3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Freitag, 27. Januar 2012

Sei offen für die Welt und die Menschen!


"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute.

Seht Euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.“
Georges Bernard Shaw


Ihr Lieben,


heute Abend möchte ich Euch die kleine Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:


"Der Unterschied"

„Ein Mann kam zu einer weisen alten Frau und wollte wissen, woran es wohl liege, dass die Armen oft so aufgeschlossen und hilfsbereit sind, die Reichen dagegen fast nie.

Da forderte die weise Frau den Mann auf, aus dem Fenster zu schauen und zu beschreiben, was er dort sieht.

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 "Also, ich sehe Wolken, eine Frau mit Hund, ein Auto fährt vorbei..."

Dann bat die weise Frau den Mann, ins Zimmer zu kommen und in den dortigen Spiegel zu schauen.

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 "Und was siehst du hier?"

"Mich"

"Da hast du die Antwort auf Deine Frage.
Das Fenster und der Spiegel - beides besteht auf Glas. Aber sobald nur ein bisschen Silber dahinter ist, siehst Du nur noch Dich selbst."


Ihr Lieben,


ich wünsche Euch, dass Ihr den Blick für diese Welt behaltet, dass Ihr auch die wahrnehmt, die in Eurer Umgebung Hilfe und Unterstützung benötigen.

Dabei geht es in ganz vielen Fällen gar nicht um Geld:
Ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine Aufmunterung, eine Ermutigung, eine mitfühlende Nachfrage - all das kann so hilfreich im Alltag sein.

Ich wünsche Euch heute ein gutes Wochenende, viel Kraft für Eure Aufgaben, viel Geduld mit Eurer Umgebung und ganz viel Fröhlichkeit in Euer Herz.

Euer fröhlicher Werner


Quelle: Karin Heringshausen
 

Wenn Du Hilfe brauchst, dann sag es doch!


Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:


„Der Schiffsbrüchige“

„Es war einmal ein Mann, der als einziger ein Schiffsunglück überlebte.

Er wurde von den Wellen an den Strand einer einsamen und unbewohnten Insel gespült.

Immer wieder hielt er Ausschau nach einem Schiff am Horizont. Da aber kein Schiff auftauchte, baute er für sich und seine wenigen Habseligkeiten eine kleine Hütte aus Holz.


Er fand an den Bäumen und Sträuchern essbare Früchte und eine kleine Quelle in der Nähe, aus der er frisches Wasser bekam.


Eines Tages kam er von einer seiner Rundwanderungen um die Insel zurück und sah schon von Weitem, dass seine Hütte in Flammen stand.


Er erschrak, denn er glaubte, er habe nun alles verloren.

Vollkommen am Boden zerstört, gab er sich seiner Verzweiflung und seinem Ärger hin.
Doch nach kurzer Zeit hörte er ein Geräusch. Es klang wie ein Motor. Er hob den Kopf, wischte sich seine Tränen aus den Augen und schaute sich um. Da kam ein Boot zur Insel!
Der Mann sprang am Strand auf und ab und winkte.
Und wirklich - das Boot kam tatsächlich direkt auf ihn zu.

Voller Freude begrüßte er die Männer: "Woher wusstet Ihr, dass ich hier bin?"

"Wir habe Ihr Rauchsignal gesehen," antwortete einer seiner Retter.“

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Ihr Lieben,

am heutigen Morgen habe ich einige Einkäufe getätigt, unter anderem habe ich auf unserem kleinen Wochenmarkt bei mir in der Nähe eingekauft. Auf dem Rückweg kam ich an einer alten Dame vorbei, die auf dem Weg zum in der Nähe liegenden Altenheim sehr unter der Last ihrer Einkäufe stöhnte.

Da sie nicht sehr gut zu Fuß war, stieg ich von meinem Fahrrad, lud ihre Einkäufe in meinen großen Fahrradkorb, hakte die alte Dame unter und begleitete sie bis zu ihrem Zimmer in dem schönen neuen Altenheim.

Ich erzähle das hier, weil mich das Gespräch
mit der alten Dame etwas traurig gemacht hat.


Ich fragte sie, ob die denn niemanden habe, der ihr bei den Einkäufen helfen könne, keine Verwandten, keine Kinder, keine Enkelkinder´, keine Helfer in dem Altenheim.


Sie antwortete mir, dass sie sogar mehrere Kinder hätte, die in Bremen wohnen, auch Enkelkinder, und dass es auch in genügender Zahl Helfer in dem Altenheim geben würde.

Aber dann fügte sie hinzu: Ich habe genügend Menschen, die mir helfen könnten, aber obwohl sie wissen, wie alt ich und gebrechlich ich bin, kommt keiner von ihnen auf die Idee, mir zu helfen. Es ist eine Schande! Diese jungen Menschen machen sich gar nicht klar, dass ein alter Mensch wie ich ab und zu Hilfe braucht. Ich bin tief enttäuscht über meine Kinder und meine Enkelkinder und auch von der Hilfe im Altersheim hatte ich mir mehr versprochen.

Als ich die alte Dame dann fragte, warum sie ihre eigenen Kinder und Enkelkinder nicht um Hilfe bittet, antwortete sie: „Wenn die nicht selber sehen, dass ich Hilfe brauche, dann verzichte ich darauf. Ich bin zu stolz, um sie um Hilfe zu bitten!“



Ihr Lieben,


dem Schiffsbrüchigen kam das Schicksal oder Gott zur Hilfe,
je nachdem, wie man das sieht.


Sein Fehler war, dass er nicht von sich aus auf seine Lage aufmerksam gemacht hat.

Ich verstehe die alte Dame, die ich heute getroffen habe, nicht.

Ich bin zwar erst 63 Jahre alt, aber ich habe z.B. bei meinem Garten erkannt, dass ich die Arbeit in ihm neben meiner beruflichen Arbeit nicht mehr allein bewältigen kann.

Inzwischen hilft mir ein 15-jähriger junger Mann aus der Nachbarschaft, der sehr fleißig ist und ganz wundervoll mit meinen Pflanzen umgeht. Aber von allein wäre er nicht gekommen, ich habe ihn gebeten!


Wenn wir Hilfe brauchen, sollten wir unseren falschen Stolz beiseiteschieben
und um Hilfe bitten.


Warum fragen wir denn nicht gerne um Hilfe?


Das hat zum einen damit zu tun, dass wir oft glauben, dass wir, wenn wir jemand um Hilfe bitten, für jemanden gehalten werden, der sein Leben nicht allein bewältigen kann, und davor haben wir Angst.

Aber ich bin der Meinung, dass eher derjenige, der nicht um Hilfe bittet, zeigt, dass er sein Leben nicht bewältigen kann, denn zum Leben gehört fundamental dazu, jemanden um Hilfe zu bitten.
Wenn wir unsere Schuhe reparieren lassen, ein Kleidungsstück zur Schneiderin zum Ändern bringen oder einen Polsterer um die Aufarbeitung unserer Polstermöbel bitten, dann ist das auch eine Art des Bittens um Hilfe.

Deshalb sollten wir uns den Alltag erleichtern und unsere lieben Mitmenschen um Hilfe bitten, wenn wir sie brauchen.

Zum anderen hat unsere mangelnde Bereitschaft, um Hilfe zu bitten, damit zu tun, dass wir Angst haben, ein „Nein“ zu hören.

Natürlich kann das geschehen, dass jemand, den wir um Hilfe bitten, uns unsere Bitte abschlägt, weil er z.B. gerade keine Zeit hat.

Aber grundsätzlich darauf zu verzichten, um Hilfe zu bitten, nur weil hin und wieder eine Bitte ablehnt werden könnte, ist töricht, denn in den allermeisten Fällen wird man uns gerne helfen!

Ich wünsche Euch nun einen fröhlichen, munteren und heiteren Start ins Wochenende und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer zuversichtlicher Werner


Quelle: Karin Heringshausen
 

Donnerstag, 26. Januar 2012

Zerstöre nicht die Fantasie Deiner Kinder und Enkelkinder!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:


„So sieht Gott aus!“

„Ein kleines Mädchen von 6 Jahren, das in der Klasse ganz hinten in der letzten Reihe saß, malte in der Schulstunde. Und zwar nicht nur in der Zeichenstunde, vielmehr faszinierte sie das, was sie malte, derartig, dass sie auch in der darauf folgenden Stunde das Malen fortsetzte.


Die Lehrerin war fasziniert, ging zu ihr hinüber und fragte sie: "Was malst Du da?"

Und das Mädchen entgegnete: "Ich zeichne ein Bild von Gott."

"Aber niemand weiß, wie Gott aussieht.", erwiderte die Lehrerin.

Und das Mädchen antwortete voller Stolz: "Gleich wissen Sie es."


Ihr Lieben,


Unsere Kinder und Enkelkinder sind das Wertvollste, was wir auf dieser Erde besitzen.


Sie sind unsere Botschaft für die Zukunft. Denn wenn wir nicht mehr leben, werden sie in den meisten Fällen weiter über diese Erde schreiten.


Wir lieben unsere Kinder und Enkelkinder auch deshalb, weil sie uns an unsere eigene Kindheit erinnern und weil wir ahnen, dass in den Kindern so viel Spontanität, so viel Urwissen über diese Welt, so viel Unmittelbarkeit vorhanden sind.


Aber wenn unsere Kinder und Enkelkinder ihre Fantasien äußern, dann verschütten wir diese wunderbare Quelle gleich wieder mit unseren zahlreichen „Abers“ und „Wenns“.

www.update-seele.de
 Oft nehmen wir uns nicht einmal die Zeit, unseren Kindern und Enkelkindern in aller Ruhe zuzuhören, uns so können wir nicht feststellen, was sie uns Wundervolles mitzuteilen haben.  Und wenn uns das Gerede unserer Kinder und Enkelkinder nervt, dann ertränken wir ihren Redeschwall in einem alles vernichtenden und keinen Widerspruch duldenden „Das ist doch Unsinn, was Du da sagst!“


Ihr Lieben,


wir sollten offener sein für unsere Kinder und Enkelkinder und ihnen mehr zuhören, uns mehr Zeit für sie nehmen.

Einer, der das sehr gut konnte, war der Dichter des „Kleinen Prinzen“, Saint-Exupéry.

 Heute Abend läuft um 20.15 Uhr ein guter Film über ihn in 3Sat, in dem darüber berichtet wird, wie er zu Tode kam.

Ich wünsche Euch eine gute, von Schlaf gesegnete Nacht und morgen einen fröhlichen Endspurt zum Wochenende

Euer heiterer Werner

Quelle: Karin Heringshausen


 

Sei kein selbstsüchtiger Riese!


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eines der schönsten Märchen erzählen, das ich kenne, es stammt von Oscar Wilde:


„Der selbstsüchtige Riese“

„Wenn die Kinder am Nachmittag aus der Schule kamen, gingen sie für gewöhnlich in den Garten des Riesen, um dort zu spielen.

Es war ein großer, wunderschöner Garten mit weichem grünem Gras.
Hier und da standen prächtige Blumen sternengleich auf der Wiese, außerdem zwölf Pfirsichbäume, 

www.bio-gaertner.de
die im Frühjahr zarte Blüten in rosa und perlweiß hervorbrachten und im Herbst reiche Frucht trugen. Die Vögel saßen in den Bäumen und sangen so lieblich, dass die Kinder im Spiel innehielten, um ihnen zuzuhören. "Wie glücklich sind wir doch hier!", riefen sie einander zu.
Eines Tages kam der Riese zurück. Er hatte seinen Freund besucht, den Menschenfresser von Cornwall, und er war sieben Jahre lang bei ihm geblieben. Nachdem die sieben Jahre vergangen waren, hatte der Riese all das gesagt, was zu sagen war; seine Gesprächsbereitschaft war nämlich begrenzt, und so entschied er sich dafür, in sein eigenes Schloss zurückzukehren. Als er dort ankam, sah er die Kinder in seinem Garten spielen.


"Was macht ihr hier?", schrie er mit äußerst mürrischer Stimme und die Kinder liefen verängstigt davon.
"Mein eigener Garten ist immer noch mein eigener Garten", sagte der Riese, "das muss jeder einsehen, und ich werde niemals jemandem außer mir selbst erlauben, darin zu spielen".

Und so errichtete er eine hohe Mauer rings um den Garten und stellte ein Warnschild mit den folgenden Worten auf: Unbefugten ist der Zutritt bei Strafe verboten! - Er war wirklich ein sehr selbstsüchtiger Riese.


www.chemieunterricht.de
Die armen Kinder hatten von nun an keinen Ort mehr, wo sie spielen konnten. Sie versuchten auf der Straße zu spielen, aber diese war sehr staubig und voll mit spitzen Steinen, und das gefiel den Kindern nicht. Immer wieder schlenderten sie nach dem Unterricht um die hohe Mauer herum und sprachen von dem herrlichen Garten, der dahinter verborgen lag. "Wie glücklich waren wir doch dort", sagten sie zueinander.
Dann kam der Frühling und überall - landauf, landab - waren kleine Blüten zu sehen, und junge Vögel zwitscherten vergnügt. Nur im Garten des selbstsüchtigen Riesen war immer noch Winter. Die Vögel wollten dort nicht singen und die Bäume vergaßen zu blühen, weil keine Kinder mehr da waren.

Einmal streckte eine wunderschöne Blume ihren Kopf aus dem Gras heraus, aber als sie das Hinweisschild sah, hatte sie so großes Mitleid mit den Kindern, dass sie sich sofort wieder in den Boden zum Schlafen zurückzog. Die einzigen, denen der Garten noch gefiel, waren der Schnee und der Frost. "Der Frühling hat diesen Garten vergessen", riefen sie erfreut, "wir werden das ganze Jahr über hier bleiben". Der Schnee bedeckte das Gras mit seinem dicken weißen Mantel und der Frost ließ alle Bäume silbern erscheinen. Dann luden sie den Nordwind ein, ihnen Gesellschaft zu leisten - und er kam. Er war in warme Felle gehüllt, brüllte unaufhörlich durch den Garten und blies die Schornsteinbleche hinunter. "Welch ein herrlicher Platz", schwärmte er, "wir sollten den Hagel bitten, uns zu besuchen". Und der Hagel kam.

Jeden Tag prasselte er drei Stunden lang auf das Dach des Schlosses, bis er fast alle Ziegel zerstört hatte, und danach sauste er, so schnell er konnte, quer durch den Garten. Er war ganz in grau gekleidet und sein Atem war so kalt wie Eis.

"Ich kann nicht verstehen, warum der Frühling in diesem Jahr so spät kommt", sagte der selbstsüchtige Riese, als er an dem Fenster saß und in seinen kalten weißen Garten blickte; "ich hoffe, dass sich das Wetter bald ändert".

Aber es kamen weder Frühling noch Sommer. Der Herbst beschenkte jeden Garten mit goldenen Früchten, nur den Garten des Riesen sparte er aus. "Er ist zu selbstsüchtig", sagte der Herbst. So war anhaltender Winter im Garten; und der Nordwind, der Hagel, der Frost und der Schnee tanzten im Wechsel zwischen den Bäumen herum.


Eines Morgens lag der Riese wach in seinem Bett, als er eine wunderschöne Musik hörte. Sie klang so lieblich in seinen Ohren, dass er dachte, es könnten nur die Musiker des Königs sein, die vorbeizögen. In Wirklichkeit aber war es nur ein kleiner Hänfling, der draußen vor seinem Fenster sang; aber es war so lange her, seit er einen Vogel in seinem Garten hatte singen hören, dass er das Gefühl hatte, die schönste Musik der Welt zu vernehmen.

In diesem Moment hörte der Hagel auf, über seinem Kopf herumzutanzen, der Nordwind stellte sein Gebrüll ein und ein köstlicher Duft strömte ihm durch das geöffnete Fenster entgegen. "Ich glaube, nun kommt der Frühling wohl doch noch", sagte der Riese, sprang aus dem Bett und guckte nach draußen.

Und was sah er da?

Es war der wundervollste Anblick, den man sich denken konnte. Die Kinder waren durch ein kleines Loch in der Mauer in den Garten gekrochen und saßen nun auf den Zweigen der Bäume - in jedem Baum, den er sehen konnte, ein kleines Kind. Und die Bäume waren so froh, die Kinder endlich wieder bei sich zu haben, dass sie sich mit Blüten schmückten und ihre Zweige gleich schützenden Händen über den Köpfen der Kinder auf und ab bewegten.


Die Vögel flogen umher und zwitscherten vor Vergnügen und die Blumen schauten lachend aus dem frischen grünen Gras heraus. Es war ein anmutiges Bild, nur in einer Ecke des Gartens war noch immer Winter. Dort, in dem entferntesten Winkel, stand ein kleiner Junge. Er war so klein, dass er nicht an die Zweige des Baumes heranreichen konnte; immer wieder ging er um ihn herum und weinte bitterlich. Der arme Baum war immer noch über und über mit Eis und Schnee bedeckt und der Nordwind blies und heulte über ihn hinweg. "Klettere nur hinauf, kleiner Junge!", sagte der Baum freundlich, und beugte seine Zweige so tief herunter, wie er konnte, aber der Junge war einfach zu klein.


Als der Riese das sah, wurde es ihm ganz warm um das Herz. "Wie selbstsüchtig bin ich gewesen!", sprach er reumütig zu sich selbst, "jetzt verstehe ich, warum der Frühling nicht in meinen Garten kommen wollte. Ich werde den kleinen Jungen auf die Spitze des Baumes setzen und danach die Mauer niederreißen. Von nun an soll der Garten auf ewig der Spielplatz der Kinder sein". Er bedauerte aufrichtig, was er getan hatte.


Der Riese schlich nach unten, öffnete ganz leise die Haustür und trat in den Garten. Aber als die Kinder ihn sahen, hatten sie solche Angst, dass sie alle davonrannten - und augenblicklich wurde es wieder Winter im Garten. Nur der kleine Junge lief nicht fort; denn er hatte, da seine Augen ganz mit Tränen gefüllt waren, den Riesen nicht kommen sehen. Dieser näherte sich dem Jungen ganz vorsichtig von hinten, nahm ihn sanft in seine Hand und setzte ihn in den Baum. Unverzüglich erstrahlte der Baum in üppiger Blütenpracht und die Vögel kamen, setzten sich hinein und sangen; und der kleine Junge streckte seine Arme aus, schlang sie dem Riesen um den Hals und küsste ihn.


Und als all die anderen Kinder sahen, dass der Riese nicht länger böse war, kamen sie eilig zurück - und mit ihnen kam der Frühling. "Von nun an, Kinder, ist dies euer Garten", sagte der Riese, nahm eine riesige Axt und riss die Mauer nieder. 

www.welt.de
Und als die Menschen um die Mittagszeit zum Markt gingen, sahen sie den Riesen mit den Kindern im Garten spielen, dem schönsten Garten, den sie jemals gesehen hatten.
Sie spielten den ganzen Tag lang, und am Abend gingen sie auf den Riesen zu, um sich von ihm zu verabschieden. 

 "Aber wo ist denn Euer kleiner Spielgefährte, der Junge, den ich auf den Baum gesetzt habe?", fragte der Riese. Den kleinen Jungen liebte er nämlich am meisten, weil dieser ihn geküsst hatte.
"Das wissen wir nicht", antworteten die Kinder, "er ist fortgegangen".
"Ihr müsst ihm sagen, dass er morgen unbedingt wiederkommen soll", sagte der Riese.

Aber die Kinder entgegneten, dass sie nicht wüssten, wo er wohne, und dass sie ihn auch niemals zuvor gesehen hätten. Daraufhin wurde der Riese sehr traurig.


Jeden Nachmittag, wenn die Schule zu Ende war, kamen die Kinder und spielten mit dem Riesen. Aber den kleinen Jungen, den der Riese besonders liebte, sah man nie mehr. Der Riese war sehr freundlich zu all den Kindern, und dennoch blieb in ihm die Sehnsucht nach seinem ersten kleinen Freund; immer wieder sprach er von dem Jungen. "Wie gerne würde ich ihn wiedersehen", pflegte der Riese dann zu sagen.


Jahre vergingen und der Riese wurde ganz alt und schwach. Er konnte nicht mehr im Garten spielen, und so saß er in einem riesigen Lehnstuhl, sah den Kindern beim Spielen zu und erfreute sich an seinem Garten. "Ich habe zwar viele herrliche Blumen, aber die Kinder sind die schönsten von allen", sagte er zu sich selbst.


An einem Wintermorgen schaute er, während er sich anzog, aus dem Fenster. Jetzt hasste er den Winter nicht mehr, denn er wusste, dass dies nur die Zeit des schlafenden Frühlings und der sich ausruhenden Blumen war. Plötzlich rieb er sich verwundert die Augen - und schaute und schaute.

Es war in der Tat ein wundervoller Anblick. In der entlegensten Ecke des Gartens war ein Baum über und über mit herrlichen weißen Blüten bedeckt. Seine Zweige waren vergoldet und silberne Früchte hingen von ihnen herab. Und unter dem Baum stand der kleine Junge, den der Riese so sehr in sein Herz geschlossen hatte.


Hocherfreut rannte der Riese nach unten und hinaus in den Garten. Er hastete über die Wiese und näherte sich dem Kind. Und als er ganz nah herangekommen war, wurde sein Gesicht rot vor Zorn, und er fragte: "Wer hat es gewagt, Dich zu verletzen?" Auf den Handflächen des Kindes waren nämlich die Male von zwei Nägeln zu erkennen, und die Male von zwei Nägeln waren auch an seinen kleinen Füßen.


"Wer hat es gewagt, Dich zu verletzen?", schrie der Riese noch einmal, "sag es mir, damit ich mein mächtiges Schwert ziehen und ihn erschlagen kann".


"Nein!", antwortete das Kind, "denn dies sind die Wunden der Liebe".


"Wer bist Du?", fragte der Riese; eine seltsame Ehrfurcht überkam ihn und er kniete vor dem kleinen Jungen nieder.


Daraufhin lächelte das Kind den Riesen an und sagte zu ihm.
"Du hast mich einst in Deinem Garten spielen lassen, heute sollst Du mit mir in meinen Garten kommen - in das Paradies eingehen".


Und als die Kinder an diesem Nachmittag in den Garten gelaufen kamen, fanden sie den Riesen tot auf - er lag unter dem Baum und war über und über mit weißen Blüten bedeckt.“



Ihr Lieben,


als ich erwachsen geworden war, als ich meine grauenhafte Kindheit und Jugend mit all den Schlägen und Demütigungen hinter mit gelassen hatte, da ähnelte ich auch dem großen Riesen.

Auch ich baute eine Mauer um den Garten meines Lebens, auch ich schottete mich von den Menschen ab, auch ich wollte von niemandem etwas wissen und in mein Leben kehrte der Winter ein, es wurde still und kein Lachen, kein Sonnstrahl und kein Vogelzwitschern drang zu mir durch.
Ihr Lieben,

immer wenn wir in unserem Leben verletzt werden, wenn wir von Menschen beleidigt, gedemütigt,  vielleicht sogar misshandelt werden, dann besteht die große Gefahr, dass wir eine Mauer um uns errichten, dass wir nichts mehr von der „Welt“ wissen wollen.


Sicher hat jeder von Euch in Augenblicken, in denen er deprimiert oder am Boden zerstört war, so gedacht.


Aber, Ihr Lieben, das darf nicht sein!


Wenn wir auf Verletzungen, Beleidigungen und Demütigungen damit reagieren, dass wir uns abschotten, dann haben diejenigen, die uns beleidigt, verletzt und gedemütigt haben, noch einmal gewonnen, denn dann werden wir einsam, dann sind wir verlassen, dann sind wir getrennt vom Licht, der Freude und der Liebe.


Lasst uns ein Zeichen setzen, lasst uns die Mauern niederreißen, lasst uns die Fackel der Liebe in diese Welt hineintragen, gerade dann, wenn wir beleidigt, gedemütigt und verletzt wurden.


Wenn wir das tun, werden wir die Welt verändern, werden wir zu Leuchttürmen der Liebe, der Freude, der Zuversicht und Hoffnung!


Ich wünsche Euch einen fröhlichen und unbeschwerten Nachmittag und grüße Euch alle ganz herzlich


Euer fröhlicher „Riese“ Werner (179 cm groß)


Quelle: Karin Heringshausen

Mittwoch, 25. Januar 2012

Freue Dich an Kleinigkeiten!

www.welt.de
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch etwas von Diogenes erzählen:

Geh mir aus der Sonne!

Im Altertum lebte im alten Athen ein Mann mit Namen Diogenes in einer liegenden Tonne.

Nun lässt sich trefflich darüber diskutieren, ob es die rechte Art und Weise ist, den ganzen Tag in einer Tonne zu liegen und zu philosophieren.

Aber dass wir auch heute noch nach über 2000 Jahren über Diogenes sprechen,
hat damit zu tun, dass er genügsam war, dass er nicht viel benötigte, um glücklich zu sein.

Eines Tages soll Alexander der Große an seiner Tonne vorbeigekommen sein und ihn nach dem Geheimnis seines Glücks gefragt haben.

www.uni-marburg.de
Alexander der Große sagte zu Diogenes: Verrate mir das Geheimnis Deines Glücks und ich werde Dir jeden Wunsch erfüllen und sei es die Hälfte meines Königreichs.

Der einzige Wunsch des Diogenes aber lautete: GEH MIR AUS DER SONNE!

www.allbert.de
Ihr Lieben,

Euch und mir wünsche ich heute Abend von Herzen, dass wir lernen, uns an den alltäglichen Kleinigkeiten des Lebens zu freuen, der einzelnen schönen Blume, an dem Zwitschern der Vögel, an dem Lächeln eines anderen Menschen, an dem Lachen eines Kindes.

Ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen und wünsche Euch eine gute Nacht mit einem tiefen und erholsamen Schlaf

Euer fröhlicher Werner


Quelle: Karin Heringshausen

Sorge Dich nicht! Lebe!

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"Sorge Dich nicht! Lebe!"
Dale Cargenie


Ihr Lieben,

zu dem Thema SORGEN hat der Dichter Boris Luban-Plozza einige wirklich bedenkenswerte besinnliche Gedanken geäußert, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:


„Zwei sorgenfreie Tage“

„Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten.
Zwei Tage, die wir frei halten sollten von Angst und Bedrückung.

Einer dieser Tage ist Gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen,
seelischen und körperlichen Schmerzen.

Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle!
Alles Geld der Welt kann das Gestern nicht mehr zurückbringen;
wir können keine einzige Tat, die wir gestern getan haben, ungeschehen machen.
Das Gestern ist unwiederbringlich vorbei.

Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten,
ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren, Lasten,
großen Versprechungen und weniger guten Leistungen.

Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle.
Morgen wird die Sonne aufgehen,
entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter einer Wolkenwand.
Aber eins steht fest: Sie wird aufgehen!
Bis sie aufgeht, sollten wir uns nicht über das Morgen Sorgen machen,
weil das Morgen noch nicht geboren ist.

Da bleibt nur noch ein Tag übrig: HEUTE!

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Jeder Mensch kann täglich nur sein Tagwerk bewältigen.
Dass wir zusammenbrechen, geschieht nur dann,
wenn Du und ich die Last der beiden Ewigkeiten
- Gestern und Morgen - zusammenfügen.

Es sind nicht die Erfahrungen von Heute, welche die Menschen verrückt machen;
es ist die Reue und Verbitterung über etwas, was gestern geschehen ist,
oder die Furcht vor dem, was der Morgen vielleicht bringen wird.
HEUTE ist das MORGEN, über das wir uns GESTERN Sorgen gemacht haben.

In meinem Alltag komme ich täglich in Kontakt mit vielen anderen Menschen, mit jungen Menschen, mit Menschen, die in der Mitte ihres Lebens stehen und mit älteren Menschen.
Dabei stelle ich interessanterweise immer wieder fest, dass nicht das Alter der wirkliche Unterschied zwischen diesen Menschen ist.

Ich stelle in der Begegnung mit den Menschen immer wieder drei unterschiedliche Gruppen fest:

Die eine Gruppe lebt mit ihren Gedanken immer in der Vergangenheit:
"Wenn dieses oder jenes anders verlaufen wäre, dann ging es mir heute besser!"
Diese Gruppe verschenkt die Gegenwart im Schmerz über die Vergangenheit.

Die zweite, gleichgroße Gruppe lebt mit ihren Gedanken immer in der Zukunft:
"Hoffentlich trifft dieses oder jenes nicht ein!"
Diese Gruppe zersorgt sich die Gegenwart mit Sorgen um die Zukunft.

Die dritte Gruppe, und das ist leider die kleinste Gruppe, lebt in der Gegenwart.
Sie hat die Vergangenheit nicht abgeschüttelt, sondern bewahrt sie als einen Schatz der Erinnerungen auf.
Sie träumt auch von der Zukunft, aber nur, um sich in der Gegenwart auf lohnende Ziele in der Zukunft auszurichten.

Diese dritte Gruppe begreift vor allem die tiefe Wahrheit:
"Gestern ist unwiederbringlich vorbei, die Zukunft noch nicht da, das, was wir tatsächlich haben, ist die Gegenwart!"

Ich habe auch lange Zeit in meinem Leben damit zugebracht, mich zu sorgen, bis ich eines Tages in Bremen an einer Straße vorbeiradelte, die tatsächlich den Namen „SORGENFREI“ führt.

Humorvoll dachte ich in meinem Kopf: „In die Straße sollte ich umziehen, dann bin ich meine Sorgen los!“ Wenn das so einfach wäre, die Sorgen loszuwerden, indem man in eine Straße umzieht, die „SORGENFREI“ heißt, dann wäre das sich in Bremen die begehrteste Straße, um dort zu wohnen!

Heute lebe ich in „zeitdichten Schotten“, wie ich das nenne:

Ich lasse die Vergangenheit mit Ausnahme der schönen Erinnerungen hinter mir.
Die Zukunft ist für mich nicht dazu da, um mich um sie zu sorgen, sondern sie ist für mich Ansporn, weil ich manches Frohmachende in der Zukunft vorhabe.

Entscheidend ist für mich aber die Gegenwart, das HEUTE, denn in ihr lebe, liebe, hoffe, vertraue ich und in ihr genieße ich mein kleines tägliches Glück und die kleinen täglichen Freuden.


Ich wünsche Euch allen, dass Ihr die Gegenwart nicht vergesst, dass Ihr den heutigen Tag genießt. Seid fröhlich, schenkt Freude, ermutigt, bringt andere Menschen zum Lachen und hört endlich auf, Euch zu sorgen, denn die wenigsten Eurer Sorgen werden tatsächlich eintreffen.

Ich wünsche Euch einen Beutel voll Freude, einen Tornister mit Fröhlichkeit und ich möchte Euch bitten, hört auf, Euch zu sorgen, und fangt an, zu leben.

Seid ganz herzlich aus Bremen gegrüßt


Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 24. Januar 2012

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!

Quelle: Astrid Müller
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch einige Gedanken zu dem Sprichwort
"Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" zu lesen geben:

 
Immer wieder schreiben mir Menschen und teilen mir mit:
Lieber Werner ich versuche, mit diesem oder jenem Menschen ein sehr gutes Verhältnis zu bekommen, ich gebe mir so viel Mühe, ich schenke ihm so viel Liebe, aber es kommt nichts Entsprechendes zurück! Ich bin am Boden zerstört, ich bin traurig! Was mache ich falsch?
 
Diese Menschen bitte ich genau hinhören, was das Sprichwort sagt:
"Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus."

Es heißt eben NICHT:
Wie man in den einzelnen Baum hineinruft, so schallt es heraus,

sondern so schallt aus dem Wald heraus!!!

Das ist das tiefe Geheimnis!
Bei dem einzelnen Menschen können wir mit unserer Liebe scheitern, so viel Mühe wir uns auch geben, wir können an ihm zerbrechen, entmutigt werden, aber wenn wir unsere Liebe täglich einfach ohne Vorbedingungen an die Menschen rund um uns herum und an die, mit denen wir täglich zu tun haben, weitergeben, dann ist es ganz erstaunlich, aus welchem Ecken wir plötzlich Liebe, Zuwendung, Anerkennung und Freude zurückbekommen.


Ich wünsche Euch von Herzen viel Mut, viel Kraft, viel Zuversicht und allzeit ein fröhliches Herz und grüße Euch herzlich aus Bremen

 Euer fröhlicher Werner 

Quelle: Karin Heringshausen