3129 Geschichten


Auf dem ESELSKIND-Blog stehen inzwischen 3.179 Beiträge und mindestens zwei Mal in der Woche kommen weitere hinzu.

Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser recht viel Freude beim Lesen der Geschichten und ich hoffe, dass Euch die Geschichten ein wenig ermutigen und Euch veranlassen, niemals aufzugeben, denn denkt bitte immer daran:
Ihr seid etwas Besonderes, Ihr müsst nur Eurer Licht zum Leuchten bringen


Euer fröhlicher Werner aus Bremen

Samstag, 3. Januar 2026

Geschichte: Die Brücke

Quelle: Karin Heringshausen

"Die Menschen bauen zu wenige Brücken

und zu viele Mauern."
Dominique George Pire
Quelle: Raymonde Graber

Ihr Lieben, 

heute Morgen möchte ich Euch die Geschichte eines
 
unbekannten Autors erzählen:

"Die Brücke"



"Die Brücke im Dorf spannte sich hoch und weit über das 
kleine Flüsschen, das die Häuser und ihre Bewohner in zwei Gruppen teilte. Das Jahr über war der Fluss, der unter der Brücke plätscherte, nur ein kleines Rinnsal, aber nach der Schneeschmelze im Frühjahr oder nach langen Regentagen im Herbst schwoll er an und die Brücke war dann die einzige Möglichkeit, einen Besuch auf der anderen Seite abzustatten.

Aber die Brücke war mehr als nur eine Verbindung zwischen den beiden Ufern. Sie bot eine herrliche Aussicht auf das Tal und Platz für eine kleine Unterhaltung; sie war Treffpunkt für Verliebte und Verkaufsfläche für fahrende Händler. Und - sie war ein Zeichen.

Die Legende erzählt, dass - lange bevor sich die Häuser zu einem Dorf verdichteten - links und rechts vom Fluss zwei Bauernhöfe standen, die ihren Bewohnern nur wenig Erträge boten. Die Arbeit war schwer und das Land karg. Es blieb nur wenig Geld, um sich neue und praktische Geräte anzuschaffen, die die Arbeit erleichterten und Gelegenheit zu etwas Wohlstand boten. 

Immer wieder dachten beide Bauern darüber nach, auch eine Brücke zu bauen. Aber da schon das Geld für einen neuen Pflug oder für weiteres Vieh kaum reichte, blieb noch weniger für eine Brücke übrig.

Bis in einem Jahr eine große Trockenheit über das Land einbrach. Die Ernte fiel noch kleiner aus, die Saat ging kaum auf und das Vieh hatte nur wenig Fleisch auf den Knochen und gab kaum noch Milch.

Der Fluss hingegen trocknete ganz aus. Und so kam es, dass die beiden Familien ohne Schwierigkeiten auf die andere Seite gelangen konnten - und sie halfen einander, wo sie konnten. Wenn der Bauer auf der linken Seite die Einsaat nicht mehr schaffte, kam ihm der Bauer der rechten Seite zur Hilfe. Und als die Kuh auf der rechten Seite kalben sollte, wusste der Bauer von der anderen Seite guten Rat und man wechselte sich in der Stallwache ab. Trotz der Trockenheit ging es am Ende des Jahres beiden Familien besser als jemals zuvor.

Im nächsten Jahr kam der Regen wieder - aber diesmal begannen beide, die Brücke über den Fluss zu bauen.
Man hatte dafür kaum Geld und noch weniger Zeit.

Aber die Erfahrung hatte sie gelehrt, dass man manchmal das Letzte, was man hat, in eine Brücke zueinander investieren sollte - weil Menschen, die füreinander da sind, einen größeren Reichtum darstellen als alle Geräte und Maschinen."
Quelle: Helmut Mühlbacher


Ihr Lieben,

diese kleine Geschichte ist ein feines Beispiel dafür, wie wir Menschen uns das Leben gegenseitig erleichtern können. 
Niemand wird glücklich, der nur für sich allein ist, der nur versucht, alle Probleme allein zu lösen, der kaum Kontakt zu anderen Menschen hat.

Wir sollten uns vornehmen, im neuen Jahr Brücken zu bauen, Brücken der Liebe und des Vertrauens zwischen den Menschen, um Menschen Hoffnung, Zuversicht und Mut zu schenken.

Brücken helfen, dass Menschen erkennen, dass sie etwas wert sind, dass sie geliebt werden, dass sie gebraucht werden.

Brücken helfen, dass Menschen enger zusammenrücken und gemeinsam Probleme bewältigen und zuversichtlicher der Zukunft entgegengehen.

Ich wünsche Euch morgen einen zuversichtlichen fröhlichen Sonntag und grüße Euch alle ganz herzlich, 


Euer fröhlicher Brückenbauer Werner

Quelle: Werner Forneberg

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