3326 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.326 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Sonntag, 15. November 2015

Sei auch Du ein Brückenbauer!

Quelle: Brückenbauer Helmut Mühlbacher
"Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können"
Jean Jaurès

Quelle: Brückenbauer Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben, 

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Anne Steinwart erzählen:

„Die anderen Brücken“

Du hast einen schönen Beruf“, sagte das Kind zu dem alten Brückenbauer,
„es muss schwer sein, Brücken zu bauen.“

„Wenn man es gelernt hat, ist es leicht, sagte der alte Brückenbauer,
„es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken
sind viel schwieriger zu bauen“, sagte er, „die baue ich in meinen Träumen.“
„Welche anderen Brücken?“, fragte das Kind.
Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an.
Er wusste nicht, ob es ihn verstehen würde.

Dann sagte er:
„Ich möchte eine Brücke bauen von der Gegenwart in die Zukunft.
Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen,
von der Dunkelheit ins Licht, von der Traurigkeit zur Freude.
Ich möchte eine Brücke bauen von der Zeit in die Ewigkeit, über alles Vergängliche hinweg.“
Quelle: Brückenbauer Helmut Mühlbacher
Das Kind hatte ihm aufmerksam zugehört. 
Es hatte zwar nicht alles verstanden, aber es spürte,
dass der alte Brückenbauer ein wenig traurig war.

Weil das Kind ihn wieder froh machen wollte, sagte es zu ihm:
„Ich schenke Dir meine Brücke.“
Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen.

© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ; ISBN 978-3-00-050869-1
Quelle: Brückenbauer Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,

es war ganz merkwürdig. Nur sehr selten schaue ich Fußball im Fernsehen.
Am Freitagabend habe ich mir das Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Frankreich in Paris angesehen. 

Als es nach 17 Minuten laut knallte und dann noch einmal kurz vor der Halbzeit, war mir sofort bewusst, dass etwas Schreckliches passiert sein musste, denn für einen Feuerwerkskörper war der Krach viel zu laut, und ich vermute, dass man das Spiel nur deswegen in der Halbzeit nicht abgebrochen hat, um eine Panik im Stadion zu vermeiden.

Und wieder werden Menschen dieses schreckliche Geschehen in Paris dazu nutzen, um pauschal alle Menschen, die muslimischen Glaubens sind, zu verdächtigen, verkappte Terroristen zu sein.
Quelle: Brückenbauer Helmut Mühlbacher

In einer solchen Zeit brauchen wir besonnene Menschen, die mit liebendem Herzen und kühlem Verstand für Frieden unter den Menschen eintreten, die sich schützend vor diejenigen stellen, die zu Unrecht beschuldigt werden.

Jetzt sind Brückenbauer gefragt und gesucht:
Brückenbauer versöhnen Menschen miteinander.
Brückenbauer beseitigen Trennendes.
Brückenbauer schenken Liebe.
Brückenbauer wecken Hoffnung und Zuversicht.
Brückenbauer bringen Licht ins Dunkel.
Brückenbauer sagen: „Ich bin für Dich da, wenn Du mich brauchst!“
Brückenbauer verteidigen andere Menschen gegen falsche Anschuldigungen.
Brückenbauer verbreiten keine Gerüchte, sondern geben der Wahrheit die Ehre.
Ich möchte ein solcher Brückenbauer sein.
Du auch?


Ihr Lieben,
jeder, jede von Euch ist in dieser schweren Zeit dazu aufgerufen, Brücken zwischen Menschen zu bauen, zu versöhnen, füreinander einzustehen, miteinander zu leben und sich umeinander zu kümmern. Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher alter Brückenbauer Werner
Quelle: Ulrike Andres

Donnerstag, 12. November 2015

Tue einfach Dein Bestes!

Quelle: Helmut Mühlbacher
„Die einfachsten Dinge im Leben sind oftmals die Besten.
Qualität bedeutet, dass der Kunde und nicht die Ware zurückkommt.
Hermann Tietz, Begründer von Hertie, 1837-1907

Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Gisela Rieger erzählen:

„Einfach das Beste“

Eine Gruppe der größten Gewürzhändler Indiens kam zusammen, um sich auszutauschen. Beim Testen der neuesten Gewürzmischungen überragte ein Produkt alle weiteren.

Auf die Frage, wer diese Köstlichkeit zusammengestellt habe und ob diese noch bezahlbar sei, antwortete ein alter Händler: »Diese Gewürze, meine Herren, verwenden die Bauern auf meinen Farmen.«
Quelle: Helmut Mühlbacher

© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ; ISBN 978-3-00-050869-1

Ihr Lieben,

Wir Menschen suchen immer wieder nach den Geheimnissen unseres Lebens.

Wir graben oft mit großer Mühe den Acker unseres Lebens um,
um darin den Schatz unseres Lebens zu finden.


Wir besuchen Seminare und Vorträge, um uns von klugen Menschen
sagen zu lassen, wo der Schatz unseres Lebens zu finden ist.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Eines dieser Geheimnisse des Lebens besteht darin,
dass wir in allem, was wir tun, unser Bestes geben.


Wenn wir das tun, werden wir ein erfülltes Leben führen.

Wenn wir mit unseren Kindern spielen,
sollten wir das mit Hingabe tun.

Wenn wir unseren Kindern eine Geschichte vorlesen,
sollten wir uns in die Gestalten der Geschichte verwandeln.

Wenn wir uns ausruhen, sollten wir wirklich abschalten
(kein Tablet, kein Smartphone, kein PC, kein Fernsehen!)
Quelle: Helmut Mühlbacher
Wenn wir unsere Partnerin, unseren Partner lieben, 
sollten wir immer wieder überlegen,
wie wir ihr/ihm eine Freude bereiten können.

Wenn wir unserer Arbeit nachgehen,
dann sollten wir dabei so handeln,
als würden wir die Arbeit für uns selbst erledigen.

Das wird uns mit Zufriedenheit und mit Stolz auf das,
was wir erreicht haben, erfüllen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Wenn wir anderen Menschen helfen wollen, 
dann sollten wir immer überlegen, was wir an
der Stelle der Hilfsbedürftigen erwarten würden
und diese Erwartung sollten wir dann erfüllen.

In allem das Beste leisten, ist eine wundervolle Zielrichtung für unser Leben.

Wer bereit ist, immer das Beste zu leisten, den wird tiefe innere Lebenszufriedenheit erfüllen und er wird das Leben als ein Glück empfinden.

Eine wichtige Voraussetzung darf dabei aber nicht übersehen werden:
Wir können nur dann immer das Beste leisten, wenn wir das sowohl auf den aktiven als auch den passiven Teil unseres Lebens beziehen.
Wir brauchen Phasen des Aktivseins und Phasen der Ruhe.

Nur wenn wir in beiden Bereichen das Beste geben, 
erreichen wir die so wichtige Ausgewogenheit unseres Lebens.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,
Ich wünsche Euch die Kraft und den Mut, das Beste zu leisten, in der Phase der Arbeit und in der Phase der Ruhe und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Montag, 9. November 2015

Ich wünsche Dir, dass Du erkennst, was wirklich wichtig ist!

Quelle: Karin Heringshausen

Glück entsteht oft durch die Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,
Unglück oft durch die Vernachlässigung der kleinen Dinge.

Wilhelm Busch, Dichter, 1832-1908
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Gisela Rieger erzählen:

„Das Wunderkästchen“

Es war einmal eine Krämersfrau, die mit ihrem Geschäft kein Glück mehr hatte.
Ihr Laden verlotterte immer mehr, die Kunden kauften immer seltener bei ihr ein
und sie musste zusehen, wie ihr Vermögen unaufhaltsam schrumpfte.

So ging sie eines Tages zu dem alten Dorfweisen und erzählte ihm von ihrem Kummer:  »Die Zeiten sind schlecht, mein Geschäft leidet. Kannst du mir denn nicht helfen?«

Der weise Mann gab ihr ein kleines, verschlossenes Kästchen und erklärte ihr:
»Du musst dieses Kästchen jeden Morgen, Mittag und Abend herumtragen.
Im Laden, im Keller und in jedem Winkel des Hauses, zudem noch rund um dein Anwesen. Dann wird es dir schon wieder besser gehen. Bring mir aber das Kästchen in einem Jahr wieder zurück.«

Die Frau befolgte gewissenhaft den Rat des Dorfweisen und trug das Kästchen fleißig umher.  Dabei entdeckte und sah sie vieles, was sie gar nicht mehr wahrgenommen hatte. So fegte sie Staub samt Spinnweben aus allen Ecken und putzte Böden, Fenster und den Eingang.

Regale wurden abgeschliffen, mit neuer Farbe versehen und ordentlich eingeräumt. Kaputte Dinge ließ sie reparieren sowie den verschlissenen Teppich ersetzen. Den Garten befreite sie von Unkraut, sodass selbst der vergessene Rosenstrauch wieder erblühte. Vor dem Laden stellte sie eine gemütliche Gartenbank auf und schmückte den Eingang mit Blumentöpfen.

Als das Jahr vorüber war, brachte sie dem weisen Mann das Kästchen zurück und sprach:  »Hab vielen herzlichen Dank, guter Mann. Dein Kästchen hat mir sehr geholfen. Bei mir ist der Wohlstand eingezogen. Die Kunden kaufen wieder bei mir ein und mein Haus und Geschäft sind gut bestellt.
Doch sag mir, was ist in deinem Zauberkästchen, dass dies solche Wunder vollbringen kann?«

Da lächelte der Mann und sagte: 
»Das Kästchen war leer. Das Wunder hast du selbst vollbracht.«
Quelle: Karin Heringshausen

© Geschichte nach einem Märchen von Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ; ISBN 978-3-00-050869-1

Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte enthält eine tiefe Wahrheit.

Wenn wir die Tiefe des Lebens auskosten wollen, dann müssen wir ab und zu innehalten und uns fragen, was ist uns wirklich wichtig in unserem Leben.

Manchmal braucht unsere Leben auch ein Großreinemachen.
Manchmal brauchen die Wände unseres Lebens auch neue Tapeten.
Manchmal braucht unser Leben auch einen neuen Anstrich.
Manchmal sollten wir das Unkraut unseres Lebens entfernen.
Manchmal sollten wir in unserem Leben auch einen neuen Rosenstrauch pflanzen.

Unser Leben braucht neue Ideen, um lebenswert zu sein.
Unser Leben
braucht eine neue Ausrichtung, um wieder spannend zu sein.
Unser Leben
braucht ein neues Denken, um alte unbrauchbar gewordene Gewohnheiten überwinden zu können.
Unser Leben
braucht neue Anreize, damit wir uns am Morgen auf den Tag freuen.
Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch einen Abend voll Freude, voll Frieden und Harmonie und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen


Freitag, 6. November 2015

Sprachlosigkeit zeugt von Feigheit und Respektlosigkeit!

Quelle: Karin Heringshausen
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Gisela Rieger erzählen:

„Die Kunst der Gemeinsamkeit“

„Zusammen mit ihrer Familie feierten Berta und Josef ihren 60. Hochzeitstag.
Beide galten als ein sehr harmonisches Ehepaar.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Sie wurden von ihren Enkelkindern (nach dem Geheimnis ihrer langen Beziehung) befragt:  »Wie habt ihr es geschafft, dass ihr nach so langer Zeit immer noch zusammen seid?«

Opa schmunzelte und Oma gab zur Antwort:
»Wisst ihr, wir wurden in einer Zeit geboren,
in der man kaputte Dinge noch reparierte,
anstatt diese einfach wegzuwerfen!«

© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ; ISBN 978-3-00-050869-1
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

in dieser sehr kurzen Geschichte liegt eines der größten Geheimnisse verborgen,
wie das Zusammenleben von Menschen gelingen kann.

Die Antwort der Großmutter ist sehr aufschlussreich:
»Wisst ihr, wir wurden in einer Zeit geboren,
in der man kaputte Dinge noch reparierte,
anstatt diese einfach wegzuwerfen!«

Heute leben wir tatsächlich in einer Zeit des Wegwerfens.

Essen, das uns nicht mehr schmeckt, wird weggeworfen.
Wenn heute ein Gerät im Alltag kaputtgeht, dann halten sich die Menschen in der Regel nicht lange damit auf, es reparieren zu lassen, sondern sie kaufen sich ein neues Gerät.

Die Tendenz zum Wegwerfen ist deshalb so bedauerlich, weil sich die Tendenz zum Wegwerfen nicht nur auf Dinge und Sachen erstreckt, sondern auch Menschen erfasst hat.

Um eine Freundschaft, die zu zerbrechen droht, wird nicht mehr gekämpft, sondern sie wird „weggeworfen“ wie ein wurmstichiger Apfel.

Um eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich einst sehr geliebt haben und deren Beziehung nun im Alltagstrott ergraut und erkaltet ist, wird nicht mehr gekämpft, sondern sie wird „weggeworfen“ wie ein Stück vertrocknetes Brot.
Die Tatsache, dass Freundschaften und Beziehungen auseinander gehen, ist nicht das, was mich erschreckt. Das, was mich erschreckt, ist die Tatsache, dass Freunde, die auseinander gehen, und Liebende, die sich trennen, nicht einmal mehr den Mut haben, sich bei der Trennung in die Augen zu sehen und sich respektvoll mitzuteilen, dass die Freundschaft, die Beziehung am Ende ist.

Heute ist es vielfach üblich, sich feige vor einem solchen Gespräch zu drücken und dem Freund/der Freundin oder dem Partner/der Partnerin z.B. per SMS mitzuteilen, dass die Freundschaft, die Beziehung am Ende ist.

Neuerdings gibt es – und damit ist der Höhepunkt der Feigheit erreicht – 
eine Trennungs-App für Handy!
Da muss man nur noch den Namen dessen, von dem man sich trennen möchte, eintragen, den Rest – die Mitteilung über das Ende der Freundschaft bzw. der Beziehung – erledigt die App!

In der Zeit, in der man die Dinge, die kaputt gingen, noch reparierte, 
musste man sich zusammensetzen, um darüber zu reden, 
wie man sie reparieren kann.

Es wäre gut, wenn wir wieder mehr dazu zurückkehren würden, miteinander zu reden.
Trennungen wird es immer wieder geben, aber wir sollten den Mut, den Abstand und den Respekt habe, dies auch dem Menschen, von dem wir uns trennen wollen, mitzuteilen.

Ich kam in diesen Tagen in Bremen mit einem jungen Mann ins Gespräch und dieser war sehr aufgebracht wegen der vielen Flüchtlinge. Er sagte in seiner Wut zu mir: „Die Flüchtlinge müssen weg, die müssen abhauen, 
die sollen da hingehen, wo sie herkommen!“

Zu diesem jungen Mann habe ich Folgendes gesagt:
„Ich schlage Ihnen vor, kommen Sie mit mir, 
ich kenne hier in der Gegend eine Flüchtlingsunterkunft.

Zeigen Sie Mut, stehen Sie zu Ihrer Meinung, sagen Sie einer fünfköpfigen Flüchtlingsfamilie, die ich kenne, mit Vater, Mutter und drei kleinen Kindern offen ins Gesicht, dass sie abhauen sollen!“

Das Merkwürdige war, dass der junge Mann, der zuvor beteuert hatte, viel Zeit zu haben, plötzlich etliche Entschuldigungen parat hatte, warum er nun gerade keine Zeit habe, mit mir zu kommen.

Wenn wir wieder mehr dahin kommen, miteinander zu reden,
dann eröffnen sich uns großartige Möglichkeiten:

Wir können nicht jede Freundschaft retten, aber wenn wir miteinander reden,
kann Trennendes manchmal ausgeräumt werden und neues Vertrauen wachsen.

Wir können nicht jede Beziehung, nicht jede Ehe retten, aber wenn wir miteinander reden, dann können Verletzungen geheilt werden, dann kann um Vergebung gebeten und Versöhnung praktiziert werden.
Wir müssen nicht alle Flüchtlinge mögen, aber wenn mir mit ihnen reden,
werden wir feststellen, dass die allermeisten von ihnen genauso liebenswerte Menschen – als Menschen, die es wert sind, geliebt zu werden – sind!


Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein Wochenende der Gespräche und dass Ihr niemals eine App benötigt, um Menschen etwas mitzuteilen, sondern dass Ihr den Mut, den Abstand und den Respekt habt, mit anderen Menschen zu reden, und zwar auch dann, wenn es um Unangenehmes geht.
Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Quelle: Karin Heringshausen

Dienstag, 3. November 2015

Der Wind des Hasses weht durch unser Land!

Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

Zurzeit bin ich tieftraurig und nicht fröhlich.

Durch Deutschland weht ein kalter, fast eisiger Wind.
Ich meine nicht den Wind, der uns entgegenweht, wenn wir die Haustür öffnen.
Ich meine den Wind des Misstrauens, den Wind des Hasses, den Wind der mangelnden Hilfsbereitschaft, den Wind der Lieblosigkeit.
Quelle: Helmut Mühlbacher
In diesen Tagen, wo so viele Menschen, die zu uns geflüchtet sind, unsere Hilfe brauchen, erwacht in Deutschland eine Stimmung, die gefährlich an die Zeit vor der Hitler-Diktatur erinnert.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die allermeisten Menschen,
die zu uns nach Deutschland flüchten, unsere Hilfe wirklich brauchen.

Aber leider gibt es unter uns jetzt viele Menschen, die meinen, das Recht zu haben, diese armen, bedauernswerten Menschen, die zu uns flüchten, zu verunglimpfen, sie zu beschimpfen, sie zu beleidigen und zu beschuldigen.
Quelle: Helmut Mühlbacher

Ich bin auch zutiefst davon überzeugt, dass es unter den Menschen, die zu uns flüchten,  ebenso viele schlechte Menschen gibt wie in unserer deutschen Bevölkerung.

Aber das Gefährliche, das Teuflische und das Gemeine ist, dass die Menschen, die in ihrer Not zu uns flüchten, alle unter Generalverdacht gestellt werden:

Wenn ein Flüchtling etwas stiehlt, was sicher vorkommt,
heißt es dann gleich:  „Alle Flüchtlingen sind Diebe!
Quelle: Helmut Mühlbacher
Und es werden Lügen, Märchen und Gerüchte nachgeplappert, nur um Unwahrheiten über die Flüchtlinge zu verbreiten. Und mag die Lüge, das Märchen und das Gerücht auch noch so dumm sein, sie werden weiter verbreitet, um den Flüchtlingen zu schaden. 

So schrieb mir in diesen Tagen jemand:
„Alle (!) Flüchtlingen bekommen 1.000.- Euro im Monat, eine Wohnung kostenfrei zur Verfügung gestellt und auch das Essen umsonst!“

Es kann für mich nur einen Grund geben, einen solchen Unsinn zu glauben:
Weil man mit der Weiterverbreitung den Flüchtlingen schaden möchte!!!

Quelle: Romana Huber
Ich bin in diesen Tagen gefragt worden, warum ich zurzeit nur noch alle drei Tage eine Geschichte auf dem ESELSKIND-Blog erzähle. Der Grund ist, dass ich mich für Flüchtlinge engagiere, auch wenn ich dafür, wie bereits geschehen, angefeindet werde.

Ich überlege mir deshalb allen Ernstes, das Erzählen der Geschichten einzustellen.
Jetzt gibt es inzwischen 2.992 Geschichten auf dem
ESELSKIND-Blog und ich denke darüber nach, ob es nicht eine gute Gelegenheit wäre, bei 3.000 Geschichten aufzuhören…

Aber nun zur heutigen Geschichte.
Quelle: Helmut Mühlbacher
„Der Schlüssel zum Herzen der Menschen wird niemals unsere Klugheit,
sondern immer unsere Liebe sein.
Hermann von Bezzel, Theologe und Schulrektor, 1861-1917
Quelle: Helmut Mühlbacher
Ihr Lieben,

heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Gisela Rieger erzählen:

"Der passende Schlüssel"

"Ein junger dynamischer Lehrer bekam erstmals den Posten als Schuldirektor.
In einer Kleinstadt trat er sein neues Amt an. Anfangs wurde er von den Eltern kritisch beäugt, denn unter einem Direktor stellten sie sich einen älteren, erfahreneren Mann vor.

Natürlich wollte ja jeder für seine Kinder nur das Beste! Die anfängliche Skepsis schwand jedoch schnell, denn die Noten der Schüler in allen Jahrgangsstufen verbesserten sich beinahe über Nacht. 
www.dksb.de
Der Unterricht wurde individueller und lebendiger gestaltet. Die Schüler begannen freiwillig zu lernen. Das Schulhaus wirkte freundlicher, die Kinder lachten mehr und stritten weniger.

Daher war der neue Direktor nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei den Lehrern und Eltern sehr beliebt und geachtet. An den Lehrplan hielt sich der junge Direktor nur am Rande. Da sich jedoch seine eigenwilligen Lehrmethoden in vielerlei Hinsicht sehr positiv auswirkten, nahm daran niemand Anstoß.

Ganz anders sah dies der alte Schulrat, als er von den außergewöhnlichen Unterrichtsmethoden hörte. Er meldete umgehend seinen Besuch an, um mit dem jungen Direktor ein ernstes Wort zu sprechen.
Quelle: Helmut Mühlbacher
Er erklärte dem jungen Mann, dass es einen Lehrplan gäbe, an den er sich zu halten habe, da dieser für alle Schüler passe! Seine außergewöhnlichen Methoden solle er künftig unterlassen!

Der junge Direktor wies auf den Schlüsselbund des Schulrats, der auf dem Tisch lag. Er zeigte auf einen Schlüssel und fragte, wofür dieser passe. Der Schulrat sagte, dass dies ein Generalschlüssel sei, der an jede Türe passe.

Daraufhin zeigte der junge Direktor auf einen anderen Schlüssel. Der Schulrat benannte diesen als seinen Autoschlüssel. Der Direktor fragte ihn,  ob sein Autoschlüssel auch zu dem Wagen seiner Frau passe? »Nein, natürlich nicht!«, antwortete der Schulrat.

»Was sie als eigenwillige Lehrmethode bezeichnen, Herr Schulrat, ist ein Weg, um die passenden Schlüssel zum Verstand und zu den Herzen der Kinder zu finden!«
© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen fürs Herz“ ; ISBN 978-3-00-050869-1

Ihr Lieben,

diese heutige Geschichte zeigt uns etwas ganz Wichtiges:
Wir sollten nicht allen Menschen in der gleichen Weise begegnen.

Jeder Mensch, dem wir begegnen, braucht unsere Liebe, das ist wahr,
aber der eine braucht unsere Zeit, um uns von seinen Nöten zu berichten,
ein anderer braucht unsere Zeit, weil er sich allein und einsam fühlt,
ein dritter braucht unsere Zeit, weil er durch unsere Mut machenden Worte gestärkt werden möchte, ein vierter braucht unsere Zeit, weil er sich nach Zuwendung sehnt, ein fünfter braucht unsere Zeit, weil er möchte, dass wir in ihm die Flamme der Hoffnung entzünden. 

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen Abend der Ruhe und Gelassenheit, einen Abend der Gelassenheit und der Zuversicht, einen Abend des Mutes und der Hoffnung und ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer heute trauriger Werner
Quelle: Karin Heringshausen