3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Montag, 29. August 2011

Jedes negative Wort, jede Abwertung hinterlässt ein Loch in der Seele unserer Kinder und Enkelkinder


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

„Ein Beutel voller Nägel“

„Einst lebte ein Junge mit einem schwierigen Charakter.
Sein Vater gab ihm einen Beutel voll mit Nägeln und bat ihn, jedes Mal dann einen Nagel in den Gartenzaun zu schlagen, wenn er seine Geduld verliert und/oder mit jemandem in Streit geraten ist.
Am ersten Tag schlug der Junge 37 Nägel in den Gartenzaun. In den folgenden Wochen lernte der Junge, sich zu beherrschen und die Zahl der Nägel, die er in den Zaun schlug, wurde immer weniger. Der Junge merkte, dass es einfacher ist, sich zu beherrschen, als Nägel in den Zaun zu hämmern.
Schließlich kam der Tag, an dem der Junge keinen Nagel in den Gartenzaun schlug. Er ging zu seinem Vater und erklärte ihm, dass er heute keinen Nagel in den Gartenzaun geschlagen habe. Da sagte sein Vater zu ihm, er solle jeden Tag wieder einen Nagel aus dem Zaun entfernen, an dem er sein Temperament erfolgreich unter Kontrolle halten kann.
Viele Tage vergingen, bis der Junge seinem Vater erzählen konnte, dass er alle Nägel aus dem Zaun gezogen habe. Der Vater ging mit seinen Sohn zu dem Zaun und erklärte ihm: „Mein Sohn, Du hast Dich in letzter Zeit gut benommen, aber schau, wie viele Löcher, Du in dem Zaun hinterlassen hast.“
Es wird nie mehr das Gleiche sein.

Jedes Mal, wenn Du Streit mit jemandem hast und ihn beleidigst, bleiben Wunden wie diese Löcher im Zaun.

Immer dann, wenn Du jemanden mit einem Messer stichst und es wieder herausziehst, bleibt jedes Mal eine Wunde. Ganz egal, wie oft Du Dich entschuldigst, die Wunde wird bleiben.
Eine Wunde, die Du durch Worte erzeugst, tut genauso weh, wie eine körperliche Wunde. Manchmal sind diese Wunden sogar noch schlimmer als körperliche Wunden.“


Ihr Lieben,

Über die Erziehungsmethode des Vaters ließe sich trefflich streiten, ich bin da bei meinen eigenen Jungs anders, vor allem liebevoller vorgegangen.

Aber mir geht es heute bei dieser Geschichte auch weniger um den Jungen, sondern darum, dass diese Geschichte sehr deutlich macht, was wir mit Worten anrichten können.


Jedes negative Wort, jede Abwertung („Du machst immer alles falsch“, „Du bist zu gar nichts zu gebrauchen“), die wir gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern äußern, hinterlässt ein Loch in der Seele und im Selbstbewusstsein unserer Kinder und Enkelkinder.


Mit jeder negativen Äußerung, mit jeder Abwertung treiben wir einen Nagel in die Seele und das Selbstbewusstsein unserer Kinder und Enkelkinder.


Jedes gute Wort, jede Ermunterung aber wirkt wie eine Salbe auf der Seele und dem Selbstbewusstsein unserer Kinder und Enkelkinder.


Jedes gute Wort und jede Ermutigung macht unsere Kinder und Enkelkinder stärker und selbstbewusster und das sollte doch unser aller Ziel sein und das schützt unsere Kinder und Enkelkinder auch vor sexuellem Missbrauch, weil sie so stark genug werden, sich wehren zu können und Nein sagen zu können, wenn jemand etwas mit ihnen machen möchte, das sie nicht wollen.


Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen fröhlichen Nachmittag zusammen mit Euren Kindern und Enkelkindern und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

Sonntag, 28. August 2011

Lass nicht zu, dass Angst Dein Leben zerstört!



Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute eine Geschichte des Psychologen Peter Lauster erzählen:

"Auf einem Güterbahnhof wurde ein Bahnarbeiter versehentlich in einen Kühlwagen eingeschlossen. Der Arbeiter wusste, dass er sich in einem Kühlwagen befand, und glaubte, dass er erfrieren müsse, wenn er nicht schnell aus seiner Lage befreit würde. Erst nach etwa zwanzig Stunden wurde der Wagen wieder geöffnet. Der Arbeiter war bereits tot und die Ärzte diagnostizierten eindeutige Symptome des Erfrierens.

Man stellte jedoch auch fest, dass das Kühlsystem aufgrund eines technischen Defekts gar nicht eingeschaltet war...

Fazit: Der Arbeiter war - mit den äußeren Merkmalen des Erfrierungstodes - gestorben, weil er fest geglaubt hatte, dass er in dem Kühlwagen nicht überleben könne. - Dies ist ein Beweis dafür, dass ein pessimistischer Glaube im Extremfall sogar zum Tode führen kann."


Ihr Lieben,


welche eine traurige wahre Geschichte!

Sie verdeutlicht uns auf sehr dramatische und drastische Weise, wohin es führen kann, wenn wir Angst haben. Dabei ist es nachgewiesen, dass die meisten Sorgen, die wir uns machen, dass die meisten Ängste, die wir hinsichtlich der Zukunft haben, niemals eintreffen. Wir sorgen uns in einem solchen Fall ganz umsonst.

Sich mit der eigenen Angst auseinanderzusetzen, ist deshalb so wichtig, weil die Angst uns das Leben verderben kann, sie kann es verdunkeln und kann uns einen großen Teil unserer Lebensqualität nehmen.

Das beste Mittel, mit der Angst umzugehen, das schrieb ich vor ein paar Tagen, ist:

1. Sich der Angst zu stellen und mithilfe von Menschen, die dafür ausgebildet sind,     daran zu arbeiten, die Angst zu überwinden.

2. Täglich mehrfach lachen und fröhlich sein und sich einem Kreis fröhlicher Menschen anschließen, denn nichts fürchtet die Angst mehr als die Helligkeit und die Freude, deshalb sollten wir die Freunde der Angst, die Dunkelheit und Traurigkeit, aus unserem Leben verbannen.

3. Jedes Mal, wenn uns Gedanken der Angst packen und uns beeinflussen wollen, sollten wir bewusst unseren Verstand einschalten und zu uns selbst sagen:
"Ich will den Gedanken der Angst nicht nachhängen, sie bringen mich nicht vorwärts, ich will mich stattdessen mit frohen Gedanken beschäftigen, indem ich z.B. ein frohmachendes Buch lese."

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen fröhlichen Sonntagnachmittag und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt


Bevor wir handeln, sollten wir erst einmal nachdenken, das erleichtert vieles!


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch ein Wort von Konfuzius erzählen:

"Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist der Edelste.
Zweitens durch Nachahmen, das ist der Leichteste.
Und drittens durch Erfahrung, das ist der Bitterste."

Ihr Lieben,

früher habe ich viele Fehler begangen, nicht weil das, was ich tat, falsch war, sondern weil ich den falschen Weg einschlug.

Niemand von uns, der mit dem Auto z.B. eine Reise nach Stockholm in Schweden planen würde, würde einfach ins Auto steigen und losfahren nach dem Motto:

Ich werde schon irgendwie ankommen.

Wer so handelt würde, würde wahrscheinlich auch schöne Orte sehen, aber niemals in Stockholm ankommen.
Auch kann es einem, der so handelt, im Extremfall passieren, dass er immer in einem großen Kreis rund um seinen eigenen Wohnort fährt.

Das wäre dann der bittere Weg der Erfahrung.

Wer dagegen zielstrebig ans Ziel kommen möchte, plant die Reise vorher mithilfe einer Straßenkarte, der legt fest, wie viel Kilometer er täglich fahren möchte, wo er übernachten möchte, um ausgeruht am Ziel anzukommen.

Wer ein Ziel erreichen, einen Traum verwirklichen möchte, sollte auch so vorgehen, wie er das auch bei einer solchen Reise tun würde.

Ein Plan, der realistische kleine Zwischenziele enthält, teilt den Weg zu unserem Ziel, zur Verwirklichung unseres Traumes in kleine überschaubare Schritte auf.

Das führt dazu, dass wir auf unserem Weg nicht entmutigt werden und dass wir selbst dann, wenn wir einmal ein paar Schritte in die falsche Richtung gegangen sind, diese ohne Probleme in die richtige Richtung lenken können.

Oft hilft es auch bei der Verwirklichung eines Ziels, wenn wir Menschen um Rat fragen, die das gleiche Ziel bereits erreicht haben. Wir können viel aus den Erfahrungen anderer Menschen lernen, ich tue das jeden Tag.

Der kluge Weg zum Ziel lautet also:

Erst nachdenken und einen Plan machen, von den Erfahrungen anderer Menschen profitieren und dann handeln, indem wir Schritt für Schritt auf unserem Weg voranschreiten.

Ich wünsche Euch einen fröhlichen Nachmittag und grüße Euch ganz herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner vom Weserstrand 



Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt




Samstag, 27. August 2011

Sei Du der Engel für andere Menschen, den Du Dir selbst wünschst!

„Sei Du der Engel für andere Menschen, den Du Dir selbst wünschst!“
Alexander Rykow


Ihr Lieben,
ich möchte Euch heute eine Geschichte von Pia Klemm erzählen:

„Ein einsamer Mensch in dieser kalten Welt“

Es war einmal ein Engel, der oben im Himmel seinen Platz hatte. Eines Tages rief der himmlische Vater ihn zu sich und sprach: "Auf der Erde wird es immer kälter und die Menschen denken nur noch an sich, das Licht wird immer schwächer. Darum werde ich Dich auf die Erde schicken und Du wirst den Menschen zeigen, wie sehr ich sie lieb habe. Du wirst Ihnen zeigen, wie schön es ist, wenn Liebe untereinander herrscht."
Eine schwere Aufgabe, die da auf den Engel wartete, und so geschah es, wie der himmlische Vater es beschlossen hatte. Der Engel wurde in die Menschenwelt geboren und spürte schon vom ersten Augenblick an, wie kalt es in dieser Welt war.

Der Engel wuchs heran und musste viele schwere Stunden erleiden, die dazu dienen sollten, einmal seine Aufgabe, die er hatte, wahrzunehmen. Und je älter der Engel wurde, um so mehr spürte er die Einsamkeit. Von Liebe unter den Menschen war nicht viel zu sehen. Oft wollte der Engel aufgeben und wieder zurück zu dem Ort, wo es nur Frieden und Liebe gibt. Doch er wusste, dass seine Aufgabe auf der Erde noch nicht zu Ende war.
So versuchte der Engel, den Menschen die Liebe zu bringen, ein Licht zu sein in dieser Dunkelheit. Er kümmerte sich um die verstoßenen und verachteten Menschen, die keiner mehr will. Er brachte ihnen ein bisschen Wärme und Geborgenheit.
Die Menschen konnten aber nicht verstehen, wie wichtig das Wort Liebe war und so weinte der Engel manche Träne darüber.
Doch eines Tages wusste er, dass die Zeit kommen wird, wo er mit vielen anderen Menschen wieder an einem wunderbaren Ort sein darf, den man sich gar nicht vorstellen kann. Auch wenn er einsam warin dieser Welt, gab ihm dieser Gedanke den Mut und die Hoffnung, seine Fackel weiterzutragen, bis die Liebe auch das letzte erkaltete Herz erreicht hatte.


Ihr Lieben,

„Ich kann das Gejammer über diese lieblose Welt nicht mehr hören“, sagte vor fast 50 Jahren mein Jugendfreund Hans-Christoph zu mir, „noch niemals ist es in dieser Welt dadurch wärmer und heller geworden, dass jemand über die Kälte und die Dunkelheit in dieser Welt gejammert hat. Die einzige Möglichkeit, diese Welt heller und wärmer zu machen, besteht darin, ein Feuer der Liebe anzuzünden und die Fackel der Hoffnung in diese Welt hineinzutragen.“

Ich bin auch heute noch tief berührt über seine Worte, denn er war damals immerhin erst 14 Jahre alt. Aber ich kann ihm nur zustimmen.

Zwei Grunderkenntnisse können wir aus dieser kleinen Geschichte mitnehmen und aus dem, was mein Jugendfreund sagte:

Durch Gejammer wird diese Welt nicht heller und wärmer.
Die kleinste Tat der Liebe, das kleine Licht der Hoffnung aber macht diese Welt heller und wärmer.

Ich wünschte mir, dass wir eine Lichterkette bilden könnten, um gemeinsam diese Welt durch Hoffnung zu erhellen, um gemeinsam die Botschaft der Liebe in diese Welt hineinzutragen.


Ich wünsche Euch ein zuversichtliches und glückliches Wochenende und grüße Euch herzlich aus Bremen


Euer fröhlicher Werner 

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt

 

Die Liebe ist das Einzige, was wirklich zählt in dieser Welt!


Ihr Lieben,
bekam gestern eine E-Mail, in der eine liebe Blogleserin schrieb, dass sie sehr gerne meine Geschichten lesen würde, dass ich mich aber leider ab und zu wiederholen würde.

Dazu möchte ich Folgendes entgegnen:

Seit etwas über einem Jahr erzähle ich nun auf dem ESELSKIND-Blog meine Geschichten und insgesamt sind auf diesem Blog 1663 Einträge zu finden, davon rund 1.500 (!) Geschichten.
Bitte verzeiht, dass es dabei ab und zu einmal auch zu Wiederholungen kommt, das lässt sich gar nicht vermeiden. Zumindest ist das, was ich persönlich noch zu den Geschichten dazuschreibe, immer wieder neu.

Heute möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:


„Das goldene Verpackungspapier!"


„Vor einiger Zeit hat ein Mann seine 5 Jahre alte Tochter für das Vergeuden einer Rolle kostspieligen Goldverpackungspapiers bestraft.

Das Geld war knapp und er wurde wütend, als das Kind das gesamte Goldpapier verbraucht hatte, um eine Schachtel zu verzieren, um sie unter den Weihnachtsbaum zu legen.

Trotzdem brachte das kleine Mädchen am folgenden Morgen die Geschenkschachtel zu ihrem Vater und sagte: Das ist für dich - Papa -.


Der Vater war verlegen, weil er am Vortag so überreagiert hatte. Er öffnete die Geschenkschachtel und wurde wieder sehr zornig, als er sah, dass diese leer war.


Wütend sagte er zu ihr: Weißt du nicht, junge Dame, dass, wenn man jemand ein Geschenk gibt, dass auch etwas in der Verpackung sein sollte?


Das kleine Mädchen betrachtete ihn mit Tränen in den Augen und sagte: „Papa, die Schachtel ist nicht leer, ich hab so viele Bussis hineingegeben, bis sie ganz voll war.“ 

 
Der Vater war ganz zerknirscht. Er fiel auf seine Knie und legte seine Arme um sein kleines Mädchen und bat sie, ihm seinen unnötigen Zorn zu verzeihen.


Nur kurze Zeit später starb das kleine Mädchen bei einem Unfall. Nach dem Tod seines kleinen Mädchens behielt der Vater sein ganzes Leben lang die Goldschachtel neben seinem Bett. Immer wenn er durch schwierige Probleme entmutigt wurde, öffnete er die Goldschachtel und stellte sich vor, einen Kuss seines kleinen Mädchens herausnehmen zu können, und erinnerte ich dabei an die Liebe des Kindes, die sie dort hineingegeben hatte.


Jeder von uns hat so eine goldene Schachtel, die gefüllt ist mit der unbedingten Liebe und den Küssen unserer Kinder, Eltern, unserer Familie und Freunde. Das ist der kostbarste Besitz, den man haben kann.“



Ihr Lieben,


Ich besitze etwas Ähnliches wie die goldene Schachtel.

Es ist schon etliche Jahre her und lag damals einige Tag krank im Bett. 

Als ich morgens an den Frühstückstisch kam, hatte mein damals 14-jähriger Sohn Christian schon das Haus verlassen, um zur Schule zu gehen. Auf meinen Frühstücksteller hatte er eine kleine Karte gelegt, die ihr hier sehen könnt und die ich wie einen Schatz hüte.
Ihr Lieben,

lasst uns die Liebe, die Zuwendung und die Freude, die wir durch unsere Kinder und Enkelkinder, unsere Partnerin, unseren Partner, unsere Familie und Freunde bekommen, als das Wertvollste betrachten, was wir im Leben besitzen können.

Die Liebe und die Freude sind das Wertvollste in unserem Leben.


Ich wünsche Euch allen ganz viele solche goldenen Schachteln und dass Ihr immer wieder Euch daran erfreuen könnt.


Ich wünsche Euch einen liebevollen fröhlichen Nachmittag und grüße Euch herzlich aus Bremen


Euer glücklicher Werner 


Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt.

 

Freitag, 26. August 2011

Hast Du schon gehört? – Wie ein böses Wort die Welt verändern kann!


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:

„Hast Du schon gehört? – Wie ein böses Wort die Welt verändern kann!“


„Ein unbedachtes Wort rutschte einer Zunge heraus und fand den Weg ins falsche Ohr.
  Es rutschte weiter und gelangte ins Herz. Im Herzen jedoch war kein Platz für das Wort. Man stieß es empört hinaus. Das Wort ärgerte sich und wurde  böse. Es machte sich auf dem Weg hinaus. Seine Wanderung führte zur Zunge.

Diese schickte es weiter zum Mund, der dem Wort wiederum das Ohr eines anderen Menschen empfahl. Dort angelangt, wies ihm das Ohr den Weg zum Herzen. Das Herz hatte noch ein Plätzchen frei und so machte sich das böse Wort im Stübchen des Herzens bequem.


Mit der Zeit wollten die Mitbewohner nicht mehr mit dem bösen Wort zusammenleben, denn es machte ihnen das Leben schwer. Das Herz jedoch hatte das Wort liebgewonnen und so mussten die Liebe, Dankbarkeit und die Freude ausziehen.


Das böse Wort hatte nun den ganzen Raum für sich. Doch die Einsamkeit machte dem bösen Wort schwer zu schaffen. Als der Hass, die Zwietracht und die Lüge auf ihrer Wanderschaft auch am Herzen des bösen Wortes vorbeikamen, lud das böse Wort die Gäste zum Verweilen an.


Es gefiel ihnen sehr, deswegen blieben sie. Die Zwietracht holte sogar ihre Kinder Neid und Eifersucht herbei. Nicht lange darauf heiratete das böse Wort die Lüge und sie gebar ihm ein Kind. Die Hinterlist. Auch Zwietracht erwartete ein weiteres Kind.

Sie nannte es böse Tat. Als böse Tat älter wurde, freundete sie sich mit der Hand und der Hinterlist an.

Hinterlist wiederum hatte den Verstand zum Freund.
Als die Lüge nun berichtete, dass die andere Zunge, die das unbedachte Wort fallengelassen hatte, sich über das Herz lustig gemacht hätte, wurden alle sehr empört.
Böses Wort, Lüge, Hass, Zwietracht und auch ihre Kinder berieten sich.

Man war sich einig, der Zunge und seinen Freunden eine Lektion zu verpassen.

Böses Wort erklärte sich bereit, seinen Freund, der ebenfalls eine Zunge war, um einen Gefallen zu bitten, die Lüge sollte ihn dabei unterstützen.

Die Hinterlist bat den Verstand um Hilfe und die böse Tat rief ihre Freundin, die Hand, zur Hilfe. Hass, Zwietracht, Neid und Eifersucht sollten die anderen mit Verpflegung, Informationen und Hilfestellung in diesem Kampf unterstützen.
Nun konnte der Kampf beginnen.“


Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte hat eigentlich ein unbefriedigendes Ende, man erfährt nicht genau, was nun geschehen wird. Aber darum geht es in dieser kleinen Geschichte auch nicht.

Es geht in dieser kleinen Geschichte darum, zu erkennen, was ein unbedachtes Wort auslösen kann, wie ein böses Wort alles vergiften kann und dass ein böses Wort ganz viele Verwandte hat, angefangen über die Lüge, die Hinterlist, die Zwietracht, die Eifersucht und so weiter.

Diese kleine Geschichte möchte uns ermahnen, mit unseren Worten sorgsam umzugehen.
Denn Worte können sehr viel Leid anrichten. Unsere Sprache hat das sehr gut erkannt.
Wenn ein Mensch durch Gespräche schlecht gemacht wird, redet die Sprache von „Rufmord“.
An diesem Wort erkennt man, dass es sich bei einem bösen Wort nicht um eine Lappalie handelt, sondern um etwas sehr Ernsthaftes.

Deshalb sollten wir uns immer erst einmal selbst prüfen, wenn wir über jemand etwas Schlechtes erzählen wollen, nämlich dahingehend, ob das Erzählen wirklich hilfreich ist.


Wer die Welt verändern möchte, sollte aufhören, über andere Menschen schlecht zu reden, sondern der sollte diese Welt heller machen und mehr Licht in diese Welt hineintragen, indem er auch seine Worte zur Hilfe nimmt.


Worte der Liebe, Worte der Freude, Worte der Zuversicht, der Hoffnung und des Mutes, Worte der Vergebung – all diese Worte sind so unendlich viel wichtiger als böse Worte und tragen zur Heilung der Welt bei.



Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen fröhlichen erfrischenden Nachmittag und grüße Euch alle ganz herzlich aus Bremen
Euer gerade im Garten sitzender und einen frischen Salat essender Werner



Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt