3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Dienstag, 7. August 2012

Macht denn Geld wirklich glücklich?

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

gestern sah ich in den Fernsehnachrichten, dass die Fernsehschauspielerin Silvia Seidel gestorben ist. Aus dem Hinweis, dass sie einen Abschiedsbrief hinterlassen hat, kann man schließen, dass sie Selbstmord begangen hat. 
www.kn-online.de
Ich erinnere mich noch genau, dass meine Söhne Ende der 1980er Jahre mit großer Begeisterung sich die ZDF-Fernsehserie „Anna anschauten, in der Silvia Seidel an der Seite von Patrick Bach eine tanzende Ballerina spielte.

Von der heutigen Silvia Seidel wird berichtet, dass sie schon lange einsam war.

Dazu möchte ich Euch eine Geschichte von Phil Bosmans erzählen:

„Macht denn Geld wirklich glücklich?“

„Die Frau war 64 Jahre alt und steinreich. Und sie wollte tot sein.
Sie besaß ein Haus in Hamburg, ein Haus in Paris und eines in London.
Und sie wollte tot sein.

Sie hatte jede Menge Personal und ihr stand zu jeder Tag- und Nachtzeit ein Rolls Royce mit Chauffeur zur Verfügung.
Und sie wollte tot sein.

Sie wurde häufig auf Partys eingeladen und verkehrte in den Kreisen der Reichen.
Und sie wollte tot sein.

Sie hat Tabletten genommen. Die Ärzte konnten sie retten.
Zwei Stunden habe ich ihrer Geschichte zugehört.

Und zum Schluss sagte sie tieftraurig unter Tränen:
„Ich würde auf alles verzichten, ich würde alles aufgeben, was ich besitze, wenn ich dafür nur ein bisschen echte Zuneigung, ein bisschen echte Freundschaft erfahren würde!“


Ihr Lieben,

und begegnen hier zwei ganz unterschiedliche Menschen:

Auf der einen Seite Silvia Seidel, die in den letzten Jahren oft arbeitslos war und, wie sie selbst einmal sagte, dann oft nicht wusste, wie sie ihre Miete bezahlen sollte.

Auf der anderen Seine eine, wie man sprichwörtlich sagt, steinreiche Frau, die keine finanziellen Sorgen hat, die sich alles leisten kann.

Und doch einte diese beiden Frauen das gleiche Schicksal:
Sie waren beiden einsam und lebten tieftraurig, weil sie niemanden hatten, der ihnen Zuwendung schenkte, der sie liebte, der ihnen Freundschaft schenkte.

Geld, das finanzielle Sorgen beseitigen kann, kann aber keine Zuwendung erkaufen, keine Freundschaft schenken. Geld mag also, wie mein Großvater das gerne zu sagen pflegte, beruhigen, aber glücklich macht es ganz gewiss nicht.

Denn das, was uns tief in unserem Herzen glücklich macht, das können wir für kein Geld der Welt kaufen. Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung – das alles sind die Dinge, die uns glücklich machen.

Das Besondere an der Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, dem Vertrauen, der Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung ist, dass man sie nicht kaufen kann, sondern dass man sie geschenkt bekommt.

Und genau hier liegt das große Problem:
Wenn man Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung kaufen könnte, dann wäre die steinreiche Frau aus unserer Geschichte und auch Silvia Seidel noch am Leben, sie wären vielleicht sogar glücklich.

Das, was mich eigentlich am meisten erschüttert, dass so wenige Menschen erkennen, wie unendlich reich sie sind, und dass sie nicht wissen, wie sie ihrer Einsamkeit entfliehen und glücklich werden können.

Denn jeder Mensch ist sehr, sehr reich. Jeder Mensch hat tief in sich einen gewaltigen verborgenen Schatz, einen Schatz, der größer ist als jeder Schatz, der an Gott oder Silber oder Edelsteinen je gefunden wurde: Es ist der Schatz, der aus Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung besteht.

Das Geheimnis aber ist, dass wir nicht glücklich werden, wenn wir diesen Schatz in uns nur für uns selbst beanspruchen wollen. Dieser wunderbare Schatz aus Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung ist dazu gedacht, dass wir ihn verschenken an all die Menschen, die rund um uns herum leben, unsere Lieben, unsere Partnerin/unseren Partner, unsere Kinder, unsere Enkelkinder, unsere Nachbarn, unsere Bekannten, Freunde und Verwandten.

Aber je mehr wir von unserem Schatz verschenken, desto mehr bekommen wir zurück, desto glücklicher werden wir. Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung kann man nicht verschenken, ohne dass selbst beschenkt wird.

Probiert es aus, Ihr werdet erfahren, wie glücklich Ihr werdet.
Und eines ist hundertprozentig sicher: Wer Freude, Liebe, Zuneigung, Freundschaft, Zuwendung, Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung und Ermutigung verschenkt, wird niemals einsam sein!

Ich wünsche Euch einen fröhlichen Abend voller innerer Freude und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer zufriedener Werner
Quelle: Karin Heringshausen
 

Montag, 6. August 2012

Ich habe Dreck am Stecken!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Peter Graf von Eysselsberg 
erzählen:

„Dreck am Stecken"

„Johannes wanderte gerne, vor allem mit seinem Vater, der ihm so viele Dinge in der Natur so verständlich erklären konnte.

Wieder einmal waren die beiden unterwegs, doch der Weg war voller Schlamm und Matsch, wohin sie auf traten, denn es hatte kurz zuvor stark geregnet. Nur gut, dass die beiden, bevor sie zu ihrer Wanderung aufgebrochen waren, Gummistiefel angezogen hatten.

Doch je weiter sie durch den Dreck stapften, desto mehr Lehm blieb an ihren Stiefeln haften und nach kurzer Zeit sahen die Stiefel aus wie zwei riesige Lehmklumpen.
Plötzlich blieb Johannes stehen. „Ich kann nicht mehr“, klagte er, „meine Füße sind so schwer, ich komme kaum noch vorwärts!“

„Das ist kein Wunder“, entgegnete ihm der Vater, „an deinen Stiefeln hat sich so viel Dreck angesammelt, der Dich nun beim Gehen behindert. Wir müssen unsere Stiefel immer wieder vom Schlamm befreien, damit wir besser vorwärts kommen. Sonst kommen wir nie ans Ziel.“


Das leuchtete Johannes ein und nachdem sie die Lehmklumpen an einem Bach abgespült hatten, ging es viel leichter voran.“


Ihr Lieben,

jeder von uns hat schon einmal von dem Ausdruck gehört „Der hat ja Dreck am Stecken!

Mich hat einmal interessiert, woher dieser Ausdruck kommt und unter der Internetanschrift http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/essigsessenzen/883299/
fand ich eine sehr gute Erklärung des Deutschlandfunks Kultur:

„Vor fünfhundert Jahren waren nur sehr wenige Wege befestigt. Mit Steinen gepflastert waren vielleicht einmal prächtige Auffahrten vor Palästen. Fußgänger kamen also um dreckige Schuhe nicht herum. Bevor man bei jemandem eintrat, säuberte man deshalb die Schuhe, beispielsweise mit den sehr üblichen Wanderstecken, oder man fuhr mit dem Ärmel über die Schuhe, um sie zu polieren. In beiden Fällen sahen die Schuhe dann blank aus, der Stecken und der Ärmel verrieten aber, dass hier jemand den Dreck erst hatte entfernen müssen.

Dreck wurde nun schon sehr lange mit Schuld und Sünde in Verbindung gebracht. Schließlich war er das Gegenteil der reinen (!) Unschuld. So konnten sich die Redewendungen "Dreck am Ärmel" und später "Dreck am Stecken haben" herausbilden, um Blender, Betrüger und Heuchler zu bezeichnen, die ihre schmutzige Vergangenheit verbergen wollen, die man aber noch erkennen kann. Heute dagegen bezeichnet die Redewendung ganz direkt, dass jemand eine Untat begangen hat.“

Auch wir haben, was unser Leben betrifft, an den Stiefeln unseres Lebens viel Lehm, Lehm, der uns das Fortkommen im Leben im wahrsten Sinne des Wortes erschwert und deshalb ist es immer wieder wichtig, sich Zeiten im Leben zu nehmen, in denen wir zur Ruhe kommen können und Lasten, die uns das Leben schwer machen, abzuwerfen.

Manchmal sind es Menschen, mit denen wir uns nicht (mehr) verstehen.
Dann kann es erleichternd sein, eine solche Verbindung aufzugeben, um fröhlich im Leben weiterwandern zu können.

Manchmal sind es Erinnerungen an Krankheiten, an den Verlust eines beliebten Menschen, an etwas, das man uns in Kindheit oder Jugend angetan hat und das uns heute noch belastet, die wir endlich hinter uns lassen sollten.

Jetzt gerade bei den Olympischen Spielen liegt ein Schwerpunkt auf den Laufwettbewerben der Leichtathletik.
Habt Ihr da schon einmal jemand mit einem Rucksack laufen sehen???

Ihr lacht jetzt vielleicht! Keine Läuferin, kein Läufer käme auf die Idee, zu einem Rennen mit einem wohlgefüllten Rucksack anzutreten!

Aber wir sollten nicht lachen, sondern uns ernsthaft klarmachen, dass viele von uns im Leben mit solch gefüllten Rucksack herumlaufen, einem Rucksack, der angefüllt ist mit traurigen Erinnerungen, mit unausgesprochenen Vorwürfen, mit Verletzungen, mit Entmutigungen.

Viele Menschen legen sich abends ins Bett, ganz erleichtert.
Aber kaum sind sie morgens aufgestanden, dann schnallen sie sich wieder den schweren Rucksack auf den Rücken, den sie abends neben ihr Bett gestellt haben.

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass es Euch gelingen möge, den Rucksack abends von Eurem Rücken zu nehmen und ihn am nächsten Tag stehen zu lassen. Werft ihn die Abfalltonne des Vergessens und schreitet fröhlich und erleichtert durch Euer Leben.

Ich grüße Euch herzlich aus Bremen und wünsche Euch einen fröhlichen Abend

Euer heiterer und unbeschwerter Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Sonntag, 5. August 2012

Gerüchte - Gift im menschlichen Alltag!

Quelle: Astrid Müller
"Das Gerücht ist wie Falschgeld:
Rechtschaffene Menschen würden es niemals herstellen,
aber sie geben es bedenkenlos weiter.“
Claire Boothe Luce


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch auf besonderen Wunsch hin noch einmal die Geschichte von dem Gerücht erzählen, die von einem unbekannten Autor stammt:

„Die üble Nachrede“

„Ein Nachbar hatte über Künzelmann schlecht geredet und die Gerüchte waren bis zu Künzelmann gekommen. Künzelmann stellte den Nachbarn zur Rede.

"Ich werde es bestimmt nicht wieder tun", versprach der Nachbar. "Ich nehme alles zurück, was ich über Sie erzählt habe".

Künzelmann sah den Anderen ernst an. "Ich habe keinen Grund, Ihnen nicht zu verzeihen" erwiderte er. "Jedoch verlangt jede böse Tat ihre Sühne."

"Ich bin gerne zu allem bereit." sagte der Nachbar zerknirscht.
Künzelmann erhob sich, ging ins sein Schlafzimmer und kam mit einem großen Kopfkissen zurück.

"Tragen Sie dieses Kissen in Ihr Haus, das hundert Schritte von meinem entfernt steht." sagte er. "Dann schneiden Sie ein Loch in das Kissen und kommen wieder zurück, indem Sie unterwegs immer eine Feder nach rechts, eine Feder nach links werfen. Dies ist der Sühne erster Teil."

Der Nachbar tat, wie ihm geheißen. Als er wieder vor Künzelmann stand und ihm die leere Kissenhülle überreichte, fragte er: "Und der zweite Teil meiner Buße?"
"Gehen Sie jetzt wieder den Weg zu Ihrem Haus zurück und sammeln Sie alle Federn wieder ein."

Der Nachbar stammelte verwirrt: "Ich kann doch unmöglich all die Federn wieder einsammeln! Ich streute sie wahllos aus, warf eine hierhin und eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Wie könnte ich sie alle wieder einfangen?"

Künzelmann nickte ernst:
"Das wollte ich hören! Genau so ist es mit der üblen Nachrede und den Verleumdungen. Einmal ausgestreut, laufen sie durch alle Winde, wir wissen nicht wohin. Wie kann man sie also einfach wieder zurücknehmen?"
"Das Gerücht" von Paul Weber
Ihr Lieben,
 
mein Opa sagte immer: "Wenn man einem Gerücht glaubt, dann werden aus drei harmlosen Hühnerfedern ganz schnell drei tote Hühner."

Diese kleine Geschichte ist deshalb so wichtig, weil sie unsere Verantwortung gegenüber anderen Menschen zeigt.
 
Mit Worten können wir Menschen ermutigen, durch Worte können wir aber auch Gerüchte ausstreuen, die Menschen vernichten oder zumindest entmutigen können.

Eine Untersuchung hat einmal ergeben, dass es sich bei 75% unserer Gespräche um Gespräche über andere Menschen handelt. Es gehört also zu unserem Alltag dazu, uns mit anderen Menschen über wiederum andere Menschen zu unterhalten.

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden und nichts wäre weltfremder, als sich in Zukunft aus allen Gesprächen, die andere Menschen betreffen, herauszuhalten.

Unsere Aufgabe aber sollte es sein, das, was wir gehört haben, auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen, und da wir das in den allermeisten Fällen nicht können, sollten wir zumindest vorsichtig sein, das Gehörte einfach weiterzuerzählen.

Die Gefahr des Weitererzählens besteht vor allem darin, 
dass häufig zu dem Gehörten noch etwas hinzugefügt wird.
 
Beispiel: Ein Mann, - nennen wir ihn Heinz -, ist in der Stadt unterwegs und trifft dort seine Schwester, die er herzlich umarmt und küsst. 

Jemand, der nicht weiß, dass Heinz eine Schwester hat, erzählt nun weiter, er habe Heinz mit einer schönen Frau in der Stadt gesehen. 
Der Nächste, der das nun weitererzählt, behauptet, Heinz und die Frau hätten den Eindruck erweckt, sehr verliebt zu sein.
Und der Dritte erdreistet sich, zu erzählen, er habe schon lange gewusst, dass Heinz eine Geliebte habe. 
Und der Vierte weiß aus erster Quelle, dass Heinz sich scheiden lassen will und zu seiner Geliebten ziehen will.

Wir sollten bei allem Reden über andere Menschen Zurückhaltung üben und uns befleißigen, vor allem zum Guten zu reden.  Unsere Aufgabe sollte es nicht sein, die Kette der Gerüchte zu verlängern, sondern sie zu zerbrechen.

Ich wünsche Euch eine gute neue Woche und dass über Euch nur in gutem Sinne geredet wird und grüße Euch herzlich aus Bremen
 
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen
 

Samstag, 4. August 2012

Auf Deine Blickrichtung kommt es an!


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von Katharina Seidel erzählen:

„Kein Selbstmitleid“

„Um einen kleinen Jungen herum, der an der Straßenecke stand, sprang und hüpfte ein kleiner Hund mit – sehe ich recht? – nur drei Beinen.

„Dein Hund hat ja nur drei Beine!“, entfuhr es mir.
„Das vierte“, entgegnete der Junge, „hat er bei einem Unfall verloren.“

Er ist aber sehr munter trotz dieses Schadens“, staunte ich, „wie macht er das nur?“
Er hat kein Mitleid mit sich selbst“, entgegnete der kleine Junge ein wenig altklug.“


Ihr Lieben,

Das Wort Selbstmitleid hat in Deutschen einen negativen Klang.

Ich kann das nicht so ganz verstehen.

Wenn wir einen Unfall erlitten haben, wenn wir eine schwere Krankheit durchlitten haben, wenn wir einen geliebten Menschen verloren haben, dann – so denke ich- dürfen wir auch Mitleid mit uns selbst haben, dann dürfen wir auch traurig sein, dann dürfen wir auch weinen, dann dürfen wir uns einen Auszeit nehmen, um uns mit dem Unfall, der Krankheit oder dem Verlust des geliebten Menschen auseinanderzusetzen. Selbstmitleid ist also nicht grundsätzlich etwas Schlechtes.

Es gibt aber im Deutschen einen sprachlichen Ausdruck, der uns verdeutlicht, wo die Gefahr des Selbstmitleids lauert: „Der ertrinkt ja in seinem Selbstmitleid!

Jetzt im Sommer, wenn es warm draußen ist, dann fahren viele Menschen an einen schönen See oder an ein Meer, um darin zu schwimmen. Grundsätzlich ist ein See und ein Meer etwas Wundervolles, um darin zu schwimmen. Wichtig aber ist, dass wir darauf achten, bei einem See oder Meer nicht zu weit hinauszuschwimmen, denn sonst geraten wir in Gefahr zu ertrinken.

Das ist also das Entscheidende:
Der See bzw. das Meer, die uns so viele Freude beim Schwimmen bereiten können, können für uns zur tödlichen Gefahr werden, wenn wir nicht aufpassen.

Dasselbe gilt für das Selbstmitleid:
In Zeiten der Krankheit, eines Unfalls oder eines Verlustes eines geliebten Menschen kann Selbstmitleid durchaus angebracht sein, aber wir dürfen nicht darin „baden“, denn sonst können wir im Selbstmitleid ertrinken.

Bei einem Unfall, einer Krankheit, dem Verlust eines geliebten Menschen ist es wichtig, nach einer Zeit der Trauer, nach einer Zeit des Weinens, nach einer Auszeit den Blick wieder nach vorne zu richten. 

Auch wenn uns durch eine Krankheit oder durch einen Unfall die Zukunft nicht in einem rosigen Licht erscheint oder wenn wir meinen, wir könnten nicht über den Verlust des geliebten Menschen hinwegkommen, dann sollten wir handeln wie der kleine Hund in unserer Geschichte.

Er fragt nicht nach dem Warum seine Unfalls.
Die Frage nach dem Warum ist deshalb so lähmend, weil es keine Antwort darauf gibt.
 
Der Hund in unserer Geschichte richtet den Blick nach vorne und macht sich die Möglichkeit klar, die er noch hat, nämlich auf drei Beinen zu laufen.

Oft ähneln wir auch einem dreibeinigen Hund, oft meinen wir auch, uns müde, ausgelaugt oder krank in eine Ecke legen zu müssen, aber das tut uns nicht gut.

Unser Leben lechzt nach Freude, nach Liebe, nach Zuwendung, nach Ermutigung, nach Zuversicht.
 
All das ist aber nicht zu finden, wenn wir uns auf Dauer(!) dem Selbstmitleid hingeben.
Deshalb lasst uns mutig den Blick nach vorne richten und niemals aufgeben.
 
Deshalb lasst uns dankbar in den neuen Tag gehen, dankbar für die Möglichkeiten, die wir noch haben. 

Freude, Liebe, Zuwendung, Ermutigung und Zuversicht finden wir niemals im Selbstmitleid, aber in der Begegnung mit anderen Menschen.
 
Wenn wir uns um andere Menschen kümmern, ihnen unsere Liebe schenken, in ihr Leben das Licht der Freude hineintragen, dann wird auch unser Leben wieder hell, wieder hoffnungsvoll, wieder lebenswert, wieder fröhlich.

Denn das ist das große Geheimnis des Lebens:
Wer anderen Menschen Liebe schenkt und den Blick nach vorne richtet, der vergisst das, was hinter ihm liegt, der kommt über die Nöte und Schwierigkeiten in seinem Leben hinweg und bekommt von anderen Menschen viel Liebe geschenkt.

Ich wünsche Euch allen von ganzem Herzen einen gesegneten Sonntag und grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 
Quelle: Karin Heringshausen

 

Freitag, 3. August 2012

Wenn alles nichts hilft, dann versuche es doch mit Liebe!

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von Tania Konnerth erzählen:

„Über die Faulheit“

„Die Faulheit lag mitten auf dem Marktplatz auf einer Bank.
Da kam der Sportsgeist vorbei und rief: „Hey, komm mit, wir laufen eine Runde!“
„Ach nö“, sagte die Faulheit.

Dann kam die Spielfreude vorbei und fragte: „Du, wollen wir vielleicht ein bisschen Ball spielen?“
„Ach nö“, sagte die Faulheit.

Nach einer Weile kam die Ordnung auf den Marktplatz: „Du kannst hier nicht ewig herumliegen, wir wollen den Marktplatz sauber machen. Nimm den Besen und mach Dich nützlich.“
„Ach nö“, sagte die Faulheit.

Da kam die Vernunft vorbei und ermahnte die Faulheit: „Zeit, endlich aufzustehen. Du darfst Dich nicht gehen lassen. Du bist ein schlechtes Beispiel für alle anderen und gut tut Dir das Nichtstun auch nicht. Hoch mit Dir.“
„Ach nö“, sagte die Faulheit.

Gleich danach kam die Sorge: „Faulheit, es wird bestimmt etwas Schlimmes passieren, wenn Du nicht bald aufstehst. Du wirst krank werden oder man bringt Dich weg. Steh endlich auf!“
„Ach nö“, sagte die Faulheit.

Als Letztes kam die Liebe. Sie setzte sich zur Faulheit auf die Bank und sagte nichts.
Sie saß einfach nur bei der Faulheit. Nach einer Weile nahm sie die Hand der Faulheit in die ihre.
Da wurde der Faulheit ganz warm ums Herz.
Und als dann die Liebe sagte: „Komm mit“, da folgte ihr die Faulheit.“



Ihr Lieben,

als wir jung waren, als wir Kinder waren, als wir Jugendliche wurden und auch später in unserem Leben sind uns immer wieder Menschen begegnet, die uns, verkleidet als Sportsgeist, als Spielfreude, als Ordnung, als Vernunft, als Sorge, erzählen wollten, was wir tun und lassen sollten.

Gerade unsere Eltern haben sich gerne verkleidet, um uns auf die eine oder andere Weise dazu zu bewegen, das zu tun, was sie wollten und von dem sie annahmen, dass es das Beste für uns sei.

Auch wir sind als Eltern und Großeltern immer wieder in der Gefahr, uns als Sorge, als Vernunft, als Ordnung, als Sportsgeist verkleiden zu wollen, um unseren Kindern und Enkelkindern klarzumachen, was sie tun sollten.

Aber – und das zeigt unsere heutige kleine Geschichte so eindrücklich – das ist kein Weg, der sehr viel Erfolg verspricht. Schon als wir Kinder und Jugendliche waren, hatten unsere Eltern keinen großen Erfolg damit, wenn sie versuchten, uns unter Druck zu setzen, damit wir ihren Willen erfüllten.

Jeder Mensch, vor allem ein junger Mensch, möchte seinen eigenen Weg finden, er möchte selbst entscheiden, was er tun und lassen möchte.

Nun wissen wir aber genau, dass das in der Kindheit und Jugend nicht immer möglich ist. Wenn ein junger Mensch zum Beispiel einen Bildungsabschluss erreichen möchte, dann muss er dafür auch schon eine gewisse Leistung erbringen und dann können wir Faulheit nicht dulden.

Unsere Geschichte macht uns aber deutlich, dass es nur eine  Methode gibt, wie man der Faulheit Erfolg versprechend begegnen kann: Mit Liebe!

Sorge, Ordnung, Vernunft sind oft keine guten Ratgeber,
wir sollten es lieber mit Liebe versuchen!

Liebe bedeutet, den anderen Menschen ernst zu nehmen, ihn erst einmal so zu nehmen wie er ist, ihn nicht zu kritisieren, sondern ihn zu ermutigen, ihm zur Seite zu stehen, ihm Zuwendung zu schenken und für ihn da zu sein.

Auch wenn viele Menschen das nicht glauben:
Wer den Weg der Liebe geht, erreicht viel, viel mehr als derjenige,
der den Weg der Sorge, der Vernunft und der Ordnung einschlägt.

Ich wünsche Euch ein harmonisches, liebevolles und glückliches Wochenende und grüße Euch alle ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Donnerstag, 2. August 2012

Die Liebe ist das Tor zu einem erfüllten Leben!

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte
von Peter Graf von Eysselsberg erzählen:

„Die Liebe ist das Tor zu einem erfüllten Leben“

„Ein junges Mädchen verirrte sich im Wald. Es wurde dunkel und unheimlich.
Furcht erfasste das Mädchen und ihr Herz begann schneller zu schlagen.
Verzweifelt suchte es den Weg nach Hause. Plötzlich erblickte es ein Licht mitten in dem Wald.

Aus einem Fenster leuchtete ein warmes Licht. So schnell es seine Füße trugen, lief es auf das Häuschen zu und klopfte leise an die Tür. Eine Stimme antwortete von drinnen: „Wer ist das?“

Und das Mädchen antwortete: „Ich!“
Da herrschte plötzlich großes Schweigen. Auch die Blätter des Waldes hielten in ihrem Rauschen inne. Nur von innen aus dem Haus war ein leises Weinen zu hören.

Das Mädchen kauerte sich vor die Tür. Es dachte nach über das Wort, das es gesagt hatte und das zum Schweigen und Weinen geführt hatte: ICH.

Und ganz langsam wuchs in ihm die tiefe Erkenntnis, dass sich der Mensch verwandeln muss, wenn er in das Haus der Geborgenheit und Liebe, der Wärme und Freude Einlass finden will.

Und nachdem es die halbe Nacht darüber nachgedacht hatte, ging es noch einmal zu der Tür und klopfte an. Wieder fragte eine Stimme: „Wer ist da?“ Und nun antwortete das Mädchen: „Du!“

Da öffnete sich die Tür des Häuschens ganz weit und das Mädchen durfte eintreten in die warme helle bergende, schützende Stube voller Liebe und Leben.“

 Ihr Lieben,

unsere heutige kleine Geschichte verdeutlicht auf unnachahmliche Weise, worauf es ankommt, wenn wir ein erfülltes Leben führen wollen, das von Geborgenheit, Zuwendung, Liebe, Wärme, Freude, Zuversicht und Hoffnung erfüllt ist:

Die Tür zum Haus der Liebe, der Freude, der Geborgenheit öffnet sich uns nur dann, wenn wir begreifen, dass der Schlüssel zu einem glücklichen Leben in dem kleinen Wort DU liegt.

Wir alle erleben das regelmäßig in unserem Alltag, dass uns Menschen „den letzten Nerv rauben“, die ständig das Wort ICH im Munde führen. Das sind Menschen, die ständig nur um sich selbst kreisen, die immer nur von ihren eigenen Problemen, Krankheiten und Nöten sprechen. Die neben ihrer eigenen Meinung keine andere Meinung dulden.

Wenn wir glücklich werden wollen, wenn wir Liebe und Zuwendung, Geborgenheit und Freude erleben wollen, dann müssen wir begreifen, dass der Weg nicht über das ICH führt, sondern über das DU.

Glückliche Menschen sagen nicht: „Hauptsache mir geht es gut!“
Glückliche Menschen sagen: „Wie geht es Dir? Was kann ich für Dich tun?“
Glückliche Menschen sehen in dem anderen Menschen eine liebenswertes Geschöpf und begreifen, dass geteilte Freude doppelte Freude ist.

Anderen Menschen eine kleine Freude zu machen, das ist ganz leicht.
Heute habe ich einer alten Dame aus meiner Straße, die ich bisher noch nicht kannte, die Einkaufstaschen nach Hause getragen. Als sie sich bedankte, sagte ich zu ihr, dass sie sich jederzeit an mich wenden könne, ich sei wirklich und von Herzen bereit, ihr zu helfen.

Daraufhin weinte die alte Dame und meinte, so freundlich sei seit Langem keiner mehr zu ihr gewesen! In was für einer armen Welt leben wir eigentlich, das wir mit so wenig so viel Freude machen können???

www.joseph-heckler-schule.de

Die Pfadfinder hatten früher – ob das heute auch noch so ist,
weiß ich nicht – einen guten Vorsatz:
„Jeder gute Pfadfinder sollte jeden Tag eine gute Tat tun!“

Dieser Vorsatz der Pfadfinder wurde oft belächelt und durch Witze lächerlich gemacht.
So wurde über den Pfadfinder gelästert, der, nur um seine gute Tat zu tun, einer alten Frau über die Straße hilft, obwohl die sich dagegen mit Händen und Füßen wehrt!

Aber wenn wir wirklich einmal in Ruhe darüber nachdenken, so wie es das Mädchen in unserer Geschichte getan hat, dann werden wir erkennen, dass das eigentlich doch etwas Wunderbares ist, jeden Tag etwas Gutes zu tun!

Ich habe mir inzwischen dazu etwas überlegt:
Morgens früh, wenn ich aufwache, dann überlege ich mir:
„Wem kann ich heute eine kleine Freude bereiten?“

Und wenn ich dann über diese Frage nachdenke, dann fallen mir verschiedene Menschen ein und dann kommen mir die ersten Ideen und indem ich mich mit dem DU beschäftige, merke ich, wie fröhlich
ich werde und dass ich voller Freude in den Tag starten kann!

Ich wünsche Euch eine ruhige Nacht und morgen einen fröhlichen Tag

Euer heiterer Werner aus Bremen 

Quelle: Karin Heringshausen
 

Mittwoch, 1. August 2012

Was uns Grille und Maulwurf zu sagen haben

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von Janosch erzählen:

„Die Geschichte von der Grille und dem Maulwurf“

„Eine Grille hatte den ganzen Sommer über nichts anderes getan, als auf ihrer Geige gefiedelt, weil ihr das so gut gefiel. Und als dann der Winter kam, hatte sie nichts zu essen, denn sie hatte das Feld nicht bestellt, also auch keine Ernte. Sie hatte keine Vorräte gesammelt. Hatte auch kein Winterhaus gebaut, mit Ofen.
Da ging sie zum Hirschkäfer. Der Hirschkäfer war der Oberförster vom Mossgestrüpp.
Ein Oberförster muss zu den anderen Tieren gut sein und ihnen in der Not helfen.
„Könnte ich bei Ihnen vorübergehend wohnen?“, fragte die Grille, „nur für einen Winter, denn ich habe vergessen…“

„Oh, vergessen“, giftete der Hirschkäfer, „vergessen! Ja, ja, das kennen wir.
Erst den ganzen Sommer nutzlos rumfiedeln und dann auf anderer Leute Kosten leben. Nein, nein, Mariechen, das geht nicht!“

Da ging die Grille mit ihrer kleinen Geige weiter und kam zu der Maus.
Die Maus wohnte in einer verbeulten Gießkanne. Die Maus hatte so viele Vorräte für den Winter gesammelt, dass diese für drei Winter gereicht hätten. Und zwar für zwei Personen.

„Nur vorübergehend!“, sagte die Grille, „für einen Winter nur, wenn Sie gestatten würden. Ich habe nämlich vergessen…“
„Oh, vergessen“ sagte die Maus, „vergessen! Ja, ja, das kennt man. Den ganzen Sommer lang herumfiedeln und nicht arbeiten und dann auf anderer Leute Kosten leben wollen. Nein, nein, Mariechen, da wird leider nichts draus.“

Da ging die Grille mit ihrer kleinen Geige weiter und kam zum alten Maulwurf, der in einer Kellerwohnung wohnte. Mit Ofen.

„Oh, Besuch“, rief der alte Maulwurf. „Kommen Sie doch bitte mal näher. Kann nämlich nicht gut sehen, bin etwas kurzsichtig auf den Augen, weil ich fast blind bin. Kommt von der Dunkelheit unter der Erde, wo ich arbeite. Macht aber nix.“
Als er die Grille erkannte, freute er sich, denn er hatte im Sommer oft ihrem Gefiedel gelauscht.
 
Wer schlecht sieht, der hört gern zu, wenn einer Musik spielt. „Spiel doch mal was auf der Geige, Du!“, sagte der Maulwurf.
Und die Grille fiedelte und geigte und der Ofen bollerte.
Im Topf roch die Suppe und so verging ihnen der Winter wie ein Tag.
Es war ein schöner Winter für die beiden, wohl der schönste ihres Lebens.


Ihr Lieben,

in unserer heutigen Gesellschaft gilt vor allem das, was einer zu leisten imstande ist.
So ist das auch in unserer kleinen Geschichte. Der Hirschkäfer und die Maus sind sehr fleißig und sie halten sich selbst für ganz wertvolle Stützen der tierischen Gesellschaft.

Von daher ist in ihrem Denken kein Platz für eine Grille, die auf einer Geige spielt, denn auf einer Geige zu spielen, ist in ihren Augen reine Zeitverschwendung, weil es nicht produktiv ist.
 
Wenn man wie die Maus und wie der Hirschkäfer Vorräte sammelt, dann kann man am Ende genau feststellen, was man besitzt. Und das gilt in ihren Augen als wertvoll.
In ihren Augen sind die Maus und der Hirschkäfer etwas Besseres, die Grille ist für sie nur ein Schmarotzer, ein Versager.

Eine ganz andere Einstellung hat der alte Maulwurf. Er weiß um seine eigenen Schwächen und Fehler und kann deshalb auch mit anderen Wesen gnädiger umgehen. Er ist zwar auch sehr fleißig und sorgt durch seine Bauten unter der Erde für den Winter vor, aber er kennt ein tiefes Geheimnis.

Der Maulwurf weiß,  dass das Arbeiten nicht alles ist im Leben und dass Vergnügen, Freude, gemeinsames Feiern auch zu einem glücklichen Leben dazugehören. 

Auch weiß er, dass derjenige besonders glücklich wird, der begreift, das geteilte Freude doppelte Freude ist, und dass derjenige, der mit anderen teilt, auch sich selbst beschenkt, nämlich mit Freude und Zufriedenheit.

Deshalb Ihr Lieben, nehmt Eure Arbeit, Euer tägliches Gefordert-Sein ernst, aber nehmt es nicht zu ernst, denn eines ist gewiss: 

Wir brauchen auch Zeiten, in denen wir entspannen können, in denen wir die Gemeinschaft mit anderen Menschen genießen sollten, in denen wir uns freuen können, in denen wir ohne jeden Leistungszwang das tun können, was uns gefällt und unseren Bedürfnissen entspricht – und sei es das Herumfiedeln auf einer Geige!

Ich wünsche Euch einen fiedelen, fröhlichen Abend und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer heiterer Werner