3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Montag, 27. August 2012

Frei schweben wie ein Ballon – muss das schön sein!


Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Christine Faschen erzählen:

„Der Ballon“

www.szene-in-hamburg.de
„Ein Fesselballon glitt sachte über die Landschaft. Ein Vogel setzte sich oben auf den Ballon. Nach einer Weile fragte der Vogel: „Lieber Ballon, stört es Dich nicht, dass Du den Korb und die Sandsäcke, ein solch schweres Gewicht, schleppen musst? Wie viel höher könntest Du doch fliegen, wenn Du unbelastet wärest!

„Nun“, meinte der Ballon zischend, „da mag etwas Wahres dran sein. Doch wenn ich höher und höher stiege, müsste ich in der dünnen Luft zerplatzen. Wie froh bin ich über den Korb mit dem Ballast: Er hält mich in der richtigen Höhe und ungehindert reise ich mit dem Wind.“


Ihr Lieben,

jeder von uns kennt die großen Fesselballons, die am Himmel dahinschweben und oft sind sie uns wie der Inbegriff der Freiheit vorgekommen. Auch wir haben schon davon geträumt, dahinschweben zu können wie so ein Fesselballon.

Aber unsere kleine Geschichte lehrt uns etwas Anderes:
Wir könnten die Schönheit des Fesselballons gar nicht genießen, wenn er nicht einen Korb mit Ballast tragen würde, denn dann würde er so hoch steigen, dass wir ihn nicht mehr mit dem bloßen Auge sehen könnten.   

Und der Fesselballon würde in großer Höhe in der immer dünner werdenden Luft einfach zerplatzen und dann wäre es mit der Schönheit des Ballons vorbei.

Ebenso wie dem Fesselballons verhält es sich mit unserem Leben. Auch wir träumen manchmal davon, ganz unbelastet, ganz frei zu sein und uns nur noch der Freude und dem Vergnügen hingeben zu können.

Aber das würde uns ebenso schlecht bekommen wie dem Fesselballons.
Unsere Pflichten, unsere Schwierigkeiten, unsere Aufgaben, das ist unser Ballast, der den Ballon unseres Lebens im Gleichgewicht und in der richtigen Höhe hält.

Ohne diesen Ballast würden wir die Kräfte unseres Lebens bald aufgebraucht haben.
Erst durch unseren Ballast lernen wir, mit unseren Kräften hauszuhalten, uns die Kräfte einzuteilen und zu begreifen, dass es Stunden der Arbeit, der Pflichten, der Aufgaben gibt und dass es Stunden des Genießens, der puren Freude, der Erholung gibt.

Ohne Ballast wurden wir in der Sonne unseres Lebens ohne den Schutz des Schattens verbrennen.


Erst der Schatten unserer Pflichten und Aufgaben weckt in uns die Vorfreude auf die Sonne der Freude, die Sonne des Genießens, die Sonne der Erholung.

Ich wünsche Euch einen fröhlichen unbeschwerten Abend und grüße Euch herzlich aus dem sonnigen Bremen

Euer zuversichtlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen


Sonntag, 26. August 2012

Liebe macht erfinderisch!


Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Heribert Arens erzählen:

„Liebe macht erfinderisch!

Zu der Zeit der Landgräfin Elisabeth (1207 -1231) herrschte in Thüringen eine große Hungersnot und es gab sehr, sehr viele arme Menschen. Sehr viele dieser Menschen lebten in Sichtweite der Burg, auf der Elisabeth zusammen mit ihrem Mann wohnte.

Und da Elisabeth ein Mensch war, der das Elend und die Not der Menschen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit weinendem Herzen sah, versuchte sie, alles ihr Mögliche für diese Menschen zu tun.

Ihr Gatte, der Landgraf Ludwig IV., unterstützte Elisabeth tatkräftig, aber der gesamte Hof beäugte sie bösartig. Nach dem Tod Ihres Mannes begleitete der Geistliche Konrad von Marburg sie mit außerordentlicher Strenge.

In seiner großen Sorge, dass Elisabeth auch den Rest ihres Vermögens verschenken könnte, beauftragte er Aufseherinnen, die Elisabeth kontrollieren sollten, damit diese seinen Befehlen gehorchte.

Gab sie früher jedem Armen sechs Pfennige, so durfte sie jetzt nur noch je einen geben. Elisabeth gehorchte dem Befehl, schenkte dem jeweiligen Armen einen Pfennig jetzt aber mehrmals hintereinander.

Als Konrad das gemeldet wurde, durfte sie nur noch Brot verteilen.
Da ließ Elisabeth große Brote backen und gab Hungernden einen ganzen Laib.
Als sie daraufhin nur noch Brotstücke verteilen durfte, befolgte sie auch diese Anordnung, gab aber nun aber jedem sehr viele Brotstücke.

So trickste Elisabeth ihren geistlichen Begleiter auf: Liebe ist erfinderisch!“


Ihr Lieben,

Wenn man diese kleine Geschichte aufmerksam liest, dann staunt man, wie kurz Elisabeth nur gelebt hat. Sie wurde nur 24 Jahre alt! Ihr Mann starb bereits im Alter von 23 Jahren an einer Seuche.
Leider hatten Frauen in der damaligen Zeit noch nicht viel zu sagen.
Elisabeth war deshalb sehr dankbar, dass ihr Mann sie bei ihrem Einsatz für die Armen tatkräftig unterstützte.

Nach dem Tode ihres Mannes konnte sie als Frau aber nicht einfach über das Erbe ihres Mannes verfügen und damit tun, was sie wollte. Hätte sie das getan, hätte sie auf Antrag der Kirche für unzurechnungsfähig erklärt werden können.
Die Kirche, die sich doch eigentlich in besonderem Maß für die Armen einsetzen sollte, tat sich damals besonders dadurch hervor, Elisabeth daran zu hindern, Gutes zu tun.

Aber Elisabeth war sehr erfinderisch und das zeigt, was wahre Liebe vermag.

Elisabeth gründete nach dem Tode ihres Mannes in Marburg ein Spital, in dem sie vor allem solche Kranken pflegte, die wegen ihrer Armut niemand aufnehmen wollte.

Bei der Pflege dieser armen Kranken hat sich Elisabeth angesteckt und starb 1231 im Alter von nur 24 Jahren.

Ich denke mir, dass wir, wenn wir das Leben von Elisabeth betrachten,
nur dankbar sein können.
Unsere heutige Lebenserwartung ist deutlich höher.
Wir müssen nicht mehr hungern, wie viele Menschen das damals mussten.
Zwischen der medizinischen Versorgung damals und heute liegen ganze Welten.
Das alles sollte uns veranlassen, dankbar zu sein.

Dankbar zu sein und von dem, was wir haben, ein wenig abzugeben.

Nicht nur daran zu denken, dass wir zu essen und zu trinken haben, sondern auch an die zu denken, deren größte tägliche Sorge es ist, wie sie den Tag überleben können, woher sie etwas Essbares und Wasser zum Trinken  bekommen können.
Ich wünsche Euch eine gute neue Woche und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner


Quelle: Karin Heringshausen
 

Samstag, 25. August 2012

Liebe kann das Böse überwinden!


Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Pastor Friedrich vom Bodelschwingh erzählen:
www.bielefeld.de
„Wenn man einen liebhat…“

„Eines Tages kam ich gegen Abend noch einmal in die Heil- und Pflegeanstalt Bethel (über 3.000 Kranke). Als ich gerade durch das Hoftor eintrat, stand da plötzlich mitten im Weg ein großer Hund mit fürchterlichem Gebiss und wütenden Augen. 

Ich überlegte noch, ob ich weitergehen oder still stehen bleiben sollte.
Da sah ich, wie aus einem anliegenden Haus ein 12-jähriger Junge kam, einer der epileptischen Pflegebefohlenen, und auf den Hund zugeht, um ihn zu streicheln.
Mir wollte das Herz stehenbleiben.
 
Entsetzt rief ich: „Halt Junge, der Hund ist böse“
Aber unbekümmert wandte sich der Junge mir zu und sagte:
„Wenn man ihn liebhat, beißt er nicht!“
Da hatte ich meine Lektion gelernt.“


Ihr Lieben,

ich höre jetzt schon, dass einige von Euch sagen werden:  
„Werner, das Böse kann man nicht in allen Fällen durch die Liebe besiegen!“

Das mag sein, aber ich weiß genau, dass die Liebe die einzige Möglichkeit ist,
Hass und Wut zu überwinden und das Böse zu überwinden.

Wenn wir einem Menschen begegnen, spielt es, wie in unserer Geschichte, eine ganz wichtige Rolle, mit welcher inneren Haltung wir diesem Menschen begegnen.

Wenn wir von einem Menschen annehmen, dass er ein Schuft ist, dass er nichts taugt, dass er böse ist, dass dürfen wir auch nichts anderes von ihm erwarten.

Nur wenn wir gegen allen Augenschein bereit sind, die Menschen, die uns begegnen, dennoch zu lieben, dann haben wir die Möglichkeit, durch unsere Liebe das Böse zu überwinden.

Ich wünsche Euch einen fröhlichen Abend, einen gesegneten Sonntag und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer heiterer Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Freitag, 24. August 2012

Was wohl die Leute sagen werden?!


Wochenendmüdigkeit
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Anthony de Mello erzählen:

„Über dem Urteil der Menschen stehen“

„Dem Meister schien es völlig gleichgültig zu sein, was die Menschen von ihm dachten. Als seine Schüler ihn fragten, wie er diese Stufe innerer Freiheit erreicht habe, lachte er laut und sagte:

„Bis ich zwanzig war, kümmerte es mich nicht, was die Leute von mir dachten.
Nach meinem zwanzigsten Lebensjahr fragte ich mich ständig,
was wohl meine Nachbarn von mir hielten.

Als ich dann einen Tag älter als fünfzig war, erkannte ich plötzlich,
dass sie kaum je überhaupt an mich dachten.“


Ihr Lieben,

in meiner Kindheit und Jugend hörte ich von meiner Mutter sehr häufig den Satz:
Was wohl die Leute sagen werden!“ In früheren Zeiten war es anscheinend sehr wichtig, was die Leute voneinander hielten und dachten.

Ich kann die Haltung des Meisters aus unserer heutigen kleinen Geschichte nicht ganz teilen, wenn es ihm völlig gleichgültig ist, was die Menschen von ihm halten.

Die Formulierung „die Menschen“ ist mir zu pauschal.

Ich bin sehr wohl der Meinung, dass es Menschen in unserem Leben gibt,
bei denen es uns nicht gleichgültig sein sollte, was sie über uns denken.
Das betrifft die Menschen, die wir lieben und die uns lieben bzw. mit denen wir befreundet sind. Ich meine damit unsere Partnerin/ unseren Partner, unsere Kinder und Enkelkinder, unser Freunde.


Es sollte uns immer wichtig sein, was diese Menschen über uns denken, denn wenn diese lieben Menschen mit uns sprechen und uns mitteilen, was sie über uns denken, dann kann das Anlass für uns sein, uns gegebenenfalls zu ändern, diese Lieben Menschen besser verstehen und damit noch mehr lieben zu können.

Aber genau hier sollte auch die Grenze gezogen werden:

Das Denken von Menschen über uns sollte uns wirklich nur dann wichtig sein,
wenn wir diese Menschen lieben und sie uns wichtig sind und wenn diese Menschen uns lieben und wir ihnen wichtig sind.

Für alle anderen Menschen gilt:

Wir können uns gerne anhören, was sie über uns denken, aber das darf nicht dazu führen, dass wir unsere Ziele aufgeben, dass wir entmutigt werden, dass wir unsere Träume nicht weiter verfolgen.

Auch hier gilt, was der kluge Apostel Paulus einmal gesagt hat:
Prüfet alles und das Gute behaltet!

Ich höre mir immer an, was Menschen mir zu sagen haben,
was sie von mir denken und halten.
 
Aber anschließend frage ich mich, ob diese Menschen das, was sie gesagt haben, aus dem Motiv der Liebe heraus zu mir gesagt haben und um mich zu ermutigen.

Ist das der Fall, so denke ich darüber nach, was sie zu mir gesagt haben.
Ist das nicht der Fall, dann werfe ich das, was sie zu mir gesagt haben,
hinter mich und denke nicht weiter darüber nach.

Ich wünsche Euch ein ruhiges gemütliches Wochenende ganz nach Eurem Geschmack und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen