3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Mittwoch, 29. Juni 2011

Wenn Du willst, dass Gott zu Dir spricht, musst Du ihn auch einmal zu Wort kommen lassen

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Ich erinnere mich, dass unter den Ratsuchenden, die zu mir kamen, eine alte Dame war, die klagte:

"Vierzehn Jahre lang habe ich fast ununterbrochen gebetet, doch nie habe ich ein Gefühl von der Gegenwart Gottes gehabt."

Da fragte ich sie: "Haben Sie Ihm Gelegenheit gegeben, ein Wort zu sagen?"

"Wie das?", entgegnete sie. "Nein, ich habe die ganze Zeit zu Ihm gesprochen, ist das nicht etwa Beten?" -

"Nein", sagte ich, "ich glaube nicht, und was ich ihnen empfehle, das ist, dass sie sich täglich eine Viertelstunde nehmen sollten und einfach dasitzen vor dem Angesichte Gottes."
So machte sie es. Und was war das Ergebnis? Schon bald kam sie wieder und sagte: "Es ist merkwürdig: Wenn ich zu Gott bete, indem ich spreche, fühle ich nichts; doch wenn ich still dasitze, Ihm gegenüber, dann fühle ich mich in Seine Gegenwart eingehüllt."


Anthony Bloom


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

Die gesamte Finsternis der Welt kann Dein kleines Licht nicht auslöschen!



In einem Winkel der Welt kauerte verbissen, trotzig und freudlos eine dicke, schauerliche Finsternis.

Plötzlich erschien in dieser Not ein helles Licht, klein, aber ein Licht.
Jemand hatte es hingestellt. Es war ganz einfach da und leuchtete.

Einer, der vorüberging, meinte:
"Du stündest besser woanders als in diesem abgelegenen Winkel."

"Warum?", fragte das Licht. "Ich leuchte nicht, um gesehen zu werden, nein, ich leuchte, weil ich Licht bin und es mir Freude macht, Licht zu sein."
Die düstere Finsternis ging zähneknirschend und wütend gegen das Licht an.
Und doch war die ganze große Finsternis völlig machtlos gegen das winzig kleine Licht.
Unbekannter Autor

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt
 

Loben ist besser als toben!


"Ein Kind, dem Du etwas befiehlst, wird Dir lediglich gehorchen.

Ein Kind, das Du kritisierst, wird sich lediglich anpassen.
Ein Kind aber, das Du lobst, wird, wird seinen eigenen Weg finden und zu einer selbstbewussten Persönlichkeit heranreifen."
Alexander Rykow

 
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Morgen die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

Das kleine Lob

"Es war einmal ein kleines Lob, das größer werden wollte. Die Mutter strich ihm über den Kopf und meinte: "Ich fürchte, du bleibst ein kleines Lob. Vergiss aber nie:
Ein kleines Lob ist besser als der größte Befehl!"

Auf seiner Wanderung in die weite Welt kam es zu einem Mann, der gerade sein Auto wusch: "Kannst Du mich nicht gebrauchen - zum Loben?" fragte das kleine Lob.

Aber der putzte weiter und sagte: "Wozu loben? Ich arbeite, damit ich Geld verdiene. Ich putze, damit mein Auto sauber wird. Alles, was ich tue, hat seinen Nutzen. Aber Loben ist zu nichts nütze!"

Das kleine Lob schluckte und ging weiter.

Kurze Zeit später sagte es zu einem Kind: "Ich fände es schön, wenn Du mich brauchen könntest!" Da meinte der Junge aufgebracht: "Pah, loben! Was denn? Etwa die Schulaufgaben, die ich jetzt machen muss? Dass mein Fahrrad einen Platten hat? Oder mein Brüderchen immerzu schreit? Nein, alles ist eher zum Ärgern!"

Das kleine Lob schlich sich traurig davon. Will denn niemand mehr loben? Und das kleine Lob wandte sich an eine alte Frau. "Wen soll ich denn loben?" sagte sie unzufrieden.
"Meine Kinder, die sich nicht um mich kümmern? Oder den Arzt, der schon zwei Jahre an mir herumdoktert?

"Vielleicht könntest Du ein kleines bisschen Gott loben und danken", sagte das kleine Lob vorsichtig.

"Ach Du liebe Zeit", rief die alte Frau, "heute ist doch nicht Sonntag!?" "Vielleicht dafür", das Lob blieb hartnäckig, "dass Du noch lebst, dass Du immer zu essen hast, die Sonne und die Blumen sehen kannst…"

"Was ist das alles gegen mein Rheuma und mein Alleinsein?" unterbrach die alte Frau.

So wanderte das kleine Lob weiter. Es klagte: "Alle fragen nur: Warum? Was bringt das? Ich habe es zu schwer! -

Dabei gehöre ich doch zum Lebenswichtigsten überhaupt: Leben, lieben und loben - nur ein Buchstabe ist jeweils anders! Wenn das Leben lebenswert ist, dann ist es auch liebenswert und dann ist es auch lobenswert.

Und das kleine Lob kam zu dem Schluss:
"Wer sich Zeit nimmt, Atem zu holen, wer wieder richtig sehen lernt, wer die richtigen Maßstäbe setzt, der kann danken und findet zur Freude zurück. Ja, und der muss einfach loben!"


Ihr Lieben,

Leben, lieben, loben - knapper und schöner kann man es kaum ausdrücken, was das Glück unseres Lebens ausmacht! Ich wünsche jedem Einzelnen von Euch, dass er in seinem Leben das Glück findet.

Das Beste, was Ihr für Eure Kinder und Enkelkinder tun könnt neben dem, was Ihr ihnen an Liebe schenkt, ist, sie zu loben.

Ich meine damit nicht, alles zu loben, was ein Kind tut, auch wenn es gar nichts zu loben gibt.

Aber ich meine damit, aufzuhören, ein Kind bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu kritisieren, sondern es weniger zu kritisieren und immer dann, wenn ein Kind etwas Lobenswertes tut, dieses auch zu registrieren und es dann auch gebührend zu loben.

Das Loben weckt die besten Kräfte in unseren Kindern und Enkelkindern und lässt sie zusammen mit unserer Liebe zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen.

Ich wünsche Euch heute einen fröhlichen Tag des Lobes und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt


Sei bescheiden und strebe nicht nach immer mehr!


"Dummköpfe halten ihr Brett vor dem Kopf für ihr Aushängeschild."
Ernst Ferstl


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

"Es geht um einen Tagelöhner, der auf seiner Wanderung einen reichen Grafen trifft. Der Graf ist großzügig und schlägt ihm ein Spiel vor:

"Alles Land was Du hier siehst gehört mir. Ich bin heute sehr gut gestimmt, deshalb will ich Dir alles Land überlassen, das Du bis Sonnenuntergang umlaufen kannst. Wenn Du aber zu spät hier ankommst, dann ist alles verloren."

Der Tagelöhner geht darauf ein. Er hat ja nichts zu verlieren. Es ist noch früh am Tag und er wird sicherlich reichlich Land für sich gewinnen können. Gar nicht gierig macht er sich am frühen Nachmittag schon auf den Rückweg. Eine fette Wiese umschreitet er noch im weiten Bogen - es ist ja noch früh am Tag.
Da sieht er am Horizont einen Hain, der auf einen Bach hindeutet. Ein eigener Wasserlauf wäre natürlich sehr wertvoll und so macht er sich auf, den Bach zu erreichen. Es ist ja noch genügend Zeit.

Er erreicht den Hain und macht sich dann eiligst auf den Rückweg. Der Tag dämmert schon. Er sieht den Grafen auf dem Hügel warten und eilt bergan, um rechtzeitig wieder am Ausgangspunkte zu sein. Die Zeit wird knapp und er beginnt zu laufen. Bergauf ist das nicht leicht.
Er erreicht den Hügel gerade, als die Sonne untergeht. Er hat sein Ziel erreicht - aber: Es war zu viel für ihn. Sterbend sinkt er zu Boden. Der Graf wundert sich nicht. Er hat dieses Spiel schon oft gespielt und es ist schon alles vorbereitet. Ein Stück Erde: zwei Meter lang und einen Meter breit sind genug. Er wirft den Leichnam hinein und ist zufrieden."


Ihr Lieben,

Ihr werdet jetzt sicher sagen: "Lieber Werner, eine solch traurige Geschichte kannst Du uns doch nicht am frühen Morgen zu lesen geben!"

Ihr habt recht, diese Geschichte ist traurig und makaber.

Aber sie ist vor allem deshalb traurig, weil der Tod des Landstreichers nicht durch den Grafen verursacht wurde, sondern durch die aufkeimende Gier des Landstreichers.

Vor vielen Jahren, als ich noch in Göttingen wohnte, hatte ich einen Freund, der Fensterputzer von Beruf war. Er putzte aber nicht nur für die Firma Fenster, bei der er angestellt war, sondern er putzte auch schwarz nebenbei für viele Kunden.

Er gönnte sich keinen freien Tag. Eine eigene Wohnung besaß er auch nicht, sondern er wohnte noch bei seinen Eltern in seinem alten Kinderzimmer, um Geld für die Miete zu sparen. Sein Ziel war es, möglichst viel Geld anzuhäufen und dann eine Traumfrau zu heiraten und die Welt zu bereisen.

So weit kam es allerdings nicht: Mit 43 Jahren starb er an einem Herzinfarkt und hinterließ Sparbücher mit insgesamt fast 300.000 DM. 
Was hat er nun von all seiner Schufterei und seinem Geld gehabt?

Strebsamkeit und Eifer sind etwas Gutes. Aber sie dürfen uns nicht dazu verleiten, immer und immer mehr haben zu wollen. Wir sollten auch immer daran denken, die Früchte unserer Arbeit zu genießen, uns an dem, was wir besitzen, zu erfreuen.

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch heute einen wirklich guten Tag und Zeit zum Entspannen und zum Glücklichsein

Euer fröhlicher Werner



Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

Dienstag, 28. Juni 2011

Eine wahre Hafengeschichte aus Bremen zum Schmunzeln

Der Bremer Hafen in den 1960er Jahren
Der Suchtberater einer Firma im Bremer Hafen wollte einen alkoholabhängigen Hafenarbeiter auf die Gefahren des Alkohols durch ein möglichst anschauliches Beispiel aufmerksam machen:

Er schenkte ein wenig Whisky in ein Glas ein und ließ einen quicklebendigen Regenwurm darin baden gehen. Nach einer kurzen Weile regte sich der Wurm nicht mehr.

"Und was ist die Moral von der Geschicht?" fragte er den Alkoholiker.

Dieser überlegte nur kurz und antwortete:
"Ganz klar! Wenn ich so weitersaufe, krieg ich nie Würmer im Bauch!"

Quelle: Bremer Nachrichten 1964


Die 1000 Murmeln - Zusätzlich geschenkte Zeit


„Eines Tages setzte ich mich hin und begann, ein bißchen zu rechnen.

Der Durchschnittsmensch lebt ungefähr fünfundsiebzig Jahre.

Ich weiß, einige leben etwas länger, andere sterben etwas früher,
aber im Durchschnitt leben die Leute ungefähr fünfundsiebzig Jahre.
Jetzt multiplizierte ich 75 Jahre mal 52 Wochen pro Jahr, und ich
kam auf 3900, die Zahl der Samstage, die der Durchschnittsmensch
in seinem kompletten Leben hat.

Hören Sie gut zu, jetzt komme ich zum wichtigsten Teil.


Es dauerte bis ich 55 war, um das in allen Details zu durchdenken“, fuhr er fort.

„Bis dahin hatte ich also schon mehr als 2800 Samstage erlebt. Ich erkannte,
dass ich, wenn ich 75 Jahre alt werden würde, nur noch etwa 1000 Samstage hätte,
um sie zu genießen.

Und so ging ich zu einem Spielwarengeschäft und kaufte jede einzelne Murmel,

die sie hatten. Am Ende musste ich drei Spielzeuggeschäfte besuchen, um meine 1000
Murmeln zusammen zu bekommen. Ich nahm sie mit nach Hause und stellte sie mir in einem großen Glas in meinem Hobby-Keller in das Regal neben meinem Funkgerät. Seitdem habe ich jeden Samstag eine Murmel aus dem Glas genommen und weggeworfen.

Und indem ich beobachten konnte, wie die Murmeln immer weniger wurden, fiel es mir

leichter, mich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren.
Es gibt nichts, was
beeindruckender ist als zu sehen wie die Zeit, die man auf der Welt zur Verfügung hat, verrinnt, um sich an die wirklich wichtigen Dinge zu erinnern und seine Prioritäten richtig zu setzen.

Bevor ich mich verabschiede und mit meiner wundervollen Frau in die Stadt zum

Frühstücken gehe, möchte ich Ihnen noch etwas erzählen. Ich habe heute, an diesem Morgen, meine allerletzte Murmel aus dem Glas genommen.

Mir scheint, wenn ich es bis nächsten Samstag schaffe, habe ich etwas zusätzliche Zeit geschenkt bekommen. Und wenn es etwas gibt, das wir alle gut gebrauchen können, dann ist es wohl etwas zusätzliche Zeit.


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt