das Licht der Freude, der Liebe und der Zuversicht nicht in Säcken einfangen und in unser Leben hineintragen.

Um Licht in unser Leben hineinzubekommen, um die Sonne in unserem Herzen zu entflammen, um das Licht der Zuversicht und der Hoffnung in unserem Leben zu entzünden, müssen wir große Fenster in das Haus unseres Lebens brechen, wir müssen uns dem Leben quasi öffnen.

Wenn wir zuhause bei heruntergelassenen Jalousien und abgeschaltetem Telefon sitzen, können wir nicht fröhlich werden, das ist eine nicht zu leugnende Tatsache.

Wichtig ist es, sich dem Leben wirklich zu öffnen,
…z.B. ein froh machendes Buch zu lesen
…z.B. mit fröhlichen Menschen einen Spaziergang oder eine Wanderung zu machen
…z.B. sich einem Kreis von Menschen anzuschließen, bei denen die Freude am Leben im Mittelpunkt steht.
…z.B. sich ein Hobby zu suchen, das der eigenen inneren Sehnsucht entspricht,
z.B. Singen oder Malen
…z.B. sich für andere Menschen einzusetzen, denn, indem wir anderen Menschen helfen, vertreiben unsere die eigene Dunkelheit.

Eines aber sollten wir niemals vergessen:
Wir brauchen vor der Dunkelheit keine Angst zu haben, 
denn eigentlich gibt es gar KEINE Dunkelheit. Dunkelheit ist nichts anderes als das Fehlen von Licht.

Deshalb ist es auch so einfach, etwas gegen die Dunkelheit zu unternehmen und die Dunkelheit kann nichts dagegen tun!

Selbst gegen das kleine Licht einer Kerze ist die Dunkelheit machtlos!


Deshalb lasst uns damit anfangen, 
dass wir das Licht in unser Lebenshaus hineinlassen,
damit es hell und fröhlich werde!

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ganz viel Licht in Euer Leben und nun eine guten erholsamen Abend und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher und zuversichtlicher Werner
Quelle: Helmut Mühlbacher

Mittwoch, 6. Mai 2026

Geschichte: Der Sonnenaufgang

 

Keller oder Balkon – das ist hier die Frage!

Quelle: Werner Forneberg

„Denke immer daran:
Menschen können immer das werden, zu dem wir sie ermutigen, aber sie werden niemals das werden, zu dem wir sie mit unserer Kritik treiben wollen!“

Alexander Rykow
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Lisa Kugler erzählen, die sich als Abgesandte des Internationalen Roten Kreuzes in mehreren südamerikanischen Ländern für politische Gefangene einsetzte:
„Der Sonnenaufgang“

„Haben Sie heute Morgen zufällig auf dem Weg zur Arbeit den wunderschönen Sonnenaufgang gesehen?“, fragte mich Steven. Ich schüttelte verneinend den Kopf.

„Aber ich habe ihn von meiner Zelle aus beobachtet und mir wurde bewusst, wie dankbar ich dafür sein kann, dass ich den Sonnenaufgang durch die Gitterstäbe meines Fensters sehen kann.

Es ist ein besonders schöner Morgen. Ich habe eben gefrühstückt. Heute war der Haferbrei nicht so kalt wie sonst oft und so ist es ein guter Tag.“

Diese Worte und der aufrichtige Ton in seiner Stimme ließen mich aufhorchen. Gestern erst hatte er die niederschmetternde Nachricht erhalten, dass er weitere fünf Jahre im Gefängnis verbringen müsse. Ich habe niemals vergessen, was ich von ihm an jedem schönen Morgen lernte.

Und wenn ich heute einmal wieder in Gefahr gerate, in Selbstmitleid zu versinken, dann erinnere ich mich daran, dass auch ich die Wahl habe, auf was ich mich in meinem Leben konzentrieren möchte.“
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
manchmal, in schweren Zeiten unseres Lebens, da haben auch wir das Gefühl, wie in einem Gefängnis zu leben.
Das sind dann die Augenblicke, in denen wir am liebsten alles hinter uns lassen würden, in denen wir am liebsten aus allem ausbrechen würden, um irgendwo im Land unserer Wünsche, Träume und Bedürfnisse ein neues Leben zu beginnen.

Aber leider ist das Leben kein Wunschkonzert, wie schon das Sprichwort uns mitteilt.
So sind wir gezwungen, an dem Ort, wo wir wohnen, und an der Stelle, an die uns das Leben gestellt hat, zu bleiben und aus unserem Leben das Beste zu machen. Das ist nicht immer einfach und manchmal sogar sehr schwer.

Aber es gibt eine wundervolle Möglichkeit, unsere Lage dennoch zu verbessern, und diese Möglichkeit möchte ich Euch anhand eines Bildes verdeutlichen:

Unser Leben ist wie ein großes Haus, in dem wir leben.
Wenn wir schwere Zeiten erleben, wenn wir Zeiten der Not, des Leides, der Ungerechtigkeit oder Krankheit erleben, dann können wir, ohne das Licht einzuschalten, in den Keller unseres Lebens hinuntersteigen, und uns auf eine alte, ausgetretene kalte Treppenstufe setzen, in die Dunkelheit des Kellers hineinstarren und uns über die Finsternis in unserem Leben beklagen.

Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit:
In dem gleichen Haus unseres Lebens können wir, statt in die Dunkelheit des Kellers hinunterzusteigen, hinaufsteigen auf den Balkon des ersten Stocks unseres Lebenshauses und von dort die Schönheit und das Mutmachende des Sonnenaufgangs, des Regenbogens, der strahlenden Sonne auf uns einwirken lassen.

Wenn wir uns in den Keller unseres Lebenshauses begeben und uns der Dunkelheit unseres Lebens widmen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn mit der Zeit unsere Gedanken und Gefühle genauso grau und genauso traurig wie die Finsternis im Keller werden.

Wenn wir uns aber auf den Balkon unseres Lebenshauses begeben und die Schönheit und das Mutmachende des Sonnenaufgangs, des Regenbogens, der strahlenden Sonne auf uns einwirken lassen, dann können wir nicht vermeiden, dass Zuversicht und Hoffnung, dass Mut und Freude in unser Herz einziehen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch recht viel Ermutigung, viele aufbauende Gedanken, noch mehr Zuversicht und Hoffnung und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 4. Mai 2026

Geschichte: Die Grollkartoffeln

 

Wie viel Grollkartoffeln trägst Du mit Dir herum?

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte
von Christoph Georges erzählen:

"Die Grollkartoffeln“

"Ein Lehrer bat seine Schülerinnen und Schüler, zur nächsten Unterrichtsstunde am nächsten Tag einen Rucksack mitzubringen. Er selbst werde einen Sack Kartoffeln mitbringen.

Am folgenden Tag bat der Lehrer seine Schülerinnen und Schüler, sie sollten für jeden Menschen, dem sie etwas nicht verzeihen wollten, das er ihnen in ihrem Leben angetan habe, eine möglichst große Kartoffel auswählen, auf diese dessen Namen schreiben und die Kartoffel in den Rucksack legen.

Diesen Rucksack voller Kartoffeln sollten sie eine Woche lang mit sich herumtragen, d.h. überall dorthin mitnehmen, wo sie hingingen, und dabei an die Personen denken, deren Namen auf den Kartoffeln standen. Dabei sollten sie sich fragen, wem davon sie am leichtesten verzeihen könnten.

Einige der Schülerinnen und Schüler trugen nun leichte Rucksäcke, viele aber sehr schwere Rucksäcke auf dem Rücken. Alle Schülerinnen und Schüler waren startbereit.

Doch jedes Mal, so schloss der Lehrer seine kurze Ansprache, wenn sie sich dazu in der Lage fühlten, einem dieser Menschen, von dem sie sich verletzt fühlten, voll und ganz zu verzeihen, dürften sie die Kartoffel mit seinem Namen aus dem Rucksack herausnehmen und beiseitelegen.

Dann galt es, sich angesichts der verbliebenen Kartoffeln weiter zu fragen, wem sie denn nun am leichtesten vergeben könnten. Wenn sie sich voll und ganz in der Lage dazu fühlten, zu verzeihen, dürften sie auch diese Kartoffel mit dem entsprechenden Namen aus dem Rucksack nehmen und so weiter.

Am Ende der Woche kamen alle wieder zusammen. Einige Rucksäcke waren ganz leer, andere leichter geworden. Es gab niemanden, dessen Rucksack noch so angefüllt war wie eingangs der Woche.

Alle Schüler strahlten. Die herausgenommenen Kartoffeln türmten sich zu einem beachtlichen Berg auf. Gemeinsam schälten Schüler und Lehrer die Namen von den Kartoffeln ab, kochten die Kartoffeln in einem großen Topf und bereiteten eine leckere Suppe zu, von der jeder etwas abbekam.“

Ihr Lieben,

mir gefällt diese kleine Geschichte sehr, weil ich glaube, dass ganz viele Menschen mit einem solchen Rucksack mit Kartoffeln auf dem Rücken herumlaufen.
Viele Menschen können oder wollen den Menschen, die ihnen etwas angetan haben, nicht vergeben.

Wenn wir nicht bereit sind, zu vergeben bzw. zu verzeihen, 
dann  wird Folgendes geschehen:

Wenn wir die Kartoffeln in unserem Lebensrucksack nicht irgendwann herausnehmen, dann werden sie anfangen zu keimen und diese Keime an den Kartoffeln sind sehr giftig.

Auf die gleiche Weise werden die Wunden und die nicht vergebenene Taten aus der Vergangenheit unser Leben vergiften. Gedanken der Rache und der Wut werden uns dann beherrschen.

Der einzige Weg, um glücklich leben zu können, besteht darin, die Kartoffeln aus dem Rucksack unseres Lebens zu entfernen, den Tätern, die uns etwas getan haben, zu verzeihen und unbelastet von der Vergangenheit die Gegenwart zu genießen und auf die Zukunft zu schauen.

Rache vergiftet unser Leben.
Vergebung bereichert unser Leben.
Wut trennt uns von Menschen.
Liebe verbindet uns mit Menschen.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen ruhigen Verlauf der Woche und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 

Freitag, 1. Mai 2026

Geschichte: Warum haben so viele weggeschaut?

 

Wir brauchen Quellen der Liebe und des Trostes!

Quelle: Helmut Mühlbacher
„Der Hunger nach Liebe ist schwerer zu stillen als der Hunger nach Brot.“
Mutter Teresa

Quelle: Helga und Gerd Steuer

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte erzählen, deren wahrer Hintergrund vor einigen Jahren die Öffentlichkeit der USA erschütterte.
Die Geschichte stammt von 
Laura Hayes Lagana:

„Warum haben so viele weggeschaut?“

„Sein kurzes, qualvolles Leben war gekennzeichnet durch wiederholte Einlieferungen in die Notaufnahme, um unerklärbare und zweifelhafte Verletzungen zu behandeln, die sich mit der Zeit schon gar nicht mehr zählen ließen.

Die verantwortlichen Erwachsenen, die eigentlich dafür da sein sollten, ihrem Kind Liebe zu geben, hatten die eigenen Gefühlsausbrüche und Frustrationen nicht mehr im Griff.

Der kleine 10-jährige Junge hätte nicht durch das soziale Netz fallen dürfen, aber in unserer unvollkommenen Welt war genau das geschehen.

Als der geschundene und verletzte Junge endlich aus seiner Hölle erlöst wurde, erlebte er Momente des Trostes und der Sicherheit, die er bisher in seinem Leben so sehr vermisst hatte.
Quelle: Thomas Etzensberger
Sein Leben konnte allerdings nicht mehr gerettet werden.
Umgeben und umhüllt von der Liebe, die er in seinem jungen Leben so dringend gebraucht hätte und verdient hatte, ging er in das nächste Leben über.

Deshalb sollten wir jeden Tag für einen anderen Menschen eine Quelle der Liebe und des Trostes sein.“
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

auf Beerdigungen oder wenn wieder über einen schrecklichen Fall von Kindesmisshandlung oder Kindesmissbrauch berichtet wird, höre ich neben anderen Sätzen immer wieder den einen Satz:

„Auch hätten wir uns/ hätten sich die Verantwortlichen doch um den Betroffenen mehr gekümmert."

Wenn jemand gestorben ist oder ein Kind nach einem schrecklichen Missbrauch oder einer entsetzlichen Misshandlung verstirbt, dann kommt zweifelsohne jede Hilfe zu spät.

Wir sind deshalb dazu aufgerufen, Liebe in diese Welt hineinzutragen, Vertrauen zu unseren Mitmenschen aufzubauen, Zuversicht zu schenken und Mut zu machen.

Wenn wir so handeln, dann betreiben wir die beste Vorsorge gegen Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung, die man sich nur denken kann.

Wenn Menschen unsere Liebe und unser Vertrauen spüren, dann öffnen sich uns vielleicht auch Eltern, die nicht mehr mit ihren Kindern fertig werden und wir können sie dann in ihrem Bemühen unterstützen, sich Hilfe zu suchen.

Wenn Menschen unsere Liebe und unser Vertrauen spüren, dann öffnen sich uns vielleicht auch Kinder, die misshandelt und missbraucht werden, weil sie spüren, dass wir sie nicht enttäuschen und ihnen helfen werden.

Es ist so wichtig, dass es solche Quellen der Liebe und des Vertrauens gibt.

Ebenso wichtig ist es aber auch, dass es Quellen des Trostes gibt, damit Menschen, die schreckliches Leid erlitten haben, die sich in einer Not befinden, wissen, dass wir bereit sind, ihnen zuzuhören, für sie da zu sein, ihnen zur Seite zu stehen.

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein Wochenende der Liebe, der Zuversicht und der Hoffnung und ich grüße Euch mit tausend bunten Luftballons, die den Frühling verkünden sollen, aus Bremen
Euer nachdenklicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen