3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Mittwoch, 24. Juli 2013

Es ist besser, etwas zu tun, als sich zu beklagen, dass sich nicht ändert!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Mao Tse-tung erzählen:

www.welt.de
 „Hoffnung“

„Vor langer Zeit lebte in Nordchina ein alter Mann.
Sein Haus lag in Richtung Süden und vor seiner Haustüre ragten die beiden hohen Gipfel des Taihung und des Wangwu empor. Diese beiden Berge versperrten den Süden und in das Tal, in dem der Vater mit seinen beiden Söhnen lebte, drang niemals ein Sonnenstrahl.
www.shanxichina.gov.cn
Entschlossen machte sich der Vater zusammen mit seinen Söhnen an die Arbeit:
Sie wollten die Berge mit Hilfe einer Hacke abtragen.

Der Nachbar des alten Mannes sah das und schüttelte heftig mit dem Kopf:
„Wie närrisch ihr doch seid!“, rief er laut, „das ist doch vollkommen unmöglich, dass ihr diesen Berg abtragen könnt!“

Der alte Mann lächelte weise, dann sprach er:
„Wenn ich sterbe, dann werden meine Söhne weitermachen. Wenn meine Söhne sterben, werden meine Enkel weitermachen. Die Berge sind zwar sehr hoch, aber sie wachsen nicht weiter.
Mit jedem Felsbrocken, mit jedem Stück Erde, das wir abtragen, kommen wir unserem Ziel näher!
Es ist besser, etwas zu tun, als sich ständig darüber zu beklagen, dass uns die Berge die Sicht auf die Sonne nehmen.“

Ihr Lieben,

Als ich den Schrecken meiner Kindheit und Jugend entronnen war, durfte ich meine letzten Schuljahre in einer Schulklasse genießen, die mir sehr wohlgesonnen war. 

Zusammen mit einem wundervollen Deutschlehrer lasen wir zahlreiche Bücher und dachten intensiv über den Sinn des Lebens nach. Es ging uns wie dem Dichter Henry David Thoreau, der es einmal wundervoll formulierte:
 
„Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben, intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht Leben war, damit ich nicht in der Todesstunde innewürde, dass ich gar nicht gelebt hatte.“

In dem Zusammenhang ließ ich mir damals aus Interesse ein kleines rotes Büchlein aus Peking schicken, das den Titel trug „Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung“.
www.welt.de
Ich habe vieles, was in diesem Büchlein stand, nicht verstanden. Aber ich entdeckte in diesem kleinen Büchlein die obige Geschichte, die uns viel zu sagen hat:

Zwei Berge abtragen zu wollen, auch wenn sie beide nur etwa 1700 Meter hoch sind, ist ein Unterfangen, das nicht gelingen kann.

Und gerade die Tatsache, dass das Unterfangen nicht gelingen kann,
verrät uns das große Geheimnis:
Es ist besser, etwas zu tun, als sich zu beklagen, dass sich nicht ändert!“

Wenn wir in unserem Leben auf Schwierigkeiten stoßen, wenn wir vor etwas Angst haben, wenn große Probleme auf uns zukommen, dass ist es häufig nicht möglich, diese großen Schwierigkeiten, die Angst, die uns bedrängt und manchmal sogar die Luft zum Atmen nimmt, und unsere Probleme schnell und auf einen Schlag zu beseitigen.

Manchmal treffen wir ins unserem Leben auch auf Schwierigkeiten und Probleme,
die wir nicht ausräumen können.

Angesichts von Schwierigkeiten, von Angst und Problemen verlieren Menschen oft alle ihren Mut, ihre Hoffnung und Zuversicht und etliche Menschen werden in einem solchen Stadium dann depressiv.

Wie aber kommt es dazu, dass die Menschen Ihre Hoffnung, ihren Mut und ihre Zuversicht verlieren und depressiv in ihrer Angst verharren?


Der Grund ist recht einfach:
Die Menschen verlieren dann ihre Hoffnung, ihren Mut und ihre Zuversicht und verharren depressiv in ihrer Angst, wenn sie nichts tun.
 
Dieses Nichtstun signalisiert unserem Gehirn: „Es wird sich an meiner Lage nichts ändern! Die Lage ist aussichtslos!“ Ausweglosigkeit und Aussichtslosigkeit machen uns krank, lassen uns verzweifeln, rauben uns die Lebensfreude.

Das Wort „aussichtslos“ zeigt uns, worauf es wirklich ankommt:
Wir brauchen eine Aussicht, um mit Hoffnung, Zuversicht, Fröhlichkeit und ohne Angst leben zu können.

Schwierigkeiten verschwinden nicht, wenn wir sie einfach ignorieren, sondern dann, wenn wir uns ihnen stellen und sie überwinden.

Probleme lösen sich nicht in Wohlgefallen auf, wenn wir die Augen vor ihnen verschließen, sondern dann, wenn wir anfangen, sie zu lösen. Dabei kann fremde Hilfe eine feine Unterstützung sein.

Unsere Angst wird nicht geringer, wenn wir vor ihr wie das berühmte Kaninchen wie gelähmt vor der Schlange verharren, sondern erst dann, wenn wir auf die Angst zugehen, uns mit der Angst auseinandersetzen und uns z.B. einer Selbsthilfegruppe anschließen.
www.welt.de
Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen fröhlichen, angstfreien, hoffnungsvollen, zuversichtlichen Abend und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer heiterer Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 22. Juli 2013

Wirf endlich Deine Kartoffeln und den alten Kartoffelsack weg!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Christoph Georges erzählen:


"Die Geschichte von den Kartoffeln"

„Ein Junge kam einst zu seiner klugen Mutter und beklagte sich über die Menschen, die ihn in letzter Zeit beleidigt hatten oder unfreundlich zu ihm waren.
"Fast jeden Tag begegnen mir Menschen, über die ich mich aufregen muss, weil sie sich so dämlich verhalten oder weil sie mich beleidigen oder mich verletzen", klagte er.

Die weise Mutter ging kurz ins Nebenzimmer und kam mit einem Messer und einem Korb voll Kartoffeln zurück, die die ihrem Sohn überreichte. 
www.putzlowitsch.de
 
"Ich möchte, dass Du an alle Personen denkst, die Dich in letzter Zeit verletzt oder beleidigt haben. Schreib ihre Namen auf ein Blatt Papier und dann ritze mit dem Messer den Namen jeder einzelnen Person in eine Kartoffel ein."

Dem Sohn fielen schnell einige Namen ein und nach kurzer Zeit hatte er mehrere Kartoffeln beschriftet.

"Das hast Du gut gemacht", sagte die kluge Mutter. "Hier hast Du einen kleinen Jutesack. Steck Deine Kartoffeln da hinein und trage den Jutesack eine Woche lang überall mit Dir herum. Dann komm wieder zu mir."
www.a-z-bastelshop.de

Der Sohn tat, was ihm die Mutter geraten hatte. Anfangs empfand er das Tragen des Jutesackes nicht als besonders schwierig. Aber nach einigen Tagen wurde ihm der Jutesack immer lästiger, außerdem fingen die angeritzten Kartoffeln aufgrund der Sommerhitze an, zu stinken.

Nach einer Woche begab sich der Sohn mit seinem Jutesack wieder zu seiner lebensklugen Mutter.

"Hast Du aus dieser Übung etwas gelernt?" fragte diese.

"Ich denke schon", antwortete der Sohn. "Wenn ich anderen nicht vergebe, trage ich diese Gefühle des Ärgers immer mit mir herum, genauso wie die Kartoffeln. Und irgendwann verfault das Ganze auch noch. Also muss ich die Kartoffeln entfernen, indem ich meinen Mitmenschen vergebe.“

"Gut", entgegnete die Mutter, "Du kannst vergeben und so die Kartoffeln loswerden.
Überlege bitte genau, welchen dieser Personen Du vergeben kannst, und entferne die entsprechenden Kartoffeln aus Deinem Jutesack."

Der Sohn dachte nach. Die Vorkommnisse, deretwegen er die Kartoffeln in den Jutesack gesteckt hatte, waren alle schon mindestens eine Woche her. Und so vergab er allen Personen und entfernte alle Kartoffeln aus dem Jutesack.

"Ausgezeichnet", sprach die Mutter und lächelte. "Dein Sack ist wieder leer. Deshalb möchte ich jetzt, dass Du für alle Personen, die Dich in der letzten Woche verletzt haben, erneut Kartoffeln beschriftest und in den Jutesack steckst."

Der Sohn erschrak, denn er erkannte, dass sich so sein Jutesack schon wieder mit Kartoffeln füllen würde.

"Mutter", rief er aus, "wenn ich so weitermache,
werde ich ja immer Kartoffeln im Jutesack haben!"

"Ganz genau", antwortete die Mutter verschmitzt, "solange irgendjemand etwas gegen Dich sagt oder gegen Dich handelt, wirst Du immer Kartoffeln im Jutesack haben.

Es gibt nur eine gute Lösung für dieses Problem: Du musst, nachdem Du Deine Lektion gelernt hast, aufhören, Kartoffeln zu beschriften, und musst den Jutesack wegwerfen.“



Ihr Lieben,

eigentlich präsentiert die heutige Geschichte uns eine tolle Möglichkeit, wie wir mit Beleidigungen, mit Demütigungen, mit Herabsetzungen, mit Verletzungen und Unfreundlichkeiten im Alltag umgehen können.

Das Aufschreiben der Menschen, die uns beleidigt, gedemütigt, herabgesetzt und verletzt haben oder unfreundlich zu uns waren, hat einen großen Vorteil:

Wir grenzen ihre Zahl ein! Wir erkennen, dass die Zahl derjenigen, die uns beleidigt, gedemütigt, herabgesetzt und verletzt haben oder unfreundlich zu uns waren, viel geringer ist, als die Zahl der Menschen, die uns im Alltag mit Fröhlichkeit, zuvorkommend und freundlich begegnen.

Das Einritzen der Namen der Menschen, die uns beleidigt, gedemütigt, herabgesetzt und verletzt haben oder unfreundlich zu uns waren, in Kartoffeln hat gerade in der Sommerzeit einen großen Vorteil.

Wie in der Geschichte geschildert, fangen Kartoffeln bei großer Hitze nach ein paar Tagen an zu faulen und zu stinken.

Das ist ein wundervolles Bild dafür, was mit uns selbst geschieht, wenn wir Menschen, die uns beleidigt, gedemütigt, herabgesetzt und verletzt haben oder unfreundlich zu uns waren, nicht vergeben. Wir vergiften damit unser eigenes Leben.

Die Übung mit den Kartoffeln ist nur dafür gut, um diese Vergiftung unseres eigenen Lebens zu erkennen. Wenn wir das erkannt haben, sollten wir die Kartoffeln mit den Namen der Menschen, die uns beleidigt, gedemütigt, herabgesetzt und verletzt haben oder unfreundlich zu uns waren, schleunigst wegwerfen, indem wir den Menschen vergeben. 
www.ladeva.de
Um aber nicht immer wieder Kartoffeln in den Jutesack unseres Lebens stecken zu müssen, sollten wir am Ende auch noch den Jutesack wegwerfen.
 
Dieser Jutesack ist das Sinnbild dafür, dass wir die Kartoffeln mit den eingeritzten Namen und damit unseren Groll, unsere Wut, unsere Enttäuschung nur dann mit uns herumtragen können, wenn wir einen solchen Jutesack besitzen.

Der Jutesack Deines Lebens ist Dein Herz.
Du selbst entscheidest, womit Dein Herz angefüllt ist.

 
Wenn Du dafür sorgst, dass Dein Herz angefüllt ist von Gedanken der Liebe, der Zuwendung, der Vergebung der Freude, der Hoffnung und Zuversicht, wird kaum Platz sein für Groll, Wut und Zorn gegenüber anderen Menschen.

„Denn das ist das Geheimnis: Die Dinge,
mit denen Du Dein Herz anfüllst, die bestimmen Dein Leben.
Füllst Du Dein Herz mit guten Gedanken, werden Liebe, Freude, Zufriedenheit und Dankbarkeit die Folge sein. Füllst Du dagegen Dein Herz mit schlechten Gedanken, dann wir kaum Platz sein für Fröhlichkeit, Freude, Liebe und Zuversicht.

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen fröhlichen, erfrischenden Abend und ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer heiterer Werner

Quelle: Karin Heringshausen


Freitag, 19. Juli 2013

Heute ist für mich Weihnachten! Hat Werner einen Sonnenstich erlitten?


Ein Lob der Gemütlichkeit und Zweisamkeit!
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute las ich einige wunderbare Zeilen von Gabriele Ramos aus Brasilien:

„Weihnachten ist nicht vorbei!“

Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen,
dann ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr Verständnis zeigt für Eure Kinder,
dann ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr einem Menschen helft,
dann ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn jemand beschließt, ehrlich zu leben,
dann ist Weihnachten
.
Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird,
dann ist Weihnachten
.
Jedes Mal, wenn Du versuchst, Deinem Leben einen neuen Sinn zu geben,
dann ist Weihnachten
.
Jedes Mal, wenn Ihr einander anseht mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen, '
dann ist Weihnachten.“
Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

heute Nachmittag habe ich eine kleine Radtour gemacht. In einem kleinen Landgasthof, etwa 10 Kilometer westlich von Bremen kehrte ich ein und bestellte mir ein Stück Apfelkuchen und ein Kännchen Kakao. Das war der Genuss pur! Ich saß draußen im Grünen unter einer alten Linde und genoss den Augenblick in vollen Zügen!

www.essen-und-trinken.de
Plötzlich trat eine Frau in meinem Alter an den Tisch und fragte mich nach meinem Namen. Dazu muss man wissen, dass ich vor 15 Jahren noch ganz anders geheißen habe als heute. Aufgrund meiner schrecklichen Erlebnisse in Kindheit und Jugend gestattete mir damals das Bremer Ordnungsamt, meinen Namen komplett zu ändern.

Die Frau, die an meinen Tisch kam stellte sich vor und es stellte sich heraus, dass sie eine Klassenkameradin war auf jener Klasse, in der ich über vier Jahre lang geschlagen, gedemütigt, gefoltert und missbraucht wurde. Diese Frau erzählte mir, dass sie mich schon lange gesucht habe.

Und nun treffe sie mich hier ganz unerwartet in dieser Gastwirtschaft. Als Mädchen gehörte diese Frau damals zu den Mitläuferinnen, sie quälte und schlug mich nicht aktiv, sondern nur dann, wenn sie von den Haupttätern dazu aufgefordert wurde.

Und obwohl diese Frau als Mägchen nur eine Mitläuferin gewesen war, war es ihr ein tiefes Bedürfnis, mir mitzuteilen, wie leid ihr das noch heute tue, was damals mit mir geschehen sei und dass sie sich dafür entschuldigen möchte, dass sie damals zugesehen, mitgemacht und mich ebenfalls gefoltert habe.

Fast zwei Stunden saßen wir zusammen und als wir uns verabschiedeten, waren wir fast Freunde geworden. Wir umarmten einander und gingen in Frieden auseinander.
Deshalb ist mir heute ein wenig wie Weihnachten.
www.garten-schlueter.de

Deshalb möchte ich Euch heute trotz Hochsommer eine kleine Weihnachtsgeschichte erzählen. Die Geschichte stammt von Walter Baudet. Es ist eine sehr christliche Geschichte, aber sie hat auch dem, der nicht an Gott glauben kann, viel zu sagen:

„Die drei Versprechen“ 


„Ein kleiner Junge war über Weihnachten auf Besuch bei seinem Großvater.
Der Großvater war ein Holzschnitzer und gerade dabei, eine neue Krippe zu schnitzen.
 
Der Junge setzte sich zu ihm und schaute dem Großvater ein wenig bei der Arbeit zu.
Daneben auf dem Tisch standen schone eine Reihe von fertigen Figuren, die Hirten, die drei Könige, Maria und Josef. Der Junge war schon ein wenig müde und so stütze er die Hände auf den Tisch, legte seinen Kopf hinein und schaute die Figuren an.

Auf einmal war ihm so, als wollten die Figuren lebendig werden. Ja, tatsächlich. Sie begannen sich zu bewegen und er konnte sogar mit ihnen reden. Es war ihm, als sei er mit einem Mal mitten unter ihnen. Und da konnte er nicht anders: Er ließ sich anstecken von den Hirten, die da zur Krippe liefen, und er rannte mit ihnen über die Felder bis hin nach Bethlehem, bis hin zum Stall. Denn er wollte das Jesuskind selber sehen.

Und wie er in den Stall trat, da lag es tatsächlich in einer Krippe. Es lächelte und schaute ihn ganz freundlich an. Und auch er musste es anschauen und ihre Blicke trafen sich.
Da wurde der Junge auf einmal traurig und Tränen kamen ihm in die Augen.
Das Jesuskind fragte ihn sofort: „Warum weinst Du denn?“

Und er antwortete: „Weil ich Dir doch nichts mitgebracht habe wie all die anderen hier.“
Das Jesuskind schaute ihn weiter an und sagte ganz ruhig: „Aber ich möchte tatsächlich etwas von Dir haben!“ Da wurde der Junge vor Freude ganz rot im Gesicht und sagte gleich: „Du kannst von mir alles haben, was Du willst. Wirklich alles!“

Aber das Jesuskind sagte: „Alles brauche ich nicht. Nur drei Dinge möchte ich von Dir haben!“
Da fiel der Junge ihm schon ins Wort und schlug ihm vor: „Meinen neuen Mantel kannst Du haben oder meine elektrische Eisenbahn – oder das neue Buch mit den vielen Bildern ...“

Aber das Jesuskind schüttelte den Kopf: Nein, nein, das alles haben wir auch im Himmel, sogar noch viel schöner. Ich möchte etwas von Dir geschenkt bekommen, was es im Himmel nicht gibt.“

Da bekam der Junge plötzlich wieder Angst, denn er hatte ja nun bestimmt nichts, was es im Himmel nicht schon geben würde. Und während er überlegte, sagte das Jesuskind: „Das Erste, was ich mir von Dir wünsche, ist: Dein letzter Schulaufsatz.“
Quelle: Helmut Mühlbacher
Da wurde der Junge sehr verlegen. Das Jesuskind hatte ihm den Wunsch ganz leise zugeflüstert, dass es die anderen nicht hören konnten. Und auch er beugte jetzt den Kopf ganz nahe zu ihm hin und flüsterte ähnlich leise: „Christkind“, kam es stotternd heraus, „da steht doch drunter: ungenügend.“
 
„Ja“, sagte das Christkind. „Eben, gerade deshalb möchte ich ihn von Dir haben.“
Und noch während der Junge fragte: „Warum denn?“ wurde ihm selbst die Antwort plötzlich klar: Ungenügend! Das ist etwas, was es im Himmel nicht gibt!

Und er hörte das Jesuskind weitersagen: „Immer sollst Du mir das geben, was in Deinem Leben ungenügend ist. Versprichst Du es mir?“ Und der Junge machte es ihm zum Versprechen.

„Nun kommt mein zweiter Wunsch“, sagte das Jesuskind, „ich hätte gern Deine Kabatasse!“
Und wieder wurde es dem Jungen etwas unangenehm. Er schaute ganz hilflos hin und sagte: „Christkind, aber die habe ich doch heute morgen fallen lassen!“

„Ja“, sagte da das Christkind wieder. „Das ist das Zweite: ich möchte in Deinem Leben all das von Dir haben, was Du zerbrochen hast. Versprichst Du mir, mir immer alles Zerbrochene zu geben?“
Und der Junge antwortete: „Ja!“

„Aber ich habe noch einen dritten Wunsch“, fing das Christkind noch einmal an. „Ich möchte die Antwort haben, die Du Deiner Mutter gegeben hast, als sie Dich gefragt hat, wie die Kabatasse kaputt gegangen ist!“
www.disneyana.de
Da senkte der Junge langsam den Kopf, er legte ihn auf den Rand der Krippe und begann leise zu weinen. Denn er hatte seine Mutter angelogen. Und nur unter Tränen brachte er mühsam hervor: „Ich – ich habe doch die Tasse selbst umgestoßen und habe sie zu Boden fallen lassen.“

Und in warmem Ton sagte das Jesuskind zu ihm: „Du sollst mir immer, Dein ganzes Leben lang, jede Lüge bringen; jeden Trotz und alles Böse. Versprichst Du mir auch das?“ Das tröstete den Jungen und er gab ihm auch dieses Versprechen.

Da wischte er sich die Tränen von den Augen, um das Jesuskind wieder richtig anschauen zu können – und da lag es plötzlich wieder reglos vor ihm in seiner Krippe. Und wie er weiter schaute, da waren alle Krippenfiguren wieder kleine reglose Holzfiguren geworden. Es war ihm, als sei er aus einem Traum aufgewacht. Aber die drei Versprechen, die er gegeben hatte, die hat er nie mehr vergessen – und sich daran gehalten.“


Ihr Lieben,

ich bin schon oft gefragt worden, warum ich Theologie studiert habe und an Gott glaube.
In dieser Geschichte ist die Antwort zu finden.

 
Ich glaube an Gott und fühle mich bei ihm geborgen, weil ich nicht erst ein großer Held sein muss, um vor ihm bestehen zu können, ich muss nicht erst große Taten vollbringen, um von ihm anerkannt zu werden.

Dass ich mit meiner kaputten Kindheit und zerstörten Jugend zu ihm kommen darf, dass ich mit alle meinen Fehlern, Ecken und Kanten zu Gott kommen darf und er mich so wie ich bin, annimmt, das macht für mich die Größe Gottes aus. Bei ihm darauf ich einfach ich selbst sein, mit alle meinen Nöten, Ängsten und Schwierigkeiten.

Aber auch derjenige, der nicht an Gott glauben kann, darf wissen:
 
Wir müssen nicht unser ganzes Leben unsere Fehler, unsere Versäumnisse, unsere Schwierigkeiten, die Lasten unserer Vergangenheit mit uns herumschleppen, wir können sie ablegen und befreit ein neues Leben beginnen, Jetzt, Hier und Heute. 

Das macht die großartige Chance des menschlichen Lebens aus, dass wir in jeder Sekunde, in jeder Minute und in jeder Stunde unserem Leben eine neue Richtung geben können, dass wir in jeder Sekunde, in jeder Minute und in jeder Stunde unseres Lebens unsere Lasten aus der Vergangenheit von uns werfen und befreit weitergehen können.
Ich wünsche Euch von Herzen ein fröhliches Wochenende mit Zeit für Euch und Euren Lieben, mit Grillgut und Eis und ganz viel Humor und Zuversicht


Euer fröhlicher Werner aus Bremen
Ich liebe die Umgebung von Bremen!
www.bremen.de