3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Sonntag, 27. Februar 2011

Mein Lieblingssong - ein Lied, extra Euch gewidmet!

Ihr Lieben,

zum frühen Abend möchte ich Euch meine Freude darüber kund tun, dass ich Euch kenne, und deshalb widme ich Euch heute Abend mein Lieblingslied: Gabriellas Song:

          "Viele Menschen suchen ihr ganzes Leben nach einem Schatz,
dabei ruht der größte Schatz in ihnen selbst."
Alexander Rykow




Liebe herzliche Grüße 

Euer Werner

Die Brille der Ehrfurcht


Ein kleiner Frühlingsgruß an Euch alle

Der Himmel über uns, die Erde, auf der wir gehen -
es ist selbstverständlich für uns, dass wir das alles sehen.
Unsere Erde ist unendlich bunt und schön -
doch wir sollten sie mal durch die Brille der Ehrfurcht sehen.

Wälder und Seen, Flüsse und Wiesen,
wir sind es gewohnt, alles zu nutzen und zu genießen.
Erkennen wir noch, woraus sich alles zusammenfügt?
Dass nicht nur ein oberflächlicher Blick von weitem genügt?

Die Schöpfung findet sich in jedem Blatt am Baum,
der winzigen Blüte, jedem Pilz – und schön wie ein Traum.
Ob Pflanzen oder Tiere, alles lebt im eigenen Bereich,
Nur der Wunsch, zu leben, ist in allem gleich.

Unzählige Winzigkeiten, nur von Nahem zu sehen,
so viele Wunder der Natur – kein Mensch wird sie je verstehen.
Selbst im kleinsten Detail befindet sich das Leben
in unendlicher Vielfalt – und kann so ein Ganzes ergeben.

Alles fügt sich zusammen durch unsichtbare Kraft.
Es ist das Leben selbst, das dieses Einzigartige schafft.
Alles, was existiert, zu sehen oder unsichtbar,
für alles ist im Kreislauf des Lebens die Bestimmung klar.

Nur der Mensch bildet sich ständig ein,
kein Teil des großen Ganzen, sonders was Wichtigeres zu sein.
Er träumt von der Macht, von dem eigenen Profit
ohne Rücksicht auf Verluste - und wir alle machen mit.

Wir zerstören selbst, was uns am Leben erhält:
die Harmonie im Gefüge unserer einzigartigen Welt.
Doch wir haben nur diese eine, denkt denn niemand daran?
Warten alle, bis es zu spät ist? Und was ist dann?

Karin Heringshausen

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt
                                                                                                  

Mit der Brille der Ehrfurcht - Ein wunderschönes Video über unsere Erde

Ihr Lieben,

heute habe ich die große Freude, Euch ein wunderschönes Video zum Anschauen übermitteln zu dürfen.
Das Video wurde mir von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt, der ich herzlich dafür danke!


Ganz herzliche Grüße aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Nicht mehr zeitgemäß?



"Füttere Deine Intelligenz und sie wird wachsen, blühen und Dir eine Stütze im Leben sein, auch wenn Du gar nicht so intelligent bist! Wenn Du das nicht tust, wird sie verkümmern, auch wenn Du noch so intelligent bist!"
Alexander Rykow



Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Melanie Geilke erzählen:

"Nicht mehr zeitgemäß?"

"Langsam und gemächlich schreitet sie um die Straßenecke. Sie versteckt sich nicht, auch wenn sie schon wie  von weitem die Silhouetten derer sieht, die mit dem Finger auf sie zeigen. Sie weiß genau, es ist lediglich der Neid, der sie dazu antreibt, und die Unsicherheit, aber manchmal schmerzt es dennoch.

"Sie ist hochnäsig."
sagen sie.

"Sie fühlt sich als etwas Besseres."
behaupteten sie.

In der heutigen Welt ist sie nicht mehr so angesehen wie damals, das hat sie mittlerweile einsehen müssen. Aber was hat sie denn nur falsch gemacht? Sie hatte sich nicht verändert. Aber die Welt um sie herum hatte sich verändert.

Sie schlich die Straße entlang und schaute in ein Fenster. Ein Wohnzimmer, die Eltern und ihre zwei Sprösslinge. Die Kleinen sitzen mit leerem Blick auf dem Boden und lassen sich von den flimmernden, bunten Bildern unterhalten. Auf den drei Büchern im Regal türmte sich der Staub. Sie ist einfach nicht mehr modern, dabei hatte sie geglaubt, zeitlos zu sein.

Plötzlich steht der kleine Junge auf und kommt zu ihr ans Fenster. Interessiert schaut er ihr in die Augen. "Wer bist du?"

Überrascht und erfreut über so viel Aufmerksamkeit stutzt sie kurz.

Als sie antworten will, blökt die Mutter des Jungen los: "Was willst du denn von der? Komm wieder Fernsehen! Die Werbung ist zu Ende!" Mit einem lauten Knall schließt sie das Fenster!"

"Ich bin die Intelligenz." flüstert sie nur und schleicht mit hängendem Kopf davon."


Ihr Lieben,

früher hat man geglaubt, Intelligenz sei etwas Angeborenes, etwas, das man mitbekommt, für das man gar nichts kann. Heute hat die Wissenschaft nachgewiesen, dass Intelligenz auch wachsen kann.

Ich möchte die Intelligenz vergleichen mit einer Pflanze. In der Kindheit ist sie oft noch zart und verletzlich und es kommt vor allem darauf an, womit wir sie düngen, ob wir sie regelmäßig mit Nährstoffen versorgen und regelmäßig gießen.

Es gibt einen Bericht über eine Klassenkonferenz aus der Zeit, als ich das Gymnasium besuchte, in dem ein Lehrer die Meinung geäußert hat, er habe auf der Universität nicht gelernt, so dumme Kinder wie mich zu unterrichten.

Aber ich habe jede Menge Bücher verschlungen, ich habe meinen Geist mit Erlebnissen in der Natur und durch meinen großen Wissensdurst gefüttert. Das Lernen fiel mir sehr schwer, aber innerlich dachte ich als Kind immer gegenüber meinen Lehrern: "Eines Tages überhole ich Euch alle!"
Und man stelle sich das Erstaunen und die Verwunderung vor, als ich eines Tages an meine alte Schule zurückkehrte und inzwischen Dozent an der Universität Göttingen geworden war!
Die Lehrer mochten es einfach nicht glauben.

Ich erzähle das nicht, um mich zu rühmen, das ist nicht meine Art, dass wisst Ihr, sondern allein, um zu zeigen, dass mangelnde Intelligenz kein unabwendbares Schicksal ist, das man hinnehmen muss, sondern dass wir viel für unser Denken tun können, je nachdem, was wir ihm anbieten.

Das gilt auch in besonderem Maße für unsere Kinder und Enkelkinder.

Ich bin ehrenamtlich Lesepate an meiner alten Grundschule, die ich als Kind besucht habe. Ich sehe dort mit Freude, wie die Kinder aufblühen, wenn sie lesen lernen und anfangen, eine für sie ganz neue Welt zu entdecken.

Wie wichtig das Lesen, das "richtige Futter" für den Geist für unsere Kinder und Enkelkinder und auch für uns schon etwas Ältere ist, habe ich an einem sehr eindrücklichen Beispiel erlebt:

In den letzten Jahren ihres Lebens, als meine Mutter, mit der ich mich im Alter ausgesöhnt hatte, in einem Altersheim lebte, wurde sie immer schweigsamer und man konnte sich kaum noch mit ihr unterhalten, ein Ja und ein Nein, mehr war nicht mehr zu erwarten.

Ihre einzige Beschäftigung war, den ganzen Tag von morgens bis abends Fernsehen zu schauen.

Eines Tages kam ich zu ihr und da hatte sie einen sehr hellen Augenblick und weinte und sagte zu mir:
"Früher konnte ich mich so schön mir Dir unterhalten, schade, dass ich das nicht mehr kann."

Ich sprach darüber mit einem Hirnforscher der Bremer Universität, der mir Folgendes sagte:
"Wenn Ihre Mutter von morgens bis abends nur Fernsehen schaut, muss ihr Gehirn kaum etwas tun, alles wird ja bereits geliefert, die fertigen Bilder, die Sprache, einfach alles. Wenn Ihre Mutter aber z.B. einen Roman liest und es dort heißt: "Die Mutter saß mit den Kindern im Wohnzimmer beim Schein einer Kerze und las ihnen eine spannende Geschichte vor, während der Vater sich über den mit Kies bedeckten Weg dem Haus näherte" - dann muss das Gehirn eine Menge leisten, es kommt auf Touren, es muss sich vorstellen, wie das Haus aussieht, wie der Vater über den Kies auf das Haus zueilt. Wie das Wohnzimmer, die Kinder und die Mutter aussehen und wie gerade die Szene ausschaut, in der die Mutter den Kinder eine Geschichte vorliest. Ganz anders als beim Fernsehen wird unser Gehirn durch das Lesen sehr geschult und bleibt leistungsstark und munter."

Wenn ich es nicht selbst erlebt habe, ich würde es bis heute nicht glauben:

Ich habe meiner Mutter von dem berichtet, was ich gehört hatte und meine Mutter war so sehr daran interessiert, sich wieder mit mir unterhalten zu können, dass sie von dem Tag an überhaupt nicht mehr Fernsehen schaute (!), sondern einen Roman nach dem anderen verschlang.

Nach einem dreiviertel Jahr (!) war sie wieder geistig so rege, dass wir uns bis kurz vor ihrem Tode immer wieder wunderbar unterhalten konnten.


Ihr Lieben,

Ich wünsche Euren Kindern und Enkelkindern, dass sie viele Möglichkeiten haben, mit Euch zusammen ihren Geist zu schulen, durch das Entdecken von Neuem, durch Erlebnisse in der Natur, durch das Lesen von Büchern, durch Gespräche mit Euch, durch gemeinsames Erleben und gemeinsames Unternehmen.


Ich wünsche Euch einen fröhlichen Sonntag mit Zeit für Eure Kinder und Enkelkinder

Euer fröhlicher Werner vom Weserstrand
Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

Bis die Seele nachkommt...

Die ersten Frühlingsboten in meinem Garten, sie lassen sich nicht aufhalten

"Mögest du Ruhe finden, wenn der Tag sich neigt und deine Gedanken noch einmal die Orte aufsuchen, an denen du heute Gutes erfahren hast. Auf dass die Erinnerung dich wärmt und gute Träume deinen Schlaf begleiten."
Irisches Sprichwort


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte aus Indien erzählen:

"Bis die Seele nachkommt..."

Ein europäischer Biologe hatte für eine Himalaja- Expedition eine Gruppe indischer Träger angeheuert.
Der Forscher war in großer Eile, denn er wollte schnell an sein Ziel kommen.
Nachdem die Gruppe den ersten großen Pass überschritten hatte, erlaubte er ihnen eine kurze Rast.  Doch schon nach einigen Minuten rief er wieder zum Aufbruch.

Die indischen Träger blieben aber einfach auf dem Boden sitzen, als hätten sie ihn gar nicht gehört. Sie schwiegen und ihr Blick war zu Boden gerichtet.

Als der Forscher die Inder schärfer aufforderte, weiterzugehen, schauten ihn einige von ihnen verwundert an. Schließlich sagte einer:
"Wir können nicht weitergehen. Wir müssen warten, bis unsere Seelen nachgekommen sind."


Ihr Lieben,

in dieser kleinen Geschichte steckt eine tiefe Wahrheit, die auch für unser Leben wichtig ist.

Oft ähnelt unser Leben einem einzigen Wettlauf. Wohin eigentlich?

Und wenn wir uns daran machen, ein Ziel zu verwirklichen, einen Traum zu träumen, kann es uns oft auch nicht schnell genug gehen.

Da kann uns ein Blick in die Natur zeigen, wie die richtige Reihenfolge ist:
Wir haben Frühling, Sommer, Herbst und Winter und dass das so ist, hat durchaus seinen Sinn.
Während die Pflanzen im Frühling und Sommer außerordentlich aktiv sind und im Herbst langsam zur Ruhe kommen, sammeln sie im Winter neue Kraft für den Frühling.

Deshalb ist es auch für uns im Alltag so wichtig, dass wir Oasen der Ruhe finden, in denen wir uns in der Hektik des Alltags erholen können, damit unser Denken zur Ruhe kommen kann und unser Herz und unsere Gefühle wieder mit uns eins werden können.
Ich schaffe mir solche Oasen der Ruhe im Alltag meist auf zweierlei Weise:

Wenn ich unterwegs bin und mich der Lärm der Welt umspült und ich merke, dass mir die Hektik nicht guttut, dann kehre ich für eine Viertelstunde in eine nahegelegene Kirche ein, setze mich dort still in eine Kirchenbank und genieße die plötzlich mitten in der Stadt mich umströmende Ruhe und den Frieden, den diese Ruhe in mir auslöst.
Wenn ich zuhause bin und merke, dass ich anfange, durch meine Arbeit hektisch und nervös zu werden, dann setze ich mich in meinen Ohrensessel, zünde eine Kerze an, lehne mich zurück und gebe mich ganz dem Schein der Kerze hin und indem ich in die Kerze blicke, kommt mein Körper zur Ruhe und meine Seele holt mich wieder ein.


Ihr Lieben,

Ich wünsche Euch in der Hektik des Alltags, dass Ihr auch immer wieder einmal zur Ruhe kommt.
Aber wartet nicht auf die Oasen der Ruhe, sie kommen nicht zu Euch, Ihr müsst sie Euch selbst schaffen.
Ich wünsche Euch einen gesegneten fröhlichen Sonntag und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt


Samstag, 26. Februar 2011

Schau nach vorn und nicht nach hinten!


In der deutschen Sprache gibt es den Ausdruck: „Zur Salzsäule erstarren
Dieser Ausdruck stammt aus einer Geschichte der Bibel.

Ein junges Ehepaar, Lot und Sarah, haben die Stadt, in der sie bisher lebten, verlassen. Bei dieser Stadt handelte es sich um Sodom, die nach den Berichten der Bibel zugleich mit der Stadt Gomorrha vernichtet wurde. 

Während der Mann die Stadt, in der sie nicht glücklich waren und Schlimmes erlebt haben, hinter sich lässt und der Zukunft entgegenstrebt, schaut Sarah auf ihrem Weg von Sodom weg noch einmal zurück und erstarrt zur Salzsäule.
Ich erzähle diese kleine Geschichte hier, weil darin eine tiefe Wahrheit steckt:

Wenn wir auf das Schwere, das wir im Leben durchgemacht haben, das Böse, das uns widerfahren ist, wie gebannt zurückblicken, werden wir von einer Lähmung erfasst, die uns daran hindert, mit leichtem Gepäck (unseren schönen und fröhlichen Erinnerungen) in die Zukunft zu schreiten.
Schlimme Erinnerungen drücken uns nieder und nehmen uns die Freude am Leben heute.


Ihr Lieben, 

lasst es nicht zu, dass die schlimmen Erlebnisse Eurer Vergangenheit auch heute noch Eure Gegenwart beeinflussen dürfen, sondern schreitet mit Freude, Fröhlichkeit und Euren glücklichen Erinnerungen in die Zukunft

Euer fröhlicher Werner

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

„Du hast Dich aber gar nicht verändert!“



Als ich diese Woche durch die Innenstadt von Bremen ging, traf ich einen Bekannten aus alten Zeiten, den ich sicher 20 Jahre lang nicht gesehen hatte:

„Du hast Dich gar nicht verändert“, sagte der alte Bekannte zu mir und ich erschrak.
 
Ich musste unwillkürlich an eine Geschichte von Bertolt Brecht denken, in der auch ein Mann einem alten Bekannten begegnet und der zu ihm sagt: „Du hast Dich gar nicht verändert!“ Und dann heißt es in der Geschichte weiter: „Und der Mann erbleichte!

Mein alter Bekannter meinte sicher mein Äußeres, aber nach 20 Jahren zu behaupten, ich hätte mich nicht verändert, ist arg geschmeichelt. 
Äußerlich bin ich eben sichtbar von einem Papa zum Opa gereift.
Ich erschrak wie der Mann in der Geschichte von Bertolt Brecht über die Aussage
„Du hast Dich gar nicht verändert!“, weil ich das auf meine innere Haltung und mein Denken bezog.
Von daher wäre es das Schlimmste für mich, wenn ich mich in den letzten 20 Jahren nicht verändert hätte. Ich möchte auch heute noch jeden Tag etwas dazulernen, Neues entdecken, mit Menschen mich unterhalten, mich verändern, zu neuen Ufern aufbrechen, Wunder wahrnehmen, mich an Kleinigkeiten freuen.


Ihr Lieben,

das wünsche ich auch einem Jeden von Euch und ich wünsche Euch nun einen ruhigen Abend und dann einen schönen und gesegneten Sonntag

In Liebe Euer Werner

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt