3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Donnerstag, 12. März 2015

Entscheide Dich - und dann mach, was DU willst uns für richtig hältst!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Ursula Wölfel erzählen:

„Die Geschichte vom grünen Fahrrad“

„Einmal wollte ein Mädchen sein Fahrrad neu anstreichen.
Es hatte grüne Farbe dazu genommen. Grün hat dem Mädchen gut gefallen.
Aber der große Bruder hat gesagt: „So ein grasgrünes Fahrrad habe ich noch nie gesehen. Du musst es rot anstreichen, dann wird es schön.“
Rot hat dem Mädchen auch gut gefallen.

Also hat es rote Farbe geholt und das Fahrrad rot gestrichen.
Aber ein anderes Mädchen hat gesagt: „Rote Fahrräder haben doch alle!
Warum streichst Du es nicht lila an?“

Das Mädchen hat sich das überlegt und dann hat es sein Fahrrad lila gestrichen.
Aber der Nachbarsjunge hat gesagt: „Lila? Das ist doch keine schöne Farbe.
Gelb ist viel lustiger!“

Und das Mädchen hat auch gleich gelb viel lustiger gefunden und gelbe Farbe geholt.
Aber eine Frau aus dem Haus hat gesagt: „Das ist ein scheußliches Gelb.“ Nimm hellblaue Farbe, das finde ich schön!“

Und das Mädchen hat sein Fahrrad hellblau gestrichen.
Aber da ist der große Bruder wieder gekommen.
Er hat gerufen: „Du wolltest es doch rot anstreichen! Hellblau ist eine blöde Farbe.
Rot musst Du nehmen, Rot!“

Da hat das Mädchen laut gelacht und wieder den grünen Farbtopf geholt und das Fahrrad grün gestrichen, grasgrün. Und es war ihm egal, was die Anderen gesagt haben.“
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

als ich in den 1970er Jahren Student und später Dozent an der Universität in Göttingen war, gab es damals ein Studentenheim in Göttingen, das völlig anders war als alle anderen Studentenheime in Göttingen.

Die Studenten, die dort wohnten, aßen alle nur vegetarische Kost, sie ernährten sich deshalb, wie sie das nannten, vor allem von „Grünzeug“, Salaten, Gemüse und Obst.
Aber sie aßen nicht nur „Grünzeug“, nein, die Bettwäsche in ihren Zimmern, die Tischdecken, die Handtücher, alles hatte die Farbe Grün, wenn auch in verschiedenen Tönungen.

Außerdem zogen sie nur grüne Hemden, grüne Hosen, grüne Mützen, grüne Socken, grüne Krawatten und grüne Schuhe an und sogar ihre Fahrräder strichen sie grün an.
 
Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, nannten sie sich „Die Grashüpfer“.
Ich hatte die Freude, einige dieser „Grashüpfer“ kennenzulernen.
Das waren keineswegs verrückte Studenten, sondern junge Menschen mit einer klaren Ausrichtung, die sich einen „Dreck“ darum scherten, dass halb Göttingen über sie lachte, dass viele Menschen sie für schrullig hielten, dass sie von vielen Menschen wegen ihrer Einstellung kritisiert wurden.

Diesen jungen Menschen war wichtig, ihren eigenen Weg zu finden, das zu tun, was die nach reiflicher Überlegung als richtig erkannt hatten, und dann tapfer Schritt für Schritt auf ihrem Weg voranzuschreiten.
Das möchte und heute auch unsere kleine Geschichte mitteilen:
Egal wie wir uns in dieser oder jener Angelegenheit entscheiden, es wird immer Menschen geben, die eine andere Meinung als wir haben, was unsere Entscheidung betrifft.
 
Man kann es im wahrsten Sinne des Wortes nicht allen Menschen recht machen!
Und weil das so ist, deshalb soll man es auch gar nicht erst versuchen!

Quelle: Jürgen Tesch
Ihr Lieben, 
Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr Euer stolzes Lebensschiff sicher und mit starker Hand lenkt. 

Ihr Lieben,
denkt immer daran, es ist Euer Leben, nicht das Leben der Anderen.
Deshalb solltet Ihr ganz allein das Ziel und die Fahrtrichtung Eures Lebensschiffes bestimmen. 
Ich wünsche Euch morgen einen richtungweisenden Freitag und grüße Euch alle herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 10. März 2015

Der Glaube des Maiglöckchens



"Nicht der ist ein großer Mann, der Kriege anzettelt, sondern derjenige, der seinen Kindern hilft, ihren eigenen Weg zu gehen und die eigenen Fähigkeiten und Talente zur Blüte zu bringen."
Alexander Rykow




Ihr Lieben,


heute möchte ich Euch eine Geschichte von A.W. von Czege erzählen:

"Maiglöckchens Traum"

"Das Maiglöckchen wohnte unter dem schönen Ahorn, der am Rande der Engelslichtung stand. Es war recht gut mit ihm befreundet. An heißen Sommertagen bedeckten die Äste des Ahorns es mit weichem Schatten und wenn der Winter tobte, lag seine schlafende Knolle warm und geschützt zwischen den mächtigen Wurzeln des Baumes. 

Aber im Mai, als der Frühling seine ganze Pracht über den Wald ergoss, entfaltete Maiglöckchen seine winzigen, weißen Schellen und jeden Morgen bei Sonnenaufgang und jeden Abend, wenn die langgezogenen Schatten auf der Engelslichtung sich entfärbten, läutete es mit leisem Seidenton und der Ahorn horchte auf und freute sich, dass er nicht allein stand. 

Doch eines Nachts kam über das kleine Maiglöckchen ein böser Traum. Es war eine schwüle, verzauberte Sommernacht. Gespenstisch öffneten die Sterne ihre Augen. Es war ganz windstill. Nicht einmal ein Lüftchen wehte, und doch zitterte das Laub, wie vom Fieber geschüttelt, kein Tropfen Tau fiel vom Himmel. Unter den durstigen, schwitzenden Bäumen huschten böse Schattenkobolde herum. Es war eine ganz schlimme Sommernacht. Geheimnisvolle Geräusche waren zu hören. Unverständliche Seufzer kamen aus dem Walde. Die Nacht hatte wirklich etwas Unheimliches. 

Das Maiglöckchen träumte vom Sturm. Ein entsetzliches Gewitter zog durch seinen Traum. Es krachte und donnerte überall, und Bäume fielen auf Bäume. Wütende Windgeister klammerten ihre riesigen Krallen um den Ahorn und warfen ihn zu Boden. Der Ahorn schrie, ein Schauder durchlief das Maiglöckchen bis zu den Wurzeln hinab und es erwachte. 
Stille herrschte ringsherum. Eine unheimliche, schwüle Stille. Gegen Osten dämmerte es schon gelblich. Es war kein Tropfen Tau an diesem Morgen gefallen. Die Luft war wie ausgetrocknet. Langsam hob die Sonne ihr rotes Gesicht. Der Wald atmete tief und verschlafen. Matt öffneten die Bäume ihre Augen.

"Was hast du denn?" Der Ahorn sah zum Maiglöckchen hinunter. "Du siehst heute so blass aus? Und läutest gar nicht, wenn die Sonne kommt?"  "Oh, verzeih", antwortete Maiglöckchen etwas verworren, "ich habe ziemlich schlecht geschlafen. Es war alles so trocken."

"Ja", sagte der Ahorn, "es war allerdings eine unangenehme Nacht. Es ist etwas in der Luft, was mir nicht gefällt. Es kommt was. Hast du nichts Böses geträumt? Ich habe so ein schlimmes Gefühl. Ich weiß nicht was es bedeutet, aber mir ist so seltsam zumute. Es kommt etwas Schlimmes..." 

Das Maiglöckchen schauderte wieder zusammen.
"Aber nein", sagte es gezwungen, doch die kleinen Schellen fröstelten fiebrig, "was sollte denn kommen? Es hat nicht getaut, das ist das ganze. Schön Guten Morgen!"
"Guten Morgen!" lachte der Ahorn erleichtert auf, "wahrhaftig, ich habe Dich noch nicht einmal begrüßt!" 

Der Vormittag ging vorüber wie immer. Der Brummer surrte vorbei, dann kamen die Waldbienen und holten ihren Honig ab. Der kleine, weißblaue Schmetterling, der oben auf dem Ahorn wohnte, kam herunter, tanzte ein wenig im Sonnenschein und flog dann auf die Wiese hinaus. 
Quelle: Romana Huber

Aber es lag doch etwas in der Luft. Etwas Düsteres. Etwas Unheimliches. Es war alles so trocken und heiß. Nicht einmal ein Lüftchen war zu spüren. Etwas lag doch in der Luft, aber niemand sprach davon.

Gegen Mittag kam plötzlich etwas von Westen her. Ein Geräusch. So leise, dass man es kaum wahrnehmen konnte. Und doch horchten alle Bäume auf. Ja, man konnte es nicht verwechseln: es war das Geräusch des Gewitters. Die Tannen oben sahen es schon und murmelten versöhnende Waldgebete, die vor Unheil schützen. Erblassend sahen sich die Bäume an und schwiegen. 

Bleischwarze Wolken drängten sich aus dem Westen vor. Es war nichts zu machen. Ein jeder wusste, was zu wissen war. Die Köpfe neigten sich. Der Wald wartete auf sein Schicksal.

Der erste Wind kam angepfiffen. Sausend jagten seine Brüder hinterher, mit knallenden Feuergeißeln trieben sie die donnernde Wolkenherde vor sich her. 
Die Bäume stöhnten auf. Stämme krachten, Wurzeln bebten, unsichtbare Gespenster durchfurchten den Wald mit eisernen Krallen. Äste brachen schreiend ab Wurzeln zerrissen. Es war die Stunde des Grauens, des Entsetzens, des Todes. 

Das Maiglöckchen lag blass an die Erde gedrückt. Es zitterte vor Angst und betete leise. Der Regen peitschte seine Blätter* aber es spürte nichts davon. Es betete für seinen Freund, den Ahorn.

Der Ahorn kämpfte mutig. Wieder und wieder richtete er sich auf, sein Stamm sträubte sich gegen den unsichtbaren Feind. Wie zerfetzte Fahnen brausten seine Blätter im Winde. Es war ein Wunder zu sehen, wie der Ahorn dort auf der Lichtung kämpfte. 

Doch neue und immer neue Windstöße kamen. Die Sehnen platzten unter den Rinden. ein fürchterlicher Krach durchbrach plötzlich das Heulen des Gewitters und der schöne Ahorn brach zusammen.

Das Maiglöckchen schrie vor Entsetzen auf: "Ich halte dich! Ich halte dich!" Aber er lag schon am Boden.
"Warum bin ich nicht stärker", weinte das kleine Maiglöckchen, "oh, warum bin ich nicht stärker, dass ich Dir helfen könnte!"
"Weine nicht", stöhnte der arme Ahorn und lächelte doch leise, "es ist alles nicht so schlimm, wie man denkt." 

Das Gewitter ging tobend vorüber. Der Wald sah aus wie ein Trümmerfeld. Und auf der Engelslichtung lag schweigend der Ahorn und erwartete den Tod.
Traurig stand das kleine Maiglöckchen neben ihm. Aus seinen Blüten tröpfelten silberne Tränen hervor. Und es wurde Abend. 
Als die Farben im Grau der Dämmerung verschwanden, klingelte es leise und fragte:
"Hörst du mich noch, lieber Ahorn? Hörst Du mich noch läuten?" 
"Ich höre Dich noch", flüsterte der Ahorn. "Gute Nacht, kleines Maiglöckchen, schlafe gut. Gott behüte Dich."
"Gute Nacht, lieber Ahorn. Schlafe gut. Schlafe gut."
"Weine nicht", bat der Ahorn, "weine nicht..." 

"Ich weine nicht", sagte das Maiglöckchen. Und dann schwiegen alle beide.
Langsam ging die Nacht vorüber. Langsam wanderte der Mond über den Himmel. Die kranken Bäume stöhnten. Das Maiglöckchen konnte nicht einschlafen. Es musste immer an den Ahorn denken und weinte die ganze Nacht durch. 

Als die Sonne über dem Berge aufstieg, läutete es. Schön und leise läuteten seine kleinen, weißen Blüten, so leise und so traurig, dass alle, die es hörten, zu weinen begannen. "Hörst du mich noch, lieber Ahorn, hörst du noch mein Läuten?"
Und der Ahorn wachte aus seiner Ohnmacht noch einmal auf und flüsterte ihm leise zu: "Ich höre Dich noch, kleines Maiglöckchen... Guten Morgen..., sei aber nicht so traurig...!" "Ich bin gar nicht traurig", und es schüttelte schnell seine Tränen ab, "ich habe so etwas Schönes geträumt!" 

"Erzähl es doch", flüsterte der Ahorn, "ich höre noch..."
"Ja, ich habe etwas Wunderbares geträumt", erwiderte das Maiglöckchen, "und was ich träume, das geschieht auch immer! Ich habe geträumt, dass Du wieder gewachsen bist!" 

"Wirklich?" wunderte sich der Ahorn.
"Ja, ja! Neu bist du gewachsen, und eben so hoch und schön, wie früher!
"
Glaube daran! Glaube fest daran!"

Der Ahorn flüsterte noch etwas, aber es war schon nicht mehr zu verstehen.
"Tot ist er", sagte der Brummer, der eben vorüberflog.
"Tot ist er", sagten die Waldbienen, die ihren Honig abholten. 
"Er wird wieder wachsen", sagte das Maiglöckchen entschlossen, "er muss wieder wachsen!"

Und es kümmerte sich nicht um den Brummer und nicht um die Bienen. Nicht um die Schmetterlinge und nicht um den Wald und nicht um die ganze Welt. Es dachte an nichts anderes, nur dass der Ahorn wieder wachsen würde. 

Jeden Abend und jeden Morgen läutete es und begrüßte leise seinen Freund. Der antwortete nicht mehr. Stumm lag er da, und seine Blätter verwelkten langsam.
"Er lebt nicht mehr", sägten auch die Bäume ringsherum. 

Aber das kleine Maiglöckchen hörte gar nicht zu. Es betete und läutete vor dem stummen Rumpf und flüsterte ihm Tag und Nacht das Gleiche zu: "Du musst wieder wachsen! Du musst wieder wachsen!"

Und eines Morgens geschah das Wunder. Aus dem kahlen Strunke hob sich ein kleiner Sprössling empor, sein grüner Kopf lächelte fröhlich in der Morgensonne und er sagte:

"Guten Morgen, Maiglöckchen! Dein Traum hat mich wirklich nicht verlassen!"' 
Das kleine Maiglöckchen sah lachend seinen auferstehenden Freund an und läutete, läutete feierlich."


Ihr Lieben,

Immer wenn ich Eltern mit ihren Kindern oder Großeltern mit ihren Eltern treffe, dann wünsche ich mir, dass diese auch so einen festen Glauben an die Fähigkeiten ihrer Kinder und Enkelkinder haben wie dieses Maiglöckchen.

Das eigene Kind zu ermutigen, seinen eigenen Weg zu gehen, zu ihm zu halten, auch wenn alle Anderen dem Kind nichts zutrauen, ihm zu vertrauen und ihm zu helfen, die eigenen Fähigkeiten und Talente zur vollen Blüte zu bringen, das ist das Beste, das wir neben tiefer Liebe unseren Kindern und Enkelkindern schenken können.

Und dann kann es geschehen wie bei mir, dass aus einem sterbenden Ahorn ("Forneberg, aus Dir wird nie etwas!") durch die Liebe anderer Menschen ein Sprössling der Freude, der Zuversicht und Hoffnung erwächst.
Mein Lieblingsfoto von Helmut Mühlbacher
Bitte auf den Regenbogen als Zeichen der Hoffnung im Hintergrund achten!
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch morgen einen Tag der Ermutigung und ich grüße Euch ganz herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Sonntag, 8. März 2015

Warum ich mich bei Gott geborgen weiß!

Quelle: Anne Gretz

Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute Abend eine Geschichte von Dietmar Rost erzählen:

„Das Vertrauen“

„Irgendwo in einem Krankenhaus lag ein kleiner Junge, der operiert werden sollte.
Der Vater hatte ihn ins Krankenhaus gebracht und versuchte nun, dem Kleinen Mut zu machen.

„Vater“, sagte der Junge, „ich habe gar keine Angst, wenn Du bei mir bleibst.“
Da sprach der Vater: „Gut, ich bleibe bei Dir!“

Der Arzt erlaubte es und so setzte sich der Vater neben sein Kind, das nun auf dem Operationstisch lag. Als der Junge mit einer Narkose betäubt werden sollte, sah er nochmals den Vater an und fragte:
„Vater, bist Du da?“ Dann begann die Narkose zu wirken.

„Nun können Sie gehen“, meinte der Arzt zu dem Vater, als der Junge eingeschlummert war und die Operation beginnen sollte. „Nein“, antwortete der Vater, „ich habe meinem Jungen versprochen, bei ihm zu bleiben und daher möchte ich auch bleiben.“ „Gut, dann bleiben Sie“, entgegnete der Arzt.

Die Operation gelang. Als der Junge aus der Narkose aufwachte, hielt der Vater noch immer seine Hand. Da lächelte der Junge und sagte leise: „Vater, bist Du das?“ und schlief wieder ein.
Er wusste, sein Vater blieb bei ihm.


Ihr Lieben,
wenn ich oft die Diskussionen um die verschiedenen Religionen verfolge, werde ich ganz traurig. In den meisten Fällen werden die Religionen dazu missbraucht, dem anderen Menschen mitzuteilen:
„Meine Religion ist dir richtige, Deine Religion ist die falsche!“

Dabei vergessen die Menschen immer eine unumstößliche Tatsache:
Kein Mensch kann etwas dafür, in welche Religion er hineingeboren wird, auch Du und ich nicht!

Ich glaube an Gott und vertraue Gott aus drei Gründen:
Es gibt auf dieser Welt so viel Ungerechtigkeit, so viel Leid, so viel Böses, dass ich zutiefst davon überzeugt bin, dass es eines Tages einen sogenannten Jüngsten Tag geben wird, an dem jeder Mensch Verantwortung für sein Leben übernehmen muss. Dann wird aus Ungerechtigkeit Gerechtigkeit, 
dann werden die Tränen der Leidenden 
abgewischt und die Gequälten getröstet.

Ich glaube, dass der Gott der Religionen ein Gott der Liebe ist.
Gott zu folgen, bedeutet, andere Menschen und sich selbst zu lieben.
Gott zu folgen, bedeutet, Hoffnung zu schenken, wo Mutlosigkeit ist.
Gott zu folgen, bedeutet, ein Licht anzuzünden,l wo Dunkelheit herrscht.
Gott zu folgen, bedeutet, einen Backofen der Liebe zu entzünden, wo menschliche Kälte herrscht.
Gott zu folgen, bedeutet, dem anderen Menschen zu zeigen: „Du bist mir viel wert! Ich mag Dich gerne, ich habe Dich lieb!“

Unsere heutige Geschichte ist ein klarer Hinweis darauf, dass Gott uns nicht vor Leid, vor Krankheit, vor Ängsten, vor Gefahren und dem Bösen bewahrt. Das erwarte ich nicht von Gott. Aber ich fühle mich bei Gott  geborgen.
Egal, was auch geschieht, ich weiß: Ich kann niemals aus seiner Hand herausfallen. 
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch für die neue Woche ein tiefes Gefühl der Geborgenheit und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Helmut Mühlbacher

Freitag, 6. März 2015

So wie Du bist, bist Du gerade richtig!


Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Heribert Arens erzählen:

„Die kleine Leuchte“

„Es war einmal eine kleine Leuchte.
Sie verbreitete ein freundliches, kleines Licht.
Immer, wenn die Menschen sich nach Wärme, Geborgenheit und Gemütlichkeit sehnten, dann zündeten sie diese kleine Leuchte an.
Die Menschen fühlten sich wohl in ihrem Licht:
Und die kleine Leuchte war mit sich und der Welt auch zufrieden – genau bis zu dem Augenblick, als sie entdeckte, dass es hellere Lichter gab als ihres.

Da wurde sie traurig. „Ich bin ja nur eine kleine Leuchte!“, sagte sie – und schämte sich vor den dicken Glühbirnen, den grellen Scheinwerfern und den hellen Neonröhren. „Eine kleine trübe Funzel bin ich nur“, klagte sie – und träumte davon, auch einmal so hell zu leuchten wie die dicke Glühbirne, so weit zu scheinen wie der Scheinwerfer und so weißes Licht zu verströmen wie die Neonröhre. „Ach könnte ich doch auch so eine große Leuchte sein.“
Quelle: Helmut Mühlbacher
Gott hörte ihr Seufzen -  und erhörte sie. Er verwandelte die kleine Leuchte in ein helles Licht. Was das eine Freude! In alle Ecken, die ihr bisher verborgen geblieben waren, drang sie mit ihrem Licht vor, jeden Winkel konnte sie ausleuchten, nichts blieb ihr mehr verborgen.

„Endlich bin ich ein großes, ein helles Licht!“, jubelte sie – und wartete darauf, dass auch die Menschen sie bewunderten ob ihres hellen Lichtes.

Aber das war gar nicht der Fall. Sie leuchtete in einem Zimmer, in dem ein kleines Kind war. Als man das Licht anknipste, fing das Kind an zu schreien, so geblendet war es. Man wechselte die helle Leuchte gegen eine kleine Leuchte aus und das Kind wurde ruhig.

Dann kam sie in ein Krankenzimmer als Deckenleuchte.
Ganz enttäuscht war sie, als die Patienten baten: „Schwester, machen Sie bitte das helle Licht aus, das tut ja weh!“ Und die Schwester schaltete das helle Licht aus und machte die kleine Leuchte über dem Bett an. „Ja, so ist es schön!“, sagten die Patienten zufrieden.

Und die kleine Leuchte, die nun ein grelles Licht war, sehnte sich danach: „Ach wäre ich doch wieder eine kleine Leuchte, dann könnte man sich in meiner Umgebung wenigstens wohlfühlen – und ich könnte meine kleinen Brüder warnen!“


Ihr Lieben,

Wenn wir diese Welt ein klein wenig heller, ein klein wenig menschlicher machen wollen, dann träumen wir manchmal tief in unserem Inneren davon, so viel bewegen zu können wie Karlheinz Böhm, so friedliebend zu sein wie Mahatma Gandhi, so voller Liebe wie Mutter Theresa, so voller Versöhnung wie Nelson Mandela.
Diese Menschen waren, um die Worte unserer Geschichte zu verwenden, 
große helle Leuchten.
Sie veranlassten Menschen durch ihre Auftritte in der Öffentlichkeit dazu, sich für den Kampf gegen den Hunger und die Ungerechtigkeit in dieser Welt zu engagieren.

Aber wir sind keine so großen Leuchten und deshalb werden manche von uns traurig, manche sogar depressiv. Dabei übersehen wir, wie viel Gutes auch eine kleine Leuchte wie wir bewirken kann.

Ich scheue mich nicht, "nur" eine kleine Leuchte zu sein.

Kleine Leuchten senden ein warmes Licht aus.

Kleine Leuchten schenken mutlosen Menschen neue Hoffnung.

Kleine Leuchten sind ein Zeichen an einen Gehetzten: 
Hier kannst Du zur Ruhe kommen!

Kleine Leuchten
signalisieren einem einsamen Menschen: 
Hier bist Du gerne gesehen!

Kleine Leuchten sind ein Zeichen für unsere Lieben: 
Hier bist Du zuhause!

Kleine Leuchten machen unser Zuhause zu einem gemütlichen Heim.

Kleine Leuchten besiegen die Dunkelheit.

Kleine Leuchten sind ein Zeichen der Liebe: 
Ich warte auf Dich!
Quelle: Romana Huber
Ihr Lieben,

scheut Euch nicht, eine kleine Leuchte für andere Menschen zu sein.

So wie Du bist, bist Du gerade richtig!

Es gibt einige Menschen in Deiner Umgebung, die brauchen Dich gerade so, wie Du bist, Dich mit Deinem warmen Licht, Deiner Liebe, Deiner Ermutigung.

Enttäusche sie nicht!

Und bleibe Du selbst. So wie Du bist, bist Du für einige Menschen sehr wertvoll!

Zur Veränderung nun noch etwas Humorvolles,
nämlich das Gedicht „
Die Zitronen“ von Heinz Erhardt.
Ihr Lieben,
Seid ein kleines Licht für diese Welt, die Welt braucht Euch, jeden Einzelnen von Euch! Ich wünsche Euch ein erstes schönes Frühlingswochenende und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen


Mittwoch, 4. März 2015

Du möchtest zu Ostern etwas verschenken? Dann verschenke doch Dein Herz!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine alte Geschichte aus Russland erzählen:

„Sein Herz schenken“

„Ein behinderter, heruntergekommener Mann sitzt still am Straßenrand und hält den Vorbeikommenden bettelnd seine offene Hand hin. Die meisten Menschen nehmen von dem Bettler keine Notiz und eilen vorüber.

Ein Einziger bleibt stehen und spricht zu ihm:
„Ich würde Dir jetzt gerne etwas geben, aber eben habe ich bemerkt, dass ich nicht eine einzige Kopeke in meiner Tasche habe.“

Darauf gab der am Straßenrand Sitzende ihm eine erstaunliche Antwort:
„Du hast mir viel mehr als eine Kopeke gegeben.
Du hast mir ein Stück Deines Herzens gegeben.“
Quelle: Anke Stapelfeldt
Ihr Lieben,

die Antwort, die der am Straßenrand Sitzende gibt, hätte ich vor vielen Jahren auch noch ganz erstaunlich gefunden. Vor vielen Jahren bin ich häufig an den Bettlern, die auf unseren Innenstadtstraßen und auf unserem Bahnhofsvorplatz anzutreffen sind, ebenfalls vorbeigeeilt, und habe ich mich innerlich selbst belogen, indem ich mir vormachte, es sehr eilig zu haben.
Auch gebe ich zu, dass ich immer ein Problem hatte, diese Menschen zu berühren. 
Ich hatte Angst, mich mit einer Krankheit zu infizieren. 

Doch dann habe ich angefangen, mich auf diese Menschen einzulassen. Ich habe denjenigen Bettlern, die ich antraf, regelmäßig ein wenig Geld gegeben und dabei die Gelegenheit genutzt, mich mit ihnen zu unterhalten.

Ich habe in diesen Gesprächen erfahren, dass diese Menschen häufig Schicksale erlitten hatten, die mich vielleicht auch aus der Bahn geworfen hätten. 

Ich entdeckte, dass hinter diesen armen, manchmal behinderten und oft heruntergekommenen Menschen sehr liebenswerte Menschen steckten und mit dem einen oder anderen habe ich mich in der Folge angefreundet.
Quelle: Raymonde Graber
Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht etwas Menschlichkeit.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, sich neben ihn zu setzen und ihm einfach zuzuhören.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir einem solchen Menschen etwas zu essen bringen.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir einem solchen Menschen ein Lächeln schenken.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir für einen solchen Menschen etwas Verständnis aufbringen.

Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es aus, ihn in ein nahegelegenes Restaurant oder an eine Wurstbude zum Essen einzuladen.
Es braucht nicht immer eine Geldspende, 
um einen Menschen glücklich zu machen,
manchmal reicht es, wenn wir darüber nachdenken, dass derjenige, der am Straßenrand sitzt, unserer eigener Bruder sein könnte.
Ihr Lieben,
sein Herz zu verschenken, ist ganz einfach, das beweist unsere heutige kleine Geschichte aus Russland. Ich wünsche Euch recht viel Verständnis für Eure Mitmenschen und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen


Montag, 2. März 2015

Warum Heimat so wichtig ist!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte von Eugen Rucker erzählen:

„Das Gesicht der Mutter“

In der ersten Klasse einer Schwarzwälder Volksschule fing eines Morgens bald nach dem Unterrichtsbeginn ein kleiner Junge an zu weinen. Seine Banknachbarin verständigte den eifrig unterrichtenden Lehrer und der fragte auch gleich den Kleinen, warum er denn weine.
Der wollte zunächst nicht heraus mit der Sprache, rieb sich mit beiden Händen die Augen und schluchzte nur. Nach einiger Zeit aber, als der Lehrer ihn gütig und geduldig weiter bat, doch zu sagen, was ihm denn weh tue oder bedrücke, da sah der kleine Junge vertrauensvoll zu ihm auf und sprach: „Ich habe vergessen, wie meine Mutter ausschaut.“

Da lachten die Kinder, die um ihn herumsaßen, alle laut.
www.dksb.de
Der Lehrer aber verstand den kleinen Jungen sofort und sagte voller Verständnis zu ihm: „Aha, das Gesicht Deiner Mutter hast Du vergessen! Das ist freilich schlimm. Geh nur gleich heim und schau, wie Deine Mutter aussieht!“

Da ging der kleine Junge nach Hause und schaute seine Mutter an. Zufrieden kam es danach zurück, griff nach seinem Stift und fuhr fort, voller Hingabe und Freude Buchstaben zu malen.“

Ihr Lieben,

manchmal nehme ich mir die alten Fotos zur Hand, auf der meine Grundschulklasse zu sehen ist.

Es ist eigentlich schade, dass wir Grundschulkinder uns alle aus den Augen verloren haben, es würde mich schon interessieren, zu erfahren, was aus der einen oder anderen, dem einen oder anderen geworden ist. Merkwürdig ist es schon, dass man auf alten Fotos immer so jung aussieht!

Dies heutige kleine Geschichte berührt ein ganz wichtiges Bedürfnis in uns:
Das Bedürfnis und den Wunsch nach Vertrautheit!


Es wird oft darüber gerätselt, was eigentlich der Begriff „Heimat“ meint.
Warum fühlen sich die einen Menschen am Meer zuhause, andere dagegen in den Bergen?

Ich glaube, das hat weniger mit dem Meer und den Bergen zu tun, sondern mit der Umgebung, in der ein Mensch aufgewachsen ist. Die Umgebung, in der ein Mensch ausgewachsen ist, ist ihm vertraut und deshalb wird sie ihm zur Heimat. Heimat ist also das mir Vertraute.

Wir Menschen brauchen alle ein Stück Heimat, zu dem wir zurückkehren können.
Wenn wir Leid erfahren, wenn wir schwer krank sind, wenn wir älter werden, dann halten wir uns besonders gern dort auf, wo uns die Umgebung und die Menschen vertraut sind.

In der vertrauten Umgebung und unter den vertrauten Menschen da fühlen wir uns sicher, da fühlen wir uns geborgen, da dürfen wir ganz wir selbst sein, da können wir zur Ruhe kommen, da können wir entspannen, da finden wir zu uns selbst.

Deshalb ist das, was der kleine Junge in unserer Geschichte erlebt, nichts Kindisches, sondern etwas zutiefst Menschliches: Wenn wir morgens aus dem Haus gehen würden und könnten uns im Laufe des Tages nicht mehr an das Gesicht unserer Partnerin, unseres Partners, unserer Kinder und Enkelkinder erinnern, dann würde uns Erwachsene das ebenso wie den kleinen Jungen in unserer Geschichte beunruhigen.

Deshalb hat der Lehrer auch so gut reagiert, als er dem kleinen Jungen gestattete, nach Hause zu gehen, um zu schauen, wie die Mutter aussieht.

Aber es ist wichtig, sich einmal in der Fantasie die Situation vorzustellen, dass wir unterwegs sind und uns plötzlich auffällt, dass wir vergessen haben, wir unsere Lieben und unsere Freunde aussehen.

Denn wenn wir das begreifen, dann begreifen wir auch, wie wertvoll und wichtig die Vertrautheit mit unseren Lieben ist, welch wundervolles Geschenk es ist, den anderen Menschen erkennen zu können und sich irgendwo vertraut und heimatlich fühlen zu können.

Wer das begreift, der erfährt, was Heimat ist, 
und den erfüllt tiefe Dankbarkeit.


Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein Gefühl der Vertrautheit, ein heimatliches Gefühl und einen Ort, an dem ihr Euch zuhause fühlt und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner