3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Mittwoch, 25. März 2026

Geschichte: Handele und frage Dich nicht, ob es sich lohnt!

 



Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von
Peter Graf v. Eysselsberg
 erzählen:

„Ein alter Mann ging bei Sonnenuntergang den Strand entlang und sah in einiger Entfernung einen armen kleinen Jungen, der streunende Hunde mit Brotresten fütterte.

www.oberharz.de

Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er die Hunde hier im Dorf versorge.

Die Antwort lautete: „Die armen Wesen haben niemanden, keine Bleibe, keine Familie und wenn ich Ihnen nichts zu Esse
n gebe, sterben sie“.

“Aber die umliegenden Dörfer und Städte sind voll mit streunenden Hunden”, erwiderte der Alte. “Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?”

Der kleine Junge blickte auf den Hund streichelte ihn, gab ihm ein Stück seines Brotes. Dann meinte er: “Für diesen, schauen Sie, für diesen hier macht es einen Unterschied.“

Quelle: Astrid Müller
 Ihr Lieben,

diese Geschichte gibt es in ganz verschiedenen Variationen.
Mal geht es um streunende Hunde, dann wieder um an den Strand geworfene Seesterne.

Aber das ist nicht entscheidend.
Entscheidend ist, was uns die Geschichte sagen möchte:

Auch wenn es manchmal so scheint, als sei all unser Handeln, unser Bemühen, unser Einsatz
für eine bessere, eine gerechtere Welt,
ohne Kindertränen,
ohne Hunger,
ohne Vergewaltigungen,
ohne Missbrauch
vergeblich, als seien sie so aussichtslos wie der vergebliche Kampf des berühmten Don Quichotte gegen die Windmühlenflügel, so dürfen wir dennoch Hoffnung schöpfen.
www.wikipedia.org

Die meisten von uns können sich nicht mit einer Mutter Theresa, einem Nelson Mendela oder einem Karlheinz Böhm vergleichen, die meisten von uns sind unbeachtete stille „Arbeiter im Weinberg des Lebens“. 
www.welt.de
  
Aber wir dürfen bei all unserer Mühe wissen, dass jeder Einzelne, dem wir helfen , dadurch Hoffnung schöpft und Zuversicht gewinnt. 

Die Liebe, die wir wie einen Staffelstab weitergeben, ist niemals umsonst. Unser Licht erleuchtet das Dunkel anderer Menschen und sie fühlen sich angenommen, geliebt und geborgen, weil sie merken, da ist ein Mensch, dem sie wichtig sind, dem sie etwas bedeuten.
www.wallpaperstock.net
Ich wünsche Euch, dass Ihr zu Euch selbst findet, dass Ihr Zeit für Eure Lieben findet und dass Ihr darüber nachdenkt, wem Ihr das Leben erleichtern könnt.

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 24. März 2026

Geschichte: Achtung! Vorsicht! Die Traumdiebe sind unterwegs!

 




Quelle: Helmut Mühlbacher


„Alter macht Falten im Gesicht.
Aber Aufgaben macht Falten in der Seele.“
Douglas Mac Arthur


Ihr Lieben,


ich möchte Euch heute eine Geschichte erzählen von einem Mann, dessen Namen ich mit Absicht erst am Ende der Geschichte nennen möchte.

Dieser großartige Mann war vor einigen Jahren im Pferdesportzentrum in Verden bei Bremen in der dortigen Niedersachsenhalle zu Besuch.
www.kreiszeitung.de

Dieser Mann hielt einmal in den USA einen Vortrag vor einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern und erzählte ihnen folgende Geschichte:

"Es gab da einmal einen kleinen Jungen, dessen Vater ein unbedeutender umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste, um Pferde zu dressieren.
 
So wurde die Schulausbildung seines Sohnes immer wieder unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn von einem Lehrer gebeten, einen längeren Aufsatz darüber zu schreiben, was er einmal werden möchte und tun wolle, wenn er älter wäre.

So schrieb der Sohn einen langen interessanten Aufsatz, der sein ersehntes Ziel beschrieb, eines Tages eine Ranch mit vielen Pferden zu besitzen. 

Er schrieb sehr ausführlich über seinen wundervollen Traum und zeichnete sogar einen genauen Plan, der alle Gebäude und Ställe zeigte, ebenso fertigte er eine Zeichnung an, die das 400 qm große Haus, das auf seiner Traumranch einmal stehen sollte in allen Einzelheiten zeigte.
Quelle: Helmut Mühlbacher

Er hängte sein ganzes Herz an das Projekt, er opferte viel Zeit für den Aufsatz und die dazu gehörigen Pläne und Zeichnungen und übergab die Arbeit voller Stolz seinem Lehrer.

Zwei Tage später erhielt er sie bereits zurück mit der schlechtesten Note, die überhaupt möglich war, mit einer glatten 6, und mit dem Hinweis, sich nach der Stunde bei seinem Lehrer zu melden. Der Junge mit dem großen Traum ging nach der Stunde zu dem Lehrer und fragte:
"Warum habe ich eine 6 bekommen?“

Der Lehrer antwortete ihm: "Was Du zu Papier gebracht hast, das ist ein unrealistischer Traum für einen Jungen wie Dich. Du hast überhaupt kein Geld. Du stammst aus einer armen Wanderarbeiterfamilie. Der Besitz einer Ranch kostet sehr viel Geld. Du musst Land kaufen.

Es gibt für Dich keine Möglichkeit,
dass Du das jemals schaffen könntest.

 
Wenn Du diese Arbeit mit einem realistischen Ziel neu schreibst, werde ich die Note nochmals überdenken.“

Der Junge ging nach Hause und dachte lange darüber nach.
Am Abend vor dem Zubettgehen fragte er seinen Vater. was er tun sollte.
 
Sein Vater setzte sich auf seine Bettkante und schaute ihn ernst an. "Das ist Dein Traum", sagte er zu seinem Sohn,
"Du musst entscheiden, wie wichtig er für Dich ist.“


Schließlich, nachdem der Junge eine Woche damit zugebracht hatte, zu überlegen, reichte er dieselbe Arbeit noch einmal ein, ohne irgendetwas daran zu ändern.
Er sagte zu seinem Lehrer, als er ihm die Arbeit übergab: 

"Sie können die 6 stehen lassen
und ich kann meinen Traum behalten."


Monty Roberts, der inzwischen weltberühmte sogenannte Pferdeflüsterer, wandte sich an die versammelte Gruppe der Lehrer und fügte hinzu:
"Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Sie in meinem 400 qm-Haus mitten in meiner 200 Morgen-Ranch sitzen.

Ich habe diese Arbeit, die ich damals bei dem Lehrer abgegeben habe, immer noch gerahmt über meinem Kamin hängen.

Der beste Teil der Geschichte ist aber, dass mein Lehrer eines Tages mit einer Gruppe von 30 Kindern hier zum Zelten war. 

Als der Lehrer ging, sagte er zu mir:
"Schau Monty, ich sage dir jetzt etwas. Ich bin sehr traurig über mich selbst. Ich war so etwas wie ein Träumedieb.
 

Während all dieser vielen Jahre als Lehrer habe ich vielen Kindern ihre Träume gestohlen bzw. zerstört. Glücklicherweise hattest du genug Grips, Deinen nicht aufzugeben."
Monty Roberts
www.kreiszeitung.de

Ihr Lieben,

Ihr wisst, wie wichtig ich es finde, die eigenen Träume zu verwirklichen und niemals aufzugeben.
 
Dabei ist mir natürlich klar, dass nicht jeder Traum verwirklicht werden kann.

Manche Menschen sind traurig, wenn sie einen Traum haben und dieser Traum nicht in Erfüllung geht und wenn ihre Kinder oder ihre Enkelkinder einen Traum haben und der nicht in Erfüllung geht, dann entmutigen sie ihre eigenen Kinder und Enkelkinder, indem sie zu ihnen sagen:
„Sei lieber vorsichtig, wer weiß, ob Deine Träume Wirklichkeit werden können!"

Dabei wird etwas ganz Wichtiges,
ja das Entscheidende übersehen:

 
Auch wenn wir unsere Träume nicht verwirklichen können, so lernen wir dabei doch etwas, das uns für unser ganzes Leben helfen kann:

Wir lernen, nicht aufzugeben,
wir lernen, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen,
wir lernen, immer wieder aufzustehen,
wir lernen, hocherhobenen Hauptes durch das Leben zu gehen.

Quelle: Astrid Müller

Deshalb haben wir in diesem Bereich auch so einen große Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder. Ich möchte Euch das an einem Beispiel erläutern:

In den 1970er und 1980er Jahren trainierte ich in Göttingen neben meiner Arbeit als Mitarbeiter an der Universität Jugendmannschaften im Handballsport. Die Jungen, die ich trainierte, träumten davon, einmal Deutscher Meister zu werden. 

Wir wurden niemals Deutscher Meister, aber ich errang mit meinen Jugendmannschaften manch wunderschönen Sieg auf einem Turnier und in der Spielsaison.

Aber all diese Siege hatten einen großen Nachteil: Sie sind HEUTE nur noch Schnee von GESTERN.

Was die Jungen, die ich trainierte, nicht wussten, aber mit der Zeit spürten, war die Tatsache, dass ich mich über die Siege zwar herzlich mit den Jungen freute, dass mir aber etwas anderes viel wichtiger war. 

Die Jungen, die bei mir als Trainer Handball spielten, erfüllten sich manchen Handballtraum, indem sie schöne Siege errangen und in manche Auswahlmannschaft berufen wurden, aber etliche Träume erfüllten sich auch nicht. 

Dafür aber lernten die Jungen, indem sie sich bemühten, die Träume zu verwirklichen, etwas viel Wertvolleres:

Sie lernten, ihre Fähigkeiten und Talente zu entdecken.
Sie lernten, in einem Team zu arbeiten.
Sie lernten, ihre Meinung ohne Furcht zu vertreten.
Sie lernten, anderen Menschen gerade und ohne Angst ins Gesicht zu blicken.
Sie lernten, NEIN zu sagen, wenn jemand etwas mit ihnen tun wollte, dass sie nicht wollten.
Und sie gewannen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Ihr Lieben,

heutzutage sind so viele Traumdiebe unterwegs, so viele Entmutiger.
 
Hört bitte auf, Euch selbst Eurer Träume zu berauben und raubt sie auch Euren Kindern und Enkelkindern nicht.  

Denn wer versucht, Träume zu verwirklichen,
gewinnt Kraft, Ausdauer, Mut und Beharrlichkeit für sein ganzes Leben.


Ich wünsche Euch in dieser Woche weiter viel Kraft, Fröhlichkeit und Hoffnung.

Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
 
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 23. März 2026

Bericht: 15-Jähriger revolutioniert die Krebsforschung

Lass Dich nicht entmutigen,
versuche es immer wieder!


Quelle: Helmut Mühlbacher


Ihr Lieben,

vor längerer Zeit las ich einen Bericht von Carsten Drees, der uns sehr nachdenklich stimmen sollte:

„15-Jähriger revolutioniert die Krebsforschung“

„Gestern Abend las ich vom 15-jährigen Jack Andraka, der einen Krebserkennungstest entwickelte, der 168-mal schneller, 26.667-mal kostengünstiger und vor allem bis zu 400-mal treffsicherer ist als die uns bis dahin bekannten herkömmlichen Verfahren!
www.welt.de
 Es klingt wie die klassische Zeitungs-Ente, ist aber eine der ganz großen Geschichten aus der Medizin. Im Schulunterricht kam dem Teenager Andraka die zündende Idee, die die Krebsforschung schlicht auf den Kopf stellt. 

Er lernte in der Schule Einiges über Antikörper und in Kombination mit seinem Wissen, was er sich anhand eines Artikels über Kohlenstoffnanoröhren angeeignet hatte, war er dazu in der Lage, einen ziemlich simpel gestrickten Test zu entwickeln. 

Mit diesem Test kann Mesothelin im Blut bzw. Urin nachgewiesen werden und das geschieht anhand eines Teststreifens ähnlich wie bei Diabetikern.

Angetrieben hat ihn der Tod eines Freundes, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb und in Andraka den Impuls auslöste, dass die aktuelle Behandlung und Erkennung von Krebs nicht der Weisheit letzter Schluss sein könnten. 

Mit dem von ihm entwickelten Test, der 400 mal genauer ist als die bislang eingesetzten Tests und in einem Bruchteil der Zeit und zu einem Bruchteil der Kosten nahezu hundertprozentige Gewissheit verspricht, wandte sich der 15-Jährige an unzählige Professoren. 
Quelle: Werner Forneberg

Erst der 200. von ihm angemailte Mensch hielt es für nötig, sich mit dem Jungen zu unterhalten und seine Forschung zu überprüfen.

Das (bisherige) Ende vom Lied: Der Wissenschaftler der Johns Hopkins University ließ ihn in seinen Labors arbeiten und heraus kam besagter Test, der ganze 3 Cent kostet, 5 Minuten Zeit in Anspruch nimmt und mit mehr als 90%-iger Wahrscheinlichkeit Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Eierstockkrebs erkennen kann. Das brachte ihm den Preis beim größten Nachwuchs-Forschungswettbewerb der Welt ein, den Intel ISEF Award.

Ich hoffe, ihr seht mir nach, wenn ich hier auch mal eine solche Story bringe, die nicht einmal am Rand etwas mit mobilem Computing und unseren sonstigen Themenfeldern zu tun hat. 

Vermutlich wie die meisten von euch habe auch ich ganz liebe und wichtige Menschen durch den Krebs verloren und bin allein schon deswegen an dieser Thematik interessiert. 
Quelle: Werner Forneberg

Zudem stelle ich mir als Laie die Frage, wieso diese Sache einem Teenager in der Schule einfällt und nicht einem der unzähligen Professoren, die ihr Leben mit der Krebsforschung verbringen. Der Verschwörungs-Theoretiker in mir unterstellt der Pharma-Industrie, dass sie an einem so günstigen, einfachen Test genau so viel Interesse hat wie die Auto-Industrie an spritsparenden und ewig funktionierenden Autos: Nämlich keins! 

Aber der etwas naive und an das Gute glaubende Teil von mir hofft, dass jetzt ein paar clevere Wissenschaftler diesen Jungen weiter an die Hand nehmen und dank seiner Erkenntnisse und Ideen einer der größten Geißeln der Menschheit gehörig in den Allerwertesten treten können.

Neben der Frage, wieso erst dieser 15-Jährige kommen muss und der Frage, wieso er fast 200 mal bei den Experten abblitzt, bevor ihn jemand ernst nimmt, beschäftigt mich noch eine weitere Frage:

Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre – wie oft hätte ich es weiter versucht, wenn ich Absage nach Absage bekommen hätte? 5 mal? 20 oder 100 mal?

Quelle: Alexander Rykow

Ihr Lieben,

ich wünsche diesem jungen Menschen, dem Jack Andraka, von Herzen viele gute Gedanken, viele gute Ideen, denn dann kann durch ihn ein großes Stück weit das Krankheitsleid auf dieser Welt gelindert werden.

Aber – und deshalb habe ich diesen Bericht heute hier gepostet – was mich am meisten am diesem jungenMenschen fasziniert, ja begeistert, ist sein Durchhaltevermögen.
 
200 Mal ist er bei Experten abgeblitzt, bis er endlich einen Wissenschaftler gefunden hat, der ihn ernst genommen hat. Solch ein Durchhaltevermögen wünsche ich uns allen.

Dieser junge Mensch ist von dem, was er tut, begeistert.
Das Wort „begeistert“ hat in sich das Wort „Geist“. Nur wenn unser Geist von Hoffnung und Zuversicht erfüllt ist, wenn wir Quellen der Liebe und Freude in uns haben, können wir „be-geist-ert“ sein.

Ich muss immer wieder auf unsere Kindheit hinweisen.
Als wir Kleinkinder waren, lernten wir voller Mühe das Laufen.
Zuerst krochen wir auf allen Vieren, dann zogen wir uns an einem Stuhlbein oder einem Tischbein hoch und waren stolz, als wir das erste Mal alleine stehen konnten. 
www.dksb.de

Aber bis zum eigenständigen Laufen war es noch ein weiter Weg, auf dem wir uns manchmal wehtaten, stolperten, hinfielen und wieder aufstanden.

Eine kluge Wissenschaftlerin hat einmal ausgerechnet, dass ein Kleinkind von seinem ersten Versuch, zu laufen, bis zum völligen Beherrschen des Laufens ungefähr 5.000 (!) Versuche unternimmt, zu laufen.

Niemals käme einem Kleinkind in den Sinn, nach 500 (!) Versuchen zu sagen: Ich schaffe das nicht, ich lerne nicht laufen, ich gebe auf!
Das Kleinkind in uns sollte uns ein Beispiel sein.
 
Auch wir sollten bei allem, was wir tun, was wir erreichen möchten, niemals aufgeben.
Nicht immer wird unser Kampf erfolgreich sein, aber wenn wir kämpfen, wird unser Leben zumindest von Zuversicht und Hoffnung erfüllt und das sorgt für eine positive Lebensqualität!
Quelle: Karin Heringshausen

Ihr Lieben,
 
ich wünsche Euch einen niemals aufgebenden Geist, eine von Zuversicht und Hoffnung erfüllte und getragene Begeisterung und das Durchhalte-vermögen Eures inneren Kleinkindes
 
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Helmut Mühlbacher

Sonntag, 22. März 2026

Brief: Das Schicksal des Altwerdens

 

Behandle andere Menschen so, wie Du auch von ihnen behandelt werden möchtest!


Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch statt einer Geschichte den sehr berührenden Brief einer Frau zu lesen geben, die einige Jahre nach dem Schreiben des Briefes an Demenz erkrankte.
 
Der Brief wurde in ihrem Nachlass gefunden und von Frau Petra Wontorra aus Bremen veröffentlicht.
Quelle: Werner Forneberg

 „Das Schicksal des Altwerdens“

„Was sehen Sie, Schwester, wenn Sie mich anschauen, und was denken Sie? „Eine knöchrige Alte“ mit abwesendem Blick, nicht mehr ganz zurechnungsfähig, die sich nicht zu benehmen weiß und kleckert und nicht antwortet, wenn Sie mit Ihrer lauten Stimme sagen, sie solle sich doch wenigstens ein bisschen Mühe geben, die nicht zu beachten scheint, was Sie machen, die mal hier einen Strumpf verliert und da einen Schuh und die trotz aller Ermahnungen nicht mithilft, wenn sie gebadet oder gefüttert wird.

Wenn Sie das, Schwester, sehen und denken,
dann liegen Sie falsch.

Das bin ich nicht, die da so still sitzt und die auf Ihr Geheiß hin aufsteht und isst. Machen Sie die Augen auf, ich sage Ihnen, wer ich bin:


Ich bin ein Kind von 10 mit einem Vater und einer Mutter und Brüdern und Schwestern, die einander lieben.
Quelle: dksb.de
Ein junges Mädchen von 16 mit Flügeln an den Füßen, die davon träumt, bald ihre wahre Liebe zu treffen.

Eine Braut von 20, mein Herz springt vor Freude, wenn ich an die Gelübde denke, die ich zu halten versprach.

Mit 25 habe ich dann eigene Kinder, für die ich ein sicheres, glückliches Heim baue.

Eine Frau von 30, meine Kinder wachsen schnell, miteinander durch treue Bande verbunden.

Mit 40, meine Söhne sind weg, aber an meiner Seite steht mein Mann und unterstützt mich.

Mit 50 habe ich wieder spielende Kinder um mich. Wir haben Enkel, mein Liebster und ich.

Dann kommen dunkle Tage, mein Mann stirbt, ich schaue mit Angst in die Zukunft, denn meine Kinder sind dabei, ihr eigenes Heim zu bauen.
Ich denke an die Jahre und die Liebe, die ich erfahren habe.
www.kulturhirsch.ch
Ich bin jetzt eine alte Frau, die Natur ist sehr grausam. Sie hat sich ausgedacht, Alte wie N A R R E N erscheinen zu lassen.
Der Körper zerfällt, die Anmut und die Stärke schwinden, wo einst ein Herz war, ist jetzt ein Stein.


Aber in diesem alten Gerüst wohnt ein noch junges Mädchen und hin und wieder schwillt mein geschundenes Herz.

Ich denke an die Freude zurück und den Schmerz und ich liebe und lebe das Leben noch einmal und erinnere mich an die Jahre, die viel zu wenig gelebt und viel zu schnell vergangen sind, und nehme die bittere Tatsache an, dass nichts bleibt.

So machen Sie die Augen auf, SCHWESTER und sehen Sie nicht eine alte kratzbürstige Frau,  sehen Sie mich!!!
Quelle: Astrid Müller
 Ihr Lieben,

Was die Alkoholsucht und die Drogensucht betrifft. So wissen wir, dass diese beiden Süchte für unendlich viel Leid verantwortlich sind, dass Millionen von Menschen Opfer der Alkoholsucht und der Drogensucht geworden sind.

Ich persönlich glaube aber, dass es eine Sucht gibt, die noch weitaus mehr Menschen auf dem Gewissen hat, die noch weit mehr Menschenleben zerstört hat und noch weit aus mehr Leid über die Menschen gebracht hat und das ist unsere Kritiksucht.
Quelle: Werner Forneberg

Wir Menschen haben oft für uns selbst immer die besten Entschuldigungsgründe.
Wenn wir grimmig gucken, dann haben wir starke Kopfschmerzen.
Wenn andere Menschen grimmig gucken, dann haben sie sicher schlechte Laune.

Das, was wir bei uns selbst oft entschuldigen,
kritisieren wir häufig bei anderen Menschen.

Das beginnt oft schon in der Kindheit.
 
Statt die Kinder und Jugendlichen zu ermutigen, statt ihnen zu helfen, ihre Talente und Begabungen zu entdecken, werden sie oft entmutigt und ihnen jedes Urteilsvermögen abgesprochen:

„Dafür bist Du noch zu jung, zu klein, zu unwissend! „Mach erst einmal Deine Schule, Deine Ausbildung zu Ende, dann kannst Du vielleicht mitreden!“
www.garten-schlueter.de
 Und so zieht sich das über die verschiedenen Lebenszeiträume hin und endet bei den alten Menschen, die sehr oft als starrsinnig, undankbar und unflexibel bezeichnet werden.

Ich glaube, wir sollten mehr lernen, in den „Schuhen des Anderen“ zu gehen, mehr darüber nachzudenken, wie es dem Anderen geht, und ihn nicht vorschnell verurteilen.

Diese Kritiksucht an dem anderen Menschen, die eine große Lieblosigkeit widerspiegelt, hat meiner Meinung nach mehr Menschen auf dem Gewissen als die Alkoholsucht und die Drogensucht.

Wie sehr wir Menschen dieser Kritiksucht verfallen sind, könnt Ihr selbst anhand eines einfachen Tests feststellen:
 
Bittet doch einmal eine Freundin oder einen Freund, über Euch in Eurem Bekannten- und Freundeskreis etwas Schlechtes  zu erzählen, das Ihr Euch vorher ausgedacht und zu Papier gebracht habt.

Ihr werdet Euch wundern, wie schnell diese böse Gerücht, diese angeblich schlechte Tatsache über Euch weitererzählt wird und sich ausbreitet!
www.weber-museum.de

Dann bittet doch einmal eine Freundin oder einen Freund, über Euch in Eurem Bekannten- und Freundeskreis etwas absolut Gutes zu erzählen, das Ihr Euch vorher ausgedacht und zu Papier gebracht habt.

Jetzt werdet Ihr noch mehr verwundert sein:
Diese gute Gerücht, diese angeblich gute Tatsache verbreitet sich nicht oder kaum.

Ihr könnt diese Tatsache auch im Fernsehen und dort besonders in den Nachrichten feststellen:
Gute Nachrichten sind sehr selten und unter den Journalisten gibt es den bösen Spruch: „Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht! – weil sie die Quote erhöht.

Dass einer ehemaligen Bildungsministerin der Doktortitel aberkannt wurde, ist als Nachricht interessant, dass sie als Bundesministerin für Bildung hervorragende Arbeit geleistet hat, interessiert fast niemanden.
Quelle: Werner Forneberg

Andere Menschen kritisieren, das kann doch jeder.
Aber andere Menschen ermutigen, das ist das Besondere!

Andere Menschen mobben, das kann doch jeder.
Aber zu anderen Menschen sagen: Ich stehe an Deiner Seite,
Du kannst Dich auf mich verlassen, das ist das Besondere!

Anderen Menschen die Hoffnung und die Zuversicht rauben,
das kann doch jeder.
Aber anderen Menschen den Arm um die Schulter legen und in ihnen Hoffnung und Zuversicht zu wecken, das ist das Besondere!

Andere Menschen lieblos behandeln, das kann doch jeder.
Aber anderen Menschen Liebe zu schenken, ihnen das Gefühl schenken:
„Ich mag Dich!“ „Für mich bist Du wertvoll“ das ist das Besondere!

Zu Menschen im Leid dummschwätzerisch sagen:
„Das wird schon wieder!“, das kann doch jeder.
Aber das Leid von Menschen im Leid mittragen, das ist das Besondere.

Menschen nur nach ihrer äußeren Erscheinung beurteilen (siehe unseren heutigen Brief der alten Dame), das kann doch jeder.
Aber in dem anderen Menschen, unabhängig von seiner äußeren Erscheinung, ein liebenswertes Geschöpf erkennen und ihm so begegnen, das ist das Besondere.

Dummschwätzer, Kritisierer und Entmutiger
haben wir auf dieser Welt mehr als genug!

Was wir dringend brauchen, sind Menschen, die ihre Worte abwägen und die ihre größte Freude darin sehen, andere Menschen zu ermutigen.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Start in die neue Woche und grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen