3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Mittwoch, 19. September 2012

Die dunkle Jahreszeit kommt! Entzünde auch Du ein Licht!



Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Marianne Pichlmann erzählen:

„Das Licht in Dir“

In einem fernen Land lebte ein weiser Mann, zu dem viele Menschen kamen und seinen Rat suchten. In seiner einsamen Hütte auf dem Berg stand immer eine brennende Kerze im Fenster und es ging das Gerücht, dass diese Kerze niemals verlöschen könnte.
Quelle: Astrid Müller

So machten sich viele Menschen auf, um sich Licht vom Weisen zu holen.
Eines Tages kam ein alter Mann, dessen Frau gestorben war. Müde und einsam stieg er den Weg zur Hütte empor, seinen Blick stets auf das Licht im Fenster des Weisen gerichtet.
Quelle: Raymonde Graber
„Ich komme zu Dir, um Deine Hilfe zu erbitten“, sprach der Alte, nachdem er die Hütte betreten hatte. „Mein Herz ist voller Traurigkeit. Ich habe die Freude verloren und in mir ist es finster. Gib mir von Deinem Licht, vielleicht kann es mein Leben wieder heller machen.“

„Ich kann Dir von meinem Licht geben“, sprach der Weise. „Aber höre: Dieses Licht ist nur der Abglanz des Lichtes, das in Dir brennt. Du musst lernen, dieses innere Licht in Dir wiederzuentdecken. Geh nach Hause und betrachte das Licht, sooft Du kannst!“

So tat der alte Mann und immer, wenn er vor seiner Kerze saß, dann kamen ihm viele Gedanken. Manchmal, da wurde seine Traurigkeit nur noch größer. Manchmal aber war er wirklich getröstet und froh.

Eines Tages, als er wieder vor seiner Kerze saß und seinen Gedanken nachhing, war es ihm, als höre er die Worte: „Fürchte Dich nicht. Hab Mut. Ich bin bei Dir. Auch für Dich wird alles gut!“

Hatte jemand die Worte gesprochen oder hatte er sie sich nur eingebildet?
Ganz gleich, wie es war, sie veränderten plötzlich sein Leben.
Sie klangen in seinem Herzen und er begann, das Leben wieder neu zu sehen.

Und als eines Tages die Kerze auf seinem Tisch heruntergebrannt war, da wusste er, dass er sie gar nicht mehr brauchte, weil das Licht nun in seinem Herzen brannte.
So wie dem alten Mann ging es vielen anderen Menschen, die den Weisen besuchten und sein Licht mitgenommen hatten.
Eine Frau, die an einer schweren Krankheit litt, fasste wieder Mut und bekam die Kraft, ihr Leiden anzunehmen und nicht zu verzweifeln.

Für ein Kind, dessen Eltern geschieden wurden, wurde die Kerze zum wichtigsten Freund, dem es allen Kummer erzählte und der ihm letztendlich half, die Traurigkeit und Einsamkeit zu überwinden.

Ein Jugendlicher, der verzweifelt war, fand wieder neuen Sinn und Lebensmut.

Warum und wie das geschah, das wusste keiner so genau.
Aber vielleicht hatten auch sie die Worte vernommen:
„Fürchte Dich nicht. Hab Mut. Ich bin bei Dir. Auch für Dich wird alles gut!“


Ihr Lieben,

in diesen Tagen begegnete ich in einem Krankenhaus einer alten Dame, die ich in der Cafeteria ansprach, weil sie mit einem so traurigen Gesicht eine Tasse Kasse trank und ein Stück Kuchen verzehrte.

Die alte Dame erzählte mir, dass sie sich so sehr vor den kommenden dunklen Jahreszeiten fürchte, vor der Dunkelheit, vor den Schatten und vor den dunklen Erinnerungen aus der Vergangenheit.

Ja, die Dunkelheit ist für viele Menschen ein großes Problem.
Aber wer sagt uns denn, dass wir die Dunkelheit ertragen müssen.
Im Sommer bei hellstem Sonnenschein und an den lange hellen Abenden eine Kerze zu entzünden, lässt die Kerze kaum zur Geltung kommen.

Aber im Herbst und Winter dann ist Kerzenzeit.
Kerzen sind dazu da, entzündet zu werden.
Kerzen können Licht in unsere Wohnung tragen, in unser Leben und unser Herz.
Aber noch viel wichtiger sind zwei Dinge:
…dass wir das Licht, das in uns selbst brennt, entdecken, dass wir die Wahrheit des folgenden Satzes begreifen: „Fürchte Dich nicht. Hab Mut. Ich bin bei Dir. Auch für Dich wird alles gut!“

…dass wir erkennen, dass es die eigentliche Aufgabe unseres Lebens ist, Licht zu sein, Licht für andere Menschen, damit deren Leben hell wird, damit deren Leben mit Liebe, Freude und Hoffnung erfüllt wird, und Licht zu sein für uns selbst, damit wir fröhlich und tapfer täglich unseren Weg gehen können.

Wenn ich Dir als Licht dienen darf und Du mir Dein Licht leuchten lässt, dann können wir eine lichtdurchflutete Welt gestalten, in der Angst und Einsamkeit keinen Platz mehr haben und in der Zuversicht und Freude wohnen.

Ich möchte jeder Einzelnen, jedem Einzelnen zurufen:
Fürchte Dich nicht. Hab Mut. Gib niemals auf! Auch für Dich wird alles gut!
Und wenn Du an Gott glaubst, darfst Du wissen: Er ist bei Dir, Du kannst zwar in seiner Hand umfallen, aber niemals aus seiner Hand herausfallen!

Um zu entspannen, um zur Ruhe zu kommen, um nach der Hektik des Alltags abzuschalten, gibt es kaum eine geeignetere Übung, als sich abends, wenn sich die Dunkelheit aufs Land senkt, still hinzusetzen und eine Kerze anzuzünden.

Wichtig dabei ist, allein zu sein, damit Stille einkehrt.
Wenn Ihr Eure innere Stimme hören wollt, dann braucht es Stille,
sonst könnt Ihr sie nicht hören.


Durch das Schauen in die Kerze kommt Eure Seele zur Ruhe.
Durch das Schauen in die Kerze kommt das Gedankenchaos in Eurem Kopf zur Ruhe.
Durch das Schauen in die Kerze fällt aller Stress von Euch ab.
Durch das Schauen in die Kerze wird, je öfter Ihr das macht, umso stärker das Licht in Euch entzündet, das Euer Leben hell macht und Euch mit Freude erfüllt.


Ich wünsche Euch einen hellen Abend und grüße Euch alle herzlic

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 17. September 2012

Dankbarkeit schenkt Leben!



Da würde ich jetzt gerne sitzen!
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

als meine heutige Montagsgeschichte möchte ich Euch gerne ein afrikanisches Märchen erzählen:

„Dankbarkeit schenkt Leben!“

Eines Tages begab sich das Leben auf die Wanderschaft durch die Welt.
Es ging und ging, bis es zu einem Menschen kam. Der hatte so geschwollene Glieder, dass er sich kaum rühren konnte.

„Wer bist Du?“, fragte der Mann.
„Ich bin das Leben.“
„Wenn Du das Leben bist, so kannst Du mich vielleicht gesund machen.“, sprach der Kranke.

 
„Ich will Dich heilen“, erwiderte das Leben. „Aber Du wirst mich und Deine Krankheit bald vergessen“, fügte das Leben traurig hinzu.
„Wie könnte ich Dich jemals vergessen!“, rief der Mann aus.
„Gut. Ich will in sieben Jahren wiederkommen. Dann werden wir ja sehen“, meinte das Leben.
 
Es bestreute den Kranken mit Staub vom Wege. Kaum war das geschehen, ward der Mann gesund.
Dann zog das Leben weiter zu einem Leprakranken und machte auch ihn gesund.
Ebenso verfuhr es mit einem Blinden.

Als die sieben Jahre vergangen waren, zog das Leben wieder in die Welt.
Es verwandelte sich in einen Blinden und ging zuerst zu dem Menschen, dem es das Augenlicht wiedergegeben hatte.
„Lass mich bei Dir übernachten“, bat das Leben.
 
„Was fällt Dir ein?“, schrie der Mann das Leben an. „Scher Dich weg. Das fehlte mir gerade noch, dass sich hier jeder Krüppel breitmacht!“
„Siehst Du“, sagte das Leben, „vor sieben Jahren warst Du blind. Damals habe ich Dich geheilt.
Du versprachst, Deine Blindheit und mich niemals zu vergessen.“

 
Darauf nahm das Leben ein wenig Staub vom Wege und streute ihn auf die Spur dieses undankbaren Menschen. Von Stund an wurde dieser wieder blind.
Dann verwandelte sich das Leben in einen Leprakranken, aber auch der war undankbar und wurde wieder krank.

Schließlich verwandelte sich das Leben in einen Menschen, dessen Glieder so geschwollen waren, dass er sich kaum rühren konnte. So besuchte es jenen Mann, den es vor sieben Jahren zuerst geheilt hatte. 

Kann ich bei Dir übernachten?“, fragte ihn das Leben.
„Gern. Komm nur herein“, lud der Mann das Leben ein.
„Setz Dich, Du Armer, Ich will Dir etwas zu essen machen. Ich weiß recht gut, wie Dir zumute ist. Einst hatte ich ebensolche geschwollenen Glieder. Gerade ist es sieben Jahre her, als das Leben hier vorbeikam und mich gesund machte. Damals sagte es, dass es nach sieben Jahren wiederkommen würde. Warte hier bei mir, bis es kommt. Vielleicht wird es auch Dir helfen.“

„Ich bin das Leben“, erwiderte das Leben.
„Du bist der Einzige von allen, der weder mich noch seine Krankheit vergessen hat. Deshalb sollst Du auch für immer gesund bleiben.“
Quelle: Raymonde Graber
Ihr Lieben,

was unsere Vergangenheit betrifft, so sollten wir ein Gedächtnis wie ein löcheriges Sieb haben, wenn es um das Böse geht, das uns in Kindheit und Jugend oder auch in späteren Zeiten angetan wurde.
 
Es geht dabei nicht so sehr um die Täter, dass wir um derentwillen die Taten vergessen sollen, sondern es geht vor allem um uns selbst.

Dunkle, schwere Erinnerungen aus der Vergangenheit haben die fatale Wirkung, dass sie unser Gemüt und unser Leben auch heute noch belasten, wenn wir sie in dem Rucksack unserer Vergangenheit aufheben. 

Nun können wir nichts dagegen tun, wenn in manchen Momenten unseres Lebens solche schweren Erinnerungen wieder in uns hochkommen, das ist wohl wahr.

Aber ebenso wahr ist, dass wir in dem Augenblick, in dem sie in uns hochkommen, zu uns selbst sprechen können: „Ich will mit Euch nichts mehr zu tun haben, ich will mir diese schwere Last nicht mehr aufbürden, ich will fröhlich und unbeschwert in mein jetziges Leben hinein schreiten."

Wir können also nicht dagegen tun, wenn böse schwere Erinnerungen in uns hochkommen, aber wir können verhindern, diesen Gedanken auch noch nachzuhängen, vielleicht sogar stundenlang, denn das tut uns nicht gut!

Ganz anders verhält sich das mit den guten Erinnerungen, den Erinnerungen an die Zeiten, in denen es uns besonders gut gegangen ist und in denen wir glücklich waren, den Erinnerungen an das, was uns Gutes getan wurde und an die Menschen, die uns Gutes getan haben, die uns geliebt haben, uns Hoffnung geschenkt haben, unser Leben mit Freude erfüllt haben, uns ermutigt haben.

Was diese Art der Erinnerungen betrifft, sollten wir ein Elefantengedächtnis haben, denn diese Erinnerungen können uns auch heute noch bereichern.

Sie können uns in Augenblicken der Trübsal, der Not und der Mutlosigkeit motivieren, niemals  aufzugeben und darauf hinzuarbeiten, wieder so fröhlich und glücklich zu werden, wie wir es schon einmal waren.
Werners Lebensmotto
Besonders die Erinnerungen an die Menschen, die uns Gutes getan haben und an das Gute, das wir durch sie erfahren haben, sind ein wunderbarer Schatz. Aus ihnen können wir Dankbarkeit schöpfen für all das, was uns an Gutem widerfahren ist.

In meinem speziellen Fall denke ich dabei immer an meinen Jugendfreund Hans-Christoph und seine Eltern, ohne den ich keine 16 Jahre alt geworden wäre und der in mir das Licht der Liebe, die Kerze der Freude, die Fackel der Hoffnung und das Feuer der Ermutigung entzündet hat.

Wenn ich es heute als das Wichtigste in meinem Leben betrachte, anderen Menschen Freude zu bereiten, anderen Menschen Mut zu machen, anderen Menschen Zuwendung zu schenken und andere Menschen zu ermutigen, dann geschieht das alles allein aus Dankbarkeit für all das, was ich an Gutem in meinem Leben erfahren habe.

Ich wünsche jeder und jedem von Euch tiefe innere Dankbarkeit und viel Motivation aus den guten Erinnerungen Eures Lebens und grüße Euch ganz herzlich

Euer fröhlicher Werner  

Quelle: Karin Heringshausen
                                                       

Samstag, 15. September 2012

Wichtige Änderung auf dem ESELSKIND-Blog!




Ihr Lieben,

heute, am 15.September, ist ein ganz besonderer Tag für mich:
Heute ist mein Geburtstag.
 
Und als ich heute Morgen mein E-Mail-Fach öffnete, wurde ich bereits von der Flut der zu so früher Stunde eingegangenen Glückwünsche und guten Wünsche fast davon geschwemmt.

Ich möchte mich dafür ganz herzlich bedanken und mich schon jetzt bei Euch allen entschuldigen, dass ich es nicht schaffe, mich bei jeden Einzelnen mit einer E-Mail oder Nachricht persönlich zu bedanken.

Geburtstage sind gute Gelegenheiten, um darüber nachzudenken, was im letzten Jahr so geschehen ist, was man selbst persönlich gut gemacht hat und was man persönlich hätte besser machen können. 
Quelle: Astrid Müller
Geburtstage sind aber auch Tage, an denen man kleine Wünsche frei hat.
Ich habe heute zwei Wünsche, die ich mir heute selbst erfülle:

 
Zum einen werde ich Euch heute eine meiner Lieblingsgeschichten erzählen und zum anderen habe ich einen wichtigen Entschluss gefasst:

Seit mehr als zwei Jahren, genau gesagt seit dem 10. August 2010 erzähle ich auf dem ESELSKIND-Blog Geschichten, um anderen Menschen damit eine Freude zu machen, um anderen Menschen Zuversicht und Hoffnung zu schenken und um andere Menschen zu ermutigen. 
Auf diese Weise sind auf dem ESELSKIND-Blog inzwischen mit der Geschichte von heute insgesamt die gewaltige Zahl von 2.380 (!) Geschichten zusammengekommen. Und auch dann, wenn ich davon ausgehe, dass ich nicht alle Geschichten im Kopf habe und mich daher auch gelegentlich mit der einen oder anderen Geschichte wiederholt habe, sind es immer noch weit mehr als 2.000 (!) verschiedene Geschichten auf dem ESELSLKIND-Blog.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Fast unbemerkt steuern wir inzwischen auf die Zahl 600.000 zu, eine für mich unvorstellbar große Zahl. Fast 600.000 Besucherinnen und Besucher haben seit dem 10. August 2010 den ESELSKIND-Blog aufgesucht, um die dortigen Geschichten zu lesen. Ich hätte einen solchen Erfolg niemals für möglich gehalten.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all denen bedanken, die mich mit Geschichten, mit Fotos und Gedichten unterstützt haben. Das war mir eine ganz große Hilfe und ich möchte Euch herzlich bitten, mich auch in Zukunft mit Geschichten für den ESELSKIND-Blog zu unterstützen.
Quelle: Astrid Müller
Nun aber zurück zu meinem wichtigen Entschluss:
Ab heute werde ich nur noch montags, mittwochs und freitags und an allen Feiertagen, wie z.B. Weihnachten, eine neue Geschichte auf dem ESELSKIND-Blog erzählen.
 
Dies hat mehrere Gründe:
Ich möchte einfach mehr Zeit haben, auf die lieben E-Mails und Nachrichten antworten zu können, die ich bekomme, und ich brauche auch wieder etwas mehr Zeit, um neue Kraft schöpfen zu können, damit ich nicht ausbrenne. Ich danke Euch ganz herzlich für Euer tiefes Verständnis.
Damit jede Leserin und jeder Leser des ESELSKIND-Blogs diese Änderung mitbekommt, werde ich diese Nachricht in den nächsten Tagen mehrfach veröffentlichen.

Und diejenigen, die auch an den anderen Tagen, an denen ich keine neue Geschichte erzähle, eine Geschichte lesen möchten, finden sich das Passende unter den über 2.000 Geschichten auf dem ESELSKIND-Blog.

Passend dazu habe ich heute meine Geschichte ausgesucht. Es ist eine Geschichte von Gisela Braun:

"Das große und das kleine NEIN"

"Das kleine NEIN sitzt auf einer Bank im Park und isst Schokolade.
Es ist wirklich sehr klein, richtig winzig und ganz leise.

Da kommt eine große Frau und fragt: "Darf ich mich zu Dir setzen?"
Das kleine NEIN flüstert leise: "Nein, ich möchte lieber allein sitzen."
Die große Frau hört aber gar nicht hin und setzt sich einfach auf die Bank.

Da kommt ein Junge angerannt und fragt: "Darf ich deine Schokolade haben?"
Das kleine NEIN flüstert wieder: "Nein, ich möchte sie lieber selber essen."
Aber der Junge hört gar nicht hin, er nimmt dem kleinen NEIN einfach die Schokolade weg und beginnt, sie zu essen.

Da kommt ein Mann vorbei, den das kleine NEIN schon oft im Park gesehen hat und sagt: "Hallo Kleine. Du siehst nett aus, darf ich Dir einen Kuss geben?"
Das kleine NEIN flüstert zum dritten Mal: "Nein. Ich will keinen Kuss."
Aber auch der Mann scheint nicht auf das kleine NEIN zu hören,
er geht auf das kleine NEIN zu und macht schon einen Kussmund.

Da verliert das kleine NEIN aber endgültig die Geduld. Es steht auf, reckt sich in die Höhe und schreit aus vollem Hals: "Neiiiiiin!" Und noch einmal: "Nein, Nein, Nein! Ich will allein auf meiner Bank sitzen, ich will meine Schokolade selber essen und ich will nicht geküsst werden. Lasst mich sofort in Ruhe."

Die große Frau, der Junge und der Mann machen große Augen:
"Warum hast Du das nicht gleich gesagt!" und gehen ihrer Wege.

Und wer sitzt jetzt auf der Bank?

Nein, nicht ein kleines NEIN, sondern ein großes NEIN.

Es ist groß, stark und laut und es denkt:
"So ist das also.
Wenn man leise und schüchtern NEIN sagt, hören die Leute gar nicht hin.
Man muss schon laut und deutlich NEIN sagen."

So ist aus dem kleinen NEIN ein großes NEIN geworden."


Ihr Lieben,

wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich bei dieser Geschichte um eine Geschichte für Kinder. Und es gibt nur wenige Geschichten für Kinder, die so gut geschrieben sind und so gut von Kindern verstanden werden.
Quelle: Raymonde Graber
Aber ich bin der Meinung, dass diese Geschichte auch uns Erwachsenen sehr viel zu sagen hat.

Ich kenne viele wunderbare Menschen, die fast ununterbrochen tätig sind und zu denen viele Menschen kommen und sagen: „Ich brauche Deine Hilfe!“ und die diesen Menschen dann auch helfen.

 
Das Problem ist nur, dass wir Menschen nicht so stark sind,
dass wir allen Menschen helfen können.

Um Menschen wirklich helfen zu können, um unseren Lieben, unserer Partnerin, unserem Partner, unseren Kindern und Enkelkindern, unseren Verwandten, Freunden und Bekannten in Liebe begegnen zu können, müssen wir, so leid es uns auch tut, Grenzen ziehen, wir müssen auch gelegentlich an uns selbst denken, wir müssen daran denken, dass auch wir Erholung brauchen, Stille, Ruhe, Entspannung, genügend Schlaf, Zeit für uns selbst, um zu uns selbst finden zu können und neue Kraft schöpfen zu können.
Quelle: Marina Tiemann
Wenn wir das nicht tun, dann sind wir irgendwann ausgebrannt, müde und werden unzufrieden. Dann werden wir von den Wünschen  an uns aufgefressen wie sie Schokolade in unserer Geschichte.
Quelle: Helmut Mühlbacher
In der Bibel steht ein wunderbarer Satz: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Dort steht eben nicht: „Liebe Deinen Nächsten selbstlos!
 
Das Geheimnis eines zufriedenen und erfüllten Lebens besteht darin, die Balance zwischen der Liebe zum Nächsten und der Beachtung der eigenen Bedürfnisse zu finden!

Ich wünsche Euch allen, jeder Einzelnen und jedem Einzelnen, dass sie/er diese innere Balance für ihr/sein Leben finden möge und ich werde auch weiter Euch fröhlicher Geschichtenerzähler bleiben montags, mittwochs, freitags und an allen Feiertagen.

Ich grüße Euch ganz herzlich und wünsche Euch ein wirklich rundum schönes und ausgeglichenes Wochenende

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen